COV Inland

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) plädiert für eine Verpflichtung, die derzeit freiwillige „Stopp Corona“-App des Roten Kreuzes zu nutzen. „Wenn evident ist, dass wir die Menschen schützen können und jeder Kontakt festhalten wird, dann sage ich dazu Ja“, sagte er laut Vorausmeldung im Nachrichtenmagazin „profil“. Zudem hält er Teilverstaatlichungen im Gegenzug für Hilfen für sinnvoll.

Wenn die Rote-Kreuz-App einen gewissen Verpflichtungsgrad habe, könnte sie noch mehr helfen, glaubt der Nationalratspräsident. Verfassungsrechtlich geprüft werde derzeit, ob für Menschen, welche die App nicht installieren, die Bewegungsfreiheit eingeschränkt bleiben soll. Wenn man die Verpflichtung zur App zeitlich befristet und mit einer Sunset-Klausel versieht, die ein Außerkrafttreten vorsieht, dann sei das mit der EU-Datenschutzverordnung und der Verfassung vereinbar, berief er sich auf nicht näher genannte Experten.

Laut „Standard“ gibt es derzeit Diskussionen über eine Kooperation des Roten Kreuzes mit den Entwicklern von Novid20, einem gemeinnützigen Zusammenschluss von Experten, Softwareentwicklern und Datenschutzrechtlern. Auch mit dem gerade erst vorgestellten, europaweiten Pepp-PT-Projekt sei man im Gespräch, bestätigte die Firma Accenture, die für das Rote Kreuz die App entwickelt.

Weiters kann sich Sobotka im Gegenzug für Hilfen des Staates Beteiligungen an Unternehmen vorstellen: „Man muss zumindest bei der kritischen Infrastruktur Beteiligungen prüfen. Wie weit das bei anderen Unternehmen geht, muss man diskutieren.“ Diese möglicherweise befristeten Maßnahmen könnten durchaus sinnvoll sein. Auf der Hand liegt für den Nationalratspräsidenten auch: „Wer staatliche Hilfe beansprucht, kann keine Dividende ausschütten.“

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Österreich liegt bei 11.525 (Stand: 8.00 Uhr). Laut Gesundheitsministerium starben 168 Menschen (Stand: gestern 9.30 Uhr). Es wurden 98.343 Tests vermeldet (Stand: gestern 9.30 Uhr). Die Zahl der Tests war am Donnerstag schlagartig angestiegen, als eine große Anzahl bis dahin nicht erfasster durchgeführter Tests auf einen Schlag nachgemeldet worden war.

Die meisten Infektionen (Stand: 8.00 Uhr) wurden mit 2.633 bisher in Tirol verzeichnet. In Oberösterreich wurden 1.868 Fälle registriert, in Niederösterreich 1.831. In Wien gibt es 1.678 bestätigte Fälle.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Für Unverständnis bei der Ärzteschaft sorgt der gestern im Nationalrat aufgrund der Coronavirus-Krise erfolgte Beschluss, wonach Bürgermeister Information über mit Covid-19 infizierte Menschen erhalten können, nicht jedoch die behandelnden Ärzte. Diese Entscheidung setze sowohl die Ärzte, als auch andere Patienten einem erhöhten Infektionsrisiko aus, kritisierte Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres.

„Wir haben schon vor zwei Tagen vehement gefordert, dass auch Ärztinnen und Ärzte während der Coronakrise entsprechend informiert werden“, betonte Szekeres heute in einer Aussendung. Informationen über den Infizierten-Status seien essenziell, um den betroffenen Patienten eine adäquate Behandlung und ein entsprechendes Monitoring anbieten zu können. Außerdem schützten die Informationen die betroffenen Ärzte sowie andere sich in Betreuung befindende Patienten vor einer Ansteckung mit Covid-19.

