EZB lässt Anleihekäufe Ende 2018 auslaufen

Die Europäische Zentralbank (EZB) kündigt ein Ende ihrer billionenschweren Anleihekäufe an. Die umstrittenen Transaktionen sollen angesichts der verbesserten Konjunktur und einer höheren Inflation zum Jahresende auslaufen, wie die EZB nach ihrer Zinssitzung im lettischen Riga heute mitteilte.

Reduktion ab Oktober

Abhängig vom Konjunkturverlauf sollen die Anleihekäufe ab Oktober auf 15 Milliarden Euro reduziert werden. Bis dahin geht der Ankauf von Staats- und Unternehmensanleihen im Wert von 30 Milliarden Euro weiter.

Die Leitzinsen sollen auf ihrem historischen Niedrigstand bleiben, und zwar „mindestens den Sommer 2019 über“. Der Leitzins bleibt damit bei 0,0 Prozent, der Einlagezins für die Banken bei minus 0,4 Prozent. Seit März 2015 hat die EZB schon mehr als 2,4 Billionen Euro zur Stabilisierung der Konjunktur auf die Finanzmärkte gepumpt.

EZB senkt Wachstumsprognose

Die EZB senkte zudem angesichts laufender Handelskonflikte die Wachstumsprognose. Für heuer erwartet die Notenbank einen Zuwachs von 2,1 Prozent statt 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), wie EZB-Präsident Mario Draghi sagte.

2019 soll die Wirtschaft im Währungsraum der 19 Länder unverändert um 1,9 Prozent zulegen, für 2020 erwarten die Währungshüter weiterhin 1,7 Prozent Wachstum. Für das laufende Jahr sowie 2019 und 2020 erwartet die EZB nun eine Inflationsrate von 1,7 Prozent.