Ausland

Trump zeigt im Konflikt mit Türkei und China Härte

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters zeigte sich US-Präsident Donald Trump gestern sowohl im Konflikt mit der Türkei als auch im Handelsstreit mit China unnachgiebig. So werde er der Türkei etwa nicht entgegenkommen, um eine Freilassung des dort festgehaltenen US-Pastors Andrew Brunson zu erwirken, so Trump. Es werde keine Zugeständnisse geben.

Trump sagte, seiner Meinung nach habe er mit Erdogan eine Abmachung gehabt. Demnach half er nach eigenen Worten dabei, Israel zu überreden, eine türkische Bürgerin freizulassen. Im Gegenzug sei er davon ausgegangen, dass Erdogan Brunson freilassen werde. Die türkische Regierung dementierte, jemals einer Freilassung Brunsons zugestimmt zu haben.

Keine Hoffnung auf Entspannung im Handelstreit

Auch im Handelsstreit mit China signalisierte Trump langen Atem. Er habe sich keinen Zeitrahmen für eine Beendigung des Konflikts gesetzt. Er erwarte nicht, dass bei den Handelsgesprächen mit China diese Woche in Washington viel herauskomme. Die USA und China liefern sich seit Monaten einen Handelsstreit. Sie haben gegenseitige Importzölle verhängt. Auch mit anderen Ländern, darunter den Mitgliedern der Europäischen Union, hat Trump Handelskonflikte angezettelt.

Trump warf China und Europa vor, ihre Währungen zu manipulieren. Doch auch den Kurs der Notenbank Fed kritisierte der US-Präsident. „Ich bin nicht davon begeistert, dass er (Anm.: Fed-Präsident Jerome Powell) die Zinsen erhöht. Nein, ich bin nicht begeistert“, sagte Trump. Vielmehr sollte sich die Fed zurückhalten und ihm „etwas helfen“.

Trump hält zweites Treffen mit Kim für sehr wahrscheinlich

Zudem beklagte Trump, dass China beim Thema der nordkoreanischen Denuklearisierung aufgrund des Handelsstreits nicht mehr so stark behilflich sei wie in der Vergangenheit. Ein zweites Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hält Trump jedoch für sehr wahrscheinlich. Er wolle das aber nicht näher kommentieren. Trump nannte keine Details zu Ort oder Zeitpunkt eines möglichen Treffens.

Flüchtlingsschiff: Salvini stellt Bedingungen

Italiens Verkehrsminister Danilo Toninelli erteilte dem Schiff der italienischen Küstenwache mit 177 Flüchtlingen, Migrantinnen und Migranten an Board gestern die Erlaubnis in Sizilien anzulegen. Der Innenminister des Landes, Matteo Salvini, soll sich laut Kreisen des Innenministeriums allerdings dagegen ausgesprochen haben. Er wolle zuerst Garantien, dass die Flüchtlinge von anderen Ländern aufgenommen würden. Vorher dürften sie nicht von Bord gehen.

Die „Diciotti“ dürfe laut Toninelli in Catania einlaufen, unklar bleibt allerdings, wann konkret das Boot anlegen darf. Zuvor hatte Salvini gedroht, die Migranten und Migrantinnen nach Libyen zurückzuschicken, wenn Europa Italien keine konkreten Hilfen anbiete. Nichtregierungsorganisationen verweisen immer wieder auf Gewalt und andere Menschenrechtsverletzungen in den libyschen Flüchtlingsunterkünften. Sie lehnen daher eine Rückführung von Migranten und Migrantinnen in das nordafrikanische Land ab.

Streit über die Aufnahme von Bootsflüchtlingen

Das Schiff war seit Donnerstag vor der italienischen Insel Lampedusa festgesessen. Salvini argumentierte, die Bootsflüchtlinge seien in Gewässern gerettet worden, für die eigentlich Malta zuständig sei. Die maltesischen Behörden erklärten dazu, das treffe zwar zu, doch die Bootsflüchtlinge hätten jede Hilfe verweigert und weiter Kurs auf Lampedusa genommen.

