Letzte Meldung

Einigung nach Streiks an deutschen Flughäfen

Für Flugreisende ist die Streikgefahr bis auf weiteres gebannt. Für das Sicherheitspersonal an den deutschen Flughäfen haben sich Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi in der Nacht auf einen Tarifkompromiss verständigt. Das sagte eine Verdi-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur nach mehrstündigen Verhandlungen. Details zu der Einigung sollen demnach am Vormittag bekanntgegeben werden.

Nach einem Monat Pause und mehreren Warnstreiks hatten sich Verdi und der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) gestern zur fünften Verhandlungsrunde getroffen. Verdi verlangte deutlich mehr Geld für das Sicherheitspersonal. So sollte der Stundenlohn für die Mitarbeiter an der Passagierkontrolle von etwa 17 Euro auf 20 Euro steigen. An die Stelle regionaler Tarifverträge sollte ein bundesweiter Abschluss treten.

Vor allem der jüngste Warnstreik am 15. Januar am größten deutschen Flughafen in Frankfurt und sieben anderen Airports hatte den Luftverkehr schwer getroffen. Hunderte Flüge fielen aus, schätzungsweise 200 000 Passagiere konnten ihre Reise nicht antreten. Zuvor hatte es bereits am 10. Januar Warnstreiks in Köln/Bonn, Düsseldorf und Stuttgart gegeben sowie am 7. Januar in Berlin.

Ausland

Pelosi sperrt Trump aus Repräsentantenhaus aus

Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, macht von ihrem Hausrecht Gebrauch und sperrt Präsident Donald Trump de facto aus. Der Präsident wollte am 29. Jänner im Parlamentssaal des Repräsentantenhauses traditionsgemäß seine Rede zur Lage der Nation halten.

„Hiermit informiere ich Sie darüber, dass das Repräsentantenhaus nicht eine gemeinsame Resolution in Betracht zieht, um die Rede des Präsidenten zu autorisieren, bevor die Regierung wieder arbeitet“, sagte Pelosi gestern. Die Demokratin hatte ihm bereits früher vorgeschlagen, wegen des teilweisen Regierungsstillstandes die Rede zu verschieben oder sie nur schriftlich zu veröffentlichen.

Abstimmung über Vorschläge zu „Shutdown“-Ende

Im Budgetstreit in den USA stimmt der Senat heute über zwei konkurrierende Vorschläge für ein Ende des seit mehr als einem Monat andauernden „Shutdowns“ ab. Allerdings dürfte wohl weder der Entwurf der Republikaner noch der der Demokraten die notwendigen 60 von 100 Stimmen bekommen. Die Republikaner haben im Senat nur eine Mehrheit von 53 Sitzen.

Im Zentrum des Budgetstreits, der seit kurz vor Weihnachten Teile der US-Regierung stilllegt, steht die Forderung Trumps nach Geld für eine Mauer an der Grenze zu Mexiko. Als ein Fortschritt in dem festgefahrenen Streit galt bereits, dass sich Republikaner und Demokraten am Dienstag auf die Abstimmung über die beiden Vorschläge im Senat einigten.

Die Republikaner wollen über Trumps Vorschlag abstimmen lassen, der 5,7 Milliarden Dollar für den Bau einer Grenzmauer vorsieht. Im Gegenzug würde rund einer Million Migranten drei Jahre lang Schutz vor Abschiebung garantiert. Der Entwurf der Demokraten sieht eine vorübergehende Finanzierung der stillgelegten Teile der Regierung bis zum 8. Februar vor.

800.000 Bundesbedienstete in Zwangsurlaub

Damit wollen die Demokraten ein Zeitfenster schaffen, um mit Trump über die Grenzsicherung zu verhandeln. Trump will dagegen erst die Finanzierung der Mauer sicherstellen und dann die Regierung wieder öffnen. Er hat angekündigt, kein Budgetgesetz zu unterzeichnen, das die Mittel für eine Mauer nicht beinhaltet. Die Demokraten lehnen die Finanzierung der Grenzmauer dagegen strikt ab. Rund 800.000 Bundesbedienstete sind wegen des Streits seit gut einem Monat im Zwangsurlaub oder müssen ohne Bezahlung arbeiten.

