Inland

AUVA: Einsparung wird Jahre dauern

Dîe Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) muss sparen, hat die Bundesregierung verordnet, doch schnell wird das nicht gehen. Zwar wird der Unfallversicherungsbeitrag als erster Schritt schon 2019 von 1,3 auf 1,2 Prozent gesenkt, doch die dafür nötige interne Einsparung von 100 Mio. Euro wird sich bis zum Ende der Legislaturperiode hinziehen, hieß es heute aus AUVA und ÖVP.

Schon bei der Präsentation des Reformplans vergangene Woche wurde betont, dass die dafür nötige Verschlankung in der Verwaltung (wie die Nichtnachbesetzung von 300 Posten) „ab 2019“ kommen soll. Gestern erklärte auch Hauptverbandschef Alexander Biach, dass die angedachten Maßnahmen im ersten Jahr noch nicht voll greifen würden und wohl ein Zugriff auf AUVA-Rücklagen nötig sein werde.

Wöginger weist interne Kritik zurück

Nun äußerte sich auch ÖVP-Klubchef und ÖAAB-Bundesobmann August Wöginger in diese Richtung. „Wir haben nicht gesagt ‚im kommenden Jahr‘“, betonte er im Ö1-Mittagsjournal. Ziel sei immer das Ende der Legislaturperiode gewesen. ÖAAB-interne Kritik an seiner Rolle bei der AUVA-Reform wies er zurück: „Gerade der Erhalt der AUVA zeigt auch, dass ich Arbeitnehmerinteressen sehr wohl auch berücksichtige.“

In AUVA-Kreisen wurde die Langwierigkeit der Verwaltungskürzungen bestätigt. Innerhalb von nur einem Jahr ein derartiges Volumen einzusparen sei gar nicht möglich, hieß es dort. Als 2014 der Beitrag für die Arbeitgeber von 1,4 auf 1,3 Prozent gesenkt wurde, habe man zwei, drei Jahre für die Umsetzung gebraucht.

ÖVP-Landesrat kritisiert Standortgarantie

Kritik zur Reform der AUVA kam vom steirischen ÖVP-Gesundheitslandesrat Christopher Drexler. Die Standortgarantie von Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) stamme aus der „Mottenkiste der Politik des 20. Jahrhunderts“.

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Standortentwicklungsgesetz: Immer mehr Kritik

Die Liste der Kritiker an dem von der Regierung geplanten Standortentwicklungsgesetz wird immer länger. In der laufenden Begutachtung haben sich nun unter anderem auch der Städtebund und die Rechtsanwaltskammer ablehnend geäußert. Einmal mehr kam auch Kritik aus Tirol. Vorarlberg hatte sich schon kritisch geäußert, nun gesellt sich auch Kärnten dazu.

„Gravierende Bedenken“

„Gegen das Gesetzesvorhaben bestehen gravierende verfassungsrechtliche und unionsrechtliche Bedenken“, so das Amt der Kärntner Landesregierung in seiner Stellungnahme.

Vom Landesverwaltungsgericht Tirol heißt es in dessen Stellungnahme: „Ausgehend von den vorab aufgezeigten im Verfassungsrang stehenden Vorschriften ist daher im Falle des Vorbringens des Beschwerdegrundes eines mangelhaft ermittelten Sachverhaltes und/oder einer mangelhaften Beweiswürdigung jedenfalls ─ auch ohne Antrag ─ eine mündliche Verhandlung durchzuführen. Ein Abweichen von diesem Grundsatz führt zwingend zu einer Mangelhaftigkeit der jeweiligen gerichtlichen Entscheidung (...), verletzt somit rechtsstaatliche Prinzipien, wie insbesondere das Recht auf ein faires Verfahren.“

Platter verteidigt Schramböck

Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) wiederum hatte gestern betont, dass er dem von der Bundesregierung geplanten Standortentwicklungsgesetz „deutlich positiv“ gegenübersteht. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP), die für die Gesetzesvorlage zuständig ist, habe seine „volle Unterstützung“.

