Inland

Kopftuchverbot in Volksschulen: Opposition gesprächsbereit

Die SPÖ ist „grundsätzlich gesprächsbereit“ bezüglich eines Kopftuchverbots für Volksschülerinnen, wie es die Regierungsparteien nun einführen wollen. Ein solches könne aber nur Teil eines Gesamtpakets sein, sagte heute SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid. Sie fordert etwa mehr Lehrer und Unterstützungspersonal an Brennpunktschulen.

„Egal wo, eines ist ganz klar: Mädchen dürfen nicht gezwungen werden, ein Kopftuch zu tragen“, betonte Hammerschmid. Eine Einzelmaßnahme löse aber keine Probleme, deshalb fordere man von der Regierung ein Gesamtpaket ein. Bisher habe die Regierung aber im Bildungsbereich und bei der Integration gekürzt, bedauerte sie.

Initiativantrag schon kommende Woche

Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) hatte in mehreren Sonntagszeitungen angekündigt, dass die Koalitionsparteien bereits kommende Woche einen Initiativantrag im Parlament für ein Kopftuchverbot in der Volksschule einbringen werden. Für die angestrebte Zweidrittelmehrheit braucht man die SPÖ oder NEOS.

NEOS ist diesbezüglich ebenfalls prinzipiell gesprächsbereit. Allerdings rieche der Vorstoß der Regierungsparteien „stark nach einer Ruckzuck-Aktion, die nicht sonderlich durchdacht ist“, befand heute Bildungssprecher Douglas Hoyos. „Ein Kopftuchverbot allein kann niemals eine ernsthafte Integrationspolitik ersetzen.“

Mit Bekleidungsvorschriften und -verboten müsse man in einer liberalen Demokratie immer vorsichtig sein, mahnte Hoyos, vor allem die verfassungsrechtliche Komponente müsse hier genau geprüft werden. Man werde sich den Gesetzesvorschlag der Regierung anschauen, „sobald sie ihn auch uns zeigen“. „Es ist jedenfalls bezeichnend, dass ÖVP und FPÖ wieder einmal zuerst an die Öffentlichkeit gehen, bevor sie mit dem Parlament in einen Dialog treten.“

Rechtsextremer Security: Bures bittet zur Unterredung

Die Zweite Nationalratspräsidentin und Vorsitzende des BVT-Untersuchungsausschusses, Doris Bures (SPÖ), hat sich heute für eine restlose Aufklärung der Vorwürfe rund um einen rechtsextremen Security-Mitarbeiter ausgesprochen. Für morgen Früh lud Bures die Fraktionsführer und den Verfahrensrichter zu einer Besprechung, um über die weitere Vorgangsweise zu reden.

Ein Mitarbeiter einer externen Sicherheitsfirma, der enge Kontakte zum Neonazi Gottfried Küssel pflegen soll, soll rund einen Monat im BVT-U-Ausschuss als Security gearbeitet haben. Der Mann wurde mittlerweile dienstfrei gestellt. Die Verantwortung, wie das passieren konnte, wurde zuletzt zwischen Innenministerium und Parlamentsdirektion hin- und hergeschoben.

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„Der BVT-Untersuchungsausschuss muss unverzüglich darüber informiert werden, wann der Mann Dienst im BVT-Untersuchungsausschuss hatte, welche Auskunftspersonen an diesen Tagen befragt wurden und ob er tatsächlich Zutritt zum Medienraum hatte“, sagte Bures.

BVT-Ausschuss: FPÖ droht mit „streng geheimen“ Sitzungen

Nachdem im BVT-Untersuchungsausschuss erstmals Informationen aus einer vertraulichen Sitzung öffentlich geworden sind, droht die FPÖ mit Konsequenzen. Fraktionschef Hans-Jörg Jenewein fordert „klare Worte“ von Ausschussobfrau Doris Bures (SPÖ). Andernfalls will er die nicht öffentlichen Sitzungen künftig als „streng geheim“ einstufen – womit beim Bruch der Vertraulichkeit Haftstrafen drohen.