Athen stimmt über Umbenennung Mazedoniens ab

Das griechische Parlament in Athen stimmt heute über das umstrittene Abkommen zur Umbenennung Mazedoniens in Republik Nordmazedonien ab. Zunächst wird die Debatte fortgesetzt und soll bis Mitternacht beendet sein. Ministerpräsident Alexis Tsipras setzt darauf, dass die 145 Mitglieder seiner linksgerichteten Syriza-Partei sowie unabhängige Abgeordnete für das Abkommen mit Mazedonien stimmen werden.

Für die Annahme reicht eine einfache Mehrheit in dem 300 Sitze umfassenden Parlament. Mazedoniens Abgeordnete haben der Verfassungsänderung für die Umbenennung bereits zugestimmt. Der Namensstreit belastet die Beziehungen zwischen Griechenland und seinem nördlichen Nachbarn schon seit fast drei Jahrzehnten.

Russland drängt Türkei zu härterem Vorgehen in Idlib

Russland drängt die Türkei zu einem schärferen Vorgehen gegen Terrorgruppen in der syrischen Rebellenregion Idlib. „Wir sehen, dass die türkischen Partner viel tun, um die von dort ausgehende Terrorgefahr zu verringern“, sagte der russische Präsident Wladimir Putin nach einem Treffen mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan gestern in Moskau.

Nötig seien aber gemeinsame Anstrengungen, um die Gefahr endgültig zu beseitigen. Die vereinbarte entmilitarisierte Zone dürfe kein Grund sein, im Kampf gegen Terroristen nachzulassen.

Putin und Erdogan begrüßen US-Abzug

Die Türkei hatte im vergangenen Herbst die Zone in der nördlichen Provinz Idlib durchgesetzt. So wurde ein syrischer und russischer Angriff auf das Gebiet abgewendet, in dem es neben bewaffneten Oppositionellen auch Millionen Zivilisten gibt. In den vergangenen Wochen hat aber die Terrorgruppe HTS Geländegewinne in Idlib erzielt.

Putin und Erdogan begrüßten den angekündigten Abzug der US-Truppen aus dem Osten und Süden Syriens. Erdogan stellte aber klar, dass die dortigen Kurdenverbände, bisher Verbündete der USA, für ihn ein Gegner seien. Hauptaufgabe für die Türkei in Syrien sei der Kampf gegen die Terrorgruppen Islamischer Staat (IS) und YPG, sagte er. Ankara rechnet die Miliz zur Kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Fall von Aufseher in Sobibor vor Menschenrechtsgericht

Der Fall eines verstorbenen früheren Aufsehers im NS-Vernichtungslager Sobibor beschäftigt den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Die Straßburger Richter wollen heute über eine Beschwerde seiner Witwe und seines Sohnes gegen Deutschland entscheiden. Sie wehren sich dagegen, dass der deutsche Staat die Anwaltskosten des Verstorbenen nicht zahlte, nachdem das Verfahren gegen ihn wegen seines Todes eingestellt worden war.

John Demjanjuk nach seiner Verurteilung 2011
APA/AFP/Christof Stache
Demjanjuk nach seiner Verurteilung 2011

Der gebürtige Ukrainer John Demjanjuk starb 2012 im Alter von 91 Jahren in einem bayrischen Pflegeheim – zehn Monate nach seiner Verurteilung als Holocaust-Mittäter. Das Landgericht München hatte ihn wegen Beihilfe zum Mord an mehr als 28.000 Juden im Lager Sobibor in Polen zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft legten beim Bundesgerichtshof Revision ein. Demjanjuk starb jedoch, bevor sich das Gericht damit befassen konnte. Das Verfahren am Landgericht wurde eingestellt; es wurde auch entschieden, dass der deutsche Staat nicht für die Auslagen des Toten aufkommt. Eine Verfassungsbeschwerde dagegen scheiterte.

