Ausland

Slowenien wünscht sich im Streit um das Atomkraftwerk Krsko mehr Sachlichkeit von Österreich. Zwar verstehe Ljubljana die Sorgen des Nachbarlandes wegen der Atomkraft, „aber mit Pauschalurteilen und Stereotypen, wonach es sich um ein zweites Tschernobyl handelt, kann man keine argumentative Diskussion führen“, sagte Sloweniens Botschafter Aleksander Gerzina im APA-Interview. Zugleich warnte er vor irreparablen Schäden wegen des Konflikts westlicher und östlicher EU-Staaten.

„Die Zeiten haben sich geändert, es gab eine Modernisierung der Atomkraft und sie ist eine der saubersten Energieformen“, betonte der seit Anfang Juli amtierende Missionschef in Wien. Mit Blick auf die Kritik am slowenischen Regierungschef Janez Jansa versicherte Gerzina, dass die Regierung in Ljubljana die aktuelle EU-Ratspräsidentschaft „sehr ernst“ nehme.

Vergleiche zwischen Slowenien und Ungarn seien unangebracht. In den bilateralen Beziehungen will er sich insbesondere einer engeren Kooperation von Österreich und Slowenien auf EU-Ebene widmen. Die beiden Länder könnten helfen, den bedrohlichen Riss zwischen den westlichen und östlichen EU-Staaten zu kitten, so Gerzina.

AKW Krsko: Bedenken werden „sehr ernst“ genommen

Die jüngste Entscheidung der slowenischen Regierung zum AKW Krsko „ist noch keine Entscheidung für den Bau eines zweiten Reaktorblocks“, betonte Gerzina. Es handle sich erst um die Einleitung des Verfahrens für die Umweltverträglichkeitsprüfung, an der auch Österreich „aktiv“ beteiligt sei. „Wir sind noch ganz am Anfang eines Prozesses, der ziemlich lang sein wird.“

Slowenien nehme die österreichischen Bedenken „sehr ernst“, versicherte der Botschafter. Zugleich kritisierte er die „Pauschalurteile“ und die „automatische Ablehnung“ von Atomenergie, die gleich in Verbindung mit der Katastrophe von Tschernobyl gebracht werde, „als vor 35 Jahren in einem veralteten Kraftwerk ein Reaktor explodiert ist“.

1.400 Windkraftwerke als Ersatz nötig

Gerzina argumentierte, dass das AKW Krsko 40 Prozent des slowenischen Strombedarfs abdecke. Kalorische Kraftwerke würden die Umwelt verschmutzen, für neue Wasserkraftwerke gebe es in Slowenien kaum noch Kapazitäten, und auch für alternative Energiequellen brauche man „Reserven“, weil Wind und Sonne nicht immer verfügbar seien.

Zwar setze Slowenien ungeachtet des AKW-Projekts auf alternative Energieträger. Doch wären 1.400 Windkraftwerke nötig, um Krsko zu ersetzen. Derzeit seien es zwei, wobei Neubauten durch Naturschützer hintertrieben würden. Gerzina wies weiters darauf hin, dass Österreich vor allem in den Herbst- und Wintermonaten Energie importieren müsse, „auch aus Slowenien“. „All diese Dinge sollte man berücksichtigen, wenn man von der Atomkraft spricht.“

Die Türkei hat die Sorge des UNESCO-Welterbekomitees über den Zustand der berühmten Hagia Sofia als „parteiisch und politisch“ zurückgewiesen. Die Einlassungen des Welterbekomitees „über die historischen Stätten Istanbuls“ seien „von vorurteilsbehafteten, voreingenommenen und politischen Motiven“ angetrieben worden, erklärte das Außenministerium in Ankara gestern. Es beschuldigte die UNESCO, die türkische Souveränität zu verletzen.

Hagia Sophia und die Chora-Kirche seien Staatseigentum und würden „akribisch“ geschützt, hieß es in der Erklärung. Ein Jahr nach der umstrittenen Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee hatte sich das Welterbekomitee am Freitag „zutiefst besorgt“ über den Zustand der einstigen byzantinischen Kathedrale und die Konsequenzen ihrer Umwandlung in eine Moschee gezeigt. Die türkische Regierung solle bis spätestens 1. Februar einen Bericht über den „Erhaltungsstatus“ vorlegen.

