Ausland

Zum Auftakt der Generaldebatte der UNO-Vollversammlung ist der wachsende Konflikt zwischen den USA und China im Fokus gestanden. US-Präsident Joe Biden versicherte bei seiner Rede, keinen „neuen Kalten Krieg“ mit China anzustreben. Die USA seien zwar bereit zu einem „Wettbewerb“ mit anderen Nationen, würden aber keinen „neuen Kalten Krieg oder eine in starre Blöcke geteilte Welt“ wollen.

Wegen des Streits um einen neuen Sicherheitspakt im Indopazifik ist ein Außenministertreffen der USA mit Frankreich, Großbritannien und Deutschland am Rande der UNO-Generalversammlung in New York geplatzt. Deutschlands Außenminister Heiko Maas bestätigte gestern auf Nachfrage, dass die französische Seite auf ihre Teilnahme an dem ursprünglich für heute geplanten Quad-Treffen verzichtet habe.

Grund sei, „dass es Verstimmung gibt auf der französischen Seite, die ich gut nachvollziehen kann, und dass dort einige Dinge erst wieder geradegerückt werden müssen, bevor man sich in einem solchen Format zusammensetzt“. Das Treffen sei aber nicht ganz abgesagt, sondern „nur verschoben“.

Der neue Indopazifik-Pakt hat zu einer tiefen diplomatischen Krise zwischen den USA und Frankreich geführt. US-Präsident Joe Biden, Australiens Regierungschef Scott Morrison und der britische Premierminister Boris Johnson hatten in der vergangenen Woche eine neue Allianz auf den Weg gebracht, die offensichtlich einer militärischen Bedrohung durch China im Indopazifik etwas entgegensetzen soll.

Der Pakt ließ ein milliardenschweres U-Boot-Geschäft Australiens mit Frankreichs platzen, was in Paris zu wütenden Reaktionen führte. Der französische Präsident Emmanuel Macron ließ die Botschafter aus den USA und Australien vorübergehend abziehen – eine äußerst ungewöhnliche Maßnahme unter Freunden und Verbündeten.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei einem ihrer wenigen Wahlkampfauftritte für Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (beide CDU) als Garanten für eine starke Wirtschaft und sichere Arbeitsplätze geworben. Bei der Bundestagswahl am Sonntag gehe es darum, dass Deutschland „Anschluss an die Besten der Welt“ halte, sagte sie gestern in Stralsund. „Gute Arbeit“ und „gute Bezahlung“ gebe es zukünftig nur, „wenn wir zu den Besten auf der Welt gehören“.

Laschet kämpfe als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen um jeden Arbeitsplatz – das würde er auch als Bundeskanzler tun, zeigte sich Merkel überzeugt. Außerdem stehe er für „die beste Ausstattung“ von Sicherheitsbehörden, Polizei und Bundeswehr.

Die Kanzlerin warnte vor einer Koalition aus SPD, Grünen und Linken nach der Wahl. Es sei nötig, nach der hohen Neuverschuldung während der Coronavirus-Pandemie „zu soliden Finanzen“ zurückzukehren. „Ich glaube nicht, dass eine rot-rot-grüne Regierung das tut“, sagte Merkel. Zudem kritisierte sie „Misstrauen“ gegenüber Sicherheitsbehörden und Polizeikräften, ohne das einer bestimmten Partei zuzuschreiben.

Vermögenssteuer: Baerbock will Betriebsvermögen verschonen

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock will im Fall eines Wahlsiegs bei der geplanten Einführung der Vermögensteuer Rücksicht auf Betriebsvermögen nehmen. Ihr Vorschlag sei, nach der Wahl mit den Ländern darüber zu sprechen, wie man eine Vermögensteuer wieder einführen könne – „ja, mit Blick darauf, dass Unternehmen nicht so belastet werden, dass es in ihre Betriebsvermögen reingeht“, sagte Baerbock bei einer Fragerunde von „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“.