Demokratische Republik Kongo: Tshisekedi wird vereidigt

Nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in der Demokratischen Republik Kongo soll der offizielle Wahlsieger Felix Tshisekedi heute als Staatschef vereidigt werden. Das verlautete aus dem Umfeld Thisekedis und des scheidenden Präsidenten Joseph Kabila. Demnach findet die erste friedliche Machtübergabe seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1960 im Palast der Nation in der Hauptstadt Kinshasa statt.

Felix Tshisekedi, Wahlsieger in der Demokratischen Republik Kongo
APA/AFP/John Wessels

Tshisekedis Sieg wird vom unterlegenen Oppositionskandidaten Martin Fayulu nicht anerkannt. Fayulu und die einflussreiche katholische Kirche zweifeln das Ergebnis an. Die Afrikanische Union und die EU haben nach einigem Zögern dennoch angekündigt, mit Präsident Tshisekedi zusammenarbeiten zu wollen. Am Mittwoch erkannten auch die USA Tshisekedi als Präsident an.

EU

Familienbeihilfe: EU will Verfahren gegen Österreich

Die EU-Kommission will heute ein EU-Vertragsverletzungsverfahren wegen der von der österreichischen Bundesregierung beschlossenen Anpassung der Familienbeihilfe an die tatsächlichen Lebenshaltungskosten im EU-Ausland starten. Das Verstoßverfahren soll laut APA im schriftlichen Prozedere durchgehen.

Die EU-Kommission hatte bereits klar gemacht, dass sie nicht zögern werde, in dieser Angelegenheit von ihren Möglichkeiten als Hüterin der Verträge Gebrauch zu machen, sobald das Gesetz endgültig verabschiedet und bekanntgemacht wurde. Das österreichische Gesetz ist seit Dezember im Amtsblatt veröffentlicht.

Nach EU-Recht nicht erlaubt

Nach bisherigen Aussagen der EU-Kommission ist eine Indexierung nach dem EU-Recht nicht erlaubt, das habe auch der Europäische Gerichtshof bestätigt. Die EU-Kommission vertritt den Standpunkt, dass Arbeitnehmer dieselben Beihilfen in Anspruch nehmen dürfen, für die sie Beiträge in das nationale Wohlfahrtssystem einzahlen.

Die Eröffnung eines Vertragsverletzungsverfahrens wäre der erste Schritt. Erst nach einem zweiten Mahnschreiben mit der Möglichkeit für Österreich zur Stellungnahme kann die EU-Kommission entscheiden, den Fall vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) zu bringen.

Barnier: Müssen auf „No Deal“-Brexit vorbereitet sein

EU-Chefverhandler Michel Barnier hat die Staaten Europas aufgerufen, auf einen „No Deal“ beim Brexit vorbereitet zu sein. Es werde in diesem Fall darum gehen, die „Wiedererrichtung der harten Grenze“ zwischen Irland und Nordirland zu vermeiden, sagte er gestern bei einer Debatte im Wirtschafts- und Sozialausschuss der EU.

Barnier betonte, die EU versuche, eine Lösung für Probleme zu finden, die durch den Brexit verursacht würden. Jedenfalls werde die EU ihre Interessen schützen. „Es kann nicht sein, dass es Minideals mit Großbritannien gibt“.

Barnier hebt Einheit der 27 EU-Staaten hervor

London könnte nicht die Vorteile eines Mitgliedslandes bei einem Austritt beibehalten. Er erinnerte daran, dass die nun in Großbritannien kritisierte „Backstop“-Lösung für Nordirland von London selbst ins Spiel gebracht worden sei. Die EU habe immer gesagt, dass sie den Backstop, der eine Versicherung sei, gar nicht nutzen wolle. Wesentlich sei jedenfalls die Einheit der 27 EU-Staaten.

