Holocaust-Überlebende und Politiker gedenken heute der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee vor 65 Jahren.
An der Gedenkveranstaltung auf dem ehemaligen KZ-Gelände nehmen der polnische Staatspräsident Lech Kaczynski sowie die Regierungschefs von Polen und Israel, Donald Tusk und Benjamin Netanjahu, teil. Österreich wurde durch Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) vertreten.
In Auschwitz und dem später im benachbarten Birkenau errichteten Vernichtungslager ermordeten die Nationalsozialisten mehr als 1,1 Millionen Menschen. Die meisten Opfer waren europäische Juden. Am 27. Jänner 1945 erreichte die Rote Armee Auschwitz und befreite rund 7.000 zumeist schwer kranke Überlebende.
Synonym für "Negation aller Menschenwürde"
Die schrecklichen Verbrechen an der Menschheit durch das mörderische Regime des Dritten Reiches dürften niemals in Vergessenheit geraten, sagte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ). Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) erklärte, Auschwitz stehe heute weltweit "als Synonym für den nationalsozialistischen Völkermord" und die "Negation aller Menschenwürde".
Peres fordert Verurteilung aller NS-Verbrecher
Der israelische Präsident Schimon Peres forderte die Welt auf, noch lebende NS-Verbrecher vor Gericht zu stellen. "Ich bitte Sie, tun Sie alles, um diesen Verbrechern ihre gerechte Strafe zu erteilen", sagte er. Der Friedensnobelpreisträger sprach heute in Berlin in einer Gedenkstunde des Deutschen Bundestags für die Opfer des Nationalsozialismus.
Der polnische Historiker Feliks Tych forderte eine Aufarbeitung der "Komplizenschaft" der einheimischen Bevölkerung in vielen europäischen Ländern beim Massenmord an den Juden, den die Nationalsozialisten organisiert hatten.