„Das ist eine dicke, dicke Nuss, die man lösen muss.“ Doch an der Vermögensteuer gehe kein Weg vorbei, weil der Bund finanziell dabei helfen müsse, dass Schülerinnen und Schülern in ganz Deutschland dieselben Chancen hätten. „Wir können nicht einfach sagen, wir schauen zu, dass die Schulen immer maroder werden.“

Die Vermögensteuer soll laut Grünen-Wahlprogramm für Vermögen oberhalb von zwei Millionen Euro pro Person gelten und jährlich ein Prozent betragen. Baerbock räumte ein, dass diese Steuer auch bei den Grünen umstritten sei.

Die militant-islamistischen Taliban wollen nach ihrer Eroberung Afghanistans bei der Generaldebatte der UNO-Vollversammlung sprechen. Die Vereinten Nationen haben nach Informationen der dpa einen Brief von Taliban-Außenminister Amir Chan Motaki erhalten.

Darin erbittet das Außenministerium des „Islamischen Emirats von Afghanistan“ die Teilnahme an der 76. Generaldebatte. In dem Schreiben argumentieren die Taliban, dass der geflohene Präsident Ashraf Ghani „gestürzt“ sei und andere Länder ihn nicht mehr als Staatsoberhaupt anerkannten.

Das UNO-Sekretariat leitete das Schreiben an einen zuständigen Ausschuss zur Prüfung weiter. Wer für Afghanistan bei der bis Montag laufenden Debatte sprechen soll, blieb zunächst unklar.

COV Ausland

Die Zahl der bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldeten Covid-19-Fälle ist gesunken. Vorige Woche wurden der WHO 3,67 Millionen Fälle gemeldet, neun Prozent weniger als in den sieben Tagen zuvor, wie die UNO-Behörde gestern in Genf berichtete. Zuvor waren die Zahlen seit Anfang Juni kontinuierlich angestiegen und hatten im August ein Plateau erreicht.

Fast alle Kontinente verzeichneten Rückgänge. Nur in Afrika gab es einen leichten Anstieg. Die weltweite Zahl der Todesfälle sank im Wochenvergleich um sieben Prozent auf knapp 60.000. Der statistische Bericht der WHO enthielt keine Erklärungen für die Entwicklung der Zahlen.

Die EU-Kommission hat einen Rahmenvertrag über die gemeinsame Anschaffung eines Covid-19-Medikaments des Pharmaunternehmens Eli Lilly abgeschlossen. 18 EU-Staaten beteiligten sich am gemeinsamen Kauf von 220.000 Behandlungen eines Medikaments mit monoklonalen Antikörpern, teilte die Brüsseler Behörde gestern mit.

Es handle sich um die Kombination der beiden monoklonalen Antikörper Bamlanivimab und Etesevimab zur Behandlung von Covid-Patienten, die keinen Sauerstoff brauchen, bei denen jedoch die Gefahr einer schweren Erkrankung bestehe. Monoklonale Antikörper werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen.

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) prüft derzeit eine Zulassung des Antikörper-Cocktails. Die EU-Kommission hat bereits Verträge für andere Medikamente abgeschlossen.

Brasiliens Gesundheitsminister Marcelo Queiroga ist während einer Dienstreise mit Staatspräsident Jair Bolsonaro in New York positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er werde in den USA in Quarantäne bleiben, schrieb Queiroga gestern Abend (Ortszeit) auf Twitter.

Er ist Medienberichten zufolge das zweite Mitglied der brasilianischen Delegation in New York, bei dem das Ergebnis eines Coronavirus-Tests positiv ausfiel. Bei weiteren Mitgliedern waren die Tests negativ. Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost und spricht sich immer wieder gegen den Gebrauch von Masken und andere eindämmende Maßnahmen aus. Zuletzt sorgte er zum Auftakt der UNO-Generaldebatte in New York mit Aussagen über sein Vorgehen in der Pandemie für Verwunderung. So pries Bolsonaro etwa den vorbeugenden Einsatz von Medikamenten, deren Wirksamkeit gegen das Coronavirus nicht nachgewiesen ist.

