Ausland

Abrüstungsstreit: Putin und Trump vereinbaren Treffen

Inmitten des Streits über die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Aufkündigung des INF-Abrüstungsabkommens haben sich die Präsidenten Russlands und der USA auf ein baldiges Gipfeltreffen verständigt.

Die Begegnung solle nach vorläufiger Planung am 11. November am Rande der Feierlichkeiten zum Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren in Paris stattfinden, sagte der außenpolitische Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Juri Uschakow, heute. Zuvor hatte Putin Trumps Nationalen Sicherheitsberater John Bolton empfangen und das Gipfeltreffen vorgeschlagen.

Bolton warnt vor Einmischung in US-Wahlen

Bolton sagte, er habe mit Putin ausführlich über Rüstungskontrolle und die russische Einmischung in Wahlen in den USA gesprochen. Er habe Putin erklärt, dass Versuche der Einflussnahme für Russland kontraproduktiv seien, sagte Bolton. Schon jetzt habe die Einmischung Misstrauen gegen Moskau geschürt. Seine Botschaft an Putin sei gewesen: „Mischt euch nicht in amerikanische Wahlen ein.“

Über neue Sanktionen gegen Russland sei noch nicht entschieden worden. Trump freue sich aber auf die Begegnung in Paris, für die die Vorbereitungen nun unmittelbar begännen. Putin seinerseits zeigte sich zur Begrüßung seines Gastes irritiert über Trumps Russland-Kurs. Man sei gelegentlich verwundert über unbegründete Angriffe aus Washington, sagte er.

Moskau warnt vor Aufkündigung von Abkommen

Die russische Regierung hatte zuvor vor einer Aufkündigung des Abrüstungsvertrags ohne Alternative gewarnt. Ein solcher Schritt wäre gefährlich, erklärte das russische Präsidialamt kurz vor dem Treffen Putins mit Bolton. Russland bedauere, dass die USA den Rückzug von dem Vertrag ins Auge fassten, ohne etwas Neues vorzuschlagen.

Das INF-Abkommen aus dem Jahr 1987 zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion untersagt den Bau und Besitz landgestützter, atomar bewaffneter Raketen oder Marschflugkörper mit einer Reichweite von 500 bis 5.500 Kilometern. Die USA und Russland werfen sich gegenseitig vor, den Vertrag gebrochen zu haben.

Japaner nach drei Jahren Geiselhaft in Syrien frei

Ein vor drei Jahren in Syrien von islamistischen Extremisten verschleppter japanischer Journalist ist aller Wahrscheinlichkeit nach wieder auf freiem Fuß. Das teilte ein Sprecher der japanischen Regierung am Dienstag in Tokio mit.

Jumpei Yasuda war im Juni 2015 in das Bürgerkriegsland eingereist, um über die Kämpfe dort zu berichten. Medienberichten zufolge wurde der freie Journalist dort von der Extremistengruppe Fatah al-Scham, der früheren Al-Nusra-Front, entführt und festgehalten.

In Aufnahmelager in Türkei

Japan wurde nun von katarischen Stellen informiert, dass Yasuda sich in einem Aufnahmelager in der türkischen Stadt Antakya befindet. Nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien steckt eine Abmachung zwischen Katar und der Türkei hinter der Freilassung.

Yasuda sei im Westen der Provinz Idlib gefangen gehalten worden. Die Kidnapper hätten den Journalisten an eine Gruppe von Aufständischen übergeben, die der Türkei nahesteht. Die Angaben der Beobachtungsstelle, die sich auf ein Netzwerk aus Informanten in Syrien beruft, sind von unabhängiger Seite schwer überprüfbar.

Ein Toter bei Zusammenstößen an Gaza-Grenze

Bei Zusammenstößen an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel ist nach palästinensischen Angaben ein Jugendlicher getötet worden. Eine israelische Militärsprecherin sagte, die Soldatinnen und Soldaten seien mit Sprengsätzen und brennenden Reifen attackiert worden und hätten daraufhin das Feuer eröffnet.

Das palästinensische Gesundheitsministerium erklärte, eine israelische Kugel habe einen 17-Jährigen nahe dem Ort Bureij am Kopf getroffen. Er sei später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Nach Angaben des israelischen Militärs beteiligten sich etwa 200 Palästinenser an der Protestaktion.