Bei einer Zustimmung des britischen Parlaments zum Austrittsabkommen werde es negative Konsequenzen geben, so Barnier weiter. Angesprochen auf die Möglichkeit einer Verlängerung des Austrittsverfahrens zeigte er sich zurückhaltend. Das wäre Sache der EU-27.

Labour will May Fristen setzen

In Großbritannien setzte die Labour-Opposition auf eine Verschiebung des Brexits, um einen ungeregelten EU-Austritt zu verhindern. Dafür will sie zunächst Premierministerin Theresa May eine Frist bis Ende Februar für ein erfolgreiches Brexit-Votum im Parlament setzen. Sollte das May nicht gelingen, solle über eine Verschiebung des Brexits bis Ende des Jahres abgestimmt werden, erklärten Labour-Politiker gestern in London.

May wies den Vorstoß umgehend zurück. Eine Verschiebung ändere nichts daran, dass die Abgeordneten sich zwischen einem geordneten und ungeordneten Brexit oder einem Verbleib in der EU entscheiden müssten, sagte sie im Unterhaus. „Wenn wir keine Zustimmung zu dem Austrittsabkommen bekommen, muss sich das Unterhaus im Kern die Frage stellen: Will es einen No-Deal oder will es den Austritt ablasen“, so Brexit-Minister Stephen Barclay.

Inland

Sondersitzung zum Ärztemangel nächste Woche

Die von der SPÖ beantragte Sondersitzung des Nationalrates zum Thema Ärztemangel wird Dienstag kommender Woche stattfinden. Das haben die Klubs gestern vereinbart. Die SPÖ wird eine Dringliche Anfrage an Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) richten.

Zuvor hatte die SPÖ vor einem Ärztemangel gewarnt – und zwar bei den Hausärztinnen und -ärzten. Die Politik müsste dringend Maßnahmen ergreifen, „damit wir nicht in eine gefährliche Versorgungslücke schlittern“, so SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner. Die Regierung zeige aber wenig Willen dazu, kritisierte sie.

FPÖ-Gesundheitssprecherin Brigitte Povysil sieht die Ursache für den Ärztemangel in der Vergangenheit begraben – und zwar im Verantwortungsbereich der SPÖ. „Die SPÖ hat die Probleme im Gesundheitssystem jahrelang negiert, anstatt sinnvolle Maßnahmen zu setzen“, hieß es in einer Aussendung.

Steiermark: Startprämien gegen Ärztemangel

Vor allem in entlegenen Regionen drohen der Steiermark die Medizinerinnen und Mediziner auszugehen. Mit Startprämien für diese schwer zu besetzenden Kassenstellen wollen hier Ärztekammer und GKK nun die Versorgung sicherstellen.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Moser fordert mehr Personal für Asylverfahren

ÖVP-Justizminister Josef Moser fordert mehr Personal für das Bundesverwaltungsgericht. Wenn die 30.000 Asylverfahren zweiter Instanz rascher erledigt werden sollen – wie Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) fordert -, seien 100 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mehr nötig. Die könnten entweder neu aufgenommen oder auch aus dem Innenministerium umgeschichtet werden, sagte Moser laut ATV-Aussendung gestern.

Um die anhängigen Asylverfahren zweiter Instanz rascher erledigen zu können, müssten die derzeit 589 Vollzeitkräfte am Bundesverwaltungsgericht auf 689 aufgestockt werden, erklärte Moser im „ATV Aktuell“-Interview. Dafür gebe es „zwei Methoden. Die eine wäre, dass man neue Mitarbeiter nimmt oder nachdem es in einem Bereich zu einem enormen Rückgang gekommen ist, dass man Personal umschichtet.“

Im Bereich des Innenministeriums sei das Personal für die Bearbeitung von Asylanträgen in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt worden, während in seinem Ressort das Personal nur um 35 Prozent erhöht worden sei, kritisierte Moser.

