Gaza: UNO-Menschenrechtskommissar kritisiert Israel

Der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, hat die Gewalt israelischer Soldaten gegen Demonstranten im Gazastreifen scharf kritisiert. Der Jordanier wies Rechtfertigungen Israels zurück, dass die Sicherheitskräfte alles täten, um die Opferzahlen so niedrig wie möglich zu halten.

„Eingepfercht in einem giftigen Slum“

„Dafür gibt es so gut wie keine Anzeichen“, sagte Hussein heute bei der Dringlichkeitssitzung des UNO-Menschenrechtsrats in Genf. Die Palästinenser seien unter Israel als Besatzungsmacht „eingepfercht in einen giftigen Slum von der Geburt bis zum Tod, jeder Würde beraubt“, sagte Said.

Am Grenzzaun zu Gaza, wo Palästinenser seit Ende März vermehrt demonstrieren, hätten israelische Sicherheitskräfte 87 Palästinenser getötet, darunter zwölf Kinder, so Said. Der Rat war wegen der Auseinandersetzungen auf Antrag zahlreicher Länder zu einer Sondersitzung zusammengetreten. Er kann eine Resolution verabschieden, aber keine Sanktionen verhängen. Die israelische Botschafterin in Genf, Aviva Ras Schechter, wies alle Vorwürfe zurück.

Ägypten hält Grenzübergang offen

Unterdessen teilte Ägypten mit, dass man den Grenzübergang zum Gazastreifen während des gesamten muslimischen Fastenmonats Ramadan geöffnet halten werde. Das ist die längste Zeit seit Jahren, dass die Blockade des Palästinensergebiets am Mittelmeer gelockert wird.

Israel und Ägypten halten den Gazastreifen seit mehr als einem Jahrzehnt aus Sicherheitsgründen unter Blockade. Die Lebensbedingungen in dem schmalen Küstenstreifen mit rund zwei Millionen Einwohnern sind sehr schlecht.