Der Städtebund meinte in seiner Stellungnahme: „Die rechtliche Umsetzung dieser wirtschaftlich prinzipiell zu begrüßenden Maßnahme im vorliegenden Entwurf wirft jedoch viele Fragen auf.“

Und auch der österreichische Rechtsanwaltskammertag hat Bedenken: „Für Projektwerber wäre es sehr einfach möglich, ein Verfahren entsprechend zu verzögern - etwa indem notwendige Unterlagen nicht vollständig vorgelegt werden - und so einen positiven Genehmigungsbescheid zu erwirken.“

Das umstrittene Standortentwicklungsgesetz (StEntG) wurde am 6. Juli in Begutachtung geschickt, die Begutachtungsfrist endet morgen. Das Gesetz soll mit 1. Jänner 2019 in Kraft treten. Damit sollen Großprojekte „im besonderen Interesse der Republik“ schneller genehmigt werden - auch wenn das zugehörige Verfahren der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nicht abgeschlossen ist. Dazu zählt explizit etwa die dritte Piste beim Flughafen Wien-Schwechat.

IKG fordert Rücktritt von FPÖ-Stadtrat

Der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) ist die Ermahnung seitens der Parteispitze als Reaktion auf den homophoben und rassistischen Ausritt des FPÖ-Stadtrats von Amstetten in Niederösterreich, Bruno Weber, zu wenig: „Ein Rücktritt ist fällig“, meinte IKG-Präsident Oskar Deutsch heute, und zwar „ohne Rückkehrrecht“.

Antisemitismus, Rassismus und Homophobie seien „keine ‚Meinung‘“, sondern „ein Verbrechen an der Menschlichkeit“.

Heftige Kritik nach homophobem Posting

Mit einem rassistischen und homophoben Facebook-Posting zu einem ÖBB-Werbesujet hatte Weber für heftige Kritik gesorgt. In der Werbung zu sehen sind ein Kind und zwei Männer - einer davon mit dunkler Hautfarbe.

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Ausland

Ex-CIA-Chef: Werde nicht schweigen

Der frühere CIA-Chef John Brennan, dem US-Präsident Donald Trump in einem ungewöhnlichen Schritt die Sicherheitsfreigabe entzogen hatte, hat zurückgeschlagen: In einem Beitrag in der „New York Times“ betonte er, er werde sich nicht zum Schweigen bringen lassen.

Trumps Schritt sei ein Beweis dafür, „dass er immer verzweifelter versucht, sich selbst und die Leute, die ihm am nächsten stehen, (vor der Untersuchung durch Sonderermittler Robert Mueller, Anm.) zu schützen“. „Er hat diese politisch motivierte Entscheidung, mir die Sicherheitsfreigabe zu entziehen, getroffen, um andere daran zu hindern, das Schweigen zu brechen und ihm zu widersprechen.“

Trump hatte zuvor den Schritt damit begründet, dass Brennan - der Trump immer wieder öffentlich kritisiert - seinen Zugang zu vertraulichen Informationen für negative Äußerungen über die Regierung missbraucht habe.

Mehr dazu in „Unbegründete, unverschämte“ Vorwürfe

Kneissl-Hochzeit: Putin-Besuch für Medien „unerwartet“

Russische Kommentatoren sehen den für Samstag geplanten Besuch von Russlands Präsident Wladimir Putin bei der Hochzeit von FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl als unerwartetes Ereignis.

Kneissl selbst wird dabei sowohl als mutige Kämpferin gegen eine „Kampagne zur Dämonisierung Putins“ als auch als Gesinnungsgenossin der einstigen Gegner der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg dargestellt.

Kommentator: Kneissl gegen „Kampagne zur Dämonisierung Putins“

Wladimir Below vom Europainstitut der russischen Akademie der Wissenschaften schreibt in der unabhängigen Wirtschaftszeitung „RBK“ von einer „freundlichen Geste“, die in „anderen EU-Staaten“ jedoch „negativ aufgenommen“ werde.

Das kremlnahe Onlinemedium Wsgljad schreibt: „Wahrscheinlich kennen einander Putin und Kneissl erst seit dem offiziellen Österreich-Besuch unseres Präsidenten vor einigen Monaten.“ Putin sei Gast bei der Hochzeit „einer Frau, die sich nicht nur der atlantischen Politik, sondern auch jener Kampagne zur Dämonisierung Putins entgegenstellt“.