Die Türkei hatte die Hagia Sophia im Juli wieder zur Moschee umgewidmet. Das Gotteshaus war im 6. Jahrhundert zunächst als Basilika errichtet worden und über Jahrhunderte die Reichskirche der Byzantiner gewesen. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen wurde sie in eine Moschee umgewandelt; nach der türkischen Republikgründung 1935 wurde aus ihr ein Museum.

Einen Monat nach der international scharf kritisierten Umwandlung der Hagia Sophia erklärte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan auch die tausend Jahre alte byzantinische Chora-Kirche in Istanbul zum muslimischen Gebetshaus. Auch die Chora-Kirche war von den Osmanen zu einer Moschee umgewidmet worden, ab Mitte des 20. Jahrhunderts war sie dann wie die Hagia Sophia ein Museum.

Inland

Der Assistenzeinsatz des Bundesheeres (BH) an Österreichs Grenzen wird um bis zu 400 zusätzliche Soldatinnen und Soldaten ausgebaut. Das gaben Innenminister Karl Nehammer und Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (beide ÖVP) gestern im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt.

Besonders an der österreich-ungarischen Grenze gebe es vermehrt Fälle von „irregulärer Migration“, so Nehammer, der gleichzeitig die Asylrichtlinien der Europäischen Union kritisierte. Die EU müsse für die Versäumnisse der Regierung einmal mehr als Feindbild herhalten, hieß es dazu vonseiten der Opposition.

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COV Ausland

Tausende Brasilianerinnen und Brasilianer sind gegen die CoV-Politik der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro auf die Straße gegangen. Bei Demonstrationen im ganzen Land forderten sie gestern ein Amtsenthebungsverfahren gegen den rechten Staatschef, mehr Impfungen gegen das Coronavirus und wirtschaftliche Hilfen in der Pandemie, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete.

Zu Protesten kam es in mindestens 13 Provinzhauptstädten, darunter Rio de Janeiro, Recife und Salvador. Die Regierung von Präsident Bolsonaro verharmloste die Pandemie von Anfang an und stemmte sich mit Verweis auf die wirtschaftlichen Folgen gegen harte Ausgangsbeschränkungen.

Zuletzt zog Bolsonaro auch den Sinn von Impfungen in Zweifel. Mittlerweile prüft ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss Bolsonaros Krisenmanagement in der Pandemie.

In Brasilien sind seit Beginn der landesweiten Impfkampagne im Jänner mehr als 130 Millionen Impfstoffdosen verabreicht worden. Etwa 40 Prozent der erwachsenen Brasilianer haben eine Einzeldosis bekommen, rund 17 Prozent sind vollständig geimpft. Angesichts fehlender Impfdosen setzten die brasilianische Metropole Rio de Janeiro und andere wichtige Städte allerdings zuletzt erneut die Erst-Impfungen gegen das Coronavirus aus.

COV Inland

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 28,3 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl weiterhin in Salzburg (65,1), dahinter folgen Wien (37,9) und Vorarlberg (35,3). Am niedrigsten ist der Wert im Burgenland (10,8) und in Niederösterreich (14,3).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 349 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 349 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen nannten die Bundesländer dem nationalen Krisenstab.

Landesweit starben laut Ministerien bisher 10.731 Personen an oder mit Covid-19. Derzeit befinden sich 101 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 29 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Seit Donnerstag tragen Wiens Friseurinnen und Friseure wieder Mund-Nasen-Schutz. Grund dafür soll eine Sonderregel für körpernahe Dienstleister sein. Die Aufregung in der Branche ist groß, allerdings gibt es laut Stadt Wien diese Regel gar nicht.

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EU

Der französische Innenminister Gerald Darmanin hat die EU-Grenzschutzagentur Frontex aufgefordert, auch an den EU-Nordgrenzen aktiv zu werden. „Ich habe Frontex selbst kontaktiert (…) und gebeten, sich um Nordeuropa zu kümmern“, besonders um die Meerenge zwischen Frankreich und Großbritannien, sagte Darmanin. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Geflüchtete versucht, in Booten über den Ärmelkanal nach England zu gelangen.