Zwischen Italien und Malta gab es in den vergangenen Monaten immer wieder Streit über die Aufnahme von Bootsflüchtlingen - die seit Juni amtierende Regierung in Rom hat die italienischen Häfen für Bootsflüchtlinge gesperrt. Vergangene Woche hatte Malta das Flüchtlingsrettungsschiff „Aquarius“ erst nach tagelanger Irrfahrt einlaufen lassen, nachdem mehrere EU-Staaten die Aufnahme der 141 Flüchtlinge an Bord zugesagt hatten.

Argentinien will gegen Venezuela vor Gericht ziehen

Angesichts des harten Kurses Venezuelas gegen die Opposition will Argentinien vor den Internationalen Strafgerichtshof ziehen. „In Venezuela werden Menschenrechte systematisch verletzt. Sie haben den Respekt für den Wert des Lebens verloren“, sagte der argentinische Präsident Mauricio Macri im Fernsehsender CNN. Er kündigte an, einen entsprechenden Antrag gemeinsam mit den Staatschefs von Kolumbien, Chile und Paraguay in wenigen Wochen einzureichen.

Zudem äußerte er Zweifel daran, dass der venezolanische Präsident Nicolas Maduro tatsächlich Anfang des Monats Ziel einer Drohnenattacke bei einer Militärparade war. Sein Verhalten seitdem deute darauf hin, „dass es nicht sehr wahrscheinlich ist, dass es so war“, sagte Macri. Seit dem mutmaßlichen Anschlag hat Maduros Regierung ihren Kurs gegen Oppositionelle noch einmal verschärft, mehr als ein Dutzend Menschen wurden festgenommen.

Venezuela in tiefer Wirtschaftskrise

Venezuela steckt infolge von Ölpreisverfall und Misswirtschaft in einer tiefen Wirtschaftskrise, die Inflation ist außer Kontrolle geraten. Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) könnte die Geldentwertung in diesem Jahr eine Million Prozent erreichen. Die Hyperinflation, Knappheit bei Nahrungsmitteln und Medikamenten sowie Engpässe bei der Strom- und Wasserversorgung machen vielen Venezolanern zu schaffen.

Die Opposition macht Maduro für die Wirtschaftskrise verantwortlich. Sie wirft ihm außerdem vor, die Demokratie in Venezuela auszuhebeln. Nach monatelangen Protesten der Opposition im vergangenen Jahr, bei denen 125 Menschen getötet worden waren, hatte Maduro durch eine Verfassunggebende Versammlung de facto das Parlament ausgehebelt, in dem die Opposition die Mehrheit hatte.

Demonstrant nach Polizeieinsatz in Bukarest gestorben

Mehr als eine Woche nach dem Polizeieinsatz gegen regierungskritische Demonstrierende in Bukarest ist ein Mann seinen Verletzungen erlegen. Der 68-Jährige sei am vergangenen Mittwoch in ein Krankenhaus eingeliefert worden und sei in der Nacht auf gestern an Herzstillstand gestorben, wie die Klinik mitteilte. Behörden zufolge wurde er bei der Großdemonstration am 10. August zunächst wegen Nasenbluten behandelt.

In ein Krankenhaus wollte er zu dem Zeitpunkt nicht. Seiner Frau erzählte er zu Hause, dass er große Mengen Tränengas eingeatmet habe, obwohl er nicht ganz vorne in der Demonstration mitgelaufen war, wie sie sagte. Im Krankenhaus wurde nach seiner Einlieferung eine innere Blutung festgestellt. Das Krankenhaus rief die Polizei dazu auf, zu dem genauen Hergang Ermittlungen einzuleiten.

Bei dem Protest gegen staatliche Korruption waren in der rumänischen Hauptstadt mehr als 80.000 Menschen auf die Straße gegangen. Die Polizei ging mit Wasserwerfern, Tränengas, Pfefferspray und Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor. Mehr als 450 Menschen wurden verletzt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft reichten mehr als 350 Menschen Beschwerden gegen Sicherheitskräfte ein.

Taliban lassen in Afghanistan 40 Gefangene frei

In Afghanistan haben radikalislamische Taliban rund 40 Sicherheitskräfte freigelassen. Die Polizisten, Soldaten und Mitarbeiter des Geheimdiensts hätten sich gestern im Zuge eines Überfalls der Taliban auf den Bezirk Balcharag in der nordafghanischen Provinz Fariab den Aufständischen ergeben, sagte das Mitglied des Provinzrates, Mohammed Sami Chaircho.