Stein des Anstoßes ist für Jenewein, dass Informationen aus dem vertraulichen Teil der Befragung von BVT-Vizechef Wolfgang Fasching öffentlich geworden sind. Fasching hatte ausgesagt, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) zwei verdeckte Ermittler abziehen musste, weil deren Enttarnung befürchtet worden war, nachdem ihre Namen in Unterlagen des Ausschusses aufgetaucht waren.

Jenewein kritisiert, dass Informationen aus der vertraulichen Sitzung nach außen getragen wurden, nur um eine „Schenkelklopfer-Schlagzeile“ zu ermöglichen. „Für mich ist damit eine rote Linie überschritten worden“, sagt Jenewein. Er fordert nun „ein klares Wort“ von Bures.

Sitzungen im abhörsicheren Raum?

Sollte das nicht erfolgen, will Jenewein „den Weg des Konsenses verlassen“ und künftig in allen nicht öffentlichen Befragungen aus streng geheimen Unterlagen zitieren. Damit müssten dann auch die entsprechenden Sitzungen als „streng geheim“ eingestuft werden, sagte Jenewein – womit der Bruch der Vertraulichkeit mit Haft und nicht bloß Ordnungsruf oder Geldbußen bestraft würde. „Offenbar ist es nicht anders möglich, dass man die selbst auferlegten Regeln der Verfahrensordnung einhält“, kritisiert Jenewein. Außerdem müssten die Sitzungen dann im abhörsicheren Raum unter der Parlamentsrampe stattfinden.

SPÖ kritisiert Kürzungen in überbetrieblicher Lehre

Die SPÖ kritisiert die Kürzungen der Lehrlingsentschädigung in den überbetrieblichen Lehrwerkstätten: „Für rund 5.000 Lehrlinge wird das Leben dadurch unmöglich leistbar“, sagte heute SPÖ-Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner. Durch diese „Politik der Gleichgültigkeit“ drohten eine hohe Anzahl an Lehrabbrüchen und hohe Folgekosten.

Die Ausbildungsbeihilfe in der überbetrieblichen Lehrausbildung ist das Gegenstück zur Lehrlingsentschädigung in den Betrieben. Nachdem sie vor nicht allzu langer Zeit erhöht worden war, haben im Mai Regierungs- und Arbeitgebervertreter im AMS-Verwaltungsrat beschlossen, die Beihilfe für über 18-Jährige per 1. September 2018 in den ersten zwei Lehrjahren von 753 auf 325,80 Euro monatlich zu kürzen. Das AMS argumentierte, es solle durch die Ausbildungsbeihilfe nicht passieren, dass Lehrlinge in Betrieben weniger verdienen als Lehrlinge in Lehrwerkstätten.

Über 5.000 Betroffene

Die SPÖ kritisiert dagegen, dass man mit 325 Euro kaum Mietkosten und alle weiteren Lebenserhaltungskosten abdecken könne. So sei der Anreiz groß, die Lehre abzubrechen und kurzfristig als Hilfsarbeiter besser zu verdienen, befürchtet die Oppositionspartei. Ihren Berechnungen zufolge seien über 5.000 Lehrlinge von den Kürzungen betroffen.

EU

Kurz gegen Nachverhandlungen von „Brexit“-Deal

Die EU-Mitgliedstaaten beraten heute erstmals über den Entwurf eines Austrittsabkommens mit Großbritannien. Dazu kommen in Brüssel die EU-Botschafter ohne den britischen Vertreter zusammen. Das Treffen dient der Vorbereitung auf den Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs am Sonntag in einer Woche, auf dem das Abkommen gebilligt werden soll.

Intensive Woche

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sprach sich gegen Nachverhandlungen des „Brexit“-Deals aus. Es gehe darum, „den vorliegenden Entwurf zu beschließen“, sagte der Kanzler in einem Interview mit der „Presse am Sonntag“. „Die nächste Woche wird intensiv werden, denn es ist natürlich ganz entscheidend, ob es eine Mehrheit für einen Misstrauensantrag gegen Premierministerin May geben wird“, so Kurz.

Als EU-Ratsvorsitz habe man jedenfalls „alle Vorbereitungen getroffen, um zügig voranzukommen“. Darauf angesprochen, welchen Spielraum er sehe, um die britische Premierministerin May dabei zu unterstützen, im Parlament Zustimmung für den Entwurf zu finden, sagte der Kanzler, das liege „leider nicht in unserer Hand, sondern ist die Entscheidung Großbritanniens“. Er habe allerdings kein Verständnis dafür, „dass sich einige britische Politiker nach einem Hard Brexit geradezu sehnen“, da das zum Schaden der EU und vor allem zum Schaden Großbritanniens wäre.