Fast täglich Zusammenstöße

Seit Ende März kommt es an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel fast täglich zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der israelischen Armee. Mehr als 200 Palästinenser und ein israelischer Soldat wurden seitdem getötet.

Die Demonstranten fordern die Aufhebung der von Israel vor mehr als zehn Jahren verhängten Blockade des Gazastreifens und die Rückkehr von Palästinensern auf ihr Land, das sie bei der Gründung des Staates Israel 1948 aufgrund von Vertreibung oder Flucht verließen.

Trump und Xi treffen sich bei G-20-Gipfel

US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping wollen sich in wenigen Wochen am Rande des G-20-Gipfels in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires treffen – inmitten des erbitterten Handelsstreits beider Länder. Das kündigte Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow heute in Washington an, Details nannte er jedoch nicht.

Kudlow sagte, die Forderungen der USA lägen auf dem Tisch. Er wünsche sich, dass die Chinesen dazu Stellung nähmen. Das hätten sie bisher nicht getan. Die Beziehungen beider Staaten stecken derzeit in einer schweren Krise.

Weitere Eskalation im Handelsstreit droht

Trump hatte Importe aus China im Wert von 250 Milliarden US-Dollar mit Sonderzöllen belegt – etwa die Hälfte der chinesischen Ausfuhren in die USA. Der US-Präsident droht überdies mit einer weiteren Zollerhöhung. Trump fordert von Peking eine größere Marktöffnung, ein Ende staatlicher Subventionen und ein wirksames Vorgehen gegen Technologieklau.

Als Vergeltung hatte China Sonderzölle auf Einfuhren aus den USA im Wert von 110 Milliarden Dollar verhängt. Wesentlich mehr ist nicht möglich, weil die USA im vergangenen Jahr nur für rund 130 Milliarden Dollar nach China exportiert haben. Die Gespräche zwischen beiden Seiten liegen derzeit auf Eis.

Dutzende Tote bei Kämpfen zwischen Milizen in Somalia

In Somalia sind bei Kämpfen zwischen Milizen mindestens 53 Menschen getötet worden. Etliche Menschen seien zudem bei den Zusammenstößen in der halbautonomen nördlichen Region Somaliland verletzt worden, sagte heute der Gouverneur des Bezirks Las Anod, Abdiasis Huseen, im Radiosender Daljir.

Die Kämpfe brachen am Wochenende zwischen den Milizen aus, die unterschiedlichen Clans angehören. Dabei ging es vor allem um die Kontrolle über ein Gebiet, das die Regierungen von Somaliland sowie der halbautonomen Region Puntland für sich beanspruchen. Die somalische Regierung nannte keine Einzelheiten zu dem Vorfall, rief aber die Gruppen dazu auf, die Kämpfe zu beenden.

In Somalia herrschen etliche Konflikte zwischen Clans und Milizen, die unter anderem um Ressourcen und Land kämpfen. Auch die Terrorgruppe al-Schabaab kontrolliert große Teile des Staates am Horn von Afrika und verübt immer wieder Anschläge. Die Regierung in Mogadischu wird von der internationalen Gemeinschaft unterstützt, hat aber in großen Teilen des Landes wenig zu sagen.

Dublin genehmigt Suche nach 800 Leichen von Heimkindern

Auf der Suche nach fast 800 Kinderleichen hat die irische Regierung systematische Ausgrabungen auf dem Grundstück eines ehemaligen Heims der katholischen Kirche genehmigt, wie das irische Kinderministerium heute in Dublin mitteilte. Nonnen hatten die Mutter-Kind-Einrichtung für Unverheiratete im Westen Irlands von 1925 bis 1961 betrieben. Mutter und Kinder sollen dort wie Sklaven gehalten und viele unterernährte kleine Kinder an Krankheiten gestorben sein.

Erste Skelette im Erdreich waren bereits vor Jahrzehnten entdeckt worden. Anrainerinnen und Anrainer glaubten Berichten zufolge anfangs, dass es sich um Opfer der irischen Hungersnot im 19. Jahrhundert handelte. Später entdeckten Fachleute unterirdische Kammern mit menschlichen Überresten – es waren Föten und Kleinkinder im Alter von bis zu drei Jahren.

