Kneissl fordert mehr Einsatz der EU für Balkan-Staaten

Vor dem Gipfeltreffen in Sofia hat FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl mehr Einsatz der Europäischen Union für die Balkan-Staaten gefordert. „Die EU hat Südosteuropa in den letzten Jahren vernachlässigt. In dieses Vakuum sind dann andere Staaten wie Russland, China, die Türkei und die Golfstaaten gestoßen“, sagte sie der deutschen „Welt“ unmittelbar vor dem Westbalkan-Gipfel in Sofia.

Verstärkter Einsatz Österreichs

Kneissl kündigte einen verstärkten Einsatz der österreichischen Regierung für die sechs Länder an. „Österreich verfügt zu allen Ländern Südosteuropas über ausgezeichnete Beziehungen und wird sich während der EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte für eine rasche Annäherung dieser Länder zur Europäischen Union einsetzen.“

Insbesondere werde Österreich „die Vertreter der sechs beitrittswilligen Balkan-Staaten Ende August anlässlich des Treffens der EU-Außenminister nach Wien einladen, um in aller Offenheit die Chancen und Probleme einer EU-Erweiterung in Südosteuropa zu beraten“.

Die EU-Staats- und -Regierungschefs treffen in Sofia ihre Kollegen aus den noch nicht als Mitglieder aufgenommenen Balkan-Ländern Serbien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Kosovo, Albanien und Mazedonien. Dabei soll über die Perspektiven dieser Länder auf EU-Mitgliedschaft gesprochen werden.