Sport

Wirtschaft

Renault-Verwaltungsrat berät über neue Führung

Gut zwei Monate nach der Inhaftierung von Automanager Carlos Ghosn in Japan kommt der Verwaltungsrat von Renault heute zusammen, um über die Führung der Gruppe zu beraten. Nach den Worten von Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire wird das Topgremium in Boulogne-Billancourt bei Paris dann auch die „nötigen Entscheidungen“ treffen.

Im Paris wird erwartet, dass Ghosns Aufgaben als Konzernchef auf seinen bisherigen Stellvertreter Thierry Bollore und Michelin-Chef Jean-Dominique Senard aufgeteilt werden. Renault hat sich bisher offiziell zu diesem Szenario nicht geäußert. Le Maire sagte in einem Interview, dass Senard „ein hervorragender Präsident von Renault“ sein würde. Der Staat hält bei Renault 15 Prozent der Anteile und ist deshalb ein wichtiger Akteur bei dem Hersteller.

Der 64-jährige Ghosn, der einst Nissan vor der nahen Pleite gerettet und zusammen mit Renault und Mitsubishi eine mächtige Autoallianz geschmiedet hatte, war im November in Tokio wegen Verstoßes gegen japanische Börsenauflagen festgenommen und später angeklagt worden. Zudem soll er laut Staatsanwaltschaft private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben. Die Renault-Partner Nissan und Mitsubishi entließen daraufhin Ghosn als Verwaltungsratschef. Bis zu einem Prozess könnten noch Monate vergehen. Vor Gericht hatte der Topmanager seine Unschuld beteuert.

Boeings Lufttaxi absolviert ersten Testflug

Der US-Luftfahrtriese Boeing hat seinen ersten erfolgreichen Testflug mit einem autonomen Elektrolufttaxi bewältigt. Mit dem Prototypen seien in Manassas im US-Bundesstaat Virginia ein kontrollierter Start sowie Schwebeflug und Landung gelungen, teilte Boeing gestern mit.

Damit wurde nur die erste Testphase durchlaufen, und es bleibt unklar, wann Flugtaxis zugelassen werden und ob sie sich jemals im öffentlichen Verkehr durchsetzen könnten. Doch Boeing heizt einen Wettkampf um die Entwicklung der Technologie an, bei dem auch andere Schwergewichte wie Erzrivale Airbus und Hubschrauberspezialist Bell sowie auf der Technologieseite auch Uber oder Intel mitmischen.

Prototyp eines Lufttaxis des US-Luftfahrtriesen Boeing
APA/AFP/Boeing

Luftaxis ähneln Hubschrauber

Boeing bezeichnete die Premiere als Meilenstein. „Innerhalb von einem Jahr sind wir vom Konzeptdesign zum fliegenden Prototypen gekommen“, sagte Technologievorstand Greg Hyslop. Der US-Konzern räumte jedoch selbst ein, dass die größte Herausforderung mit der Übergangsphase zur Anwendung verschiedener Flugarten erst noch bevorstehe.

Die meisten Lufttaxiprototypen, an denen derzeit geforscht wird, ähneln kleineren Hubschraubern bzw. übergroßen Drohnen, die nur wenige Passagiere und Passagierinnen befördern könnten.

Chronik

Komapatientin brachte Kind zur Welt: Pfleger festgenommen

Dreieinhalb Wochen nachdem in den USA eine Frau im Wachkoma ein Kind zur Welt gebracht hat, hat die Polizei im Bundesstaat Arizona einen Verdächtigen wegen sexuellen Missbrauchs festgenommen. Der Mann sei 36 Jahre alt und habe als Pfleger in der Einrichtung gearbeitet, in der die Frau untergebracht war, teilte die Polizeichefin von Phoenix, Jeri Williams, gestern mit.

Er sei dringend tatverdächtig, die Frau missbraucht zu haben. Die Polizei kam dem Mann mit einem DNA-Test auf die Spur.

