Belästigungsvorwürfe: WDR kündigt „Tatort“-Koordinator

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat seinem Fernsehfilmchef und „Tatort“-Koordinator Gebhard Henke (63) gekündigt. Der Grund dafür seien „glaubhafte Vorwürfe sexueller Belästigung und des Machtmissbrauchs“, teilte der Sender heute in Köln mit. Aus Sicht des WDR bestehe kein Vertrauensverhältnis mehr. Henke bestreitet die Vorwürfe.

In den vergangenen Wochen hätten dem WDR mehr als zehn Frauen über sexuelle Belästigung und unangemessenes Verhalten von Henke berichtet, teils in Zusammenhang mit Machtmissbrauch, teilte der WDR mit. Diese Schilderungen habe man sorgfältig überprüft und dazu auch Henke angehört. Dieser habe die Vorwürfe zurückgewiesen. „Im Ergebnis hielt der WDR die von den Frauen geschilderten Vorfälle für schwerwiegend und glaubhaft.“

Seit 1984 bei Sender

Henke war seit 1984 beim WDR tätig. Er hatte bereits im vergangenen Monat über seinen Anwalt Peter Raue öffentlich gemacht, dass der WDR ihn freigestellt habe. Gegen diese Freistellung hat er eine einstweilige Verfügung beantragt. Darüber wird am Dienstag vor dem Kölner Arbeitsgericht verhandelt.

Im vergangenen Monat hatte der WDR bereits einem Mitarbeiter wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung fristlos gekündigt. Nach Informationen des Magazins „Stern“ und des Recherchebüros Correctiv handelte es sich dabei um einen Fernsehkorrespondenten, dem zahlreiche Belästigungsfälle vorgeworfen werden.