Wegen des des hohen Verkehrsaufkommens in der Meerenge, den starken Strömungen und den kalten Temperaturen ist die Überfahrt mit zahlreichen Risiken verbunden. Darmanin begrüßte die Einigung zwischen Großbritannien und Frankreich in der vergangenen Woche, nach der London Paris mit knapp 63 Millionen Euro bei der Eindämmung der nicht regulären Migration unterstützen will. Frankreich hatte versprochen, mehr Sicherheitskräfte entlang der Küste einzusetzen.

Im vergangenen Jahr wurden laut den französischen Behörden mehr als 9.500 Überfahrten oder versuchte Überfahrten registriert, mehr als viermal so viele wie im Jahr 2019. Sechs Menschen starben.

Die goldenen Sterne auf blauem Untergrund lassen sich auch nach dem Brexit nicht so leicht aus Großbritannien verbannen: Weil weiterhin Geld aus Brüssel fließt, muss die EU-Flagge weiterhin auf vielen Werbeplakaten oder Flyern einiger britischer Kommunen zu sehen sein.

Das liegt daran, dass die Städte im Rahmen eines EU-Strukturfonds Gelder aus Brüssel zum Wiederaufbau nach der Coronavirus-Pandemie erhalten haben, wie die britische Zeitung „Independent“ gestern berichtete.

Auf diese Gelder hat Großbritannien gemäß des Austrittsabkommens sogar noch bis Ende 2023 Anspruch – allerdings nur gegen gewisse Regeln. Dazu gehört, dass auf offiziellen Materialien die Herkunft des Geldes samt Logo der Europäischen Union erwähnt wird.

Ein Sprecher des britischen Bauministeriums stellte klar, dass es sich um keine Entscheidung der britischen Regierung handle. Die Förderung würden mittelfristig durch Gelder aus britischen Töpfen ersetzt.

Sport

Der erste Wettkampftag der XXXII. Olympischen Sommerspiele steht in den Sportgeschichtsbüchern. Richard Carapaz aus Ecuador sorgte mit Gold im Rad-Straßenrennen der Herren ebenso wie der Ungar Aron Szilagyi mit seinem Goldhattrick im Säbelfechten für Schlagzeilen. Der zweite Tag bringt weitere 18 Medaillenentscheidungen.

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Magdalena Lobnig hat heute bei den Olympischen Spielen in Tokio souverän das Halbfinale im Frauen-Einer erreicht. Ganz zufrieden war die Kärntnerin danach aber nicht. „Der Vorlauf war besser, aber die Nervösität steigt halt von Rennen zu Rennen. Es war klar, dass die hinter mir um ihr Leben rudern, da bin ich ein bisserl zu schlampert, bisserl zu wenig schnell losgefahren“, sagte sie nach dem Viertelfinale.

Mehr dazu in sport.ORF.at/tokyo2020

Rapid hat den Start in die neue Saison der Admiral Bundesliga gehörig verpatzt. Der Vizemeister kassierte gestern in der Auftaktrunde im Allianz Stadion gegen den TSV Hartberg vor 12.200 Zuschauern eine 0:2 0:1)-Heimniederlage. Damit gab es auch eine missglückte Generalprobe vor dem Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation bei Sparta Prag am Mittwoch. Dario Tadic avancierte mit einem Doppelpack (41., 67./Elfmeter) zum Matchwinner für die Steirer.

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Das Debüt als Cheftrainer im Clubfußball brachte Andreas Herzog dank eines Last-Minute-Treffers zumindest einen Auswärtspunkt. Die von ihm trainierte Admira erkämpfte sich gestern zum Start in die neue Saison der Admiral Bundesliga bei WSG Tirol ein 1:1 (0:0). Erstmals seit fünf Jahren mussten sich die Niederösterreicher damit zum Auftakt nicht geschlagen geben.

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Chronik

Gestern ist erneut eine Unwetterfront mit Starkregen und teilweise Hagel über Tirol gezogen. In Uderns im Zillertal gingen zwei Muren ab. Ein Haus musste evakuiert werden. In einem ebenfalls betroffenen Stall verendeten einige Tiere.

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An die 180 Mal sind die Feuerwehren des Bezirkes Perg (Oberösterreich) in der Nacht auf heute ausgerückt – zu Überflutungen, Blitzeinschlägen. Auf einem Bauernhof in Waldhausen im Strudengau geriet eine Maschinenhalle in Brand. Es war seit Freitag der vierte Großbrand eines Bauernhofes in OÖ, der zweite im Bezirk Perg.