Überlebende: Kinder wie Abfall verscharrt

In dem Heim seien tote Mädchen und Buben wie Abfall verscharrt worden, berichteten Überlebende. Eine Historikerin hatte den Fall ins Rollen gebracht. Sie fand in einem Sterberegister Einträge für knapp 800 Kinder, die im Laufe der 36 Jahre in dem Heim gelebt hatten. Aber nur bei einem Kind konnte sie nachweisen, dass es beerdigt worden war.

Die Republik Irland arbeitet mit Hilfe einer Kommission landesweit die Geschichte von Heimen für ledige Mütter und deren Kinder auf. Zehntausende „gefallene Frauen“ sollen in solchen Einrichtungen untergebracht worden sein.

Inland

Asyl für syrischen General: Beamte im Visier der Justiz

Weil ein syrischer General, dem jetzt Folter vorgeworfen wird, 2015 in Österreich Asyl bekommen hat, ermittelt die Justiz gegen Beamte des Bundesamts für Verfassungsschutz (BVT) und des Asylamtes (BFA). Es geht um den Verdacht des Amtsmissbrauches. Die Staatsanwaltschaft Wien hat das Verfahren an die Korruptionsstaatsanwaltschaft abgetreten, weil ein wichtiger Belastungszeuge der BVT-Affäre involviert ist, berichtet der „Kurier“ (Mittwoch-Ausgabe).

Negativer Asylbescheid in Frankreich

„Die Verdachtslage gegen noch auszuforschende Beamte des BVT und BFA“ ergebe sich „in der Zusammenschau des negativen Asylbescheids der französischen Behörden und des Verlaufs des inländischen Asylverfahrens“, zitiert die Zeitung den Staatsanwalt.

Khalid H. habe nämlich in seiner Erstbefragung angegeben, dass er schon in Frankreich Asyl beantragt habe und als General des syrischen Militärgeheimdienstes tätig gewesen sei. Dennoch habe das BFA keine Konsultationsverfahren mit Frankreich geführt. Zudem sei der Frage, ob H. in Syrien möglicherweise an Folterhandlungen beteiligt war, nicht ausreichend nachgegangen worden. BVT-Beamte hätten „auffällig oft“ Beamte des BFA im Asylfall Khalid H. kontaktiert, merkte der Staatsanwalt an.

In Österreich bekam der syrische Geheimdienstler binnen sechs Monaten Asyl, in Frankreich wurde sein Antrag Ende 2017 abgelehnt. Dort wird gegen ihn wegen des Verdachts auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit, des Völkermordes und der Kriegsverbrechen ermittelt. Nach seinem Europol-Fahndungsersuchen von Frankreich im heurigen Mai ermittelt nun auch die Staatsanwaltschaft Wien gegen den Syrer.

Indexierung der Familienbeihilfe vor Beschluss im NR

Der Nationalrat beschließt morgen die europarechtlich höchst umstrittene Indexierung der Familienbeihilfe. Diese bedeutet, dass die Höhe der Leistung dem Lebensstandard jenes Landes angepasst wird, in dem die Kinder von in Österreich Beschäftigten leben. Für Menschen aus Osteuropa bedeutet das weniger Familienbeihilfe, für Staatsangehörige nordeuropäischer Länder meist ein wenig mehr.

Zweites großes Thema der Plenarsitzung ist die Sozialversicherung. Schon zu Beginn wird die davor vom Ministerrat beschlossene Kassenreform auf Wunsch der FPÖ in einer Aktuellen Stunde debattiert. Dazu dürfte sich noch eine Dringliche Anfrage aus den Reihen der Opposition gesellen.

Einschränkungen für Menschen mit Behinderung

Ebenfalls umstritten ist die Reparatur einer Regelung, wegen der Menschen mit Behinderung Einschränkungen bei der Familienbeihilfe erhalten könnten. Betroffenenorganisationen geht die von der Koalition geplante Abfederung nicht weit genug.

Weitere Themen des Plenums sind ein Entschließungsantrag der Koalition, der den Sozialpartnern droht, bei Nichteinigung auf zwei Jahre Karenzanrechnung u. a. auf Gehaltsvorrückungen eine gesetzliche Regelung zu treffen, sowie ein Oppositionsantrag, die Lehre in Mangelberufen wieder für Asylwerber zu öffnen.