Die Regierung warte indes weiterhin auf eine Antwort der Taliban, ob sie einem Angebot für eine Waffenruhe zustimmen, sagte Präsidentensprecher Harun Tschachansuri dem TV-Sender Tolo. Laut Tschachansuri will die Regierung die Operationen gegen die Aufständischen so lange fortsetzen, bis die Taliban formal einer Waffenruhe zustimmen.

Dreimonatige Waffenruhe angekündigt

Präsident Ashraf Ghani kündigte am Sonntag eine dreimonatige Waffenruhe an. Das Angebot gilt seit heute. Die afghanischen Sicherheitskräfte würden diese jedoch nur einhalten, wenn auch die Taliban zustimmten.

US-Außenminister Mike Pompeo begrüßte die angekündigte Feuerpause in Afghanistan. Die USA und ihre internationalen Partner unterstützten die Initiative der afghanischen Regierung. Pompeo rief die radikalislamischen Taliban auf, sich an der Waffenruhe zu beteiligen. Auch China und Pakistan begrüßten das Angebot von Ashraf Ghani.

Die erste von Ghani angekündigte Waffenruhe im Juni wurde von den Taliban für drei Tage während der Feiern zum Fest des Fastenbrechens, Eid al-Fitr, eingehalten. Sie endete aber, als die Taliban das Angebot der afghanischen Regierung ablehnten, die Waffenruhe über die drei Tage hinaus zu verlängern. Kurz darauf brach erneut Gewalt aus.

Inland

AUVA-Vorstand entscheidet über verordneten Sparkurs

Der Vorstand der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) entscheidet heute über den von der Bundesregierung verordneten Sparkurs. 430 Mio. Euro müssen jährlich hereingebracht werden, 135 Mio. davon durch Verwaltungseinsparungen und Kooperationen. Einstimmigkeit ist in dem 14-köpfigen Gremium nicht zu erwarten, zumindest die fünf SPÖ-Arbeitnehmervertreter dürften dagegen stimmen.

Beraten wird jenes Paket, das Gesundheits- und Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) kürzlich zusammen mit der ÖVP und AUVA-Obmann Anton Ofner vorgestellt hat. Es verspricht den Arbeitgebern eine Senkung ihrer Beiträge von zunächst 1,3 auf 1,2 und später auf 0,8 Prozent.

295 Mio. Euro sollen unter anderem dadurch aufgebracht werden, dass die AUVA im Zuge der Kassenreform etwa die Behandlung von Freizeitunfällen durch andere Träger bezahlt bekommt. Die AUVA-Spitäler sollen in eine Betriebs-GmbH ausgelagert werden.

Liste Pilz: Maria Stern zur neuen Parteichefin gewählt

Die Liste Pilz hat schon ein Jahr nach ihrer Gründung einen Wechsel an der Parteispitze vollzogen: Maria Stern, Mitinitiatorin des Frauenvolksbegehrens, ist gestern Abend zur Obfrau gewählt worden. Sie löste Listengründer Peter Pilz ab, der an ihrer Stelle im Nationalrat sitzt. Pilz selbst ist zukünftig stellvertretender Parteichef. Details werden morgen bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben.

Maria Stern (Liste Pilz)

picturedesk.com/Ernst Weingartner

Stern wurde von den 25 Mitgliedern einstimmig gewählt, sie selbst hatte sich ihrer Stimme enthalten. Die neue Parteivorsitzende wurde 1972 in Berlin geboren und lebt seit ihrer Kindheit in Österreich. Sie verbrachte drei Jahre in den Niederlanden und einige Zeit in Serbien. Stern ist Lehrerin, Initiatorin und Obfrau des Vereins „Forum Kindesunterhalt“, ehemalige Sprecherin des Frauenvolksbegehrens 2.0, Singer-Songwriterin und Krimiautorin.

Beraten wurde bei der Mitgliederversammlung auch über einen Namen der Liste Pilz. Eine Agentur war beauftragt worden, Vorschläge auszuarbeiten. Eine Entscheidung gab es laut einer Sprecherin aber noch nicht.

