Ebola in DR Kongo: WHO erhöht Warnstufe

Das Risiko einer Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik (DR) Kongo ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erheblich gestiegen. Die WHO erhöhte die Gefahrenstufe heute auf „sehr hoch“, nachdem in der Großstadt Mbandaka ein Krankheitsfall bestätigt worden war.

Warnung vor Ausbreitung in Städten

Die meisten Verdachtsfälle waren bisher auf dem Land gemeldet worden. „Ebola ist in der Stadt ein völlig anderes Phänomen als auf dem Land, weil Menschen in städtischen Gebieten viel mehr Kontakt haben“, sagte Peter Salama von der Notfalleinheit der WHO.

Anders als auf dem Land könne sich die Krankheit in Städten rasant ausbreiten, weil die Stadt durch einen Fluss, Straßen und den Flughafen mit anderen Bevölkerungszentren vernetzt sei.

Die WHO betrachtet das Risiko für die DR Kongo selbst inzwischen als sehr hoch und für die Region als hoch. „Das globale Risiko (einer Ausbreitung) ist im Moment niedrig“, betonte sie. Sie sehe bisher keine Notwendigkeit für Reise- oder Handelsbeschränkungen.

WHO: Bisher 15 TOdesfälle

Nach Angaben der WHO wurde das hochansteckende Virus im vergangenen Monat bei 44 Patienten in der DR Kongo vermutet, in drei Fällen sei die Infektion bestätigt worden. 15 Patienten seien bisher gestorben.

Das Gesundheitsministerium des Landes hatte gestern noch von 31 Verdachtsfällen und 14 bestätigten Fällen gesprochen. Unter den bestätigten Fällen habe es einen Toten gegeben, 25 Menschen seien mit hämorrhagischem Fieber gestorben. Dieses wird vom Ebola-Virus ausgelöst.

Impfstoff verschickt

Die WHO hat 4.300 Dosen eines experimentellen Impfstoffs in die Hauptstadt Kinshasa versendet und will weitere 7.540 Dosen verschicken. Der Impfstoff wurde noch nicht offiziell zugelassen, darf aber nach Absprache internationaler Gesundheitsbehörden eingesetzt werden.