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Umbenennung in den 70er Jahren

Der Ort des Gipfeltreffens zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un war die zum Stadtstaat Singapur gehörenden Freizeitinsel Sentosa. Das historische Treffen wurde in dem auf der Insel gelegenen Hotel Capella abgehalten.

Sentosa bedeutet so viel wie Ruhe und Frieden. Das Naherholungsgebiet für die Bewohner Singapurs ist auch mit einem großen Vergnügungspark, Casinos und Golfplätzen sowie teils künstlich angelegten Sandstränden mit Palmen ausgestattet. Doch die Insel hat eine dunkle Geschichte. Bis 1972 hieß sie noch: Pulau Belakang Mati, Insel des Todes. Die Umbenennung erfolgte, nachdem die Regierung in Singapur beschlossen hatte, die Insel als Ferienparadies auszubauen.

Hotel "Capella" auf der Ferieninsel Sentosa in Singapur

Reuters

Das von Norman Foster gestaltete Hotel Capella

Mehrere Theorien über Namensgebung

Woher der Name Pulau Belakang Mati kam, ist allerdings unklar, doch es gibt mehrere Theorien darüber. Eine Mordserie bzw. ein strategischer Piraterieunterschlupf und Schmugglerstützpunkt unweit des großen Handelsplatzes Singapur könnte der Insel den Namen eingebracht haben. Doch er könnte sich auch auf eine Epidemie beziehen, die Mitte des 19. Jahrhunderts die gesamte Bevölkerung der Insel ausgelöscht haben soll. Auch die unfruchtbaren Böden der Insel könnten für den Namen gesorgt haben.

Resorts World Sentosa in Singapur

APA/AFP/Roslan Rahman

Ein Blick über die Hotel- und Freizeitanlagen der Insel

Kriegsgefangenenlager und Massenexekutionen

Tatsache ist, dass die Insel während des Zweiten Weltkrieges als japanisches Kriegsgefangenenlager für britische und australische Soldaten genutzt wurde, die sich 1942 den Japanern bei der Einnahme des britischen Stützpunktes Singapur ergeben hatten, wie der britische „Guardian“ schreibt. Rund 400 Soldaten sollen auf der Insel inhaftiert gewesen sein, so die BBC. Die Insel war auch Schauplatz von japanischen Massenexekutionen an in Singapur lebenden Chinesen, denen antijapanisches Verhalten vorgeworfen worden war.

Neben Soldaten wurden auch Zivilisten Opfer der japanischen Armee. Vor allem chinesische Männer zwischen 18 und 50 wurden an zahlreichen Stellen der Insel ermordet. Die Zahl soll in die Tausende gehen, wie die BBC schreibt. Laut „Guardian“ wurden zahlreiche Erschießungen an den Stränden der Insel durchgeführt. Die Leichen seien einfach ins Meer geworfen worden, so die BBC.

Quartier für Superreiche, Vergnügungspark

In den 70er Jahren wollte man sich der dunklen Geschichte entledigen, und schließlich wurde die Insel zum Tourismus- und Erholungsgebiet, mit Luxuswohnungen für Reiche und Superreiche inklusive Yachthafen umgestaltet und umbenannt. Sentosa Island wurde rasch ein beliebter Ausflugsort für die Bewohner des dicht bewohnten Singapur und eine der größten Touristenattraktionen des Kleinstaates. Auf Sentosa befindet sich auch Singapurs größter Vergnügungspark. Somit gehören zur Gipfelkulisse auch eine Achterbahn und einige Dinosaurier.

„Altes und Neues verschmelzen“

Das Luxushotel Capella wurde von US-Diplomaten als Gipfelort ausgesucht, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Insiderkreisen erfuhr. Das Hotel wirbt mit „Altes und Neues verschmelzen“ und liegt vom sicherheitstechnischen Aspekt sehr günstig.

Das Capella mit seinen 112 Zimmern und Gästevillen ist in restaurierten Kolonialgebäuden untergebracht, darunter einem früheren Offizierscasino der britischen Armee. Entworfen wurde das Hotel vom britischen Stararchitekten Norman Foster. Zu den berühmtesten Gästen des Hotels gehörten die Popstars Lady Gaga und Madonna.

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