Peter Westenthaler musste laut Bericht Haft antreten

Der ehemalige FPÖ-Generalsekretär und spätere BZÖ-Obmann Peter Westenthaler hat die wegen schweren Betrugs und Untreue über ihn verhängte Haftstrafe in der Justizanstalt Wien-Simmering angetreten, berichtet der „Kurier“ (Onlineausgabe) gestern. Er wurde zu zwei Jahren, acht Monaten davon unbedingt, verurteilt. Vier davon muss er mindestens absitzen, um die „Fußfessel“ beantragen zu können.

Westenthaler war in einem Verfahren um eine Fördermillion an die heimische Fußballbundesliga sowie eine 300.000 Euro-Zahlung der Österreichischen Lotterien an das BZÖ des schweren Betrugs und der Untreue als Beteiligter für schuldig befunden worden. Wegen eines Strafaufschubs musste er erst jetzt die Haft antreten.

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Sport

Formel 1: Gasly erhält Red-Bull-Cockpit

Red Bull Racing hat wie erwartet den Franzosen Pierre Gasly für die kommende Formel-1-Saison zum zweiten Fahrer ernannt. Der 22-Jährige, aktuell im B-Team Toro Rosso hinter dem Lenkrad, wird Teamkollege des Niederländers Max Verstappen. Der 22-Jährige ersetzt den zu Renault abwandernden Australier Daniel Ricciardo. „Er ist einer der aufregendsten jungen Piloten im Motorsport“, so Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

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Bundesliga: Austria setzt auf Offensive

Die Austria darf nach zwei Heimspielen durchaus zufrieden sein. Mit einem 4:0 gegen die Admira zeigten die Wiener am Sonntag in der Bundesliga, dass mit ihnen auch offensiv zu rechnen ist. Trainer Thomas Letsch setzte drei Stürmer ein und wurde dafür belohnt, wenn auch aufgrund von Abstimmungsproblemen die Admira Topchancen vorfand. Während sich im Kader der Austria viele Offensivspieler um Einsatzminuten drängen, stellt Admira-Coach Ernst Baumeister seinen Spielern die Qualitätsfrage, was nach nur einem Tor in vier Spielen auch nicht verwundert.

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Wirtschaft

Aston Martin baut James Bonds Auto aus „Goldfinger“ nach

Durch die Straßen kurven wie James Bond: Diesen Traum werden sich betuchte Fans erfüllen können. Der Hersteller Aston Martin kündigte gestern an, insgesamt 28 Fahrzeuge des Typs DB5 wieder zu bauen - mit Bond-Sonderausstattung. Der Aston Martin DB5 kam erstmals in „Goldfinger“ (1964), dem dritten Bond-Film mit Sean Connery, zum Einsatz. Er gilt als das bekannteste aller Bond-Autos.

Die ersten Remake-Fahrzeuge sollen 2020 ausgeliefert werden, teilte der britische Autohersteller mit. Von den 28 Aston Martins stehen 25 zum Verkauf. Der Stückpreis: 2,75 Millionen Pfund (drei Millionen Euro) plus Steuern.

Wie im Film bringt der neue DB5 ein paar Besonderheiten mit. Nach Angaben des Unternehmens soll der Wagen auch ein rotierendes Nummernschild bekommen. Diese und andere technische Spielereien würden in Zusammenarbeit mit Experten für Spezialeffekte der James-Bond-Filme entwickelt. Die versteckten Maschinenpistolen aus „Goldfinger“ dürften allerdings wohl entfallen.

United Internet kauft Linzer Webhoster World4You

Das Linzer Unternehmen World4You, heimischer Marktführer im Webhosting, ist nun in deutscher Hand: Der Internet- und Mobilfunkriese United Internet hat den Betreiber von Internetauftritten um einen hohen zweistelligen Millionenbetrag gekauft. Das bestätigte der Unternehmensgründer Johannes Kührer auf Anfrage der APA. Er selbst bleibt demnach auch Geschäftsführer der Firma, die er vor 20 Jahren startete.

