Russland baut riesige Eisbrecher für Arktis

Russland plant für seine gigantische Flüssiggasanlage Jamal in der Arktis den Bau einer eigenen Schiffsflotte. Insgesamt sollen 15 je 300 Meter lange Tankerlaster gebaut werden, die gleichzeitig auch Eisbrecher sind. Kosten sollen die Schiffe der Flotte 320 Millionen Dollar (270 Mio. Euro), wie das Wirtschaftsportal Bloomberg berichtete.

Jedes der Schiffe soll das Äquivalent von etwas mehr als einer Million Barrel Öl aufnehmen und dieses nach Europa und Asien transportieren können. Die größte Herausforderung ist dabei trotz des Klimawandels nach wie vor die Kälte: Das Thermometer in der Region kann unter minus 50 Grad Celsius fallen, die Eisschicht auf dem Wasser über zwei Meter dick werden. Die Schiffe müssen extrem widerstandsfähig und leistungsstark sein.

Bis 2019 geplant

Ein erstes Schiff der Flotte, der Tanker „Christophe de Margerie“, hatte die Nordostpassage bereits im August als erster Tanker ohne Hilfe eines Eisbrechers durchquert. Bis 2019 sollen die weiteren Schiffe fertig sein. Sie sollen laut Bloomberg bis mindestens 2040 in Betrieb sein - dann rechnen Forscher damit, dass die Region im Sommer eisfrei sein wird.

Neben Russland rittern derzeit auch andere Anrainerstaaten um die reichen Öl- und Gasvorkommen in der Arktis, die aufgrund der Erwärmung zunehmend verfügbarer werden. Auch China fordert einen Anteil und will eine „Polare Seidenstraße“ in der Arktis errichten.