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Südkorea: Dunkle Zeiten hinter sich lassen

Südkoreas Präsident Moon Jae In hat das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un als Schlusspunkt unter den letzten Konflikt des Kalten Krieges gewürdigt. Er lobte am Dienstag Mut und Entschlossenheit Kims und Trumps. Man werde die dunklen Zeiten des Krieges für immer hinter sich lassen.

Die Sentosa-Vereinbarung vom 12. Juni werde als historisches Ereignis in Erinnerung bleiben, das dabei geholfen habe, die letzte Hinterlassenschaft des Kalten Kriegs auf Erden zu beseitigen, sagte Moon in Seoul. Zum angekündigten Stopp der US-Militärmanöver mit Südkorea meinte er, man müsse ergründen, was Trumps Absichten seien. Die Streitkräfte der beiden Verbündeten trainieren bisher regelmäßig gemeinsam.

Das Tauwetter zwischen den USA und Nordkorea wurde begleitet von einer rasanten Annäherung der beiden koreanischen Staatslenker. Kim und Moon hatten einander im Mai gleich zweimal getroffen und vereinbart, künftig regelmäßige direkte Gespräche zu führen. Der Gipfel zwischen Trump und Kim fand in einem Luxushotel auf der Sentosa-Insel in Singapur statt.

Japan sieht ersten Schritt

Japan sieht das Gipfeltreffen als einen Schritt zur Lösung des Konflikts mit dem Nachbarstaat. Man unterstütze das als „einen Schritt hin zu einer umfassenden Lösung der verschiedenen Probleme mit Nordkorea“, sagte der japanische Regierungschef Shinzo Abe zu Reportern. Japan, das von Nordkorea bedroht wird, hofft auf eine Abrüstung der Atomwaffen sowie der Raketen, die das Land erreichen können.

Zugleich drückte Abe seine hohe Wertschätzung dafür aus, dass Trump das für Japan äußert wichtige Thema der Entführung von Japanern in den 70er und 80er Jahren nach Nordkorea angesprochen habe. Japans rechtskonservativer Regierungschef sagte, mit Nordkorea das Problem bilateral lösen zu wollen. Für Tokio ist die Entführtenfrage das größte Hindernis für eine Normalisierung der bilateralen Beziehungen.

China bewertet Treffen als „erfolgreich“

China reagierte in einer ersten Stellungnahme positiv auf die Ergebnisse des Treffens. „Die Führer Nordkoreas und der Vereinigten Staaten haben sich erfolgreich getroffen und positive Ergebnisse erzielt“, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums. Der Gipfel habe einen „wichtigen Fortschritt“ bei der Förderung der Denuklearisierung erreicht.

China schätze die von Trump und Kim getroffenen politischen Entscheidungen sehr und hoffe, dass es weitere Treffen zwischen den beiden geben wird. Als „wichtige Partei“ sei China zudem bereit, mit allen relevanten Kräften zusammenzuarbeiten, um sich weiterhin für die Denuklearisierung der Halbinsel und die Einrichtung eines Friedensmechanismus einzusetzen.

Russland: „Wichtiger Schritt voran“

Das russische Außenministerium sieht das Gipfeltreffen als Impuls für einen möglichen Frieden auf der koreanischen Halbinsel. „Es ist zu begrüßen, dass ein wichtiger Schritt voran gemacht wurde“, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow in Moskau der Agentur TASS zufolge. Der Teufel stecke indes im Detail, fügte er hinzu. „Die konkreten Vereinbarungen müssen genau geprüft werden.“

Die Gespräche sollten nun im bewährten Sechserformat fortgesetzt werden, forderte Rjabkow. Das Format mit Nord- und Südkorea, Japan, den USA, China und Russland sei wieder gefragt. Moskau will wie die USA Nordkorea nicht als Atommacht akzeptieren. Zugleich stärkt es dem Land aber den Rücken in seinem Widerstand gegen die USA. Durch die Annäherung zwischen Trump und Kim fürchtet Russland, an Bedeutung für den Gesprächsprozess zu verlieren.

Mogherini: „Weg der Diplomatie immer lohnend“

Auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini hat das Ergebnis des Nordkorea-Gipfels begrüßt. Das Treffen bestätige die Überzeugung der Europäischen Union, dass nur Diplomatie einen dauerhaften Frieden auf der koreanischen Halbinsel bringen könne, so Mogherini in Brüssel. „Den Weg der Diplomatie zu gehen ist oft eine Herausforderung, aber es ist immer lohnend.“

Ziel bleibe die völlige, überprüfbare und unumkehrbare nukleare Abrüstung der koreanischen Halbinsel. Die gemeinsame Erklärung Trumps und Kims gebe ein Signal, dass dieses Ziel erreichbar sei. Mogherini sagte die Unterstützung der EU für die nun folgenden Verhandlungen und andere Schritte zur Vertrauensbildung zu.

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