Merkel spricht mit Putin über Ukraine und Syrien

Vor dem Hintergrund einer drohenden Eskalation in Nahost hat sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) heute mit Russlands Präsident Wladimir Putin zu einem Gespräch unter vier Augen getroffen. 

Auch Atomabkommen Thema

Im Mittelpunkt des Arbeitsbesuches in Sotschi sollten der Krieg in Syrien, der Konflikt in der Ostukraine und das von US-Präsident Donald Trump aufgekündigte Atomabkommen mit dem Iran stehen. Deutschland und Russland wollen beide an dem Abkommen festhalten, aus dem sich der US-Präsident vergangene Woche einseitig verabschiedet hatte.

Außerdem wollte Merkel darauf drängen, den Stillstand bei der Umsetzung der Minsker Friedensvereinbarungen für die Ostukraine zu überwinden. Thema sollte auch das Ostsee-Pipelineprojekt „Nord Stream 2“ sein, das von der Ukraine und der EU-Kommission kritisiert wird und das die USA gerne verhindern würden.

„Sehr wichtiger Besuch“

Putin begrüßte Merkel mit weißen Rosen in seiner Residenz an der Schwarzmeer-Küste. Der Kreml-Chef messe dem Treffen große Bedeutung bei, sagte sein Sprecher Dimitri Peskow vor Beginn: „Das ist ein sehr wichtiger Besuch.“ Es sei eine gute Gelegenheit, sich in internationalen Problemen abzustimmen. Die Kanzlerin sprach auch kurz mit Regierungschef Dimitri Medwedew.

Merkel hatte Russland zuletzt vor einem Jahr besucht. Was die Kanzlerin erst kurz vor ihrer Ankunft erfahren hatte: Syriens Präsident Baschar al-Assad war gestern ebenfalls bei Putin in Sotschi. Russland ist Syriens wichtigste Schutzmacht.