Bolsonaro hat mehrmals betont, dass er selbst noch nicht gegen das Virus geimpft ist. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio schickte eine Botschaft an Bolsonaro, in der es hieß: „Man muss sich impfen lassen, wenn man hierher kommen will.“

COV Inland

Die CoV-Regeln sind schon bisher in Wien strenger als in anderen Bundesländern. Gestern stellte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) neue Maßnahmen ab 1. Oktober vor, darunter eine „2-G-Regel“ für die Nachtgastronomie und größere Events. Zudem müssen Kunden künftig im gesamten Handel wieder eine FFP2-Maske tragen.

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Verschärfungen „werden Impfrate steigern“

Epidemiologe Gerhard Gartlehner rechnet damit, dass die neuen Verschärfungen vor allem bei jüngeren Personen die Impfrate steigern werden. Aufgrund der Delta-Variante sei es außerdem „höchste Zeit“, die Antigen-Tests abzuschaffen.

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„Auf Frauen vergessen“

„Die Stadt Wien hat auf über 16.000 Frauen und Mädchen vergessen“, kritisiert die Organisatorin des Österreichischen Frauenlaufs, Ilse Dippmann. Dieser findet am 3. Oktober im Prater statt. Hier soll nun die „2-G-Regel“ gelten.

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Am Donnerstag und Freitag wird es in Landeck (Tirol) „Offene Impftage“ geben. Dort können sich alle Impfwilligen ohne Anmeldung gegen das Coronavirus impfen lassen. Bis jetzt sind knapp 66 Prozent der impfbaren Bevölkerung ab zwölf Jahren immunisiert.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 149,8 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl weiterhin in Wien (210,8) und Oberösterreich (188). Am niedrigsten ist der Wert in Tirol (86,7) und dem Burgenland (91,6).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 1.240 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 1.240 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen nannten die Bundesländer dem nationalen Krisenstab.

Landesweit starben laut Ministerien bisher 10.918 Personen an oder mit Covid-19. Derzeit befinden sich 897 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 214 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Ein neues Denkmal im Grazer Burggarten soll an die CoV-Pandemie erinnern und zur Reflexion anregen. Das Kunstwerk „Distanzierte Nähe“ des steirischen Künstlers Wolfgang Becksteiner wurde gestern präsentiert.

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Inland

Die Hilfe für das von den radikalislamischen Taliban überrannte Afghanistan ist aus Sicht von Bundespräsident Alexander Van der Bellen nicht nur eine humanitäre Angelegenheit. Es gehe darum, einen „Vertrauensverlust“ des Westens insgesamt in der Region zu verhindern, sagte Van der Bellen gestern in der ZIB2. Es gehe nämlich darum, „die Menschen in Afghanistan, die auf uns, den Westen, vertraut haben, nicht im Stich zu lassen“.

Van der Bellen zur UNO-Generalversammlung

Bundespräsident Alexander Van der Bellen ist in New York bei der 76. UNO-Generalversammlung. Er spricht über dort thematisierte Problematiken und wie sich Österreich für die Lösung einsetzen möchte.

„Meine Überlegung ist, dass die Länder, die sich der westlichen Welt zugehörig fühlen, ein Eigeninteresse haben, dass die Situation in Afghanistan nicht weiter eskaliert“, sagte Van der Bellen. Insofern sei die Hilfe für Afghanistan „eine ganz nüchterne außenpolitische Überlegung“, sagte der Bundespräsident auf eine Frage, ob Österreich Flüchtlinge aus Afghanistan aufnehmen solle.

Auch auf eine entsprechende Nachfrage äußerte sich der Bundespräsident ausweichend. Er kenne „einige Bürgermeister, gar nicht so wenige“, die sich bereiterklärt hätten, eine bestimmte Anzahl von Familien in ihrem Dorf aufzunehmen.