Szekeres fordert Erweiterung von gesetzlicher Bestimmung

Szekeres fordert vom Gesetzgeber raschest eine entsprechende Erweiterung der entsprechenden gesetzlichen Bestimmung. Zum Beispiel sollten die Bürgermeister die Information an die behandelnden Ärzte weitergeben müssen, hieß es im Statement der Ärztekammer. Nur so können das Infektionsrisiko und damit auch die Gefahr von Schließungen von Ordinationen durch Quarantänemaßnahmen verhindert werden sowie die Infizierten entsprechende medizinische Betreuung erhalten.

Coronavirus-Tests werden im Auftrag der Gesundheitsbehörde, also von Bezirks- beziehungsweise Landesgesundheitsämtern, durchgeführt. Im Falle einer positiven Testung erlassen die Bezirksverwaltungsbehörden die Bescheide zur Quarantäne. Diese Behörden waren bisher per Gesetz zur Verschwiegenheit verpflichtet gewesen. Im Nationalrat wurde nun beschlossen, dass die jeweiligen Bürgermeister Information über infizierte Personen erhalten, wenn und soweit es zur Versorgung dieser Personen mit notwendigen Gesundheitsdienstleitungen oder mit Waren des täglichen Bedarfs unbedingt notwendig ist.

Rechtzeitig vor Ostern hat das Sozialministerium seine Vorgaben zu häuslichen Zusammenkünften in Zeiten der Coronavirus-Pandemie konkretisiert. Laut einem heute veröffentlichten Erlass werden Treffen in einem geschlossenen Raum, an denen mehr als fünf Personen teilnehmen, die nicht im selben Haushalt leben, untersagt. An Begräbnissen dürfen höchstens zehn Personen teilnehmen, an Hochzeiten fünf.

Der Erlass des Gesundheitsministeriums erging an die Landeshauptleute. Diese sollen die Bezirksverwaltungsbehörden anweisen, die privaten Zusammenkünfte bis auf Weiteres zu untersagen. Die Anweisung ist vor allem in Zusammenhang mit Ostern zu sehen. Die Bundesregierung empfahl zuletzt, auf Osterfeiern im großen familiären Rahmen aufgrund der Bedrohung durch das Coronavirus in diesem Jahr zu verzichten.

Ausdrücklich erwähnt wird auch, dass Begräbnisse nur im „engsten Familienkreis“ stattfinden dürfen. Befristet ist der Erlass mit 13. April, also Ostermontag.

Ein Ausreisemanagement soll nach der Aufhebung der Quarantäne in Lech am Arlberg ein Chaos wie im Skiort Ischgl in Tirol verhindern. Seit Mitternacht ist eine Verordnung in Kraft, die die Ausreise der ca. 1.000 Saisonmitarbeiter und Gäste regeln soll.

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Ausreise aus Sölden hat begonnen

Gestern hat die Ausreise aus dem Quarantänegebiet Sölden (Bezirk Imst) in Tirol begonnen. Bereits rund 340 Personen aus Österreich und sieben anderen Nationen verließen den Ort noch am Nachmittag. Der Rest werde am Wochenende die Heimreise antreten, teilte das Land mit.

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Der Kampf gegen die Covid-19-Pandemie wird ganz entscheidend mit Daten geführt. Nur wenn es verlässliche Daten etwa über die Zahl der Infektionen und die Ansteckungswege, die Erkrankten und Toten, aber auch über so scheinbar simple Dinge wie Beatmungsgeräte und Intensivbetten gibt, kann die Bekämpfung des Coronavirus überhaupt gelingen. Und genau in diesem Bereich gab es zuletzt mehrere Unklarheiten, Fehler und Widersprüchlichkeiten.

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COV Ausland

China hat mit drei Schweigeminuten der Coronavirus-Toten gedacht. Landesweit heulten am chinesischen Totengedenktag heute um 10.00 Uhr Ortszeit (4.00 Uhr MESZ) die Sirenen. Auch hupten Autos, und Schiffe ließen ihre Hörner ertönen. In Peking blieben die U-Bahnen für drei Minuten stehen. Die Menschen auf den Straßen chinesischer Metropolen hielten inne und trauerten um die Opfer.