Das oppositionelle russischen Onlinemedium Grani.ru bezeichnet den Besuch Putins als „Zeichen, dass Putin sein Herz ausgerechnet europäischen Rechtsaußenpolitikern verschrieben hat, jenen, gegen deren Gesinnungsgenossen (im Zweiten Weltkrieg, Anm.) die ‚Großväter‘ Krieg führten“, so der Kiewer Publizist Witali Portnikow.

Ukraine kritisiert Besuch

Die Reise des russischen Präsidenten sorgt auch für heftige Kritik in Kiew. „Von nun an kann Österreich kein Vermittler in der Ukraine mehr sein“, schrieb die fraktionslose Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses im ukrainischen Parlament, Hanna Hopko, auf Twitter. In einem Facebook-Posting bezeichnete die aus der Westukraine stammende Politikerin die Anwesenheit des russischen Präsidenten bei der Hochzeit der österreichischen Außenministerin zudem als „deutlichen Schlag gegen europäische Werte“.

Umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen

Ein Kreml-Sprecher bestätigte gestern, dass Putin Kneissls Hochzeit besuchen werde. Der russische Staatschef wird an der Feier in der Südsteiermark teilnehmen, hieß es. Für Putins Aufenthalt werden umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Reimon fordert Rücktritt

Der grüne EU-Abgeordnete Michel Reimon forderte unterdessen Kneissls Rücktritt. „Ein Despot ist nie privat“, so Reimon gegenüber der APA. „Außenministerin Kneissl trägt dafür die Verantwortung und sollte, um diesen Schaden von Österreich abzuwenden, sofort zurücktreten. Tut sie das nicht freiwillig, sollte Bundeskanzler Kurz sie dem Bundespräsidenten (Alexander Van der Bellen, Anm.) noch heute zur Entlassung vorschlagen“, sagte Reimon.

Polens Präsident legt sich bei Wahlrechtsänderung quer

Der polnische Präsident Andrzej Duda hat sein Veto gegen die von der regierenden PiS-Partei im Parlament durchgebrachte Wahlrechtsänderung angekündigt, die die großen Parteien bei der Wahl des Europaparlaments bevorzugen würde. Nach dem Gesetz müssten Parteien mindestens 16,5 Prozent der Stimmen erreichen, um einen Sitz im neuen Europaparlament zu erhalten, sagte Duda heute zur Begründung.

Für Duda nicht mehr proportional

Damit entferne man sich zu weit von einer proportionalen Vertretung, sagte der Präsident. Ein starkes Abschneiden von europaskeptischen Parteien wie der PiS könnte große Auswirkungen auf die künftigen politischen Entscheidungen in der dann noch 27 Mitglieder umfassenden EU haben.

Duda ist auch auf die Unterstützungen kleinerer Parteien angewiesen, sollte er 2020 zur Wiederwahl antreten. Gegenkandidat könnte der frühere Ministerpräsident und derzeitige EU-Ratspräsident Donald Tusk sein.

Dauerstreit mit Brüssel

Polen und die EU liegen derzeit im Streit wegen der umstrittenen Justizreform der PiS-Regierung. Die EU-Kommission wirft der polnischen Regierung vor, die Unabhängigkeit der Justiz und damit eines der Fundamente der Demokratie aushebeln zu wollen.

Sie hat deswegen Dienstag die zweite Stufe des Vertragsverletzungsverfahrens gegen Polen eingeleitet. Polen hat einen Monat Zeit, um die Forderungen der Kommission umzusetzen, bevor diese Klage beim Europäischen Gerichtshof einreicht.

Indiens Ex-Premier Vajpayee tot

Der dreimalige indische Premierminister Atal Bihari Vajpayee ist im Alter von 93 Jahre gestorben. Der Politiker, Dichter und frühere Journalist starb heute nach langer Krankheit in Delhi, wie Regierungschef Narendra Modi bekanntgab.

Der Hindu-Nationalist Vajpayee galt als Wegbereiter des Aufstiegs der rechten BJP zur dominierenden politischen Kraft in Indien in den 90er Jahren. Mit seiner glänzenden Rhetorik fesselte er zahlreiche Anhängerinnen und Anhänger.