World4You verwaltet für 100.000 Kunden mehr als 250.000 Internetauftritte und soll weiterhin eigenständig geführt werden. Das Unternehmen hat 35 Mitarbeiter sagte Kührer. „Wir werden mit United Internet den Hosting-Markt in Österreich breiter aufstellen und ausbauen“, so Kührer.

Der Verkauf habe „rein private Gründe. Gespräche gab es seit einigen Monaten.“ United Internet hat seinen bisher prozentual einstelligen Marktanteil im Geschäft mit Domains, E-Mail- und Homepage-Diensten in Österreich mit dem Zukauf mehr als verdoppelt.

Chronik

Verletzte bei Schießerei in London

Die Gewalt auf Londons Straßen nimmt vorerst kein Ende. Gestern Abend forderte eine Schießerei nahe der U-Bahn-Station Kingsbury im Nordwesten der Stadt zumindest drei Verletzte, wie britische Medien berichteten.

Polizei und Rettungsdienste seien gegen 21:45 Uhr lokaler Zeit alarmiert worden, zitierte die Zeitung „The Sun“ einen Polizeisprecher. Es habe bisher keine Festnahmen gegeben. Ein Terroranschlag wird laut britischer Polizei ausgeschlossen, es gebe auch keine Schwerverletzten, hieß es auf Twitter.

Tote bei Hochwasser in süditalienischer Schlucht

Bei einem plötzlichen Hochwasser in einer Schlucht in Süditalien sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten seien vier Frauen und vier Männer, sagte eine Sprecherin des Zivilschutzes gestern Abend der dpa. Sechs Menschen seien verletzt, ein Kind sei wegen Unterkühlung ins Krankenhaus geflogen worden. Insgesamt wurden 23 Menschen gerettet, wie die Nachrichtenagentur ANSA unter Berufung auf die Präfektur berichtete. Fünf Menschen wurden demnach noch vermisst.

Das Unglück ereignete sich in der Raganello-Schlucht nahe der Berggemeinde Civita in der Region Kalabrien. Starker Regen hatte den Fluss in der Schlucht anschwellen lassen, berichteten italienische Medien. Die Ausflügler seien von dem Hochwasser überrascht und teilweise mitgerissen worden.

Beliebter Ausflugsort für Touristen

Unter den Vermissten könnten auch Kinder sein, berichtete ANSA unter Berufung auf die Rettungskräfte. Wie viele Menschen sich genau in der Schlucht befanden, war unklar. Zwar werden dort geführte Touren angeboten. Der Canyon im Nationalpark Pollino ist aber frei zugänglich.

Einige der Geretteten und der Toten waren nach früheren Angaben von ANSA in einer Gruppe unterwegs gewesen. Die Tageszeitung „La Repubblica“ berichtete online, dass es einigen gelungen sei, sich an den Klippen in Sicherheit zu bringen.

Der Canyon ist der Gemeinde Civita zufolge 13 Kilometer lang und mit glasklarem Wasser und spektakulären Felsformationen ein beliebter Ausflugsort für Touristen und Touristinnen. Die Schlucht ist einem privaten Touren-Anbieter bis zu 400 Meter tief.

Genua: Brücke laut Bericht von Rost befallen

Sechs Tage nach dem Brückeneinsturz in Genua haben italienische Medien gestern neue Details über die Morandi-Brücke veröffentlicht. Laut Informationen des investigativen Magazins „L’Espresso“ waren die Spannseile der Brücke stark von Rost befallen. Ein Prüfbericht vom Februar dieses Jahres habe ergeben, dass sie im Querschnitt zu zehn bis 20 Prozent verrostet waren. Die Untersuchung wurde von einer technischen Kommission diskutiert, fünf Teilnehmer hätten den Staat, zwei den Autobahnbetreiber vertreten.

Mehr dazu in Keine Reaktion auf Untersuchung

Menschen in Tansania von Elefanten zu Tode getrampelt

Zwei Menschen sind in im Norden Tansanias von Elefanten zu Tode getrampelt worden. Ein 24-jähriger Mann und eine 70 Jahre alte Frau seien im Korogwe-Distrikt von Elefanten getötet worden, „die den Nationalpark Mkomazi verlassen hatten“, teilte die örtliche Polizei gestern mit. Der wenig bekannte Park grenzt direkt an den Tsavo-Nationalpark in Kenia und befindet sich unweit des Kilimanjaro.