Hoffnung auf „besseres Impfergebnis“

Nicht einlassen wollte sich Van der Bellen auf die Diskussion, ob die FPÖ an den vergleichsweise geringen Impfraten in Österreich Schuld trage. „Das ist eine innenpolitische Diskussion, auf die ich ungern von New York aus eingehe.“ Zudem gebe es eine ähnliche Diskussion auch in anderen Ländern, so Van der Bellen. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass sich „im Laufe der Zeit die Einsicht durchsetzt“ und es schon in den kommenden Wochen in puncto Impfungen „zu einem besseren Ergebnis“ kommen werde.

Van der Bellen betonte Unschuldsvermutung

Van der Bellen wurde auch befragt, ob er bei einer Anklage gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz oder Finanzminister Gernot Blümel (beide ÖVP) an deren Amtsfähigkeit zweifeln würde. Der Bundespräsident hob daraufhin die Unschuldsvermutung hervor. Er habe nämlich schon „mehrere Prozesse“ erlebt, bei denen eine „fundierte Anklage“ erhoben wurde und es dann einen Freispruch gegeben habe.

Als Beispiel nannte er den Wiener Neustädter Tierschützerprozess, bei dem die Beschuldigten „monatelang nicht nur angeklagt, sondern eingesperrt“ gewesen seien und in dem darauffolgenden Jahr „alle freigesprochen“ worden seien. „Die Anklage ist eine Sache, die Entscheidung des Gerichts ist eine andere.“

Über die folgende Frage, wie er bei einer Verurteilung von Kurz oder Blümel handeln würde, wollte Van der Bellen „nicht spekulieren“. Er verwies darauf, dass er sich auf der „Weltbühne“ New York befinde, wo er die Gelegenheit nutze, zahlreiche Amtskollegen zu treffen, die er sonst nicht sehen könne, etwa aus Afrika oder Costa Rica.

Der „Ibiza“-Untersuchungsausschuss wird heute mit der Debatte des Abschlussberichts im Nationalrat ad acta gelegt. Der Bericht wurde vor wenigen Wochen von Verfahrensrichter Wolfgang Pöschl vorgelegt.

Zuletzt hatte NEOS angekündigt, einen weiteren U-Ausschuss für möglich zu halten. Man werde noch Gespräche mit den anderen Parteien suchen. Im Fokus sollen mögliche Interventionen auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaften liegen, hieß es.

Comeback der Sonderbetreuungszeit

Wichtigster Beschluss der Sitzung ist das Comeback der Sonderbetreuungszeit, die rückwirkend mit Anfang September Eltern bis Jahresende drei Wochen bezahlte Betreuungszeit für von Coronavirus und -quarantäne betroffene Kinder ermöglicht. Dazu kommt eine Dringliche Anfrage von NEOS an den Gesundheitsminister zum vermeintlichen Regierungsversagen u. a. beim Impfen.

Den Beginn der ersten Sitzung nach der Sommerpause, die angesichts der bevorstehenden Oberösterreich-Wahl wohl einiges emotionales Kapital hat, bilden zwei Aktuelle Stunden. Jene, für die von der FPÖ das Thema vorgegeben werden konnte, dreht sich um Asyl, die Europa-Edition wird von der ÖVP mit Standortfragen befüllt.

Wirtschaft

China will zur Bekämpfung des Klimawandels in Zukunft keine neuen Kohlekraftwerke im Ausland mehr bauen, wie Präsident Xi Jinping gestern (Ortszeit) in seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung in New York sagte.

„China wird andere Entwicklungsländer bei der Entwicklung grüner und kohlenstoffarmer Energien stärker unterstützen und keine neuen Kohlekraftwerke im Ausland bauen“, so Xi in einer vorab aufgezeichneten Videoansprache.

Sehr positive Reaktionen

Chinas Ankündigung folgt damit auf ähnliche Schritte zur Eindämmung des Klimawandels, wie sie Südkorea und Japan schon Anfang des Jahres eingeleitet hatten. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres und der US-Klimabeauftragte John Kerry forderten China auf, dem Beispiel seiner asiatischen Partner zu folgen. Kerry begrüßte Xis Ankündigung in einer Erklärung und nannte sie einen „großartigen Beitrag“.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres begrüßte sowohl Chinas Schritt in Sachen Kohle als auch US-Präsident Bidens Versprechen, mit dem US-Kongress zusammenarbeiten zu wollen, um die Mittel zur Unterstützung der Entwicklungsländer bei der Bewältigung des Klimawandels bis 2024 auf 11,4 Mrd. Dollar (9,7 Mrd. Euro) pro Jahr zu verdoppeln.

