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Land im vierten Bürgerkriegsjahr

Wegen des andauernden Bürgerkriegs können im Jemen einem UNICEF-Bericht zufolge zwei Millionen Kinder nicht in die Schule gehen. Allein seit dem Eintritt der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im Jahr 2015 sei die Zahl um fast eine halbe Million gestiegen, heißt es in dem Ende März veröffentlichten Bericht „If not in school“ („Wenn wir nicht in die Schule gehen“) des UNO-Kinderhilfswerks.

„Eine ganze Generation von Kindern im Jemen sieht wegen des eingeschränkten oder fehlenden Zugangs zu Bildung einer trostlosen Zukunft entgegen“, sagte Meritxell Relano, UNICEF-Beauftragte für den Jemen. Ein Grund für diese Entwicklung liegt dem Bericht zufolge im verstärkten Einsatz von Kindersoldaten. Laut dem Bericht wurden seit 2015 mehr als 2.400 Kinder von bewaffneten Gruppen rekrutiert.

Suche nach „gefährlichen Alternativen“

Hinzu kommen die wachsenden Gefahren auf dem Schulweg: Kinder könnten unterwegs getötet werden, sagte Relano. Aus Angst vor Angriffen behielten viele Eltern ihre Kinder lieber zu Hause. Die Familien suchten dann nach „gefährlichen Alternativen“, um den Nachwuchs durchzubringen, darunter Kinderehen, Kinderarbeit und Eintritt in bewaffnete Gruppen, sagte Relano.

Zerstörung im Jemen

Reuters/Khaled Abdullah

Der Kampf der Huthi-Rebellen gegen das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis zerstört das Land zunehmend

Zudem ist laut dem Bericht der Schulbesuch von weiteren viereinhalb Millionen Kindern im Jemen gefährdet. Der Grund: Wegen des andauernden Konflikts hätten die Lehrer seit mehr als einem Jahr kein Gehalt bekommen.

2.500 Schulen außer Betrieb

Laut dem Report sind über 2.500 Schulen im Jemen außer Betrieb. Zwei Drittel aller Einrichtungen seien bei Angriffen beschädigt worden, sieben Prozent würden für militärische Zwecke oder als Notunterkünfte genutzt. UNICEF rufe alle Konfliktparteien und diejenigen, die Einfluss auf sie haben, dazu auf, den Krieg zu stoppen und für den Wiederaufbau der Schulen und die Bezahlung der Lehrer zu sorgen, teilte die Organisation mit.

Millionen Kinder im Land seien zudem durch Hunger und Cholera bedroht, hieß es von UNICEF zuletzt. Die Zahl der lebensgefährlich unterernährten Kinder habe sich seit Kriegsbeginn auf 400.000 verdoppelt. „Die Gefahr einer Hungersnot ist weiter da“, erklärte UNICEF-Regionaldirektor Geert Cappelaere. Auch die Organisation Save the Children beklagte das Leid der Kinder im Jemen. „Seit drei Jahren werden jemenitische Kinder ungestraft bombardiert und ausgehungert“, so die NGO.

Die Vereinten Nationen bezeichnen den Jemen-Krieg als größte humanitäre Krise weltweit. Sieben Millionen Menschen sind dort vom Hunger bedroht, außerdem herrscht in dem Land eine Cholera-Epidemie. Seit dem Eintritt der von Riad angeführten Koalition in den Konflikt im März 2015 wurden fast 10.000 Menschen getötet.

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