Zusammenstöße zwischen Menschen und wilden Tieren sind ein wachsendes Problem in einigen Teilen Ostafrikas. Menschen in ländlichen Gemeinden greifen immer öfter Tiere an, die sie als Bedrohung wahrnehmen. Anrainer werden bei solchen Begegnungen häufig verletzt oder sogar getötet oder ihre Ernte wird zerstört.

Science

Falsch entsorgte Kontaktlinsen vermüllen Weltmeere

Falsch entsorgte Kontaktlinsen vermüllen die Weltmeere: Werden sie in Toiletten oder Waschbecken heruntergespült, gelangen sie als Mikroplastik ins Meer, warnten Forscher gestern auf einer Konferenz in der US-Stadt Boston. Allein in den USA würden jährlich Milliarden Kontaktlinsen mit einem Gewicht von mindestens 20.000 Kilogramm im Abwasser landen, sagte Rolf Halden, Wissenschaftler der Arizona State University.

Halden wies auch darauf hin, dass der Verpackungsmüll der Kontaktlinsen weitere 13 Millionen Kilogramm ausmache. Der Umweltforscher widmete sich dem Thema aus eigenem Interesse: Als Kontaktlinsenträger habe er sich irgendwann die Frage gestellt, was eigentlich mit den entsorgten Sehhilfen passiert.

Als Mikroplastikteilchen ins Meer

Einer Umfrage zufolge spülen 15 bis 20 Prozent aller Kontaktlinsen-Träger in den USA die kleinen Plastikteilchen ins Waschbecken oder die Toilette. Daraufhin gelangen sie in Kläranlagen, wo sie zwar auseinanderfallen, sich aber nicht völlig zersetzen. Später gelangen die Kontaktlinsen dann als Mikroplastikteilchen meist ins Meer.

Dort verwechseln kleine Fische und Plankton Mikroplastik häufig mit Nahrung. Das ist nicht nur für die Tiere gefährlich, denn schließlich gelangen dadurch die kleinen Plastikteilchen auch irgendwann in menschliches Essen.

Die Forscher wollen mit ihrer Studie nach eigenen Angaben auch die Hersteller von Kontaktlinsen ansprechen - viel zu wenige würden auf ihrer Verpackung darauf aufmerksam machen, dass ihr Produkt über den Hausmüll entsorgt werden soll, kritisierten die Experten.

IT

Zehnte Gamescom-Messe öffnet in Köln ihre Tore

Tausende Videospielfans pilgern ab heute zur zehnten Gamescom-Messe nach Köln. Der erste Tag ist dabei Fachbesuchern vorbehalten, von morgen bis Samstag dürfen dann auch Privatleute die Spieleneuheiten ausprobieren. „Vielfalt gewinnt“ ist das Motto der diesjährigen Messe. Die Veranstalter wollen zeigen, dass Spielen inzwischen im Alltag vieler Menschen angekommen ist.

Einen neuen Rekord erwarten die Veranstalter bei der Zahl der Aussteller: mehr als 1.000 sollen es werden. Vergangenes Jahr kamen mehr als 350.000 Besucher, die sich teils verkleidet wie ihre Lieblingsspielhelden durch die Hallen drängten. Für sie soll es auch abseits der Messehallen ein großes Programm in der Kölner Innenstadt geben.

Klage gegen Google in USA wegen Überwachung

Google droht wegen angeblich dauerhafter Standortermittlung von Millionen Nutzern und Nutzerinnen von iPhones und Android-Smartphones juristisches Ungemach. In einer Klageschrift werden der Alphabet-Tochter Irreführung und Verletzung der Privatsphäre vorgeworfen.

Trotz Deaktivierung der Option „Location History“ werde der Standortverlauf gespeichert, heißt es in dem Dokument. Hauptziel von Google sei es, Handynutzer „heimlich zu überwachen“ und das auch dritten Parteien zu erlauben. Angestrebt wird eine Sammelklage.