Falscher Bundesadler in Hartingers Büro „sofort abgenommen“

Neben Hammer und Sichel trägt der Bundesadler bekanntlich eine gesprengte Kette als Symbol für die Befreiung vom Nationalsozialismus – ebendiese Kette hat dem Adler im Büro von Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) gefehlt. Bis es heute einer aufmerksamen Twitter-Userin auffiel und der Adler laut Ministerium „sofort abgenommen“ wurde. Das Motiv wurde übrigens noch unter Hartingers Vorgänger Alois Stöger (SPÖ) dort montiert.

Der „Kurier“ illustrierte zuvor einen Onlinebericht mit einem Bild der Sozialministerin, abgelichtet in ihrem Büro vor dem falschen Bundesadler, denn ihm fehlte die gesprengte Kette. Darauf wies auf Twitter Daniela Kickl hin. Die Cousine von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) hatte bereits online mit Kritik an dessen Politik von sich hören lassen.

Aus dem Sozialministerium hieß es gegenüber der APA, dass das Bild im Oktober 2016 von Stögers Ressort beim oberösterreichischen Unternehmen Leha in Auftrag gegeben wurde. Damals sei auch die korrekte Skizze übermittelt worden. Im Februar 2017 wurde allerdings der falsche Adler aufgehängt, und das sei bisher niemandem aufgefallen, meinte ein Sprecher. Er sei nun „sofort abgenommen und entsorgt“ worden, erklärte er weiter.

EU

EU-Parlament verabschiedet Forderungen zum EU-Haushalt

Das Europaparlament will morgen seine Forderungen zum EU-Haushalt für das kommende Jahr verabschieden. Am Vormittag steht eine Debatte mit dem EU-Ratspräsidenten Donald Tusk auf dem Programm. Dabei dürfte es unter anderem um den Stand der Verhandlungen mit Großbritannien über den Ende März geplanten Austritt des Landes aus der EU gehen.

Außerdem will das Parlament eine Richtlinie zum Verbot vieler Wegwerfartikel aus Plastik verabschieden. Das Verbot zielt auf Produkte wie Trinkhalme, Einweggeschirr und Wattestäbchen ab. Es soll dazu beitragen, den umweltschädlichen Plastikmüll in den Ozeanen zu verringern. Die Vorlage sieht auch verbindliche Recyclingquoten etwa für Plastikflaschen und Fischernetze vor.

Orban-Kritiker fordern Beitritt zu EU-Staatsanwaltschaft

Immer mehr Ungarn verlangen einen Beitritt ihres Landes zur geplanten europäischen Staatsanwaltschaft, der bisher von der rechtsnationalen Regierung in Budapest abgelehnt wird. Mehr als 120.000 Ungarn hätten binnen eines Monats eine entsprechende Petition unterschrieben, sagte deren Initiator, der parteilose ungarische Oppositionsabgeordnete Akos Hadhazy, heute in Budapest.

Die Justizminister der EU-Staaten hatten im vergangenen Jahr nach langem Ringen grünes Licht für die Gründung einer europäischen Staatsanwaltschaft gegeben. Die Behörde soll ab 2020 vor allem bei grenzübergreifendem Betrug mit EU-Geldern aktiv werden. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker schlug zuletzt zudem vor, das Mandat auf grenzüberschreitenden Terrorismus auszuweiten. Neben Deutschland beteiligen sich bisher 21 weitere Staaten.

Eine Million Unterschriften

Ziel sei es, eine Million Unterschriften dafür zu sammeln, um der Welt zu zeigen, „dass es nicht stimmt, dass die Ungarn korrupt sind“, sagte Hadhazy am Abend. Er sprach vor Tausenden oppositionellen Demonstranten, die sich aus Anlass des Nationalfeiertags am Budapester Donauufer versammelt hatten. Am 23. Oktober feiert Ungarn den Beginn des antistalinistischen Aufstands von 1956.

Hadhazy warf der Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban vor, „mit gestohlenem EU-Geld“ die eigene politische Klientel zu bedienen. Ähnliche Vorwürfe erheben seit Langem unter anderem Organisationen wie Transparency International.

Sport

Wirtschaft

Rassistischer Vorfall: Barcelona will Ryanair anzeigen

Nach einem rassistischen Vorfall in einem Ryanair-Flugzeug vor dem Start in Barcelona will die spanische Metropole die Airline und auch den Fluggast zur Rechenschaft ziehen. Der Mann hatte eine neben ihm sitzende Passagierin beleidigt.