Der deutsche Sprachlernanbieter Babbel hat seinen geplanten Börsengang nur wenige Tage vor dem Start abgesagt. Wegen der „derzeit ungünstigen Marktbedingungen“ werde der Börsengang verschoben, teilte das Unternehmen gestern nach Börsenschluss mit.

Als erster Handelstag war ursprünglich der Freitag (24. September) vorgesehen. Babbel und seine Aktionäre strebten aber weiterhin mittelfristig eine Notierung an der Frankfurter Wertpapierbörse an, hieß es nun.

In der vergangenen Woche hatte Babbel die Preisspanne für den Börsengang noch auf 24 bis 28 Euro je Aktie festgelegt. Das entsprach einer Marktkapitalisierung von bis zu rund 1,3 Milliarden Euro. Der Vorstand rechnete damals mit einem Bruttoerlös in der Mitte der Spanne von rund 190 Millionen Euro. Das mit dem geplanten Börsengang erlöste Geld sollte in Innovation und Wachstum fließen.

Auf dem Areal des ehemaligen Fußballstadions in Wiener Neustadt (Niederösterreich) entstehen neue Wohnanlagen. Für rund 1.200 Menschen wird hier Wohnraum geschaffen. Es soll „genügend Platz“ für Begegnungszonen und Grünflächen geben, heißt es.

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Sport

Zum Auftakt der zweiten Runde im Uniqa-ÖFB-Cup hat es gestern eine Überraschung gegeben. Die Wiener Austria verabschiedete sich beim Zweitliganachzügler Kapfenberger SV mit 4:5 im Elfmeterschießen aus dem Bewerb. Weiter sind hingegen die Oberhausclubs WAC (6:1 in Siegendorf), TSV Hartberg (1:0 bei Union Gurten) und SV Ried (3:1 bei Vorwärts Steyr), dafür kam für Zweitliga-Leader Austria Lustenau mit einem 0:1 in Weiz das Aus.

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Die Karriere des erfolgreichsten Skispringers im Weltcup aller Zeiten ist heute zu Ende gegangen. Gregor Schlierenzauer zog nach 15 Jahren auf den Schanzen dieser Welt einen Schlussstrich. „Es war eine einzigartige und gefühlsintensive Reise, die nun anders weitergeht“, so der Tiroler in seinem Blog auf seiner Homepage.

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Für den FC Barcelona gleicht die erste Saison nach dem Abschied von Lionel Messi bisher einer Selbstfindungsphase. Nach dem hart erkämpften 1:1 daheim gegen Granada stellte Trainer Ronald Koeman klar, dass das „alte“ Barca Geschichte sei. Das berühmte „Tiki-Taka“, also Kurzpassspiel mit langen Ballstafetten, sei aktuell nicht möglich, sagte der Niederländer. Einer, der von der Verjüngungskur bei den Katalanen profitieren soll, ist der Österreicher Yusuf Demir.

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Medien

Zum Moderatorenteam des BBC-Kinderfernsehens CBeebies gehört in Zukunft auch ein junger Mann mit Downsyndrom. Wie der Sender per Twitter mitteilte, soll George Webster bald in dem Programm „CBeebies House“ zu sehen sein.

In einem Clip des Senders, der am Montag veröffentlicht wurde, sagte der 20-Jährige: „Ich bin so stolz und freue mich so sehr darauf, loszulegen.“ Seine Familie habe ihm stets gesagt, er könne alles erreichen, so Webster weiter und fügte hinzu: „Und seht mal her, hier bin ich. Im CBeebies House!“

In kleinen Ausschnitten aus der Sendung ist er beispielsweise dabei zu sehen, wie er Essen zubereitet oder sich mit dem Maskottchen Dodge, einer Hundehandpuppe, unterhält. Webster, der auch als Tänzer und Schauspieler engagiert wurde, hatte zuvor mit einem Video des BBC-Schulfernsehens über das Downsyndrom aufgeklärt und damit auf sich aufmerksam gemacht.

