Nach Eklat: AfD-Politikerin versteht Aufregung nicht

Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel will sich gegen einen Ordnungsruf vom deutschen Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble (CDU) zur Wehr setzen. Sie werde gegen die Rüge Einspruch einlegen, kündigte Weidel heute am Rande der Haushaltsberatungen im Deutschen Bundestag an. „Diese Rüge ist völlig ungerechtfertigt gewesen“, sagte sie im ZDF.

Weidel hatte zum Auftakt der Generalaussprache im Bundestag die Einwanderungs- und Asylpolitik der Bundesregierung angegriffen und gesagt: „Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern.“ Schäuble rügte, sie diskriminiere damit alle Frauen, die ein Kopftuch trügen. „Dafür rufe ich Sie zur Ordnung.“

Merkel ging nicht auf Äußerungen ein

„Ich verstehe nicht ganz, was daran eine Provokation sein soll“, sagte Weidel dem Sender n-tv. Deutschland erfahre eine „Hunderttausendfache Zuwanderung aus teilweise bildungsfernen, kulturfremden Kulturkreisen“. Sie habe mit der Äußerung auch auf die Ungleichbehandlung von Frauen und Männern im Islam verweisen wollen, die überhaupt nicht kompatibel mit dem Grundgesetz sei.

Weidel hatte unmittelbar vor Bundeskanzlerin Angela Merkel gesprochen. Die Kanzlerin ging in ihrer Rede nicht auf die Äußerungen ihrer Vorrednerin ein. Vertreter aller anderen Bundestagsparteien reagierten mit lauten Zwischenrufen und buhten Weidel aus.

Siemens-Chef: Weidel schadet Ansehen Deutschlands

Sogar Siemens-Chef Joe Kaeser ging in die Offensive und warf der AfD-Politikerin vor, mit ihren Äußerungen Deutschland zu schaden. „Lieber ‚Kopftuchmädel‘ als ‚Bund Deutscher Mädel‘“, schrieb Kaeser auf Twitter.

„Frau Weidel schadet mit ihrem Nationalismus dem Ansehen unseres Landes in der Welt. Da, wo die Haupt-Quelle des deutschen Wohlstands liegt.“ Der Bund Deutscher Mädel (BDM) war im Nationalsozialismus eine Organisation für Mädchen.