WKÖ pocht auf Lösung für Asylwerber in Lehre

Die Wirtschaftskammer (WKÖ) drängt auf eine Lösung für Jugendliche aus Drittstaaten, die in Österreich eine Lehre absolvieren: Für sie sollte es einen Niederlassungstitel geben - und dieser wäre auch die „dringend erforderliche aufenthaltsrechtliche Lösung“ für Lehrlinge, die einen negativen Asylbescheid bekommen haben. Dass sie derzeit abgeschoben werden, sorgte für breite Empörung.

„Es ist zu ersten Abschiebungen gekommen - direkt vom Lehrplatz“, beklagen denn auch die drei grünen Landesräte Rudi Anschober (Oberösterreich), Martina Berthold (Salzburg) und Gabriele Fischer (Tirol) in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass „das Erfolgsprojekt ‚Lehre für Asylwerbende in Mangelberufen‘ in Gefahr“ sei.

WKÖ: Betriebe benötigen Fachkräfte

Dabei werden die derzeit rund 800 Asylwerber, die in einem Mangelberuf ausgebildet werden, „von den Betrieben dringend benötigt“, unterstreicht die WKÖ in der vom scheidenden Präsidenten Christoph Leitl unterzeichneten Stellungnahme. Österreich leide unter akutem Fachkräftemangel, „in vielen Branchen und Regionen Österreichs suchen Unternehmen händeringend nach Lehrlingen“.

Deshalb habe die Regierung in ihrem Programm einen Niederlassungstitel in Aussicht gestellt, der es Jugendlichen aus Drittstaaten ermöglicht, hier eine Lehre zu absolvieren. In der von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) vorgelegten Fremdenrechtsnovelle 2018 finde sich dieser „wesentliche Punkt“ allerdings nicht, bedauert die Wirtschaftskammer - ebenso das Rote Kreuz.

Die WKÖ regt an, den Betreffenden nach Abschluss der Lehre einen Umstieg auf eine „entsprechend angepasste Schiene der Rot-Weiß-Rot-Karte“ zu ermöglichen. Außerdem bedauert die WKÖ, dass mit der Novelle Asylwerbern mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit der Rechtsanspruch auf einen Deutschkurs genommen wird.