Die Olympischen Spiele sollten nach Ansicht der slowenischen EU-Präsidentschaft nicht zum Politikum gemacht werden. "Der Sport ist ein Mittel für den interkulturellen Austausch und sollte nicht als politische Waffe benutzt werden", sagte gestern der slowenische Sportsminister Milan Zver.
Der Einsatz für die Menschenrechte sei Sache der Politiker und Nichtregierungsorganisationen. "Wir sollten jede Art von Boykott der Spiele verhindern", sagte er weiter.
IOC: "Sind keine politische Organisation"
Zver reagierte mit seinen Äußerungen auf den Rückzug Steven Spielbergs von der künstlerischen Beratung der Olympischen Spiele in Peking. Der Hollywood-Regisseur hatte seinen Olympia-Vertrag aus Protest gegen die chinesische Sudan-Politik beendet.
Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, erklärte indes, er respektiere Spielbergs Entscheidung. Über die IOC-Meinung in der Angelegenheit sagte er: "Wir sind weder ein Sportverband noch eine politische Organisation oder ein Verband mit Menschenrechtszielen. Das bedeutet aber nicht, dass innerhalb der olympischen Bewegung nicht jeder sein eigenes Gewissen hat."
Streit über Chinas Sudan-Politik
China bezieht große Mengen an Öl aus dem Sudan und liefert im Gegenzug Waffen an das afrikanische Land. Kritiker werfen der Regierung in Peking vor, sie missbrauche ihren Sitz im UNO-Sicherheitsrat, um den internationalen Druck auf den Sudan möglichst gering zu halten und die Entsendung einer Friedenstruppe zu verhindern.
In der westsudanesischen Unruheregion Darfur sind in den vergangenen vier Jahren schätzungsweise mehr als 200.000 Menschen getötet worden. 2,5 Millionen Einwohner sind auf der Flucht.