SPÖ fordert Erklärung im Parlament

Die SPÖ forderte unterdessen eine „Brexit“-Erklärung von Kurz im Parlament. Stattfinden soll diese bereits am Mittwoch oder Donnerstag im Rahmen der zweitägigen Plenarsitzung. Unterzeichnet ist das Schreiben an Parlamentspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) von SPÖ-Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner und ihrem Vize Jörg Leichtfried.

„Der Brexit hat große Auswirkungen auf Österreich und auf die ganze Europäische Union. Je nachdem, wie das Austrittsabkommen aussieht, sind auch österreichische Arbeitsplätze gefährdet. Für die Europäische Union generell bedeutet der Austritt des Vereinigten Königreichs ein historisches Ereignis, an dem die Richtung der EU für die Zukunft neu definiert werden muss. Dazu muss es eine einheitliche österreichische Position geben. Diese kann uns nur gelingen, wenn Regierung und Opposition einen gemeinsamen Standpunkt einnehmen“, so Leichtfried.

Stattfinden kann eine EU-Erklärung im Nationalrat zweimal pro Jahr durch ein Regierungsmitglied. 2018 fand bis dato eine Erklärung – zum Ratsvorsitz – statt, wird in der SPÖ-Mitteilung erläutert.

Ausland

Söder meldet offiziell Kandidatur für CSU-Vorsitz an

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will Horst Seehofer auch als CSU-Chef beerben. Nach Seehofers Rücktrittsankündigung und einer Serie von Aufforderungen aus der ganzen Partei meldete der 51-Jährige heute seine Kandidatur an. „Nach reiflicher Überlegung und dem Wunsch vieler Mitglieder entsprechend bin ich bereit, mich in den Dienst der Partei zu stellen“, sagte Söder. „Deshalb bewerbe ich mich um das Amt des Parteivorsitzenden der CSU.“

Der neue CSU-Vorsitzende soll auf einem Sonderparteitag am 19. Jänner gewählt werden. Zu diesem Datum will Seehofer sein Amt abgeben, das hatte er am Freitag in einer schriftlichen Erklärung angekündigt.

Keine Alternative

An Söders Wahl besteht kein Zweifel: Gestern hatte der einzige weitere ernstzunehmende Anwärter auf den Posten, der Europapolitiker Manfred Weber, seinen Verzicht erklärt – wie zuvor schon der CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Alexander Dobrindt. Andere aussichtsreiche Kandidaten für den Chefposten waren nicht in Sicht.

Söder kündigte angesichts der beiden zurückliegenden schweren CSU-Niederlagen bei der Bundestagswahl im September 2017 und bei der bayrischen Landtagswahl vor einem Monat an, die Partei im Team in die Zukunft zu führen. „Gemeinsam mit der Basis und den Mandatsträgern wollen wir im Team die CSU weiterentwickeln und erneuern“, sagte er. „Große Herausforderungen liegen vor uns. Wir können es nur gemeinsam.“

Seehofer hatte sich mit seiner Rücktrittsankündigung dem seit Langem wachsenden Druck der CSU-Basis gebeugt. Die Partei macht vor allem ihn für den Absturz der CSU bei den beiden wichtigen Wahlen verantwortlich – auch wenn Söder der Spitzenkandidat bei der Bayern-Wahl war. Der Franke hatte Seehofer bereits im März als Ministerpräsident abgelöst, Seehofer wechselte damals als Innenminister nach Berlin.

Netanjahu stemmt sich gegen Neuwahl

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Forderungen nach einer vorgezogenen Neuwahl eine Absage erteilt. Angesichts der angespannten Sicherheitslage sei ein solcher Schritt „unnötig und falsch“, sagte Netanjahu heute zu Beginn einer Kabinettssitzung. In der Vergangenheit sei der Plan, mit vorgezogenen Wahlen die Regierung zu stärken, nicht aufgegangen. „Wir müssen alles tun, um solche Fehler zu vermeiden“, betonte der Regierungschef.

