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Reaktion auf Maschinengewehrfeuer

Israel hat in der Nacht auf Donnerstag Angriffe auf Ziele im Norden des Gazastreifen geflogen. Sie seien die Reaktion auf Maschinengewehrfeuer, das zuvor mehrere Häuser in der israelischen Stadt Sderot getroffen habe, teilte das israelische Militär mit.

Die Armee habe „terroristische“ Ziele der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas im Norden des Gazastreifens angegriffen, darunter Waffenfabriken. Als Reaktion auf die Angriffe aus dem Gazastreifen hatten bereits zuvor israelische Panzer Stellungen der Hamas im Norden der palästinensischen Enklave angegriffen.

Gesundheitsbehörden im Gazastreifen zufolge gab es einen Verletzten. Aus Sderot wurden keine Verletzten oder Toten gemeldet. Die Lage an der Grenze Israels zum Gazastreifen beruhigte sich indes am Mittwoch weiter. Am Montag hatte die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem noch schwere Proteste von Palästinensern ausgelöst. Mindestens 62 Menschen waren dabei von israelischen Soldaten getötet worden. Insgesamt wurden seit Beginn der Proteste im Gazastreifen am 30. März bisher 116 Palästinenser getötet.

Aufruf zu Massendemonstration

Für Freitag haben Palästinensergruppen zu Massendemonstrationen aufgerufen. Der seit Donnerstag gehende Fastenmonat Ramadan werde dabei berücksichtigt, teilten die Gruppen mit. Er könnte die Teilnehmerzahl beschränken. 50 der bei den Protesten am Montag und Dienstag getöteten Palästinenser seien Hamas-Mitglieder gewesen, sagte Hamas-Vertreter Salah Bardawil am Mittwoch im palästinensishen Fernsehen. Die zwölf übrigen Toten seien „aus dem Volk“ gewesen.

Keine Bestätigung durch weitere Hamas-Vertreter

Bardawil erläuterte nicht, ob es sich bei den Toten um Mitglieder des bewaffneten oder des politischen Hamas-Flügels handelte. Auch machte er keine Angaben dazu, was die Opfer gerade taten, als sie getötet wurden. Bardawil sprach von „offiziellen Zahlen“.

Hamas-Sprecher Fausi Barhum bestätigte die Angaben nicht. Er sagte lediglich, die Hamas bezahle die Begräbnisse der 50, unabhängig von ihrer Beziehung zur Hamas. Ein weiterer ranghoher Hamas-Vertreter, Bassem Naim, sprach lediglich von der Hamas als einer „großen Bewegung“ mit großem Rückhalt in der Bevölkerung. Natürlich seien bei derartigen Protesten entsprechend viele Hamas-Anhänger anwesend. Die Getöteten seien während ihrer „friedlichen Teilnahme“ an den Protesten getötet worden.

Proteste in Gaza

Reuters/Ibraheem Abu Mustafa

Die Palästinenserproteste weiteten sich am Montag aus

Kreml fordert „Gewaltverzicht“

Der russische Präsident Wladimir Putin rief unterdessen in einem Telefonat mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu einem Ende der Gewalt auf. In einer vom Kreml im Anschluss veröffentlichten Erklärung hieß es, Putin haben „ernste Sorge“ angesichts der zahlreichen Opfer geäußert und einen „Gewaltverzicht“ gefordert. Notwendig sei ein „Gesprächsprozess“, der für beide Seiten akzeptable Ergebnisse im Einklang mit den bestehenden UNO-Resolutionen hervorbringe.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow nannte es „gotteslästerlich“, die zu Dutzenden bei den Protesten getöteten „friedlichen Demonstranten“, darunter auch Kinder und Säuglinge, als „Terroristen“ abzustempeln. Israel hatte sein hartes Vorgehen mit seinem Recht zur Grenzverteidigung begründet.

Arabische Liga: Israelische Aggression

Die Arabische Liga berät indes am Donnerstag in einer Sondersitzung in Kairo über die tödlichen Unruhen. Die Außenminister der Mitgliedsstaaten sollen auf Antrag Saudi-Arabiens eine Reaktion auf die „illegale“ Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem und die „israelische Aggression gegen das palästinensische Volk“ beschließen. Grundlage ist ein Resolutionsentwurf, den die ständigen Vertreter der Arabischen Liga am Mittwoch bei einer Sondersitzung erstellten.

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