Untersuchungen gehen weiter

Nach Angaben der Ermittler und Ermittlerinnen ist der 36-Jährige nun in Gewahrsam. Er habe sich zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert. Es sei unklar, ob er das Opfer mehrfach missbraucht und sich womöglich auch an anderen Personen vergangen habe. Auch dazu, ob er zuvor bereits in anderen Einrichtungen tätig war, sei noch nichts bekannt.

Die Untersuchungen gingen weiter, betonten die Ermittler und Ermittlerinnen. Hinweise auf eine Beteiligung weiterer Personen gebe es bisher nicht. Dem Baby gehe es gut, es sei nicht mehr im Krankenhaus. Weitere Details nannte die Polizei nicht.

Schwangerschaft zunächst nicht aufgefallen

Die Frau hatte das Kind Ende Dezember in dem Pflegeheim zur Welt gebracht – nach Jahren im Wachkoma. Nach US-Medienberichten handelt es sich um eine 29 Jahre alte Frau, die vor Jahren bei einem Unfall fast ertrunken wäre und danach nicht mehr zu Bewusstsein kam.

Ihre Schwangerschaft war in der Einrichtung zunächst nicht erkannt worden. Erst als die Geburtswehen einsetzten, habe man am Aufstöhnen der Patientin erkannt, dass etwas nicht stimme. Ein Mitglied des Pflegepersonals hatte dann Geburtshilfe geleistet. In der Einrichtung werden vor allem Patienten und Patientinnen mit schweren Hirnverletzungen betreut, die sich nicht oder nur sehr eingeschränkt eigenständig äußern können.

Jackpot bei Lotto „6 aus 45“

Bei der aktuellen Ziehung bei Lotto „6 aus 45“ gab es keinen Sechser, es bleiben 1,5 Millionen Euro im Topf.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

1 12 28 36 40 41/Zusatzzahl: 8

Die aktuellen LottoPlus-Zahlen lauten:

1 3 12 15 23 28

Die aktuellen Joker-Zahlen hatten zwei Spielteilnehmer auf ihrem Schein. Sie gewinnen jeweils knapp 91.000 Euro.

Der richtige Joker lautet:

7 2 3 7 2 8

Alle Angaben ohne Gewähr

Religion

Papst Franziskus hält erste Ansprache beim Weltjugendtag

Papst Franziskus wird heute bei einer feierlichen Zeremonie von Pilgern des Weltjugendtags offiziell willkommen geheißen. Mit Spannung wird erwartet, inwieweit der Pontifex in seiner Ansprache die schwere Lage vieler Jugendlicher in Lateinamerika thematisiert. Armut, Gewalt und Korruption machen den Menschen dort das Leben schwer – Hunderttausende versuchen deshalb jedes Jahr, die Region in Richtung USA zu verlassen.

Papst Franziskus mit einem Panama-Schal
Reuters/Alessandro Bianchi

Vor seiner Ansprache trifft Franziskus mit Panamas Staatspräsidenten Juan Carlos Varela und mittelamerikanischen Bischöfen zusammen. Weltjugendtage finden alle zwei bis drei Jahre statt – an wechselnden Orten kommen zu diesem Anlass katholische Jugendliche aus aller Welt zusammen, um ihren Glauben zu feiern. Der jetzige Weltjugendtag in Panama-Stadt dauert bis zum Sonntag und ist nach den Veranstaltungen in Buenos Aires (1987) und Rio de Janeiro (2013) der dritte in Lateinamerika. Rund 100.000 Pilger sind dort.

Kultur

Radiopreise der Erwachsenenbildung vergeben

Die Radiopreise der Erwachsenenbildung 2018 gehen an Ö1, Freies Radio Innsbruck – FREIRAD, Radiofabrik – Freier Rundfunk Salzburg und Radio Orange 94.0 – Das freie Radio in Wien. Insgesamt waren 159 Beiträge von ORF-Radios und zwölf weiteren Sendern eingereicht worden, am Mittwochabend wurden die von der Konferenz der Erwachsenenbildung verliehenen Auszeichnungen im Radiokulturhaus überreicht.