Vajpayee war vor zwei Monaten mit einem Nierenleiden ins Krankenhaus eingeliefert worden. Bereits 2004 hatte er sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Höhepunkt der Karriere in 90ern

Vajpayees fünf Jahrzehnte umfassende Karriere erreichte in den 90er Jahren ihren Höhepunkt, als er mit seiner BJP die traditionelle Dominanz der Kongress-Partei über die indische Politik brach. Er war der erste Nicht-Kongress-Politiker, der nach Indiens Unabhängigkeit eine volle Amtszeit als Premierminister amtierte - von 1998 bis 2004. Zuvor schon war er zweimal für kurze Zeit Regierungschef gewesen.

Vajpayee hatte auch als Förderer zahlreicher erfolgreicher Politiker Einfluss. Zu ihnen zählt auch der derzeitige Regierungschef Modi. Sein Tod sei „für mich ein persönlicher und unersetzlicher Verlust“, sagte Modi. Vajpayee habe „die Grundlagen für ein starkes, wohlhabendes und integratives Indien im 21. Jahrhundert gelegt“.

Bewaffnete greifen Geheimdiensteinrichtung in Kabul an

Bewaffnete haben in der afghanischen Hauptstadt Kabul ein Ausbildungszentrum des Geheimdienstes NDS angegriffen. Die Gruppe habe sich in einem nahe gelegenen Gebäude verschanzt und schieße auf das NDS-Zentrum, sagte ein Sprecher des Innenministeriums heute. Die Gefechte zwischen den Angreifern und Sicherheitskräften dauerten noch an, sagte ein Polizeisprecher.

Nach dem Anschlag vom Vortag im Westen Kabuls gibt es unterdessen widersprüchliche Opferzahlen. Das Gesundheitsministerium hatte am Abend von 48 Toten und 67 Verletzten gesprochen, nun aber die Zahl auf 34 Tote und 56 Verwundete nach unten korrigiert.

Ein Vertreter der Anrainerinnen und Anrainer sprach von 65 Toten. Weitere 75 Menschen seien verletzt worden, weitere zehn bis 15 würden vermisst. Er erklärte sich die unterschiedlichen Zahlen damit, dass viele Familien die Leichen ihrer Kinder mit nach Hause genommen hätten.

Bisher hat sich noch niemand zu dem Anschlag im Westen Kabuls bekannt. Das UNO-Kinderhilfswerk verurteilte den Anschlag, bei dem hauptsächlich Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren getötet wurden, als abscheulich. „Diese Gewalt muss stoppen“, hieß es in der Mitteilung von UNICEF. Kinder dürften nie Ziel von Gewalt sein. Den Vereinten Nationen zufolge wurden in dem Konflikt in Afghanistan im ersten Halbjahr 363 Kinder getötet und 992 verletzt.

Regierung: Malis Staatschef Keita wiedergewählt

Im Krisenstaat Mali ist Präsident Ibrahim Boubacar Keita nach vorläufigen Ergebnissen wiedergewählt worden. Der seit 2013 amtierende Staatschef gewann die Stichwahl mit 67,17 Prozent der Stimmen, wie der Minister für territoriale Verwaltung, Mohamed Ag Erlaf, heute mitteilte. Sein Herausforderer Soumaila Cisse erhielt 32,83 Prozent der Stimmen.

Das endgültige Ergebnis wird vom Verfassungsgericht verkündet. Nach der ersten Wahlrunde am 29. Juli hatte Oppositionsführer Cisse dem Staatschef Wahlbetrug vorgeworfen und das Ergebnis vor dem Verfassungsgericht angefochten. Dieses bestätigte jedoch das Ergebnis.

Auch das Ergebnis der Stichwahl will die Opposition nicht anerkennen. Es gebe Hinweise auf Wahlbetrug, hatte der ehemalige Finanzminister Cisse schon vor Bekanntgabe des Ergebnisses gesagt. Er rief die Malier auf, sich zu „erheben“. Keita wiederum warnte vor „inszeniertem Wahlbetrug“. Die Wahlbeteiligung war mit 34,5 Prozent niedrig.

