Erneut Zusammenstöße mit Verletzten in Nicaragua

Weniger als 24 Stunden vor einem angesetzten nationalen Dialog zur Krise in Nicaragua ist es erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Zivilisten und Polizei mit mehreren Verletzen gekommen. In den Morgenstunden habe die Polizei Menschen in vier Städten des lateinamerikanischen Landes angegriffen, erklärte Ana Margarita Vijil von der Oppositionspartei Breite Front für Demokratie (FAD) gestern.

„Das ist der Frieden von Daniel Ortega und Rosario Murillo“, sagte die Politikerin in Richtung des Regierungschefs und seiner Ehefrau, die gleichzeitig Vizepräsidentin Nicaraguas ist. Lokale Fernsehsender zeigten Bilder von verletzten Zivilisten. Diese wurden laut Berichten von Polizisten und paramilitärischen Einsatzkräften in Matagalpa, rund 160 Kilometer von der Hauptstadt Managua entfernt, angegriffen. Eine Zahl der Verletzten wurde zunächst nicht genannt.

Ausschreitungen in Nicaragua

Reuters/Oswaldo Rivas

Die Proteste gegen Präsident Ortega und seine Ehefrau, Vizepräsidentin Murillo, dauern seit fast einem Monat an. Entzündet hatten sie sich an der geplanten Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge. Obwohl Ortega die umstrittene Reform zurückzog, gehen in dem mittelamerikanischen Land weiterhin viele Menschen auf die Straße, um gegen Unterdrückung, Pressezensur und Korruption zu protestieren.