US-Sanktionen gegen Venezuelas Nummer zwei im Staat

Unmittelbar vor der Präsidentschaftswahl in Venezuela am Sonntag hat die US-Regierung einen der einflussreichsten Politiker des südamerikanischen Landes wegen Korruption mit Sanktionen belegt.

Diosdado Cabello, der oft als zweiter Mann hinter Präsident Nicolas Maduro bezeichnet wird, darf damit nicht mehr in die USA einreisen, jeglicher Besitz dort wird eingefroren. Auch Cabellos Frau, sein Bruder und ein Geschäftspartner wurden mit Sanktionen belegt, wie das Finanzministerium gestern erklärte. Ihnen gehören mindestens 14 Wohnungen oder Häuser in den USA.

„Die Menschen Venezuelas leiden unter korrupten Politikern, die sich immer stärker an die Macht klammern, während sie ihre Taschen vollmachen“, sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin.

Drogenhandel, Geldwäsche, Veruntreuung

Sanktionen gegen Cabello und andere würden verhängt, weil diese in Drogenhandel, Geldwäsche und Veruntreuung von Staatsgeldern involviert seien. Cabello ist derzeit formell nur der Vizepräsident der regierenden Sozialisten. Er galt jedoch bereits unter Maduros verstorbenem Vorgänger Hugo Chavez als Nummer zwei im Staat.

Venezuela steckt in einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Maduro hat das von der Opposition kontrollierte Parlament entmachten und zahlreiche Regierungsgegner verhaften lassen.