Womöglich neuer Name für Mazedonien gefunden

Der bulgarische Vizepremier Krassimir Karakatschanow hat heute in Sofia erklärt, dass sich Skopje und Athen im Streit über den Namen der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik Mazedonien geeinigt haben. „Unser westlicher Nachbar wird wohl Ilinden-Mazedonien heißen“, sagte Karakatschanow in einem Fernsehinterview.

Rücksprache im eigenen Land

Auf dem EU-Westbalkan-Gipfel gestern in Sofia trafen die Ministerpräsidenten Griechenlands und Mazedoniens, Alexis Tsipras und Zoran Zaev, zusammen. Nach dem Gespräch, das einer Reihe von Verhandlungsgesprächen zwischen den Außenministern beider Länder folgte, erklärten sie, dass der Namensstreit sehr bald beigelegt werden kann.

„Es gibt eine Variante, die für beide Seiten akzeptabel ist“, sagte Zaev gestern in Sofia. Allerdings müsse man nun noch Rücksprache im eigenen Land halten, ob die Absprache umsetzbar sei. „Wenn das so ist, dann haben wir wahrscheinlich eine Lösung“, fügte er hinzu.

Athen fürchtet Gebietsansprüche

Seit der Unabhängigkeit Mazedoniens 1991 wehrt sich Griechenland dagegen, dass das Nachbarland so heißt wie die nordgriechische Provinz Makedonien. Athen befürchtet spätere Gebietsansprüche und blockiert wegen des Streits den Beginn von EU-Beitrittsgesprächen ebenso wie die NATO-Mitgliedschaft Mazedoniens. Deshalb wird der Balkan-Staat offiziell als „Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien“ bezeichnet.

Der Ilinden-Aufstand war eine Volksrevolte in den damals zum Osmanischen Reich gehörenden Regionen Makedonien und Thrakien im Jahr 1903. In Mazedonien wird der Eliastag (Ilinden) am 2. August im Gedenken an diesen Aufstand gefeiert, aber auch an das Jahr 1944, als im Kloster Prohor Pcinjski auf dem Gebiet des heutigen Südserbien die Grundlagen der späteren jugoslawischen Teilrepublik Mazedonien gelegt wurden.