„Stadt, die die Menschenrechte schützt“

Man werde bei der spanischen Staatsanwaltschaft Anzeige erstatten, sagte der stellvertretende Bürgermeister Jaume Asens heute vor Journalisten. Man könne nicht zulassen, dass „Barcelonas Ansehen als Stadt, die die Menschenrechte schützt, Schaden zugefügt wird“. Barcelona sei eine offene und antirassistische Stadt.

Ryanair war wegen des Zwischenfalls in Erklärungsnot geraten. In einer Maschine von Europas größter Billigairline hatte ein Passagier eine 77-Jährige lautstark unter anderem als „hässlichen schwarzen Bastard“ beschimpft. Der Mann wurde aber nicht aus dem Flugzeug gewiesen. Stattdessen wurde das Opfer auf eigenen Wunsch umgesetzt.

Mitreisender filmte Vorfall

Ein Mitreisender hatte den Vorfall am vergangenen Freitag kurz vor dem Abflug nach London gefilmt. Das Video verbreitete sich schnell in Sozialen Netzwerken und löste heftige Kritik an der irischen Fluggesellschaft aus. In dem Clip ist zu sehen, dass die Seniorin zwar von ihrer Tochter und einem anderen Passagier unterstützt wurde, ein Flugbegleiter aber auf Aufforderung nur zaghaft eingriff.

Dem Opfer der Verbalattacke wurde empfohlen, sich beim Kundenservice zu beschweren. Auf Rufe von Passagieren, den pöbelnden Passagier aus dem Flugzeug zu bringen, ging das Crew-Mitglied nicht ein. „Wir kennen das Video und haben den Vorfall der Polizei in Essex gemeldet“, schrieb Ryanair auf Twitter. Man werde den Vorfall nicht weiter kommentieren, hieß es. Ein Polizeisprecher bestätigte: „Wir arbeiten eng mit Ryanair und den spanischen Behörden bei den Ermittlungen zusammen.“

„NYT“: 200 mächtige Männer verloren Job durch „MeToo“

Seit Beginn der „MeToo“-Bewegung rund um sexuelle Übergriffe vor gut einem Jahr haben nach einer Analyse der „New York Times“ („NYT“) rund 200 mächtige Männer ihren Job verloren. In knapp der Hälfte der Fälle seien sie durch Frauen ersetzt worden, berichtete die Zeitung heute. Mindestens 920 Menschen seien in diesen Fällen mutmaßliche Opfer von sexuellem Fehlverhalten geworden.

Ausgelöst wurde die „MeToo“-Bewegung durch Berichte über das Verhalten von Filmproduzent Harvey Weinstein Anfang Oktober 2017. In den zwölf Monaten davor wurden der Zeitung zufolge weniger als 30 Menschen gefeuert oder traten zurück, nachdem vorwiegend Frauen mutmaßliche sexuelle Übergriffe gegen sie öffentlich gemacht hatten. Darunter war etwa der frühere Fox-News-Moderator Bill O’Reilly, der im April 2017 entlassen wurde – das bezeichnete die „NYT“ als „Vorbeben“.

43 Prozent der entlassenen oder zurückgetretenen Männer wurden der Analyse zufolge durch Frauen ersetzt. Von diesen Frauen arbeite ein Drittel bei Nachrichtenmedien, ein Viertel in Regierungen und ein Fünftel im Bereich Entertainment und Kultur.

McDonald’s verdient trotz vieler Kunden deutlich weniger

Der Fast-Food-Riese McDonald’s hat im Sommerquartal mehr Kunden in seine Schnellrestaurants gelockt, aber weniger Gewinn gemacht. Verglichen mit dem Vorjahreswert sank der Überschuss um 13 Prozent auf 1,6 Mrd. Dollar (1,4 Mrd. Euro), wie der US-Konzern heute mitteilte. Allerdings hatte McDonald’s im Vorjahr auch einen Sondererlös aus dem Verkauf von Geschäften in China verbucht.

Der Absatz in Filialen, die seit mindestens 13 Monaten geöffnet sind, legte weltweit um 4,2 Prozent zu – es war das dreizehnte Quartal mit einem Zuwachs in Folge. Im US-Heimatmarkt, wo der Konzern mit scharfer Konkurrenz kämpft, gab es ein Plus von 2,4 Prozent.