Chronik

Der Bundesstaat Victoria an Australiens Ostküste ist von einem Erdbeben erschüttert worden. Das Beben der Stärke 6,0 habe sich heute Früh (Ortszeit) in Mansfield, etwa 200 Kilometer nordöstlich der Millionenstadt Melbourne, ereignet, teilten die Behören mit.

Die Erdstöße waren auch in der Hauptstadt Canberra und in Sydney im angrenzenden Bundesstaat New South Wales zu spüren. Eine Tsunami-Warnung gab das nationale Meteorologieamt nicht aus.

Beben in Australien eher selten

Das Netzwerk GeoNet in Neuseeland teilte mit, es habe sich um das stärkste Beben auf dem australischen Festland seit 1997 gehandelt. Anders als im Nachbarland Neuseeland seien Beben in Australien sehr selten. Laut dem US Geological Service(USGS) war es erst das achte Erdbeben in der Region mit einer Stärke von über 5,0 seit 1973.

Lokale Medien berichteten, Gebäude hätten gewackelt und Gegenstände seien aus Regalen gefallen. Berichte über größere Schäden gab es aber nicht.

Nach einer mutmaßlichen Geiselnahme in einem Reisebus hat die Polizei gestern auf der Autobahn 9 zwischen Hilpoltstein und Greding in Bayern einen Mann festgenommen. Der 30-Jährige soll Morddrohungen ausgestoßen haben. Er war längere Zeit mit drei Busfahrern allein im Fahrzeug. Gegen 21.30 Uhr habe es einen Zugriff der Exekutive gegeben, sagte ein Polizeisprecher.

Am Nachmittag sei es in dem Bus zu einem Streit gekommen, sagte der Polizeisprecher. Der 30 Jahre alte Tatverdächtige habe gedroht, er werde alle umbringen. Es sei zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Fahrgästen gekommen. Dabei seien zwei Menschen zwei leicht verletzt worden. Die Alarmmeldung sei um kurz nach 17.00 Uhr bei der Polizei eingegangen.

Keine Waffe gefunden

Der Täter habe behauptet, bewaffnet zu sein. Bei der Festnahme wurde jedoch zunächst keine Waffe gefunden, erläuterte die Polizei. Man müsse aber nicht nur den Mann, sondern auch den Bus durchsuchen. Der Verdächtige sollte noch in der Nacht verhört werden.

Drei Busfahrer waren laut Polizei lange bei dem Täter im Bus – zunächst war die Rede von zwei Fahrern gewesen. Sie hatten aber zum Zeitpunkt des Zugriffs den Bus ebenfalls verlassen, wie es hieß. Alle übrigen Passagiere und Passagierinnen befanden sich bereits zuvor im Freien auf dem Seitenstreifen. Ob es sich tatsächlich um eine Geiselnahme handelte, wie anfangs angenommen worden war, blieb am späten Abend noch unklar.

Die betroffenen Menschen würden betreut und nach dem Hergang befragt. Die meisten sprächen wenig Deutsch. Wann die Fahrgäste ihre Reise fortsetzen können, war offen. Bei dem Bus wurde die Heckscheibe beschädigt.

Unterwegs nach München

Der serbische Bus war unterwegs in Richtung München und soll sich laut Polizeisprecher weiter auf dem Weg in Richtung Südosteuropa befunden haben. Wegen der Auseinandersetzung habe der Bus auf dem Standstreifen gehalten, die Fahrgäste verließen das Fahrzeug. Nur die drei Busfahrer und der Tatverdächtige blieben zunächst in dem Bus.

Die Polizei hatte bereits nach der Meldung die Autobahn 9 zwischen den Anschlussstellen Hilpoltstein und Greding in beiden Fahrtrichtungen komplett gesperrt. Autofahrer und Autofahrerinnen saßen fest, es bildeten sich lange Staus. Gegen 22.30 Uhr wurde die Strecke wieder freigegeben. Am Abend floss der Verkehr wieder. Auch die Bahnstrecke, die entlang der Autobahn verläuft, war wegen der zunächst unklaren Lage zeitweise gesperrt.

