IWF warnt vor US-Handels- und -Finanzpolitik

Die aggressive Handelspolitik sowie die umfangreichen Steuersenkungen von US-Präsident Donald Trump stellen laut Internationalem Währungsfonds (IWF) ein Risiko für die Weltwirtschaft dar. Die US-Strafzölle könnten einen „Kreislauf von Vergeltungsaktionen“ befeuern und die globalen Angebotsketten stören, heißt es im gestern veröffentlichten jährlichen IWF-Bericht über die US-Wirtschaft.

Die Steuersenkungen würden der Konjunktur demnach nur einen kurzfristigen Schub geben. Der IWF warnte zudem, dass Washingtons Argumentation, die Zölle dienten der nationalen Sicherheit, Schule machen könnte. Derart gerechtfertigte umfassende Handelsbarrieren würden aber „das regelbasierte globale Handelssystem aushöhlen“. Die Organisation rief die USA und ihrer Handelspartner zu konstruktiver Zusammenarbeit auf.

Die Steuerreformen könnten nach Meinung des IWF zum Anziehen der Inflation in der USA führen. Das wiederum würde die US-Notenbank dazu veranlassen, die Zinsen energischer zu erhöhen, was Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hätte - insbesondere für Schwellenländer. Die Organisation lobte allerdings auch die lang fällige Vereinfachung des US-Steuersystems durch die Reformen.