Keine Stellungnahme seitens Google

Google wollte sich heute nicht dazu äußern. Auch von der Kanzlei, die den Kläger aus San Diego vertritt, war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die Klage wurde am Freitagabend im Bundesgericht in San Francisco eingereicht.

Google-Apps wie Google Maps sammeln einem früheren Bericht der Nachrichtenagentur AP zufolge Standortdaten von Nutzern, obwohl eine klar benannte Option deaktiviert wurde. Selbst wenn die Option „Location History“ ausgeschaltet ist, wertet Google demnach den Standort des Nutzers aus und speichert diesen.

Religion

Mormonen wollen nicht „Mormonen“ genannt werden

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage - allgemein als Mormonenkirche bekannt - möchte nicht mehr, dass ihre Gläubigen als „Mormonen“ bezeichnet werden. „Wir ändern nicht den Namen, wir korrigieren einen Namen“, sagte Kirchenpräsident Russel Nelson laut einem Bericht der Lokalzeitung „Deseret News“ aus dem US-Bundesstaat Utah am Wochenende. Den neuen Richtlinien zufolge sollen für die Kirche nur noch die Bezeichnungen „Die Kirche“, „Die Kirche Jesu Christi“ oder „Die wiederhergestellte Kirche Jesu Christi“ verwendet werden.

Die Bezeichnung Mormonenkirche ist demnach nicht mehr „autorisiert“. Statt Mormonen sollen die Gläubigen künftig „Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ genannt werden.

Weltweit rund 16 Millionen Mitglieder

Die Kirche wurde 1830 gegründet und zählt weltweit rund 16 Millionen Mitglieder. In Deutschland gehören der Glaubensgemeinschaft etwa 40.000 Menschen in 164 Gemeinden an. Nelson hatte das Amt des Vorsitzenden im Jänner übernommen, nachdem der bisherige Präsident Thomas Monson verstorben war.

Die Mormonen legen großen Wert darauf, als Christen und Christinnen bezeichnet zu werden. Wegen ihrer Glaubensvorstellungen werden sie von anderen christlichen Kirchen allerdings kritisch beäugt. Katholiken und viele protestantische Kirchen erkennen die mormonische Taufe nicht an.

Mitglieder der Gemeinschaft berufen sich neben der Bibel als weiteres Zeugnis Jesu Christi auf das Buch Mormon, das Religionsgründer Joseph Smith nach einer Offenbarung durch einen Engel verfasst haben will.

Die Mormonen leben nach einem strengen Verhaltenskodex. Alkohol und Zigaretten sind ihnen ebenso verboten wie Kaffee. Ein Zehntel ihres Einkommens sollen sie der Kirche spenden, darüber hinaus werden unbezahlte Mitarbeit im Kirchendienst und Missionarstätigkeiten erwartet.

Kultur

Eagles überholen Michael Jackson in US-Albumcharts

Die US-Country-Rock-Band Eagles hat Michael Jackson in der Rangliste der in den USA meistverkauften Alben überholt, berichtete der „Guardian“ unter Berufung auf neue Zahlen der US-Musikindustrie.

Das Eagles-Album „Their Greatest Hits 1971-1975“ habe auf Basis von Albumverkäufen und Streams nun 38-faches Platin erreicht. Michael Jacksons Rekordalbum „Thriller“ hat dagegen nur 33-faches Platin. Seit 2013 zählt die US-Musikindustrie 1.500 Streams und YouTube-Aufrufe und den Download von zehn Songs so wie den Verkauf eines Albums.

„Hotel California“, der größte Hit der Eagles, ist auf der Compilation nicht enthalten. Das Lied erschien 1977, das Album mit dem gleichnamigen Titel ist aktuell in der Liste der meistverkauften Alben in den USA auf Platz drei.

Kevin Spaceys neuer Film spielt nur 618 Dollar ein

Der frühere Hollywood-Liebling Kevin Spacey ist beim Publikum unten durch: Ganze 618 Dollar (539 Euro) spielte der neue Film des durch Belästigungsvorwürfe diskreditierten Schauspielers am ersten Wochenende nach dem Kinostart in den USA ein, wie das Branchenblatt „The Hollywood Reporter“ berichtete. Landesweit hätten überhaupt nur elf Kinos den Film „Billionaire Boys Club“ ins Programm genommen.

