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Bereits acht Kinder gerettet

Die zweite Etappe des Rettungseinsatzes im Höhlendrama von Thailand ist am Montag ebenso erfolgreich verlaufen wie jene am Vortag. Mit einer weiteren stundenlangen Rettungsaktion gelang es Spezialtauchern am Montag, vier weitere Kinder aus der Höhle im Norden des Landes ans Tageslicht zu bringen, wie die Marine bekanntgab.

Damit sind nun insgesamt acht Mitglieder der Fußballmannschaft gerettet, die seit dem 23. Juni in der Tham-Luang-Höhle festsaßen. „Zwei Tage, acht Wildschweine“, hieß es in einem Facebook-Posting der Marine in Anspielung auf den Namen des Jugendteams. Bereits am Sonntag waren vier der Burschen gerettet und ins Spital gebracht worden. Die Rettung am Montag sei „reibungslos“ verlaufen, hieß es.

Rettungshubschrauber bei der Höhle

Reuters/Athit Perawongmetha

Die Rettung erfolgte unter Hochdruck und mit einem Großaufgebot

Laut offiziellen Angaben sind die Kinder allesamt wohlauf und bei Bewusstsein. Der Leiter der Rettungsaktion, Provinzgouverneur Narongsak Osottanakorn, sagte am Montagabend (Ortszeit) vor Journalistinnen und Journalisten in der nahe gelegenen Stadt Mae Sai: „Sie sind alle sicher und gesund.“ Inzwischen hätten die ersten Burschen auch Besuch von ihren Familien bekommen. Berühren sollten die geschwächten Kinder ihre Angehörigen aber nicht - wegen der Infektionsgefahr.

Die Burschen wurden an beiden Tagen mit Rettungsautos und Hubschraubern in das von der Polizei abgeriegelte Krankenhaus in der Provinzhauptstadt Chiang Rai gebracht. Dort sollen sie nicht nur Besuch von ihren Familien, sondern auch vom thailändischen Premier Prayut Chan-O-Cha bekommen.

Fünf warten noch auf Rettung

Auch die Gesundheit der noch Eingeschlossenen soll laut dem Einsatzleiter Osottanakorn „immer noch gut sein“. Noch sind vier Kinder und ihr 25-jähriger Trainer in der Höhle gefangen. Sie befinden sich nun seit 16 Tagen in dem verwinkelten Tunnelsystem der überfluteten Tham-Luang-Höhle.

Retter auf dem Weg zur Höhle

APA/AFP/Chiang Rai Public Relations Office

Die dramatische Rettungsaktion sorgt weltweit für große Anteilnahme

Ob bereits am Dienstag der nächste Rettungsversuch für sie startet, ließ der Einsatzleiter noch offen. Das hänge von „allen Faktoren“ ab, sagte er mit Verweis auf das Wetter und den Zustand der Rettungstaucher. Diese müssen nach der beschwerlichen Rettung neue Kräfte sammeln. Zudem muss die Sauerstoffversorgung auf dem vier Kilometer langen Weg nach draußen sichergestellt werden. Offen sei auch noch, ob alle fünf Eingeschlossenen in einem Anlauf oder getrennt gerettet werden sollen.

Krankenhaus abgeschottet

Am Sonntag hatten sich die Einsatzkräfte nach langen Vorbereitungen aufgrund guter Wetterverhältnisse zu dem ersten Einsatz entschlossen. Sinkende Wasserstände in der teilweise überfluteten Höhle dürften die Mission beschleunigt haben. „Das Wetter ist gut“, sagte der Provinzgouverneur. „Der Wasserstand ist gut. Die Taucher sind bereit. Die Jungen sind körperlich, seelisch und psychisch bereit, herauszukommen.“

Schulkolleginnen freuen sich über die Rettung der Eingeschlossenen in der Höhle

Reuters/Tyrone Siu

Schulkolleginnen und -kollegen reagierten auf die neuerliche Rettung mit Freude

Laut den Tauchern sind den Buben aber vor der Rettung Beruhigungsmittel verabreicht worden, um Panik zu vermeiden. Das Wetter spielte unterdessen auch am Montag mit. Nach starken Regenfällen in der Nacht ging die Rettung selbst unterdessen bei Sonnenschein vonstatten.

Ein Weg von vier Kilometern

Die Witterung ist bei der Rettung der bestimmende Faktor, und schlechte Wetteraussichten hatten zuletzt den Druck auf die Retterinnen und Retter erhöht. Aus ihrer Sicht wäre es wegen angekündigter Niederschläge noch gefährlicher gewesen, weiter zu warten. In Südostasien ist gerade Monsunzeit. Zudem sank am Zufluchtsort der Gruppe in der Höhle der Sauerstoffgehalt in der Luft. Auch das sprach dafür, die Rettungsaktion nicht länger hinauszuschieben.

Grafik zur Höhle in Thailand

Grafik: ORF.at; Quelle: Rajabhat Mahasarakham University/French Federation of Speleology

Insgesamt sind etwa 90 Taucher im Einsatz. Das Kernteam besteht aus 18 Spezialtauchern, davon der größte Teil aus dem Ausland, aus Ländern wie Australien und Großbritannien. Die Mission ist äußerst gefährlich: Ein Taucher kam in der Nacht auf Freitag ums Leben. Selbst die professionellen Taucher benötigten fünf bis sechs Stunden, um in der Höhle vom Zufluchtsort der Buben aus durch teils extrem enge Gänge, vorbei an scharfkantigen Felsen und durch überflutete Passagen zum Ausgang zu gelangen.

Höhleneingang abgesperrt

Damit der Einsatz nicht durch das Großaufgebot an Medien behindert wird, sperrten die Behörden den Eingang zur Höhle weiträumig ab. Mehr als 1.000 Journalistinnen und Journalisten aus aller Welt mussten die unmittelbare Umgebung der Höhle verlassen.

Das Drama um die jungen Fußballer begann am 23. Juni, als Wassermassen die Gruppe mehrere Kilometer tief in der Höhle einschlossen. Seitdem saßen die Buben und ihr Betreuer an einer trockenen Stelle etwa vier Kilometer im Höhleninneren fest.

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