Im mysteriösen Fall Gabby Petito geht der Gerichtsmediziner im US-Bundesstaat Wyoming ersten Erkenntnissen nach von einem Tötungsdelikt aus. Das teilte das örtliche FBI gestern mit. Die genaue Todesursache stehe noch nicht fest, „da die endgültigen Autopsieergebnisse noch ausstehen“, hieß es weiter. Es wurde außerdem bestätigt, dass es sich bei der am Sonntag gefundenen Leiche um die 22 Jahre alte Gabby Petito handelt.

Der 23 Jahre alte Freund der Frau war Anfang September allein vom Roadtrip des Paares durch die USA zurückgekehrt und ist seit vergangener Woche nicht auffindbar. Die Ermittler und Ermittlerinnen hatten nach Petito am Wochenende im Bereich des Grand-Teton-Nationalparks in Wyoming gesucht. Schließlich fanden sie dort die menschlichen Überreste der jungen Frau.

Der Fall schlägt in den USA hohe Wellen und findet auch international Beachtung – nicht zuletzt, weil das Paar aus Florida zahlreiche Bilder und Videos von seiner Reise in sozialen Netzwerken teilte.

Die beiden waren im Sommer zu einer Reise durch die USA aufgebrochen. Am 1. September kam der Freund laut Polizei allein zurück nach Hause nach Florida, zehn Tage später meldeten Petitos Eltern ihre Tochter als vermisst. Die Behörden suchten auch gestern weiter nach Petitos Freund und hatten außerdem sein Haus in Florida durchsucht.

Vor einem Hamburger Gericht findet heute der Prozess um den Diebstahl des Porsches von Sänger Udo Lindenberg statt. Ein 26-Jähriger ist angeklagt, den Sportwagen entweder selbst aus der Tiefgarage des Hamburger Nobelhotels Atlantic gestohlen oder später von den unbekannten eigentlichen Tätern übernommen zu haben. Lindenbergs Porsche 911R war im Juli vergangenen Jahres verschwunden.

Den Wagen des deutschen Musikers entdeckten und beschlagnahmten Polizisten bereits wenige Tage nach dem Diebstahl mit gefälschten Kennzeichen in der Gemeinde Ahrensburg bei Hamburg. Ob der Angeklagte den Porsche im Wert von 600.000 Euro zusammen mit anderen Tätern selbst aus der Tiefgarage entwendet oder diesen später als Hehler übernommen hatte, blieb bei den Ermittlungen unklar. Er ist zusätzlich wegen dreier Autodiebstähle im Jahr 2019 angeklagt.

IT

Das litauische Verteidigungsministerium hat Verbraucherinnen und Verbrauchern empfohlen, den Kauf chinesischer Mobiltelefone zu vermeiden und vorhandene Handys besser zu entsorgen.

Wie Litauens staatliche Cybersicherheitsbehörde gestern mitteilte, waren einem Regierungsbericht zufolge eingebaute Zensurfunktionen in den Mobiltelefonen festgestellt worden. Die in Europa verkauften Handys des chinesischen Smartphone-Giganten Xiaomi Corp würden Begriffe wie „Freies Tibet“, „Es lebe die Unabhängigkeit Taiwans“ oder „Demokratiebewegung“ erkennen und zensieren, so die Behörde.

Auch in P40 5G-Telefonen des chinesischen Herstellers Huawei sei eine Sicherheitslücke gefunden worden. „Unsere Empfehlung ist, keine neuen chinesischen Telefone zu kaufen und die bereits gekauften so schnell wie möglich loszuwerden“, sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Margiris Abukevicius bei der Vorstellung des Berichts.

