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Retter können aufatmen

Glückliches Ende im Höhlendrama in Thailand. Alle Buben sind gerettet, wie die thailändischen Navy SEALs am Dienstag bekanntgaben. Die letzten vier Burschen und ihr Fußballtrainer waren zuvor wieder ans Tageslicht gekommen. „Die zwölf Wildschweine und ihr Coach wurden aus der Höhle gerettet und sind in Sicherheit“, schrieben die Thai Navy SEALs auf Facebook.

Die Buben sind Fußballer des Lokalvereins „Wildschweine“. Am Sonntag und Montag waren insgesamt bereits acht Buben gerettet worden. Am Dienstag war es Schlag auf Schlag gegangen. Als Ziel hatte Provinzgouverneur Narongsak Osottanakorn am Dienstag ausgerufen, bis zum Abend alle Eingeschlossenen herauszuholen. Sie saßen seit 17 Tagen in der überfluteten Höhle fest. Die Retter beeilten sich am Dienstag, da starke Regenfälle erwartet wurden. In Südostasien ist gerade Monsunsaison.

Grafik zur Höhle in Thailand

Grafik: ORF.at; Quelle: Rajabhat Mahasarakham University/French Federation of Speleology

Sehr gefährliche Aktion

Die Rettung war sehr gefährlich. An manchen Stellen ist der Weg so eng, dass die Taucher ihre Atemluftflaschen abschnallen mussten. Darüber hinaus konnte man im Wasser kaum sehen. Bei der Vorbereitung der Mission ertrank am Freitag ein erfahrener thailändischer Taucher.

Jeweils zwei Retter nahmen die Buben, von denen kein einziger richtig tauchen kann, ins Schlepptau. Alle trugen Taucheranzüge und waren mit Taucherbrillen ausgerüstet. Die Profis versorgten sie mit Luft. Insgesamt waren mehr als tausend Retter beteiligt. Das Kernteam bestand aus rund 20 Spezialtauchern, davon der größte Teil aus Ländern wie Australien und Großbritannien.

Jesada Chokdumrongsuk

AP/Vincent Thian

Die behandelnden Ärzte sprechen über den Zustand der Geretteten

Ärzte: Gerettete Buben wohlauf

Die bis Montag geretteten acht Buben sind nach dem Verlassen der Höhle wohlauf. Die behandelnden Ärzte im Krankenhaus der Provinzhauptstadt Chiang Rai berichteten am Dienstag von minderschweren Lungeninfekten bei zwei Kindern. Insgesamt seien die jungen Fußballer jedoch bei guter Gesundheit.

Keiner habe Fieber. Die ersten vier durften auch schon ihre Familien sehen. Alle acht sollen jedoch eine weitere Woche zur Beobachtung in der Klinik bleiben. Damit haben die Buben keine Chance, beim Finale der Fußballweltmeisterschaft am Sonntag in Moskau dabei zu sein.

Quarantäne statt WM-Finale

Der Präsident des Weltfußballverbands (FIFA), Gianni Infantino, hatte die Mannschaft und ihren Trainer vergangene Woche eingeladen, auf Kosten des Verbands nach Russland zu kommen. Die FIFA wäre „sehr froh, sie als Gäste beim WM-Endspiel in Moskau“ begrüßen zu können, schrieb er.

Rettungskräfte

Reuters/Twitter @elonmusk

Der Höhleneingang in der Nacht

Die Burschen werden das Spiel nach Angaben der Ärzte aber im Krankenhaus auf dem Fernsehschirm verfolgen dürfen - wenn sie so lange wach bleiben. Die bisher Geretteten liegen im achten Stock einer Klinik in der Provinzhauptstadt Chiang Rai. Sicherheitshalber befinden sie sich noch in Quarantäne.

Das Höhlendrama wurde weltweit mit großem Interesse verfolgt. Am Montagabend besuchte auch der thailändische Premierminister Prayut Chan-o-cha die Helfer, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. In Thailand hat das Schicksal der jungen Fußballer eine große Welle der Solidarität ausgelöst.

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