In der Kategorie Kultur landete diesmal Roberta Hofer mit der Sendung „Die vergessenen Bergwerke Höttings“ auf dem ersten Platz, zu hören war sie in der Reihe „Hörlabor“ im Freien Radio Innsbruck – FREIRAD. Der Eduard-Ploier-Preis, der in der Kategorie Bildung/Wissenschaft vergeben wird, ging an Julia Hofbauer für die Sendung „Mir lebn ejbig“, die in der Reihe Radiostimme von Radio Orange 94.0 – Das Freie Radio in Wien ausgestrahlt wurde.

Zur besten interaktiven und experimentellen Produktion gewählt wurde die Sendung „Fake News“ in der Reihe Jugendradio der Radiofabrik – Freier Rundfunk Salzburg. Die Sendung wurde von Schülern der siebenten Klasse des Privatgymnasiums Borromäum Salzburg mit der Lehrerin Katharina Scharinger und Carla Stenitzer (Radiofabrik) gestaltet.

Ö1 zweimal ausgezeichnet

Ö1 konnte sich in zwei Kategorien durchsetzen: In der Kategorie Information wurde Claudia Gschweitl für die Gestaltung von „Ich bin der, den jeder Politiker kennt“, ein Feature aus der Ö1-Reihe „Tonspuren“, ausgezeichnet. Zur besten Sendereihe wählte die Jury die Ö1-Spezialsendereihe „Betrifft: Österreich“.

Simbabwes legendärer Musiker „Tuku“ ist tot

Es gibt kein soziales oder wirtschaftliches Problem in Simbabwe, das Oliver Mtukudzi nicht aufgespießt hätte: Der wohl berühmteste Musiker des Landes im südlichen Afrika, der unter seinem Spitznamen „Tuku“ bekannt ist, ist gestern im Alter von 66 Jahren in einem Krankenhaus in Harare gestorben. Das teilte sein Manager Walter Wanyanya mit.

Der Musiker hat in seiner rund vier Jahrzehnte langen Karriere mehr als 60 Alben veröffentlicht. Mtukudzi sang meist in der Landessprache Shona, aber auch auf Ndebele und Englisch.

Musiker Oliver Mtukudzi
APA/AFP/Wikus De Wet

Musik galt als Spiegel der Geschichte des Landes

Mit der Gitarre in der Hand gab Mtukudzi weltweit Konzerte, darunter in den USA und in Großbritannien. Seine Musik galt als ein Spiegel der Geschichte Simbabwes – angefangen vom Kampf um die Unabhängigkeit und gefolgt von den massiven sozialen und wirtschaftlichen Problemen während der fast vier Jahrzehnte langen Herrschaft von Präsident Robert Mugabe. „Tuku“ verstand es jedoch, sich bei politischen Themen zumeist auf Andeutungen zu beschränken, weswegen seine Musik nicht verboten und er auch nicht verhaftet wurde.

„Tuku“ engagierte sich seit 2011 auch als Unicef-Botschafter für Kinderrechte und den Kampf gegen HIV und Aids in Afrika. Das UNO-Kinderhilfswerk erklärte damals, er habe in seinen „wortgewaltigen Texten gegen Stigmatisierung, Diskriminierung und Missbrauch von Kindern“ Stellung bezogen. Mtukudzi sagte, er wolle helfen, „unseren Kontinent zu einer besseren Heimat für unsere Kinder zu machen“.

Mtukudzi förderte in Simbabwe auch zahlreiche Nachwuchsmusiker. „Tuku“ hinterlässt seine Frau Daisy, vier Kinder und mehrere Enkelkinder. Sein Sohn Sam, der ebenfalls Musiker war, war 2010 bei einem Autounfall ums Leben gekommen.