„Wir haben deutliche Fortschritte bei der Modernisierung unserer Restaurants rund um den Globus gemacht“, verkündete Vorstandschef Steve Easterbrook. McDonald’s bemüht sich schon länger, Kundinnen und Kunden hinzuzugewinnen – mit Innovationen wie Selbstbedienungssäulen, Lieferdiensten und mobilem Bezahlen.

Der Gesamtumsatz sank im abgelaufenen Quartal zwar um sieben Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar. Diese Einbußen nimmt der Konzern aber bewusst im Rahmen seiner Strategie in Kauf, viele Filialen an Franchisenehmer abzugeben. Das belastet zwar die Erlöse, senkt aber das unternehmerische Risiko und bringt Lizenzgebühren ein.

Chronik

Viele Fußballfans bei Unfall auf Rolltreppe in Rom verletzt

Bei einem Unfall auf einer Rolltreppe im Zentrum Roms sind vor dem Champions-League-Spiel AS Roma – ZSKA Moskau Dutzende Menschen verletzt worden. Der Vorfall habe sich heute Abend in der U-Bahn-Station Repubblica ereignet, teilte die Feuerwehr mit. Der Zivilschutz sprach von 20 Verletzten, darunter sei ein Schwerverletzter. Bei den Verletzten soll es sich Medien zufolge um Fußballfans von ZSKA Moskau handeln.

Auf einem in sozialen Medien geteilten Video ist zu sehen, wie die Rolltreppe mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit abwärts fährt und am Ende der Treppe zahlreiche Fahrgäste zu Sturz kommen. Die meisten Menschen seien eingeklemmt worden und hätten Verletzungen an den Beinen, berichtete die Nachrichtenagentur ANSA. Einem Verletzten habe ein Teil des Beins amputiert werden müssen.

Die Station Repubblica liegt unweit des Hauptbahnhofs auf der Metrolinie A mitten im Zentrum der Stadt. Die U-Bahn-Station wurde geschlossen, teilte die Verkehrsgesellschaft Atac mit. Busse und Autos wurden umgeleitet. Vor dem Eingang waren Krankenwagen zu sehen. Das Spiel wurde um 21.00 Uhr im Olympiastadion angepfiffen.

D: Miniriesenrad krachte zusammen – acht Kinder verletzt

Acht Kinder sind gestern bei einem Unfall mit einem kleinen Riesenrad in der deutschen Oberpfalz verletzt worden. Die vier Gondeln des „Zwergerlriesenrads“ stürzten zu Boden, als die Antriebswelle plötzlich abbrach, wie die Polizei heute mitteilte. Alle in den Gondeln sitzenden Kinder im Alter zwischen einem und acht Jahren erlitten Prellungen und Blutergüsse.

Sie wurden mit einem Hubschrauber und Rettungswagen in eine Klinik gebracht. Das Miniriesenrad mit einem Durchmesser von vier Metern hatte nach Angaben eines Polizeisprechers keine Zulassung durch den TÜV. Es sei ein Eigenbau eines Erlebnisbauernhofs.

Hurrikan „Willa“ bringt starken Regen an Mexikos Küste

Der als hochgefährlich eingestufte Hurrikan „Willa“ hat mit starkem Regen die Westküste Mexikos getroffen. Der Sturm bewegte sich heute weiter auf das mexikanische Festland zu, wie der Wetterdienst des lateinamerikanischen Landes mitteilte. „Willa“ befand sich rund 85 Kilometer südöstlich der Marias-Inseln im Pazifik und erreichte Windgeschwindigkeiten bis 260 km/h.

Militär und Marine alarmiert

Die mexikanischen Behörden bereiteten Evakuierungen vor, sie rechnen mit Überschwemmungen und Erdrutschen. Heer und Marine wurden alarmiert. In mehreren Gemeinden in den Bundesstaaten Sinaloa, Jalisco und Nayarit fiel an Schulen der Unterricht aus.

Zwei Kreuzfahrtschiffe könnten nicht wie geplant in Mazatlan einlaufen, meldete die Zeitung „El Universal“ unter Berufung auf den Tourismusminister des Bundesstaates Sinaloa, Oscar Perez Barros. Mazatlan ist ein beliebter Badeort im Nordwesten Mexikos. Im weiter südlich gelegenen Puerto Vallarta ordnete der Gouverneur des Staates Jalisco, Aristoteles Sandoval, laut Presseberichten vorsorglich die Evakuierung der Hotelzone an.

