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Wohngebiete bedroht

Nach einer Reihe von Erdbeben ist auf Hawaii der Vulkan Kilauea ausgebrochen. Der Vulkan spucke Lava aus, teilte die Katastrophenschutzbehörde im Bezirk Hawaii County am Donnerstag (Ortszeit) auf Facebook mit. Mehrere Wohngebiete sind bedroht. Bis zu 10.000 Menschen wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Für Betroffene wurde in einem Gemeindezentrum eine Notunterkunft eingerichtet.

Bei der Evakuierungsaktion handle sich aber um eine freiwillige Maßnahme, sagte ein Behördenvertreter. Der Gouverneur des US-Bundesstaates, David Ige, rief den Notstand aus und informierte via Twitter. Damit werden staatliche Gelder etwa für rasche Hilfe und auch einen möglicherweise notwendigen Wiederaufbau freigemacht.

Großer Ausbruch kündigte sich an

Die Behörden warnten unterdessen vor giftigen Gasen, die tödlich sein könnten. Überdies bestehe Gefahr durch umherfliegende Gesteinsbrocken. Der Kilauea auf Big Island, der „großen Insel“ Hawaiis, ist einer der aktivsten Vulkane der Welt. Der Vulkan gilt seit den 1980er Jahren wieder als aktiv. Er war bereits Tage vor dem jüngsten Ausbruch verstärkt aktiv geworden.

Rauchsäule über Vulkan Kilauea

APA/AFP/US Geological Survey/ Kevan Kamibayashi

Die Rauch- und Staubwolke des Kilauea ist einige Kilometer hoch und weithin sichtbar

Er brach den Angaben zufolge am Donnerstag gegen 16.45 Uhr (Ortszeit, Freitag 4.45 Uhr MESZ) aus. Zuvor, am Donnerstagvormittag, ereignete sich nach Angaben der US-Erdbebenwarte ein Beben der Stärke 5,0 südlich des Vulkans im Krater Puu Oo, wie die „Hawaii News Now“ meldete.

Lava strömt aus dem Waldboden

APA/AFP/US Geological Survey

Aus Erdspalten quillt gut sichtbar die Lava

Fontänen spritzen 50 Meter hoch durch Spalten

Rauch, Asche und Lava drangen aus einem Riss in einer Straße in Puna auf Big Island. Auf Videos in Sozialen Netzwerken war zu sehen, wie Lava in einem Waldgebiet und auf einer Landstraße an die Oberfläche spritzt. Teils erreichten die Fontänen Höhen von bis zu 50 Metern, wie Augenzeugen berichteten. „Man konnte Schwefel riechen und brennende Bäume“, so ein Anrainer zu dem Fernsehsender KHON in Honolulu. Brechen die für Hawaii typischen Schildvulkane aus, kann Lava nicht nur aus dem Krater fließen, sondern auch durch unterirdische Risse an anderen Stellen an die Oberfläche treten.

Höher als der Mount Everest

In der Inselgruppe Hawaii gibt es gleich mehrere Vulkane. Das Vulkansystem gilt als das größte der Erde. Es erhebt sich fast zehn Kilometer über den umgebenden Grund des Pazifiks und ist damit höher als der Mount Everest. Hawaii liegt über einem „Hotspot“, eine Magmenverbindung zum Erdmantel ist nachgewiesen. Wegen der Dünnflüssigkeit der Lava gelten die Ausbrüche in der Regel als relativ harmlos.

Die Eruptionen und Lavaformationen locken täglich Tausende von Besuchern an. Der Lavasee Halemaumau des Kilauea gilt als eine besondere Touristenattraktion. Häufig können sich die Touristen nach einer Wanderung über die erkaltete Lava dem glühenden Gestein nähern. Als besonders spektakulär gelten die riesigen Dampfwolken an Stellen, wo die heiße Lava ins Meer fließt. Sie sind noch aus vielen Kilometern Entfernung zu sehen.

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