Das Blatt rechnete aus, dass es im Schnitt nur sechs Besucher pro Vorstellung gegeben habe. „Das ist mit Abstand das schlechteste Ergebnis in Spaceys Karriere“, bilanzierten die Branchenexperten.

Sexuelle Übergriffe vorgeworfen

Dem Schauspieler werden zahlreiche sexuelle Übergriffe vorgeworfen, er hat sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Aus dem Film „Alles Geld in der Welt“, der vor einigen Monaten in die Kinos kam, wurde Spacey nach Bekanntwerden der Vorwürfe herausgeschnitten und durch einen anderen Darsteller ersetzt.

Der Filmvertrieb Vertical Entertainment brachte „Billionaire Boys Club“ nun trotzdem in die Kinos. Die Firma sprach von „schmerzlichen Vorwürfen“ gegen den Darsteller, die aber „die Veröffentlichung des Filmes nicht trüben“ sollten. „Wir hoffen, dass sich das Publikum am Ende eine eigene Meinung bildet.“

Jennifer Garner erhielt Stern auf Hollywoods „Walk of Fame“

Die US-Schauspielerin Jennifer Garner (46, „Dallas Buyers Club“) ist mit einem Stern auf Hollywoods „Walk of Fame“ ausgezeichnet worden. Im Blitzlichtgewitter posierte sie unter lautem Applaus von Fans auf der in den Gehsteig des Hollywood Boulevards eingelassenen Plakette mit ihren drei Kindern, ihren Eltern und zahlreichen Verwandten.

Jennifer Garner hinter ihrem Stern auf dem "Hollywood Walk Of Fame"

APA/AFP/Getty Images/Alberto E. Rodriguez

Bei der Zeremonie hielten Garners Kollegen Judy Greer, Steve Carell und Bryan Cranston Lobreden auf die Schauspielerin. Sie sei eine wunderbare Freundin, Mutter und Darstellerin, schwärmten die Kollegen.

Star der Agentinnen-Serie „Alias“

Die Verleihung des 2.641. Sterns hing zeitlich mit dem Kinostart des Thrillers „Peppermint“ Anfang September zusammen. Unter der Regie des Franzosen Pierre Morel („96 Hours“, „The Gunman“) spielt Garner in der Hauptrolle eine Frau, die den Tod ihres Mannes und ihrer Tochter zehn Jahre nach einer Straßenschießerei rächen will.

In Hollywood hatte Garner als Star der Agentinnen-Serie „Alias - Die Agentin“ (2001 - 2006) ihren ersten Erfolg. Die Ex-Partnerin von Ben Affleck spielte in Filmen wie „Pearl Harbor“, „Juno“, „Valentinstag“ und „Dallas Buyers Club“ mit.

Leute

Reeves und Ryder seit Dracula-Film angeblich verheiratet

Die Schauspielerkollegen Winona Ryder und Keanu Reeves sollen seit über 25 Jahren verheiratet sein. 1992 spielten sie in der „Dracula“-Verfilmung von Francis Ford Coppola ein Liebespaar, das vor laufender Kamera heiratete. Diese Zeremonie soll laut Ryder echt gewesen sein, sagte sie in einem Interview - und Coppola stimmt ihr zu, berichtet der „Guardian“.

Er sei damals unglücklich mit der abgedrehten Hochzeitsszene gewesen und habe entschieden, die Szene in einer griechisch-orthodoxen Kirche in Los Angeles mit einem echten Priester nachzudrehen. Im Anschluss habe das Team realisiert, dass Ryder und Reeves nun eigentlich verheiratet seien, so Coppola.

Ryder hatte in einem Interview mit „Entertainment Weekly“ anlässlich ihres jüngsten Films „Destination Wedding“ am Wochenende über die vermeintliche Ehe gesprochen. Der Dreh habe an einem Valentinstag stattgefunden, so Ryder zu ihrem Filmpartner Reeves, der beim Interview neben ihr saß, sich aber laut Berichten zuerst nicht daran erinnern konnte. Eingetragen und damit rechtlich gültig dürfte die Ehe allerdings nicht sein.