Science

Der Einmalimpfstoff von Johnson & Johnson ist neuen Untersuchungen zufolge wirksamer gegen eine Coronavirus-Infektion, wenn er zweimal verabreicht wird. Eine zweite Impfung, die rund zwei Monate nach der ersten verabreicht wurde, bot in einer weltweiten klinischen Studie einen 75-prozentigen Schutz, wie das Unternehmen gestern erklärte. Der Antikörperwert stieg auf das Vier- bis Sechsfache der nach der Einzeldosis beobachteten Werte.

In den USA habe die Schutzwirkung nach der zweiten Dosis sogar bei 94 Prozent gelegen. Der Grund ging aus der Pressemitteilung des Unternehmens allerdings nicht hervor. Er könnte aber mit einer geringeren Anzahl von Varianten zum Zeitpunkt der Datenerhebung in den USA zusammenhängen.

FDA erhielt Daten

Zuletzt war die Schutzwirkung des Impfstoffs infrage gestellt worden, nachdem vermehrt Impfdurchbrüche gemeldet worden waren. Allein in den USA sind fast 15 Millionen Menschen mit dem Vakzin geimpft worden. Für eine Entscheidung über eine mögliche Auffrischungsimpfung stellte das Unternehmen die Studiendaten nun der US-Arzneimittelbehörde FDA zur Verfügung.

Eine weltweite Studie mit dem Vakzin auf Grundlage einer Einmalimpfung hatte Anfang des Jahres eine Wirksamkeit von 85,4 Prozent gegen schwere Verläufe von Covid-19 gezeigt. Die Wirksamkeit bei moderaten Verläufen lag bei gut 66 Prozent. Der Impfstoff muss im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten nicht so stark gekühlt werden, was Transport und Verteilung erleichtert.

Kultur

Trotz Beschwerden aus Lateinamerika hat in München eine Auktion präkolumbischer Kunstgegenstände stattgefunden. Das teilte eine Mitarbeiterin des Auktionshauses Gerhard Hirsch Nachfolger gestern auf Nachfrage mit. Mexikos Regierung hatte gut eine Woche zuvor die Absage der Auktion gefordert. 74 der insgesamt 324 Artefakte – etwa Figuren, Masken und Gefäße – seien Eigentum der mexikanischen Nation, ihr Verkauf eine Straftat nach mexikanischem Recht.

Vom Auktionshaus hieß es: „Alle von uns angebotenen Objekte verfügen über Provenienznachweise, die belegen, dass die Objekte sich legal in Deutschland befinden.“

Gemeinsame Erklärung von elf Botschaftern

Botschafter elf lateinamerikanischer Länder sprachen sich in einer gemeinsamen Pressekonferenz in der mexikanischen Botschaft in Berlin gegen die Durchführung der Auktion aus. Dabei waren Vertreter von Regierungen mit verschiedener politischer Ausrichtung – etwa Venezuela, Kuba, Chile und Kolumbien.

„Diese Art von Handel ist untrennbar mit der Ausplünderung, Unterdrückung und Ausrottung der ursprünglichen Völker verbunden“, schrieb der mexikanische Botschafter Francisco Quiroga auf Twitter.

Zur Auktion gehörten auch Gegenstände aus Peru, Bolivien, Costa Rica, Panama, Guatemala, Kolumbien und Ecuador. Manche von ihnen waren mehr als 2.500 Jahre alt. Es gab zunächst keine Angaben darüber, welche von ihnen ersteigert wurden und für wie viel Geld. Im Katalog waren Preise von bis zu 100.000 Euro angegeben.

Die mexikanische Kulturministerin Alejandra Frausto twitterte auf Deutsch: „Zum deutschen Auktionshaus [Gerhard Hirsch] und seinen Sammlern sagen wir Mexikaner: #meinErbeistNICHTzuverkaufen“. In einem Brief an das Auktionshaus hatte sie zuvor geschrieben, bei Mexikos Generalstaatsanwaltschaft sei Anzeige erstattet worden.

Sabine Folie, ehemals Chefkuratorin der Kunsthalle Wien und von 2008 bis 2014 Direktorin der Generali Foundation in Wien, übernimmt ab Jänner die Direktion der Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste Wien.

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