Erich Foglar, geschäftsführender Präsident des ÖGB, hat den Vorstoß des Chefs der Industriellenvereinigung (IV), Veit Sorger, nach einer weiteren Flexibilisierung der Arbeitszeiten zurückgewiesen. Bei dem von Sorger in einem Zeitungsinterview vorgeschlagenen Modell wären alle Vorteile bei den Unternehmen (48- bis 50-Stunden-Woche, keine Überstundenzuschläge) und alle Nachteile (Beschäftigtenabbau, Einkommensverluste, Belastung durch höhere Arbeitszeit) bei den Beschäftigten, wandte Foglar gestern per Aussendung ein.
"Kein Abbau von Schutzbestimmungen"
Die IV will eine weitere Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes, die es ermöglicht, dass die Mitarbeiter in wirtschaftlichen Boomjahren überdurchschnittlich viel und dafür in Krisenzeiten weniger bis gar nicht arbeiten.
"Man kann Boomjahre und Krisenjahre nicht so vorhersehen, wie Sorgers Vorschlag das impliziert", erklärte Foglar. Belegschaftsvertreter und Gewerkschaften hätten schon immer auf Krisensituationen maßgeschneidert auf die jeweiligen Bedürfnisse der Unternehmen reagiert und würden das auch weiterhin tun. Für den Abbau von Schutzbestimmungen und massive Einkommensverluste "sind wir aber nicht zu haben".