EU

Umfrage zur Sommerzeit „kein Referendum“

Die gut 500 Millionen EU-Bürgerinnen und -Bürger können noch bis 23.00 Uhr in einer Onlineumfrage der EU-Kommission angeben, ob sie künftig gerne ohne Zeitumstellung leben würden - und wenn ja, ob sie Normal- oder Sommerzeit bevorzugen. Allerdings ist die Umfrage „kein Referendum, sondern ein zusätzliches Mittel, das die Kommission in der Politikgestaltung hat“, sagte ein Sprecher heute.

So sei etwa auch das Gespräch mit Experten gesucht worden. Alle Maßnahmen würden in die Entscheidung der Kommission einfließen. Kritiker sehen in der Zeitumstellung eine Gesundheitsgefährdung für Menschen. Im Juli wollte die Kommission die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit noch nicht abschließend beantworten.

Wirtschaftsministerium gegen Sommerzeit

Das österreichische Wirtschaftsministerium ist gegen die Sommerzeit. „Die Zeitumstellung ist ein historisches Relikt ohne praktischen Nutzen für die Wirtschaft und die Bevölkerung“, sagte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) in einer Stellungnahme am letzten Tag der Abstimmung.

Das ursprüngliche Ziel bei der Einführung waren Energiespareffekte, die sich in der Praxis nicht nachweisen ließen und nicht zuordenbar seien. Das Ministerium habe als zuständiges Fachressort an der Konsultation teilgenommen und werde zudem eine offizielle Stellungnahme an die EU-Kommission übermitteln.

Ergebnis soll bald nach Umfrage veröffentlicht werden

Eine erste Übersicht der Umfrage, etwa die Zahl der Teilnehmenden, will die Kommission morgen veröffentlichen, so ein Sprecher. Die Berichte über das Ergebnis der Umfrage sollten dann so schnell wie möglich veröffentlicht werden, er wolle aber keine Ergebnisse vorwegnehmen, sagte er.

Die europäische Bevölkerung zeigte sich jedenfalls bisher sehr an der Frage der Zeitumstellung interessiert. Bereits zur Hälfte der Laufzeit der Onlineumfrage wurden mehr als eine Million Antworten registriert. Seither publizierte die Kommission keine Daten mehr. Zeitweise war die Website zur Abstimmung nicht erreichbar und offenbar überlastet.

Sport

Rapid muss in Europa League gegen Slovan liefern

Für Rapid und Trainer Goran Djuricin steht heute (20.30 Uhr, live in ORF eins) in der Qualifikation zur Europa League gegen Slovan Bratislava ein richtungsweisendes Spiel auf dem Programm. Der Haussegen in Hütteldorf hängt nach zuletzt mäßigen Auftritten schief, der Druck nach dem 1:2 in Hinspiel ist groß.

„Ich sehe in den Augen meiner Spieler, dass sie wissen, worum es geht“, sagte Djuricin. „Sie werden ein Zeichen setzen und alles tun, damit wir aufsteigen.“

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Wirtschaft

Selbstfahrende Autos bringen Uber Verluste

Der Fahrdienstvermittler Uber hat in den vergangenen Monaten Tag für Tag bis zu zwei Millionen Dollar für die Entwicklung selbstfahrender Autos ausgegeben. Zuletzt konnten immerhin die Einnahmen deutlich gesteigert werden. Das geht aus den Geschäftszahlen hervor, die das Unternehmen gestern in San Francisco veröffentlichte. Von der Gewinnzone ist Uber allerdings noch weit entfernt.

Im zweiten Quartal stieg der Nettoumsatz um 51 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 2,7 Mrd. Dollar (rund 2,4 Mrd. Euro). Der bereinigte Nettoverlust stieg von 577 Mio. auf 659 Mio. Dollar. Nach einem Bericht des Portals The Information fiel der Verlust vor allem deswegen so hoch aus, weil Uber gewaltige Summen in die Entwicklung selbstfahrender Autos steckt.

Das Unternehmen habe die vergangenen eineinhalb Jahre zwischen 125 Mio. und 200 Mio. Dollar (177 Mio. Euro) für diese Forschungsarbeiten ausgegeben.

