Fed hebt US-Zinsen erneut an

Die US-Notenbank Fed hat gestern den Leitzins wie erwartet angehoben. Die „Fed Funds Rate“ steige um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 1,75 bis 2,00 Prozent, teilte die Fed nach ihrer zweitägigen Sitzung in Washington mit. Ökonomen hatten mit dieser Entscheidung gerechnet.

Das ist die siebente Leitzinsanhebung seit der Zinswende im Dezember 2015. Höher lag der Leitzins zuletzt vor dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise im Herbst 2008. Zudem signalisierte die US-Notenbank zwei weitere Zinserhöhungen für 2018.

Maßnahme gegen Inflation

Mit der Leitzinserhöhung steigen zunächst die Kosten für Geld, das Banken sich über Nacht untereinander leihen. Doch dadurch werden tendenziell auch Kredite für Unternehmen und Verbraucher teurer. So kann die Notenbank die brummende Konjunktur bremsen und einer möglicherweise drohenden Überhitzung der Wirtschaft entgegenwirken.

Die US-Notenbank hat den Auftrag, mit ihrer Geldpolitik die Beschäftigung zu fördern und das Preisniveau stabil zu halten. Dank des US-Wirtschaftsbooms floriert der Arbeitsmarkt, sodass die Fed Spielraum hat, ihren Kurs zu straffen. Die Erwerbslosenquote lag zuletzt bei 3,8 Prozent - so niedrig wie seit 18 Jahren nicht mehr.

Zugleich muss die Notenbank zunehmend aufpassen, dass die Teuerung nicht aus dem Ruder läuft. Die Jahresinflationsrate erreichte im Mai mit 2,8 Prozent den höchsten Wert seit mehr als sechs Jahren. Die Fed strebt eigentlich eine Rate von zwei Prozent an. Höhere Zinsen sind ein Mittel, mit dem Preisauftrieb gedämpft werden kann.