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Mehr als 300 Reisende an Bord

Bei einem Zugsunglück im Nordwesten der Türkei sind am Sonntag mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 70 weitere Personen wurden bei dem Unfall in der Provinz Tekirdag verletzt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf das Gesundheitsministerium berichtete.

Mehrere Waggons des Zuges sind entgleist, berichtete Anadolu weiter. An Bord waren 362 Reisende und sechs Zugbegleiter. Die Verletzten wurden in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Die türkischen Streitkräfte teilten auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit, sie hätten Militärhelikopter eingesetzt, um die Verletzten zu bergen. Mehr als hundert Krankenwagen seien zum Unglücksort entsandt worden. Der Sender CNN Türk berichtete, Anrainer seien unter anderem mit Traktoren angerückt, zu helfen.

Zugsunglück in der Türkei

APA/AFP/DHA/Michel Rubinel

Der Zug entgleiste in der Provinz Tekirdag

Die Unfallursache war zunächst unklar. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan erklärte nach Angaben von Anadolu, es werde in alle Richtungen ermittelt. Erdogan bekundete zudem den Angehörigen der Opfer sein Beileid.

Wetter als mögliche Ursache

Ein Reporter des Senders NTV sagte, durch starken Regen sei das Gleisbett weggespült worden. Auf Bildern waren die frei liegenden Schienen zu sehen. Der Provinzgouverneur Mehmet Ceylan sagte laut Anadolu, die Gegend um den Unglücksort sei sehr schlammig. Der Zug war nach Angaben von Anadolu in der Provinz Edirne nahe der bulgarischen Grenze gestartet und unterwegs nach Istanbul gewesen.

Rettunskräfte an der Unfallstelle

APA/AFP/DHA/Michel Rubinel

Ein Großaufgebot an Rettungskräften war an Ort und Stelle

Netz wird modernisiert

Die Türkei modernisiert seit einigen Jahren ihr Eisenbahnnetz. Dabei wurden auch Hochgeschwindigkeitsstrecken gebaut. Beim bisher schwersten Zugsunglück in der Türkei waren im Juli 2004 insgesamt 41 Menschen getötet worden. 80 Menschen wurden verletzt, als der Schnellzug in der nordwestlichen Provinz Sakarya entgleiste.

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