Lieberman-Rücktritt löste Krise aus

Die israelische Regierung steckt in der Krise, seit der als Hardliner geltende Verteidigungsminister Avigdor Lieberman am Mittwoch aus Protest gegen eine Feuerpause mit den Palästinensern seinen Rücktritt erklärte.

Zugleich verließ auch Liebermans ultranationalistische Partei Israel Beitenu (Unser Haus Israel) die Koalition, sodass diese nur noch über eine Stimme Mehrheit im Parlament verfügt. Israel Beitenu gehörte seit Mai 2015 der Koalition von Netanjahu an, die als rechteste Regierung aller Zeiten in Israel galt.

Die nächste Parlamentswahl steht in Israel eigentlich erst in einem Jahr an. Lieberman hatte bei seinem Rücktritt auf einen vorgezogenen Wahltermin gedrungen. Auch die verbliebenen Koalitionspartner setzen Netanjahu unter Druck.

Gouverneurswahl in Florida: Gillum räumt Niederlage ein

Der US-Demokrat Andrew Gillum hat seine Niederlage bei der Gouverneurswahl in Florida eingeräumt.

Gillum gratulierte seinem republikanischen Kontrahenten Ron DeSantis gestern im Kurzbotschaftendienst Twitter dazu, „der nächste Gouverneur dieses großartigen Bundesstaates Florida zu werden“. Gillum war bei der Wahl am 6. November angetreten, der erste schwarze Gouverneur von Florida zu werden.

„Wir werden weiter kämpfen“

Mit dem Eingeständnis seiner Niederlage verband der Bürgermeister von Floridas Hauptstadt Tallahassee zugleich die Ankündigung, weiter auf einen Wahlerfolg hinzuarbeiten. „Wir werden weiter kämpfen. Wir werden weiter arbeiten. Und am Ende werden wir, so glaube ich, gewinnen“, schrieb der Demokrat und dankte seinen Anhängern für ihre Unterstützung.

Bei den US-Zwischenwahlen am 6. November waren außer Sitzen in den beiden US-Kongresskammern auch einige Gouverneursposten neu vergeben worden. Im engen Rennen um den Senatssitz in Florida wurde eine dritte Auszählung der Stimmen per Hand angeordnet. Die manuelle Neuauszählung soll im Laufe des Tages abgeschlossen sein, am Dienstag wollen die Wahlbehörden das offizielle Endergebnis absegnen.

US-Regierung: CIA-Bewertung zu Mord an Khashoggi verfrüht

Die US-Regierung will laut Präsident Donald Trump in den kommenden Tagen die Verantwortlichen für den gewaltsamen Tod des regierungskritischen saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi identifizieren. Ein „vollständiger Bericht“ darüber, „wer es getan hat“, werde morgen oder am Dienstag zum Abschluss gebracht, sagte Trump in der Nacht auf heute bei einem Besuch im kalifornischen Malibu.

Gestern hatten die „Washington Post“ und die „New York Times“ berichtet, der US-Geheimdienst CIA gehe davon aus, dass Saudi-Arabiens De-facto-Herrscher, Kronprinz Mohammed bin Salman, Khashoggis Ermordung in Auftrag gegeben habe. Trump telefonierte gestern mit CIA-Chefin Gina Haspel und Außenminister Mike Pompeo, wie seine Sprecherin Sarah Sanders mitteilte.

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Vor Trumps Äußerung hatte die US-Außenamtssprecherin Heather Nauert zu den Berichten gesagt, die US-Regierung habe in dem Fall noch keine „definitive Schlussfolgerung“ gezogen. „Zahlreiche Fragen“ seien noch offen.

Die EU will unterdessen Wege zu „angemessenen Maßnahmen“ gegen die Verantwortlichen prüfen. Nach einer Mitteilung des deutschen Außenministeriums aus der Nacht auf heute haben die EU-Außenminister eine Erklärung der Außenbeauftragten Federica Mogherini vereinbart, nach der „weitere Klärung zu den Umständen des schrecklichen Verbrechens“ notwendig sei.

