Palästinensischer Botschafter aus Österreich abgezogen

Nach der umstrittenen Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem hat die Palästinenserführung vier ihrer Botschafter aus europäischen Ländern zu Konsultationen zurückgerufen. Es handle sich um Diplomaten in Österreich, Rumänien, Ungarn und Tschechien, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA heute.

In einer Aussendung wies die Vertretung der Palästinenser in Wien darauf hin, dass sich Österreich mit der Teilnahme von Botschafter Martin Weiss an einer Veranstaltung am Vorabend der Botschaftseröffnung nicht nur den Vorgaben der Europäischen Union widersetzt habe, sondern „damit auch einen klaren Verstoß gegen Völkerrecht und UNO-Resolutionen“ setze. Daher werde Botschafter Salah Abdel Schafi am Freitag Wien für unbestimmte Zeit verlassen.

Die Eröffnung der US-Botschaft am Montag wurde von blutigen Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der israelischen Armee an der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen begleitet. Dutzende Palästinenser wurden dabei getötet und mehr als 2.800 verletzt.

Hamas: Zahlreiche Mitglieder unter Opfern

Ein Großteil der bei den Protesten getöteten Palästinenser waren Hamas-Mitglieder. 50 der 62 hätten zu der radikalislamischen Palästinenserorganisation gehört, sagte der führende Hamas-Vertreter Salah al-Bardawil. Rund die Hälfte der insgesamt 117 seit Ende März von israelischen Soldaten getöteten Palästinenser habe zur Hamas gehört.

Guatemala eröffnete Botschaft in Jerusalem

Nach den Vereinigten Staaten eröffnete auch Guatemala heute seine Botschaft in Jerusalem. Präsident Jimmy Morales sprach von einer „mutigen Entscheidung“ seines Landes und einem „wichtigen Schritt für die Zukunft beider Völker“. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu dankte Morales und sagte, Guatemala sei „immer unter den Ersten“ gewesen.

Botschaft von Guatemala in Jerusalem

Reuters/Ronen Zvulun

Das lateinamerikanische Land folgte damit dem umstrittenen Schritt des US-Präsidenten Donald Trump. Sowohl in Rumänien als auch in Tschechien gibt es Bestrebungen, die Botschaften der Länder ebenfalls nach Jerusalem zu verlegen.