Einige Investoren sollen das Unternehmen drängen, den Bereich für selbstfahrende Autos zu verkaufen, weil Uber selbst noch keinen Weg zur Kommerzialisierung der entwickelten Technologie gefunden habe. Die Pläne des Unternehmens hatten im März einen Rückschlag erlitten, als bei einem Unfall im US-Bundesstaat Arizona ein Roboterwagen von Uber eine Fußgängerin tödlich verletzte.

Thailand will sich gegen Import von Elektroschrott wehren

Thailand will künftig keinen Plastik- und Elektroschrott aus anderen Ländern mehr aufnehmen. Die Militärregierung in Bangkok kündigte heute ein neues Gesetz an, das den Import von solchem Abfall strikt verbietet.

Umweltminister Surasak Kanchanarat sagte der Tageszeitung „The Nation“: „Wir müssen eine gute Umwelt und die Gesundheit unserer Bürger vor die industrielle Entwicklung stellen.“ Die Neuregelung soll innerhalb der nächsten beiden Jahre in Kraft treten.

In Thailand waren in den vergangenen Monaten enorme Mengen an Elektromüll aus der EU, den USA sowie Japan, Hongkong und Singapur gelandet. Laut Medienberichten kamen große Teile davon illegal ins Land. Zuvor hatte China - bisher der größte Importeur - ein weitgehendes Einfuhrverbot für solchen Müll verhängt. Thailand selbst ist einer der größten Produzenten von Plastikmüll. Viel davon landet im Meer.

Chronik

Betrunkener E-Biker stürzte zwölf Meter ab

Ein Ausflug auf den Karren in Dornbirn (Vorarlberg) hat gestern für einen 49-Jährigen im Krankenhaus geendet. Der Mann stürzte bei der Fahrt ins Tal mit seinem E-Bike rund zwölf Meter über eine steile Böschung. Er war laut Polizei stark alkoholisiert.

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Hund ausgewichen: Frau stürzt von E-Bike

Weil sie einem freilaufenden Hund ausweichen wollte, stürzte gestern eine 67-Jährige im Bezirk Voitsberg mit ihrem E-Bike. Die Weststeirerin erlitt schwere Kopfverletzungen.

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Tödlicher Messerangriff in deutscher Arztpraxis

In einer Arztpraxis in Offenburg im deutschen Bundesland Baden-Württemberg ist ein Mediziner erstochen worden. Eine Praxishelferin wurde bei dem Messerangriff heute schwer verletzt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Der Täter flüchtete. Nach einer sofort eingeleiteten Großfahndung nahm die Polizei einen Verdächtigen fest.

Der Arzt erlag kurz nach dem Messerangriff seinen schweren Verletzungen. Zum Gesundheitszustand der schwer verletzten Mitarbeiterin machten die Ermittler zunächst keine weiteren Angaben. Die Polizei fahndete mit einem Großaufgebot nach dem Mann, der den Arzt und die Praxishelferin attackiert haben soll. Auch eine Hubschrauberstaffel, die Hundestaffel und Kräfte der Bundespolizei waren dabei im Einsatz.

Gut eine Stunde nach der Tat wurde ein Verdächtiger in Offenburg festgenommen. Es werde jetzt geprüft, ob es sich um den mutmaßlichen Täter handle, sagte ein Polizeisprecher. Die Fahndung sei aber beendet worden. Zu den möglichen Hintergründen der Tat konnte er zunächst keine Angaben machen.

Fluglinie darf nach „Tante Ju“-Absturz weiterfliegen

Nach dem Absturz des Oldtimerflugzeuges Junkers Ju-52 („Tante Ju“) in der Schweiz Anfang August darf die Oldtimerfluglinie jetzt wieder den Flugbetrieb aufnehmen. Daran sind allerdings drei Auflagen des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL) geknüpft. So müssen die verbleibenden zwei Flugzeuge der Airline eine Flughöhe einhalten, die über der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestflughöhe liegt.

Außerdem müssen die Flugzeuge der Ju-Air ein GPS-Datenaufzeichnungsgerät an Bord haben. Das Gerät muss jeden Flug aufzeichnen und eine nachträgliche Beurteilung der Flugroute ermöglichen. Drittens müssen die Passagiere während des ganzen Fluges angeschnallt auf ihren Plätzen sitzen bleiben. Sie dürfen nicht mehr im Flugzeug herumgehen und auch das Cockpit während des Fluges nicht besuchen.