Wirtschaft

Metaller-KV: Streikdrohung vor neuer Verhandlungsrunde

Bei den Lohnverhandlungen in der Metalltechnischen Industrie (FMTI) sind Arbeitnehmer und Arbeitgeber einander zuletzt zwar nähergekommen, zu einer Einigung hat es aber in der bereits sechsten Gesprächsrunde auch nach 15 Stunden zähen Ringens bis Freitagfrüh nicht gereicht. Heute Vormittag will man einen weiteren Versuch unternehmen, zu einem Abschluss zu kommen.

Streiks ab morgen möglich

In der vergangenen Woche hatten die Gewerkschaften den Druck bereits mit kurzen Warnstreiks verstärkt. Sollte die Arbeitgeberseite wieder nicht nachgeben, sollen morgen ganze Arbeitsschichten ausfallen.

Zwar gab es nach Darstellung beider Seiten zuletzt Bewegung, vor allem beim Prozentsatz der Lohnerhöhungen liege man aber noch weit auseinander, sagen die Gewerkschafter. Die Arbeitnehmer waren auch in die sechste Verhandlungsrunde mit einer Fünfprozentforderung gegangen. Annäherungen scheint es bei Abfederungen zum Zwölfstundentag zu geben. In der Metalltechnischen Industrie sind rund 130.000 Menschen beschäftigt.

US-Regierung macht Weg für Verkauf von Laborfleisch frei

Die US-Regierung macht den Weg für den Verkauf von Laborfleisch frei: Das Landwirtschaftsministerium und Lebensmittelbehörde FDA stellten gestern (Ortszeit) Eckpunkte für künftige Regeln im Umgang mit durch Zellkulturen erzeugtem Fleisch vor. Die FDA soll Herkunft und Vervielfältigung der tierischen Stammzellen kontrollieren, aus denen das Fleisch im Labor gezüchtet wird. Das Ministerium ist für die Überwachung der Produktion und des Vertriebs zuständig.

Laborfleisch in einer Petrischale
Reuters/David Parry

Bei den Eckpunkten seien die Erfahrungen aus den bisherigen Aufgabengebieten der beiden Institutionen zusammengeführt worden, hieß es. Zwar gab es in den Vereinigten Staaten bisher kein Laborfleisch zu kaufen. Allerdings arbeiten mehrere Unternehmen daran, die Produktionskosten zu senken und das aus Zellkulturen erzeugte Fleisch bald auf den Markt zu bringen.

Anders als in Europa ist in den USA die Fleischerzeugung im Labor weitgehend unstrittig. Hersteller verweisen auf das Tierwohl und die Vermeidung klimaschädlicher Treibhausgasemissionen, die bei der Aufzucht von Nutztieren in großem Umfang anfallen. Landwirte ziehen jedoch in Zweifel, dass bei den Laborzüchtungen noch von „Fleisch“ gesprochen werden kann.

Sport

Chronik

Wirbelsturm in Indien fordert 33 Menschenleben

Im Osten Indiens sind durch einen Wirbelsturm 33 Menschen ums Leben gekommen. 20 Männer, elf Frauen und zwei Kinder seien bei dem Zyklon „Gaja“ im Bundesstaat Tamil Nadu gestorben, sagte heute ein Vertreter des Katastrophenschutzes.

Tausende auf der Flucht

177.500 Menschen, deren Häuser teilweise zerstört wurden, flohen den Angaben zufolge vor dem Wirbelsturm und sind nun in mehr als 351 Notlagern untergebracht. „Gaja“ habe überdies Tausende Bäume entwurzelt und zahlreiche Nutztiere getötet. Der Wirbelsturm war am Freitag auf Land getroffen und richtete mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern verheerende Schäden an. Nach Angaben der Wetterbehörde zog „Gaja“ gestern weiter über den benachbarten Bundesstaat Kerala in Richtung Westen.

Hunderte Rettungskräfte waren in Tamil Nadu im Einsatz, ebenso wie ein Armeehubschrauber und zwei Schiffe der indischen Marine. Laut dem Regierungschef des Bundesstaats, Edappadi Palaniswami, kamen die meisten Menschen durch Hochwasser, einstürzende Häuser und Stromschläge ums Leben. Der Politiker hatte den Familien der Opfer bereits im Vorfeld eine Entschädigung von jeweils 14.000 Dollar (12.300 Euro) versprochen.

