Mindestens 15 Tote bei Angriff auf Schulamt in Afghanistan

Bei einem Angriff mutmaßlicher Extremisten auf ein Schulamt in der ostafghanischen Stadt Jalalabad sind nach offiziellen Angaben heute mindestens 15 Menschen getötet worden. Zwölf der Toten seien Angestellte des Amtes und Besucher gewesen, sagte ein Provinzratsmitglied.

Unter ihnen sei der Leiter der Behörde, hieß es in einer Mitteilung der Provinzregierung. Außerdem hätten Sicherheitskräfte nach mehrstündigen Gefechten auch alle drei Angreifer erschossen. Mindestens 16 Menschen seien verletzt worden, sagte Provinzratsmitglied Ustad Israrullah Murad.

Verantwortliche nicht bekannt

Eine Gruppe bewaffneter Männer war gegen 9.00 Uhr (Ortszeit) in das Haus eingedrungen. Ein Angestellter, der entkommen konnte, sagte der dpa, das Haus habe keinen Schutzraum. Ein Teil des Gebäudes stehe in Flammen.

Wer hinter der Tat steckte, blieb bis zum Abend unklar. In der Provinz Nangarhar an der pakistanisch-afghanischen Grenze sind sowohl die radikalislamischen Taliban als auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aktiv. In Jalalabad gibt es seit Monaten besonders viele Attentate.

Erst gestern waren bei einem Anschlag des IS auf einen Sicherheitsposten in der Stadt mindestens zwölf Menschen getötet worden, darunter viele Zivilisten und Zivilistinnen. Vor zehn Tagen kamen bei einem IS-Attentat in Jalalabad mindestens 19 Menschen um - die meisten Angehörige der kleinen Sikh-Gemeinde im Land.