Nach dem Absturz mit 20 Toten - darunter ein Ehepaar aus Niederösterreich mit seinem Sohn - ergaben sich bei der Untersuchung keine Hinweise auf ein generelles technisches Problem der Ju-52, das ein Grounding der restlichen Flotte rechtfertigen würde.

Kultur

Superstar des Pop: Madonna ist 60

Sie gilt als der weibliche Popstar schlechthin: Heute feiert die als Madonna Louise Ciccone geborene Italoamerikanerin ihren 60. Geburtstag. Geboren in einem Vorort von Detroit gelang es ihr, ab den 1980er Jahren das von Männern beherrschte Musikgeschäft aufzurollen.

Zahlreiche Popklassiker

Madonna experimentierte im Laufe ihrer langen Karriere mit verschiedensten Musikgenres. Einen Namen machte sie sich Anfang der 1980er mit Dance-Popstücken. „Everybody“ landete 1982 in den Dance-Charts auf dem ersten Platz, die bald folgenden Singles „Holiday“ und „Like a Virgin“ sind heute Popklassiker. Im ironischen Titel „Material Girl“ klang bereits an, dass starke, selbstbestimmte Frauen zum Leitmotiv in ihrer Laufbahn werden würden.

Madonna, 1985

AP/Amy Sancetta

Madonna im Jahr 1985: Die Italoamerikanerin mischte die Popwelt auf

Stylisch und sexy kam sie in ihren Musikvideos daher und zog sich für „Playboy“ und „Penthouse“ aus, ohne ihr Ansehen dabei einzubüßen. Jugendliche Mädchen kopierten den Look. Als Madonna in einem 60 Millionen Dollar (52 Mio. Euro) schweren Vertrag Chefin der Time-Warner-Tochter Maverick wurde, bewies sie, dass sie als Geschäftsfrau ebenso viel erreichen kann wie auf der Bühne.

Die Rock ’n’ Roll Hall of Fame beschreibt Madonna heute als „vollständig befreite Frau, die das Leben nach ihren eigenen Regeln lebt“.

Patchwork-Großfamilie

Dazu passte auch, dass Madonna in ihren (nicht allzu langlebigen) Ehen mit Schauspieler Sean Penn und später dem britischen Regisseur Guy Ritchie sehr unabhängig lebte. In Projekten mit männlichen Musikern - darunter Justin Timberlake, Pharrell Williams und Kanye West - hielt sie die Fäden ebenfalls in der Hand.

Madonna, 1990

AP/Sandy Hill

Madonna bei einem Auftritt 1990

Im Kampf um ihre Adoptivsöhne David Banda und Mercy James aus Malawi setzte sie sich durch und adoptierte im Frühjahr 2017 noch die Zwillinge Estere und Stella dazu. Mit den zwei leiblichen Kindern Rocco und Lourdes zeigte sie sich im selben Jahr als alleinerziehende, stolze Mutter von sechs Kindern.

Karriere in Hollywood

Madonna hat bisher 13 Alben herausgebracht. Siebe mal gewann sie einen Grammy. Mit 35 Mio. verkauften Tonträgern ist sie laut „Guinness Buch der Rekorde“ die Musikerin mit den meisten Plattenverkäufen weltweit.

Madonna, 2017

Reuters/Lucas Jackson

Kürzlich übersiedelte der Star - hier im Jahr 2017 - nach Europa

Neben ihrer Musikkarriere reüssierte sie auch als Schauspielerin in etwa zwei Dutzend Filmen. „Evita“ und ihre Komödien „Susan ... verzweifelt gesucht“ und „Who’s That Girl“ reichten an ihre Musik nicht heran. Die Rollen rückten sie selbst aber noch um einiges näher an ihr Idol Marilyn Monroe, als die sie auf der Titelseite der Zeitschrift „Vanity Fair“ 1991 posierte.

Vor Kurzem zog es Madonna nach Europa. Bei ihrem Umzug habe sie sich zwischen Turin, Barcelona und Lissabon entscheiden müssen, sagte sie in einem Interview. Der Grund: Alle drei Städte haben renommierte Fußballakademien, und ihr zwölfjähriger Sohn David will professionell Fußball spielen. Geworden ist es schließlich Lissabon.