Menschen in Peking währen der Trauerminuten
Reuters/Thomas Peter

Das Gedenken sei zu Ehren der „Märtyrer und Landsleute, die im Kampf gegen die Epidemie ums Leben gekommen sind“, teilte der Staatsrat mit. Staats- und Parteichef Xi Jinping und die chinesische Führung, mit weißen Trauerblumen am Revers ihrer dunklen Anzüge, verneigten sich bei einer Zeremonie in Peking vor einer auf halbmast wehenden Nationalflagge. Die Nationalflaggen auf öffentlichen Gebäuden und in chinesischen Botschaften weltweit wehten auf halbmast.

Mehr als 3.300 Tote

Am „Qingming-Fest“ trauern die Chinesen traditionell um ihre Toten und gehen auf die Friedhöfe, um die Gräber zu säubern. Normalerweise werden Blumen, Essen und andere Gegenstände für die Toten abgelegt und Papiergeld sowie Räucherstäbchen verbrannt. Da aber weiter Einschränkungen in Kraft sind, um die Ausbreitung des SARS-CoV-2-Virus zu verhindern, haben viele Provinzen die Menschen aufgefordert, in diesem Jahr nicht zu den Gräbern zu pilgern. Vielmehr solle daheim der Toten gedacht werden.

In Festlandchina sind seit dem Ausbruch des Coronavirus vor gut vier Monaten nach amtlichen Angaben von heute 3.326 Menschen an der Lungenkrankheit gestorben. Mehr als 80.000 Menschen haben sich demnach infiziert. Die wahren Zahlen dürften allerdings deutlich höher liegen, da die Art der Erhebung immer wieder geändert wurde und viele Fälle nicht in der offiziellen Statistik auftauchen.

Auch hatten sich nach Angaben der Behörden mehr als 3.000 medizinische Kräfte infiziert. Von ihnen sind 14 gestorben. Einige von ihnen wurden in den kommunistischen Ehrenstatus des „nationalen Märtyrers“ erhoben – darunter auch der Arzt Li Wenliang, der schon früh vor der Gefahr durch das Virus gewarnt hatte, aber zunächst von den Behörden mundtot gemacht worden war.

Südkorea verlängert seine am Montag auslaufenden Maßnahmen zum sozialen Abstandhalten um zwei weitere Wochen. Gesundheitsminister Park Neung Hoo sagte, es sei „zu früh, um sich zu beruhigen“. Er verwies auf die jüngste Zunahme von importierten Coronavirus-Fällen. Dies habe die Regierung dazu veranlasst, die Wiedereröffnung von Schulen in der nächsten Woche abzusagen.

Ursprünglich sollte die am 21. März eingeführte Politik der sozialen Distanzierung am Montag enden. Dem Land ist es weitgehend gelungen, die Virusepidemie mit etwa 100 oder weniger neuen täglichen Infektionen unter Kontrolle zu bringen. „Wenn die Zahl auf 50 oder weniger zurückgeht, wird eine stabile Behandlung der Patienten, einschließlich der Schwerkranken, ohne großen Druck auf das System möglich sein“, sagte Park.

Wegen der Coronavirus-Krise hat die UNO-Vollversammlung ihre Sitzungspause zunächst bis Ende Mai verlängert. Bis dahin würden die Mitglieder nicht persönlich zu Sitzungen in New York zusammenkommen, teilte der Präsident der Vollversammlung, der Nigerianer Tijjani Muhammad Bande, gestern (Ortszeit) mit.

Mehrere für diesen Zeitraum geplante Treffen und Veranstaltungen würden verschoben, darunter auch eine ursprünglich für den 6. Mai angesetzte Sondersitzung zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren. Trotzdem solle die Arbeit der Vollversammlung so gut es gehe virtuell weiterlaufen, hieß es.

Ban: Globale Krise braucht globale Lösungen

Der frühere UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon appellierte angesichts der Krise und anderer globaler Herausforderungen unterdessen, weltweit zusammenzustehen. „Ich habe immer betont, dass Probleme von globalem Ausmaß auch globaler Lösungen bedürfen“, erklärte Ban in einem schriftlich geführten Interview mit der APA. Die Pandemie „kann nur mit gemeinsamen Bemühungen und Einigkeit überwunden werden“.

