Mauretanien: Todesstrafe für Gotteslästerung empört NGOs

Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen, darunter Amnesty International, haben die verschärften Gesetze gegen Gotteslästerung in Mauretanien scharf kritisiert. Die Behörden der islamischen Republik sollten das kürzlich verabschiedete Gesetz rückgängig machen, hieß es in einem Aufruf von 21 nationalen und internationalen Organisationen.

Gesetz gegen „frevlerisches Verhalten“

Vor rund einer Woche hatte die mauretanische Nationalversammlung eine Gesetzesverschärfung verabschiedet, nach der „gotteslästerliche Äußerungen“ und „frevlerisches Verhalten“ zwingend mit dem Tode zu bestrafen sind.

Das neue Gesetz wurde im Zuge eines Verfahrens gegen einen mauretanischen Blogger ausgearbeitet. Mohammed Scheich Uld Mchaitir war zunächst wegen eines religionskritischen Artikels im Internet wegen „Abfall vom Glauben“ zum Tode verurteilt worden. Ein Berufungsgericht wandelte die Strafe im vergangenen November in eine zweijährige Haftstrafe um. Der Prozess hatte zu Demonstrationen von Unterstützern und Gegnern des Bloggers geführt.

Laut Amnesty International wurde die Todesstrafe im westafrikanischen Mauretanien seit 1987 nicht mehr vollstreckt.