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Ein zwölfjähriges Mädchen ist gestern bei einer Bergwanderung in Oberösterreich von einer Schlange gebissen worden. Der Vorfall ereignete sich, als eine deutsche Urlauberfamilie in der Gemeinde Ebensee am Traunsee im Höllengebirge über einen markierten Wanderweg vom Feuerkogel Richtung Rieder Hütte wanderte.

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Ein vermisster österreichischer Bergsteiger ist gestern in Südtirol auf dem Hohen Weißzint im Ahrntal tot aufgefunden worden. Nachdem der Tourist in einer Pension in Taufers übernachtet hatte, wollte er zur Hochfeilerhütte aufsteigen. Am Abend schlugen Familienmitglieder Alarm, weil der Mann nicht ans Telefon ging. So begann die Suche.

Schließlich entdeckten andere Bergsteiger den Rucksack des Vermissten am Fuße eines Hanges auf etwa 3.200 Metern Seehöhe und alarmierten die Retter. Sie konnten den Mann nur noch tot bergen, meldete die italienische Nachrichtenagentur ANSA.

Gut eine Woche nach den verheerenden Überflutungen mit Todesopfern kam es gestern in Belgien neuerlich zu schweren Regenfällen. Über Tote und Verletzte war zunächst nichts bekannt. Eine Unwetterfront zog auch wieder durch Deutschland. In Teilen Bayerns traten Gewitter mit örtlich ergiebigem Regen- und Hagelschauer auf. Größere Schäden wurden nicht gemeldet.

In Belgien wurden zahlreiche Autos weggeschwemmt und Menschen in Sicherheit gebracht In der Stadt Dinant blockierten vom Wasser mitgerissene Fahrzeuge einen Bahnübergang. Der Bahnverkehr war wegen des Hochwassers Mitte Juli aber bereits eingestellt. In der Stadt Namur mussten Menschen in Sicherheit gebracht werden. „Es ist eine Katastrophe“, zitierte Belga die Feuerwehr.

Neben Namur und Dinant waren noch weitere Städte und Dörfer von starken Regenfällen und Überschwemmungen betroffen. In Wallonisch-Brabant südlich von Brüssel kam es zu Erdrutschungen. Auch in der Provinz Antwerpen im Norden des Landes musste die Feuerwehr ausrücken.

Die Situation war laut dem nationalen Krisenzentrum jedoch „nicht vergleichbar“ mit den Überschwemmungen vom 14. und 15. Juli. Damals hatten heftige Unwetter in den dicht besiedelten Tälern der Maas-Region im Dreiländer-Eck Deutschland, Belgien und Niederlande in Belgien zumindest 36 Todesopfer gefordert, sieben Menschen werden noch vermisst.

Die Zahl der Todesopfer durch Erdrutsche und Überschwemmungen nach Monsun-Regenfällen in Indien ist auf mindestens 115 gestiegen. Die Rettungskräfte hätten bei Einsätzen im Bundesstaat Maharashtra allein 112 Tote geborgen, erklärte die Provinzregierung gestern. Im Bundesstaat Karnataka starben nach Behördenangaben mindestens drei Menschen. Insgesamt mussten fast 150.000 Menschen vorsorglich ihre Häuser verlassen.

Die meisten der Todesopfer waren im Bezirk Raigad rund 130 Kilometer südlich von Mumbai, der Hauptstadt des Bundesstaates, zu beklagen. Der anhaltende Starkregen hatte den Fluss Savitri über die Ufer treten lassen. Die Stadt Mahad wurde größtenteils überschwemmt, alle Zufahrtsstraßen waren blockiert. Bewohnerinnen und Bewohner retteten sich in höhere Stockwerke und auf Häuserdächer, um dem Wasser zu entkommen.

Evakuierung aus überfluteten Gebieten in Kolhapur (Indien)
Reuters/Abhijeet Gurjar

Noch am Freitag war es dem Katastrophenschutz nicht möglich, im betroffenen Gebiet mit Rettungshubschraubern zu landen. Erst als die Wasserstände am Samstag wieder sanken, konnte mit der Rettung der Bewohner begonnen werden. Auch in der Region um die Stadt Chiplun rund 250 Kilometer südlich von Mumbai waren Ortschaften unerreichbar. Der Fluss Vashishti trat dort über die Ufer. Die Behörden verzeichneten dort Wasserstände von bis zu sechs Metern.