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Phil Collins denkt über Genesis-Reunion nach

Phil Collins (67) hält ein Comeback seiner Band Genesis für möglich - allerdings nur bei einer personellen Änderung: Sein jugendlicher Sohn Nicholas sollte dann seinen früheren Platz am Schlagzeug einnehmen.

Phil Collins

APA/AFP/Julio Cesar Aguilar

„Ich glaube, dass, wenn wir irgendetwas machen würden, es mit Nic an den Drums sein müsste. Weil ich nicht glaube, dass ich dazu in der Lage bin“, sagte Collins, der wegen eines Nervenschadens die Drumsticks nicht mehr fest in der Hand halten kann, der Musikzeitschrift „Rolling Stone“ in einem gestern veröffentlichten Interview.

Bereits bei Solotour dabei

Erfahrung mit dieser Rollenaufteilung haben Vater und Sohn bereits: Bei Collins’ aktueller Solotour „Not Dead Yet“ singt der 67-Jährige und wird von Nicholas am Schlagzeug begleitet. Er glaube, dass der Teenager in den Augen der beiden anderen Bandmitglieder Mike Rutherford und Tony Banks „groß genug ist, um ihn als Teil der Band an Bord zu nehmen“, sagte Collins.

Er räumte aber auch ein, dass die beiden noch nicht wirklich in den Plan eingeweiht worden seien: „Ich habe Tony gegenüber sehr leise erwähnt, dass Nic an den Drums sitzen müsste, wenn wir noch einmal etwas machen würden. Er hat nicht Nein gesagt. Aber ich bin nicht sicher, ob er mich gehört hat oder nicht.“

Religion

Widerstand gegen Papst-Position zu Todesstrafe in USA

In den USA verstärkt sich der Widerstand gegen die von Papst Franziskus lehramtlich ausgesprochene Ächtung der Todesstrafe. Franziskus hatte am 2. August den betreffenden Paragrafen im Katechismus der katholischen Kirche dahingehend geändert.

Diese Entscheidung sei „skandalös“, weil sie im Widerspruch zur Heiligen Schrift stehe. Das Lehramt dürfe sich niemals darüber hinwegsetzen, fordern rund 45 Universitätsprofessoren und andere Unterzeichnende von der Kirchenleitung.

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Science

Schanghai-Ranking: Sechs österreichische Unis in Top 500

Universitäten aus den USA und Großbritannien dominieren erneut das nun veröffentlichte neue „Shanghai Academic Ranking of World Universities“. Die besten 18 Unis kommen aus diesen beiden Ländern.

Aus Österreich haben es sechs Universitäten in die Rangliste geschafft, zwei mehr als im Vorjahr. Das beste nationale Ergebnis erzielte erneut die Universität Wien, sie kommt in die Ranggruppe 151-200.

An der Spitze gab es gegenüber dem Vorjahr keine Veränderung: Die Harvard University bleibt auf Rang eins, gefolgt von der Stanford University und der Universität Cambridge, die damit gleichzeitig beste europäische Hochschule ist. Beste kontinentaleuropäische Unis sind die ETH Zürich auf Platz 19 und die Uni Kopenhagen (29).

Einzige heimische Uni unter den besten 200 ist die Universität Wien in der Ranggruppe 151-200 (ab Platz 101 wird nur noch in 50er-Schritten aufgelistet, ab Platz 201 in 100er-Schritten), ihre Platzierung ist unverändert zum Vorjahr. Die Uni Innsbruck ist leicht abgerutscht und rangiert nun auf den Rängen 201-300. In dieser Gruppe kommt - unverändert zum Vorjahr - auch die Medizinische Universität Wien zu liegen.

Verbessert hat sich die Technische Universität (TU) Wien, die von den Plätzen 401-500 in die Gruppe 301-400 vorgestoßen ist. Aufgestiegen sind auch die Medizinuni Innsbruck und die Universität Graz, die es in die Ranggruppe 401-500 geschafft haben und in den vergangenen beiden Jahren nicht unter den Top 500 waren.