US-Bürger bei Protesten in Nicaragua getötet

Bei den wochenlangen Protesten in Nicaragua ist erneut ein Mensch ums Leben gekommen. Bei dem Opfer handele es sich um einen US-Bürger, wie die US-Botschafterin in Managua, Laura Dogu, gestern im Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.

Der Rundfunksender „100% Noticias“ zeigte Bilder eines toten Mannes in einer Blutlache auf einer Straße in der nicaraguanischen Hauptstadt.

Bereits mehr als 100 Tote

Der mittelamerikanische Staat wird seit Wochen von schweren Protesten erschüttert. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen sind bei Zusammenstößen mit der Polizei und regierungsnahen Schlägertrupps bereits mehr als 100 Menschen getötet werden. Die Regierung setzt die Zahl bei weitem geringer an und spricht von rund 20 Toten.

Die Demonstranten fordern die Absetzung des sozialistischen Staatschefs Daniel Ortega, der seit 2007 an der Macht ist. Ortega wird ein autoritärer Regierungsstil vorgeworfen. Die Proteste hatten sich Mitte April ursprünglich an einer geplanten Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge entzündet.