„Gaja“ ist der zweite Zyklon, der in diesem Jahr über Indien hinwegfegt. Im Oktober hatte der Wirbelsturm „Titli“ im Bundesstaat Odisha mindestens zwei Menschen getötet.

Religion

Caritas-Präsident: „Mit Armut im Land nicht abfinden“

In Österreich gebe es eine gute Tradition des sozialen Miteinanders – umso weniger dürften sich Politik und Gesellschaft mit der real bestehenden Armut im Land abfinden, hat Caritas-Präsident Michael Landau heute im Wiener Stephansdom gesagt. 208.000 Frauen, Männer und Kinder lebten in Wohnungen, die sie im Winter nicht angemessen warm halten können, gab Landau ein Beispiel.

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Science

WWF: Dramatischer Rückgang bei Tierarten

In den vergangenen 30 Jahren sind die Insektenarten am Bodensee laut dem Radolfzeller Tierexperten Peter Berthold um 80 Prozent zurückgegangen. Eine ähnliche Entwicklung bei Wirbeltieren bestätigt eine Studie des WWF und der Uni für Bodenkultur für ganz Österreich.

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„Es ist schon fast zwölf“

Die Auswirkung des Artensterbens auf den Menschen ist gestern auch bei einer Expertentagung in Klagenfurt diskutiert worden. Für die Insekten sei es nicht „fünf vor zwölf“, „es ist schon fast zwölf“.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Gesundheit

Neue EU-Strategie gegen hormonschädigende Stoffe

Spielzeugbagger, Haarshampoo und Plastikgeschirr – alle diese Produkte können hormonschädliche Stoffe enthalten. Die EU-Kommission hat nun eine Strategie vorgelegt, um die Belastung durch diese Stoffe zu verringern. Für den Europäischen Verbraucherverband (BEUC) kommt der Schritt freilich zu spät, um Menschen zu schützen. Trotzdem lassen sich viele schädliche Produkte vermeiden.

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Kultur

Sängerin Cash: US-Waffenlobby infiltriert Country-Szene

Die Sängerin Rosanne Cash hat den Einfluss der mächtigen Waffenlobby NRA auf die Country-Szene in den USA scharf kritisiert. „Die NRA hat die Community der Countrymusik infiltriert – mit dieser falschen Vorstellung, dass Waffen und Patriotismus zusammengehörten“, sagte die Tochter von Musiklegende Johnny Cash der „Welt am Sonntag“.

Sängerin Rosanne Cash
AP/Mark Zaleski

Während der vergangenen Jahre sei die Country-Szene in den Vereinigten Staaten „noch konservativer geworden“, beklagte Cash. „Viele Countrymusiker haben heute oft Angst zu sagen, wofür sie stehen, es sei denn, es geht um die NRA.“

Nachdem ein Todesschütze im vergangenen Jahr bei einem Country-Festival in Las Vegas 58 Menschen erschossen hatte, rief Cash in einem Gastkommentar in der „New York Times“ andere Musiker zur Distanzierung von der NRA auf. „Ich appellierte in der ‚Times‘ an meine Kollegen, das Problem anzusprechen. Niemand ist damals meiner Aufforderung gefolgt. Keiner hat sich vorgewagt. Nicht einer. Das hat mich schockiert“, sagte die 63-jährige.

Neues Album

Cash fordert als Aktivistin seit mehr als 20 Jahren strengere Regeln für den Waffenbesitz in den USA. Auf ihrem neuen Album „She remembers everything“ singt sie in dem Song „8 Gods of Harlem“ gemeinsam mit Kris Kristofferson und Elvis Costello über die Folgen von Waffengewalt.

Sie hat sich nach eigenen Worten mittlerweile daran gewöhnt, dass sie dafür vor allem in den Sozialen Netzwerken zum Teil scharf angegriffen wird. „Ich bekomme Hass-Mails, werde in den Sozialen Netzwerken beschimpft. In besonders schlimmen Fällen hatte ich auch schon mal das FBI kontaktiert“, sagte sie. „Aber solange es nicht ernsthaft bedrohliche Ausmaße annimmt, sage ich: so what! Ich bin jetzt 63, zu alt, um mich über Kritik und Shitstorms noch ernsthaft aufzuregen!“