In Mumbai stürzten Häuser ein, es gab Tote und Vermisste. Am vergangenen Wochenende waren in der Finanzmetropole bereits mindestens 34 Menschen durch regenbedingte Erdrutsche gestorben. In der Küstenmetropole Goa südlich von Mumbai gab es nach Regierungsangaben große Schäden, aber keine Todesopfer.

In mehreren Regionen Spaniens, im Südwesten Frankreichs und auch ist Portugal ist gestern Nachmittag für längere Zeit der Strom ausgefallen. Der Grund dafür war laut dem französischen Netzbetreiber RTE ein Waldbrand im Südwesten des Landes, es habe eine Störung bei einer Hochspannungsleitung gegeben.

Allein in Frankreich waren im Südwesten über 100.000 Haushalte betroffen gewesen. Wie Medien berichteten, brannte es zwischen Narbonne und Carcassonne auf einer Fläche von rund fünf Quadratkilometern. Es waren Hunderte Feuerwehrleute sowie mehrere Löschflugzeuge im Einsatz, Menschen kamen nicht zu Schaden.

Die Hochspannungsleitung von Frankreich nach Spanien sei vorsorglich unterbrochen worden. Das habe den Stromausfall in Spanien ausgelöst, berichtete die Zeitung „La Vanguardia“. Allein in Katalonien seien 146.000 Haushalte und andere Kunden betroffen gewesen, schrieb der Zivilschutz auf Twitter. Auch aus der Hauptstadtregion Madrid, Andalusien, der Extremadura, Aragon und Navarra wurden zeitweise größere Störungen gemeldet. Nach etwa einer Stunde normalisierte sich die Lage wieder.

Wirtschaft

Der US-Technologiekonzern Microsoft dürfte sich in Vösendorf (Niederösterreich) ansiedeln. Errichtet wird laut Medienberichten im Bereich der Brunner Heide ein in der Rechenzentrumstrategie des Unternehmens vorgesehener Standort.

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Umwelt & Klima

Mit grünen Hausfassaden gegen städtische Hitzeinseln wirken: In Wien es jetzt eigens dafür entwickelte Module auch als Selbstbauvariante, für die es kein Montageteam und keine Genehmigung braucht. Aufgrund einer Förderung sind bis zu vier dieser „Do It Yourself“-Module gratis erhältlich.

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E-Autos setzen sich immer mehr durch – gleichzeitig wachsen die Anforderungen an eine Infrastruktur für das Aufladen dieser Fahrzeuge. Fachleute der TU Graz haben nun einen Laderoboter entwickelt, der mobil einsetzbar ist.

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Religion

Das Bilanzdefizit der römischen Kurie, zentrales Leitungsorganisation der katholischen Kirche, ist im Pandemiejahr 2020 auf 66,3 Millionen Euro angewachsen. 2019 betrug das Minus noch elf Millionen Euro. Der Leiter des vatikanischen Wirtschaftssekretariats, Juan Guerrero, äußerte sich bei der Veröffentlichung der Zahlen dennoch zufrieden. Alles in allem sei das Ergebnis „besser als erwartet“ ausgefallen, sagte er dem Portal „Vatican News“.

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Die vermutlich älteste Kirchenorgel der Welt, die im 12. Jahrhundert in der Geburtskirche von Bethlehem im Einsatz war, wird derzeit aufwendig erforscht und rekonstruiert. Das Instrument war zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Archäologen in der Basilika über der traditionellen Geburtsstätte Christi in Bethlehem entdeckt worden.

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Kultur

Seit 2006 ist Herbert Föttinger Direktor im Theater an der Josefstadt in Wien. Bis 2026 will er das auch noch bleiben – und so zum „zweitlängstdienenden“ Direktor überhaupt werden. Auch in jungen Jahren war er dem Theater verbunden, heute feiert „Mr. Josefstadt“ seinen 60. Geburtstag.

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Das Welterbekomitee der UNESCO hat gestern entschieden, dass Baden zur Weltkulturerbestadt wird. Baden hatte sich gemeinsam mit den „Great Spas of Europe“ – den wichtigsten Kurorten Europas – beworben.