Ban, der von 2007 bis 2016 die Vereinten Nationen leitete, warnte zugleich: „Die Angst, angesteckt zu werden, hat auch zu einem Anstieg bei Rassismus und Fremdenfeindlichkeit geführt. Solch ein beklagenswertes Verhalten wird sicherlich nicht dazu dienlich sein, die Ausbreitung des Virus aufzuhalten. Wir dürfen niemals vergessen, dass wir alle in einem Boot sitzen“, mahnte der 75-Jährige.

Inland

Ab Montag gilt das Tragen von Schutzmasken in Supermärkten und Drogerien als verpflichtend. Das kündigte die ÖVP-Grünen-Regierung diese Woche an und erarbeitete einen Erlass, der sich auf Hygieneregeln rund ums Lebensmittelrecht stützt. Doch gestern wurde im Nationalrat auch die rechtliche Grundlage für eine Verordnung für eine Schutzmaskenpflicht an „Arbeitsplatz oder Betriebsstätten“ und an „bestimmten Orten“ geschaffen.

In letzter Minute brachten ÖVP und Grüne einen Abänderungsantrag zum Covid-19-Maßnahmengesetz ein. Das Gesetz hatte dem Gesundheitsminister bisher nur ermöglicht, Betretungsverbote an bestimmten Orten und Betriebsstätten zu verordnen. Mit der Änderung kann er jetzt aber auch regeln, „unter welchen bestimmten Voraussetzungen oder Auflagen Betriebsstätten oder Arbeitsorte betreten werden dürfen“.

Das könnte bedeuteten, dass der Minister eine Maskenpflicht verordnet, was in Fachkreisen erwartet wurde. Denn ein Erlass, den es bisher zu den Schutzmaskenregeln im Supermarkt gibt, ist bloß eine interne Anordnung an den Verwaltungsapparat. Man könne damit keine Außenstehenden, also weder Supermärkte noch Kunden, verpflichten, schrieb etwa die „Presse“.

Ausland

Die britische Labour-Partei gibt heute bekannt, wer der Nachfolger von Parteichef Jeremy Corbyn wird. Ursprünglich war eine Pressekonferenz geplant, wegen der Coronavirus-Krise wird der Name des neuen Vorsitzenden nun lediglich auf der Website der Partei veröffentlicht.

Als aussichtsreichste Kandidaten gelten Labours Brexit-Sprecher Keir Starmer und die wirtschaftspolitische Sprecherin Rebecca Long-Bailey. Starmer gilt als Mitte-Kandidat, Long-Bailey wird vom linken Parteiflügel unterstützt.

Debakel bei Wahl im Dezember

Die Labour-Partei hatte bei der Parlamentswahl im Dezember ihr schlechtestes Ergebnis seit 1935 eingefahren und viele ihrer Hochburgen an die konservativen Torys verloren. Der 70-jährige Corbyn, der seit 2015 an der Parteispitze stand, kündigte daraufhin seinen Rückzug an.

Viele Labour-Anhänger machten ihn wegen seiner unklaren Position zum Brexit für die Wahlschlappe verantwortlich. Bis Donnerstag konnten die 600.000 Parteimitglieder nun über seine Nachfolge abstimmen.

Ein führender kubanischer Dissident, Jose Daniel Ferrer, ist gestern nach eigenen Angaben aus dem Gefängnis entlassen worden. Zugleich wurde er aber sechs Monate nach seiner Verhaftung zu viereinhalb Jahren Hausarrest verurteilt, nachdem ihn ein Gericht wegen Körperverletzung für schuldig befunden hatte. Ferrer bestreitet den Tatvorwurf.

Jose Daniel Ferrer
Reuters/Mariana Bazo

Ferrer sprach telefonisch aus der Stadt Santiago de Cuba, in der er lebt, etwa 500 Meilen östlich von Havanna, mit der Nachrichtenagentur Reuters. Er erklärte, er werde eine der Bedingungen seines Hausarrests nicht einhalten: den Verzicht auf politischen Aktivismus.

