IOM drängt Italien zu Aufnahme von US-Marineschiff

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) drängt darauf, das US-Marineschiff mit Dutzenden Flüchtlingen an Bord schnell in einen italienischen Hafen einfahren zu lassen. Die „Trenton“ sei vor Augusta in Sizilien und sie werde „hoffentlich“ die Autorisierung für die Einfahrt bekommen, schrieb IOM-Sprecher Flavio di Giacomo heute auf Twitter.

Berichte, wonach zwölf Leichen von Bord geworfen worden seien, weil es auf dem Schiff keinen Kühlraum gebe, könnten erst dann bestätigt werden. Die US-Navy äußerte sich dazu zunächst nicht. Die „Trenton“ hatte am Dienstag mehr als 40 Überlebende und Tote eines Flüchtlingsunglücks vor der Küste Libyens aufgenommen. Allerdings war danach unklar, wohin das Schiff steuern sollte.

Zuvor hatte Italiens neue rechts-populistische Regierung dem Rettungsschiff „Aquarius“ der privaten Hilfsorganisation SOS Mediterranee die Einfahrt nach Italien verwehrt. Vor allem Innenminister Matteo Salvini von der rechtspopulistischen Lega will private Seenotretter aus dem Meer verbannen. Die „Aquarius“ ist mittlerweile auf dem Weg nach Spanien, musste aber aufgrund von Schlechtwetter ihren Kurs ändern.