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Vor der Kulisse des Linzer Mariendoms treten seit Jahren beim Festival „Klassik am Dom“ namhafte Künstlerinnen und Künstler auf. Aufgrund der coronavirusbedingten Verschiebung des diesjährigen Festivals auf 2022 bot sich heuer eine einmalige Gelegenheit: Der Mariendom öffnete seine Pforten, um dem „Popstar unter den Geigern“ David Garrett eine Bühne zu bieten. Dafür wurden zwar keine Karten verkauft, das Konzert war exklusiv auf ORF2 zu erleben und ist in der ORF-Tvthek verfügbar.

Klassik am Dom 2021 – David Garrett & Band

David Garrett, der Popstar unter den Geigern, und seine Band traten in Linz auf. Das Konzert war exklusiv auf ORF2 zu erleben und ist in der ORF-Tvthek verfügbar.

Garrett ist für ein Repertoire bekannt, in dem die Grenzen zwischen U- und E-Musik verschwimmen. Klassik trifft dabei auf Rock- und Popmelodien. In seinem aktuellen Programm lässt er seine musikalischen Highlights der letzten zehn Jahre Revue passieren, darunter die Hits „Nothing Else Matters“, „Purple Rain“ oder „Viva la Vida“.

Zugleich interpretiert Garrett weltberühmte klassische Werke wie das Scherzo aus Beethovens 9. Sinfonie, Bachs „Air“ und Debussys „Clair de Lune“, inklusive aufwendiger Bühnenshow und großer Orchesterbegleitung. Garrett sprach bei der Pressekonferenz von einer großen Ehre, im Mariendom aufzutreten.

„Die Kulisse ist überwältigend, und – ich glaube, es geht jedem so, der den Mariendom zum ersten Mal betritt – man ist erfüllt mit Ehrfurcht. Für einen Künstler ist das eine ganz besondere Stimmung“, so der Musiker dazu. Nächstes Jahr soll das verschobene Festival nachgeholt werden. Neben Elina Garanca und James Blunt wird dabei auch Garrett, der seine heurige Tournee komplett absagen musste, vor Publikum vor Österreichs größter Kirche zu erleben sein.

Die Salzburger Festspiele werden heute Vormittag in der Stadt Salzburg mit einem Festakt in der Felsenreitschule offiziell von Bundespräsident Alexander Van der Bellen eröffnet. Die Festrede hält der Philosoph, Buchautor und frühere deutsche Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin.

Das Festival ist bereits am 17. Juli mit einer beim Publikum umjubelten „Jedermann“-Neuinszenierung in das verlängerte 100-Jahr-Jubiläum gestartet und endet am 31. August.

Einen Tag nach der offiziellen Eröffnung, am Montag, geht mit der Premiere von „Don Giovanni“ die erste Oper dieser Saison über die Bühne, neuinterpretiert von Kultdirigent Teodor Currentzis am Pult und Regiemystiker Romeo Castellucci.

Die Festspiele zeigen heuer auch Produktionen, die wegen der Coronavirus-Pandemie im Jubiläumsjahr 2020 nicht aufgeführt werden konnten. Wegen eines Coronavirus-Falls im Publikum der diesjährigen „Jedermann“-Premiere müssen nun die Besucherinnen und Besucher aller Festivalspielstätten verpflichtend FFP2-Masken tragen.

Heute eröffnen in Bayreuth die Wagner-Festspiele mit einer Neuinszenierung des „Fliegenden Holländers“ durch Dmitri Tcherniakov. Dabei wird erstmals in der 145-jährigen Festspielgeschichte eine Frau am Pult stehen: Die einstige Grazer Chefdirigentin Oksana Lyniv führt musikalisch durch den Abend.

Bei diesem historischen Moment wird das Festspielhaus allerdings halbleer bleiben, sind wegen der CoV-Auflagen doch nur 911 anstelle von rund 2.000 Menschen zugelassen. Auch wird der Festspielchor nicht auf der Bühne stehen und müssen die Premierengäste auf die traditionelle Begrüßung vor dem Festspielhaus und den Staatsempfang im Neuen Schloss verzichten.

Spannend aus österreichischer Sicht wird es dann am 29. Juli, wenn Aktionskünstler Hermann Nitsch eine semiszenische „Walküre“ gestaltet und Nikolaus Habjan am Vormittag das neue Stück „Rheingold – Immer noch Loge“ nach Paulus Hochgatterer inszeniert. Die Bayreuther Festspiele laufen dann bis 25. August.