„Ich habe das Gefühl, mehr Energie und Kraft als je zuvor zu haben, um weiter für die Demokratisierung Kubas zu kämpfen“, sagte der Vorsitzende der Patriotischen Union Kubas (UNPACU), einer der größten und aktivsten Oppositionsgruppen des Landes.

Ferrer für Kuba Konterrevolutionär

Die kubanische Regierung nennt Ferrer einen von den USA finanzierten Konterrevolutionär. Er sei aber nicht wegen seiner politischen Ansichten verhaftet worden. Kritiker sagen dagegen, die Regierung unterstelle ihren Gegnern Verbrechen, um sie zum Schweigen zu bringen. Offiziell gibt es keine politischen Gefangenen auf Kuba.

Ferrer sagte gestern, das Gericht in Santiago de Cuba habe ihm zuvor mitgeteilt, er sei wegen Entführung und Körperverletzung eines Mannes für schuldig befunden und zum Hausarrest verurteilt worden.

Der Fall hat Kuba viel Kritik von globalen Rechteorganisationen, der Europäischen Union und der US-Regierung eingebracht, die alle die Freilassung von Ferrer gefordert hatten. Ferrer war einer von 75 Dissidenten, die 2003 während eines landesweiten Vorgehens namens „Black Spring“ festgenommen wurden. Er wurde 2011 auf Bewährung freigelassen und gründete bald darauf die UNPACU.

Wirtschaft

Den heimischen Bauern und Lebensmittelverarbeitern fehlen aufgrund der Coronavirus-Krise und der Grenzschließungen Tausende Arbeitskräfte aus Osteuropa. Über die Onlineplattform Dielebensmittelhelfer.at hätten sich bisher Tausende Interessierte gemeldet, und es befänden sich derzeit rund 1.000 Personen in der Vermittlung, hieß es aus dem Landwirtschaftsministerium.

Rund 420 landwirtschaftliche und verarbeitende Betriebe in Österreich haben über die Plattform einen Bedarf von rund 3.500 Arbeitskräften gemeldet. 40 Prozent der Betriebe suchen Mitarbeiter in den nächsten Wochen, 60 Prozent erst in den nächsten Monaten, wenn die Erntesaison richtig beginnt. Es fehlen Erntehelfer, landwirtschaftliche Saisonkräfte und Arbeitskräfte in der Nahrungsmittelbranche, unter anderem in der Fleischverarbeitung.

Köstinger: Vermittlungsplattform „höchst erfolgreich“

Um heimische Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammenzubringen, hat vor zwei Wochen das Landwirtschaftsministerium gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer, der Wirtschaftskammer und dem Maschinenring die österreichweite Vermittlungsplattform Dielebensmittelhelfer.at gestartet. Die Betriebe suchen vor allem Personen mit Grunderfahrung in der Landwirtschaft oder in der Lebensmittelverarbeitung, die Vollzeit- oder Teilzeitarbeit arbeiten wollen. Außerdem sollten die Interessenten körperlich belastbar sein und in der Nähe des Betriebs wohnen.

Für Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) läuft die Vermittlungsplattform „höchst erfolgreich“. „Wir handeln zeitgerecht, noch bevor die Engpässe bei Arbeitskräften zu groß werden. Jetzt vermitteln wir mit Hochdruck und sehr gezielt die Arbeitskräfte zu den Betrieben, die Bedarf gemeldet haben.“

In den nächsten Monaten könnten laut Ministeriumsschätzungen in der heimischen Gemüse-, Obst- und Fleischproduktion sogar bis zu rund 14.000 Personen fehlen. Viele osteuropäische Arbeitskräfte können aufgrund des Coronavirus nicht mehr nach Österreich einreisen bzw. nach einem Aufenthalt in ihrer Heimat nicht mehr nach Österreich zurückkehren.