Der Wirbelsturm hat sich seit Montag leicht abgeschwächt, gilt aber weiter als extrem gefährlich. Für den Küstenabschnitt zwischen San Blas im Bundesstaat Nayarit und Mazatlan sowie die vorgelagerten Marias-Inseln galt Hurrikanwarnung. Nach dem Landgang erwarten die Meteorologen, dass sich „Willa“ schnell abschwächt.

Gesundheit

Science

Kultur

Barockmalerin erzielt Millionenpreis bei Dorotheum-Auktion

Bei der Altmeister-Auktion im Dorotheum in Wien wurde heute Abend gleich zweimal die Millionengrenze übertroffen. Das Gemälde „Lucretia“ der italienischen Barockmalerin Artemisia Gentileschi ging für 1,885 Millionen Euro an einen australischen Sammler.

Beim „Bildnis einer Adeligen mit einem Papagei“ von Anthonis van Dyck lag das erfolgreiche Höchstgebot bei 1,425 Millionen Euro. Es war per Telefon abgegeben worden.

Iris Wolff erhält Literaturpreis Alpha 2018

Die 41-jährige deutsche Autorin Iris Wolff ist für ihren Mehrgenerationenroman „So tun, als ob es regnet“ heute Abend im Wiener Studio 44 mit dem Literaturpreis Alpha 2018 ausgezeichnet worden.

Im erneut rein weiblichen Finale der besten Drei setzte sie sich gegen Theodora Bauer („Chikago“) und Petra Piuk („Toni und Moni“) durch. Der von Casinos Austria und den Büchereien Wien zum neunten Mal vergebene Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Der Roman hinterlasse „Spuren im Sand wie ein Kind, das über den Strand läuft“, sagte Juryvorsitzender Paulus Hochgatterer in seiner Laudatio.

Gebürtige Siebenbürgerin

Wolff wurde 1977 in Hermannstadt (Sibiu) in Siebenbürgen in Rumänien geboren. Sie studierte Germanistik, Religionswissenschaft, Grafik und Malerei in Marburg an der Lahn und war zehn Jahre lang Mitarbeiterin des Deutschen Literaturarchivs Marbach.

2014 erhielt sie den Ernst-Habermann-Preis. Im Salzburger Otto Müller Verlag erschienen bisher „Halber Stein“ (2012), „Leuchtende Schatten“ (2015) und „So tun, als ob es regnet“ (2017).

Nach dem Auftaktsieg von Thomas Stangl (2010) ging der Alpha Literaturpreis bisher ausschließlich an Autorinnen – zuletzt an Eva Menasse (2014), Karin Peschka (2015), Barbi Markovic (2016) und Marie Luise Lehner (2017).

Leute

Niederländisches Königspaar zu Staatsbesuch in London

Der niederländische Monarch Willem-Alexander und seine Frau Maxima sind heute zu ihrem ersten Staatsbesuch nach Großbritannien gereist. Zum prunkvollen Empfang gehörte eine Fahrt Willem-Alexanders in einer goldverzierten Kutsche mit Königin Elizabeth II.

Zur Begrüßung gab es links und rechts ein Küsschen auf die Wange der Queen – dabei musste das groß gewachsene Paar aus den Niederlanden mächtig in die Knie gehen. Die 92-Jährige trug ein lila Kostüm und einen farblich passenden Hut.

Das niederländische Königspaar und die britische Monarchin
AP/Christopher Furlong

Auch Treffen mit May geplant

Geplant bei dem zweitägigen Besuch sind unter anderem eine Rede Willem-Alexanders im Parlament, ein Gespräch mit Labour-Oppositionschef Jeremy Corbyn und Teetrinken mit Prinz Charles und dessen Frau Camilla in deren Residenz Clarence House. Morgen ist ein Treffen mit Premierministerin Theresa May vorgesehen.

Der Besuch hat mit Blick auf den EU-Austritt Großbritanniens und künftige Handelsbeziehungen eine besondere Bedeutung. Nach Angaben des Außenministeriums in London sind die Niederlande der drittgrößte Handelspartner des Vereinigen Königreichs. König Willem-Alexander hatte kurz vor dem Besuch im Gespräch mit britischen Journalisten gesagt, dass er sich wegen des „Brexit“ Sorgen mache. Großbritannien will sich Ende März 2019 von der EU trennen.

Panorama