Die Viennale feiert sich selbst

Bei der Jubiläumsausgabe der Viennale geht die Post ab: Als Ehrengäste wurden der britische Schauspieler Michael Caine, dem eine Hommage gewidmet ist, und der Regisseur Werner Herzog genannt, als spezielles Festprogramm wird es zwischen 25. Oktober und 7. November täglich ein großes Event geben, und als neue Festivalzentrale wird zur 50. Ausgabe das alte Hauptpostamt in der Inneren Stadt dienen.

Das Viennale-Plakat von 2012

Viennale

Einer der frühesten fotografischen Versuche des englischen Forschers William Henry Fox Talbot aus dem Jahre 1841.

Das hatte Festivaldirektor Hans Hurch bereits bei der traditionellen Sommerpressekonferenz mitgeteilt. Das terrakottafarbene Plakat zieren heuer „fünf Finger für fünf Jahrzehnte“. Die helle Hand auf dem Plakat stammt von einer frühen Fotografie und ist „eine der ersten Darstellungen des Menschlichen“, erläuterte Hurch. Das Lichtbild sei wie ein Kader eines Filmstreifens, hängt das Festival selbst in digitalisiertem Umfeld noch ein wenig der analogen Aufnahmetechnik nach.

Das zweite Plakat zur Retrospektive, die dem aus Wien stammenden Regisseur Fritz Lang gewidmet ist und vom Österreichischen Filmmuseum ausgerichtet wird, prägt ein Bild aus Jean-Luc Godards Meisterwerk „Die Verachtung“, in dem Lang sich selbst verkörperte. Die Retrospektive für den Macher von „Metropolis“ und „M - Eine Stadt sucht einen Mörder“ ist laut Hurch „keine große Erfindung, aber doch eine Entdeckung“.

Es gilt vieles zu entdecken

Und zu entdecken soll es im Jubiläumsjahr einiges geben - etwa den portugiesischen Regisseur Manuel Mozos, der von seinem Landsmann Miguel Gomes („Tabu“) vorgeschlagen wurde und der unter dem Titel „Das Fantasma des Kinos“ auch eine Carte Blanche erhält.

Oder das vom deutschen Regisseur und Kritiker Jörg Buttgereit kuratierte Horrorfilmspecial, das ausgehend von einem Filmsatz - „They wanted to see something different, but something different saw them first“ - mit dreizehn Filmen von 1951 bis 1981 eine kleine Geschichte des Unheimlichen erzählen wird. Und die Hommage an Michael Caine versammelt zehn seiner schönsten Arbeiten, die er teilweise selbst in Wien präsentieren wird.

Erster Blick aufs Programm

Zum Eröffnungswochenende wird laut Hurch auch der deutschstämmige US-Regisseur Werner Herzog, der vor mehr als 20 Jahren selbst für zwei Jahre die Viennale geleitet hatte, nach Wien kommen und seinen neuen Dokumentarfilm „Death Row“ vorstellen. Als Erste von mehreren österreichischen Werken wurden der Locarno-Wettbewerbsfilm „Der Glanz des Tages“ von Tizza Covi/Rainer Frimmel sowie Martina Kudlaceks Doku „Fragments of Kubelka“ genannt.

Als erste Filme des „bisher sehr dichten Programms“ (Hurch) stehen zudem u. a. die neuen Arbeiten von Todd Solondz, Thomas Vinterberg, William Friedkin, Apichatpong Weerasethakul, Alain Resnais und Romuald Karmakar fest. Das Detaillierte Programm stand zum Zeitpunkt der Sommerpressekonferenz noch aus, es wird traditionell erst kurz vor Festivalbeginn präsentiert.

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