Für Personen, die wegen der Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie ihre Miete nicht mehr bezahlen können, gibt es eine Atempause. Mieterinnen und Mieter haben bis Ende des Jahres Zeit, ihre Mietrückstände aufzuholen, ohne dass ihr Mietvertrag gekündigt wird. Eine Übersiedlung wäre derzeit ohnedies schwierig. Denn auch beim Transport von Möbeln muss der Sicherheitsabstand eingehalten werden.

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Ob Sportgeräte, Kabel für das Homeoffice, Bücher oder die neue Frühjahrsmode: Da ein Großteil der Geschäfte derzeit geschlossen ist, nutzen viele Menschen das Internet für Besorgungen. Was nicht gefällt oder nicht passt, kann wieder zurückgeschickt werden – und das, ohne das Haus zu verlassen. Die Post und andere Paketzusteller bieten entsprechende Abholservices an.

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Hinweis

Hinweis zum Umgang von ORF.at mit statistischen Daten zur Coronavirus-Krise in Österreich: Es gibt auf Landes- und Bundesebene verschiedene staatliche Quellen, die in unterschiedlichem Rhythmus Daten zum Stand der Coronavirus-Krise veröffentlichen.

Dabei kann es zu plötzlichen Sprüngen in den Fallzahlen kommen, etwa weil viele Datensätze auf einmal ins Epidemiologische Meldesystem – eine zentrale medizinische Datenbank – eingetragen werden.

Anders als in Italien gibt es in Österreich derzeit keine täglich veröffentlichten maschinenlesbaren Berichte der verantwortlichen staatlichen Stelle, sodass alle Daten händisch eingeben werden müssen.

Verbindlich sind für ORF.at nach wie vor die halbtäglichen Meldungen der durchgeführten Tests, der bestätigten Infektionen und Todesfälle auf der Website des Gesundheitsministeriums. Gegen 8.00 Uhr werden die Anzahl der Tests vom Vortag sowie die aktuellen Summen von bestätigten Fällen und Todesfällen auf Bundes- und Landesebene veröffentlicht. Gegen 15.00 Uhr werden diese Zahlen und auch die Verlaufsgrafiken aktualisiert.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Nähere Informationen zu Quellen und Aktualisierungsrhythmus finden Sie in einem erläuternden Zusatzartikel.

Sport

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Science

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Kultur

Nach mehreren Aufschüben ist die lange geplante „Indiana Jones“-Fortsetzung weiter vom Pech verfolgt. Wegen der Coronavirus-Pandemie musste das Disney Studio zahlreiche Kinostarts und Drehs verlegen, jetzt trifft es auch „Indiana Jones 5“ mit Harrison Ford als Archäologie-Professor Henry Walton Jones.

Statt wie zuletzt geplant im Juli 2021, soll die Abenteuersaga nun erst im Sommer 2022 in die Kinos kommen, wie die Branchenblätter „Variety“ und „Hollywood Reporter“ gestern berichteten. Im Februar war bekanntgeworden, dass Steven Spielberg (73) nach vier „Indiana Jones“-Filmen die Regie des geplanten fünften Teils abgibt. Der Starregisseur will weiterhin als Produzent mitwirken, James Mangold („Walk the Line“, „Wolverine: Weg des Kriegers“) soll nun den Film inszenieren.

2016 hatte der Disney-Konzern das fünfte „epische Abenteuer“ für Juli 2019 groß angekündigt, mit Spielberg auf dem bewährten Posten hinter der Kamera. Doch es gab mehrere Aufschübe, der letzte für einen Kinostart im Juli 2021. Die Dreharbeiten sollten in diesem Sommer beginnen.

Seit 1981 spielte Ford die Rolle des draufgängerischen Professors viermal, zuletzt 2008 in „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“.

Wie erklärt man Kindern, was „Social Distancing“ bedeutet? Diese Frage stellten sich auch die Menschen hinter dem erfolgreichen Kinderbuch „Der Grüffelo“. Autorin Julia Donaldson und Illustrator Axel Scheffler zeichneten nun ihre bekannten Figuren, wie diese die aktuellen Maßnahmen gegen das Coronavirus befolgen.

