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Gelblicher Fleck

Jener Baum, den Frankreichs Präsident Emmanuel Macron letzte Woche als Geschenk für US-Präsident Donald Trump mitbrachte, ist verschwunden, wie die BBC berichtet. Der Grund: Der Baum musste nachträglich in Quarantäne.

Die beiden Präsidenten pflanzten den Baum im Garten des Weißen Hauses ein. Die Fotos der beiden Männer mit Schaufeln und den Ehefrauen Melania Trump und Brigitte Macron, die ihnen dabei zusahen, wurden umgehend zum Meme im Internet. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur Reuters machte am Wochenende ein Foto von dem Platz im südlichen Teil des Gartens und fand dort, wo der Baum stand, nur einen gelblichen Flecken Gras vor.

Rasen auf dem Grund des Weißen Hauses in Washington DC

Reuters/Yuri Gripas

Rechts von der Lampe fehlt etwas

Der Eichensetzling stammt aus Belleau Wood, einem Schlachtfeld im 1. Weltkrieg. Bei den Kämpfen nordöstlich von Paris starben im Sommer 1918 fast 2.000 US-Soldaten. In einem Tweet hatte Macron betont: „Vor 100 Jahren kämpften amerikanische Soldaten in Frankreich, in Belleau, um unsere Freiheit zu verteidigen. Dieser Eichenbaum wird eine Erinnerung für diese Beziehungen, die uns zusammenhalten, sein.“ Aber nur vier Tage nachdem der Baum gepflanzt worden war, war er verschwunden.

Comeback im Herbst?

Bisher gibt es vonseiten des Weißen Hauses keine offizielle Erklärung für das unerwartete Verschwinden des Setzlings. Im Netz setzten freilich umgehend Spekulationen ein. Der öffentlich-rechtliche französische Radiosender Franceinfo zitierte von einer Gärtner-Website. Die beste Pflanzzeit für diese Eichenart sei im Herbst. „Der Baum könnte im Oktober wieder da sein“, spekulierte daher der Sender.

Die Onlineplattform Huffington Post zitierte namentlich nicht genannte Mitarbeiter des französischen Präsidenten, wonach der Baum unter Quarantäne sei. Dem Baum gehe es aber gut. Tatsächlich gibt es - ähnlich wie in Europa - für die Einfuhr lebender Pflanzen genaue Auflagen. Die französische Botschaft bestätigte am Montag, der Baum befinde sich in Quarantäne.

Rasen auf dem Grund des Weißen Hauses in Washington DC

APA/AP/Carolyn Kaster

Foto vom fehlenden Baum aus anderer Perspektive

Wurzeln in Plastik

„Er ist in Quarantäne, was für jeden in die USA importierten lebenden Organismus verpflichtend ist“, schrieb Gerard Araud am Sonntag (Ortszeit) im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Er wird später wieder eingepflanzt.“ Mit der Maßnahme soll verhindert werden, dass Krankheiten oder Schädlinge eingeschleppt werden.

Auf den Kommentar eines Twitter-Nutzers, einen Baum erst einzupflanzen und dann in Quarantäne zu nehmen, sei wenig sinnvoll, entgegnete der Botschafter, die Wurzeln seien in Plastik eingepackt gewesen. „Die Wurzeln waren sorgfältig isoliert.“

Die Pflanzung sorgte für Scherze und Spekulationen in den Sozialen Netzwerken. So wurde etwa spekuliert, ob Macron Trump mit der Aktion wegen dessen Umweltpolitik und dem Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen „getrollt“ habe.

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