„Der Grüffelo“ wurde erstmals 1999 auf Englisch veröffentlicht. Mittlerweile wurde das Kinderbuch in 26 Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft. Es erzählt die Geschichte einer Maus, die sich ein furchterregendes Monster ausdenkt, um andere Tiere abzuschrecken. Als das imaginierte Monster dann tatsächlich auftaucht, gelingt es ihr, auch dieses zu überlisten. Neben dem „Grüffelo“ haben Donaldson und Scheffler noch eine ganze Reihe weiterer Kinderbücher erschaffen, deren Figureninventar nun auch in den neuen Zeichnungen vorkommt.

Zwei Meter Abstand

Zu sehen ist zum Beispiel der Grüffelo, wie er der Maus im Abstand von zwei Metern folgt. „Alright said The Gruffalo bursting with laughter. You go ahead, I’ll follow two metres after“, hat Donaldson dazu gereimt. (Dt.: „‚In Ordnung‘, sagte der Grüffelo und musste laut lachen. ‚Du gehst voraus, ich werde meine Schritte mit zwei Meter Abstand machen.‘“)

Auf einem anderen Bild ist eine weitere von Scheffler erschaffene Figur zu sehen: der Stockmann. Das aus einem Ast bestehende Wesen bleibt gemeinsam mit seiner Familie zu Hause und hält sich mit Gymnastik fit. Eine weitere Illustration zeigt, wie die alte Bäuerin Oma Agatha zu Hause bleiben kann, weil ihre Bauernhoftiere für sie den Einkauf erledigen.

„Geistreich“ und „hilfreich“, ohne zu „predigen“

Gegenüber der BBC sagte Donaldson gestern, Illustrator Scheffler habe die Idee gehabt, „einige geistreiche Skizzen zu machen, die jeweils auf einem unserer Bücher basieren und je einen Tipp zum Coronavirus enthalten sollten“.

Laut Scheffler sollen die Bilder Leserinnen und Leser in erster Linie aufmuntern. „Es geht wirklich mehr um Unterhaltung als um ernsthafte Information“, so der Zeichner. Ein bisschen Hilfe in der aktuellen Situation sollten sie aber schon auch bieten, so Donaldson, ohne dabei jedoch als „Predigt“ herüberzukommen.

Leute

Die US-Sängerin Pink hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das gab die zweifache Mutter gestern Abend (Ortszeit) auf Instagram bekannt. Vor zwei Wochen hätten sie und ihr dreijähriger Sohn Jameson Anzeichen der Krankheit Covid-19 gehabt. Glücklicherweise habe ihr Arzt einen Test besorgen können, der bei ihr positiv ausfiel. Die Familie habe sich zwei Wochen isoliert, alle seien nun gesund, schrieb Pink.

Sängerin Pink
Reuters/Mario Anzuoni

Die Sängerin übte scharfe Kritik an Washington, nicht schnell und umfassend für Tests gesorgt zu haben. „Wir müssten Tests kostenlos und breitflächig ermöglichen, um unsere Kinder, Familien, Freunde und Gemeinden zu schützen“, forderte der Star. Sie werde eine Million Dollar für das Gesundheitswesen spenden – zu gleichen Teilen für eine Klinik in Philadelphia, an der ihre Mutter 18 Jahre lang arbeitete, und für eine Krisenkasse der Stadt Los Angeles. Pink dankte den „Helden“ im Gesundheitswesen und ermahnte ihre Fans: „Bitte bleibt zu Hause.“

Lifestyle

Die Ausbreitung des Coronavirus und die Maßnahmen zur Eindämmung haben das Leben auf den Kopf gestellt – gesundheitlich, sozial, wirtschaftlich, auf fast allen Ebenen des Alltags. ORF.at hat in den vergangenen Wochen verschiedene Aspekte beleuchtet und Infos zusammengetragen: von Gesundheit über Schule, Ängste und Sorgen bis zu Kultur und Unterhaltung.

Mehr dazu in ORF.at/corona

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