Ukraine-Krieg

Russland hat die Bestrebungen Schwedens und Finnlands, der NATO beizutreten, heute erneut scharf kritisiert. „Dies ist ein weiterer schwerer Fehler mit weitreichenden Folgen“, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow laut russischen Nachrichtenagenturen.

Schweden und Finnland stehen vor dem Hintergrund des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine davor, ihre jahrzehntelange militärische Neutralität aufzugeben, um sich dem westlichen Militärbündnis anzuschließen.

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) hat sich hinsichtlich einer Einigung auf ein sechstes Sanktionspaket gegen Russland „in den nächsten Tagen“ zuversichtlich gezeigt.

Ein „gewisser Diskussionsbedarf“ sei „ganz klar“, nicht alle Staaten seien – Stichwort Erdöl – gleich schwer betroffen, so Schallenberg heute am Rande eines Treffens mit seinen EU-Amtskollegen in Brüssel.

Gleichzeitig kritisierte er die öffentliche Diskussion darüber und pochte auf Einigkeit der EU. „Die Debatte sollte dort geführt werden, wo sie geführt werden sollte, nämlich hinter geschlossenen Türen im Rat, und wir dann an die Öffentlichkeit treten, wenn wir eine Einigung haben.“

Was die Strafmaßnahmen betrifft, sei der „Militärkomplex“ in Russland ein Bereich, in „den wir sehr stark reingehen müssen“, sagte der Außenminister. Das wäre dann auch Teil des sechsten Sanktionspakets. Aber „wir müssen auch sehen, was wir schon erreicht haben“, so Schallenberg. Die Schrauben könnten jedoch noch angezogen werden.

Ungarn will Pläne nicht unterstützen

Die Außenminister der EU-Staaten wollen bei ihrem heutigen Treffen in Brüssel über die jüngsten Entwicklungen im Ukraine-Krieg beraten. Zu den Gesprächen wird als Gast der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba erwartet. Zudem hat die EU auch die kanadische Außenministerin Melanie Joly eingeladen. Überschattet wird die Zusammenkunft von dem anhaltenden Streit innerhalb der EU über ein Einfuhrverbot für russisches Öl.

Die Pläne dafür stehen derzeit auf der Kippe, weil Ungarn nicht gewillt ist, das Projekt zu unterstützen. Das Land begründet das mit seiner großen Abhängigkeit von russischen Öllieferungen und den hohen Kosten für eine Umstellung auf andere Lieferanten. Zustimmen will Ungarn einem Embargo nur dann, wenn es von der EU milliardenschwere Beihilfen oder weitreichende Ausnahmeregelungen bekommt. Das wollen jedoch andere EU-Staaten nicht akzeptieren.

Die Frontlinie im ostukrainischen Donbas hat sich gestern zugunsten Russlands verschoben. Das geht aus Angaben des ukrainischen Militärs hervor. Dafür meldeten ukrainische Truppen einen symbolträchtigen Erfolg bei ihrer Gegenoffensive im östlichen Gebiet Charkiw: Sie sind zumindest an einer Stelle bis zur russischen Grenze vorgestoßen.

Die Ölförderung Russlands ist im April um fast eine Million Barrel oder etwa zehn Prozent unter dem Niveau vor Kriegsbeginn gelegen. Ab Mitte Mai werden aber große Handelshäuser ihre Verträge wegen der Sanktionen auslaufen lassen.

Daher könnte der Rückgang im zweiten Halbjahr auf drei Millionen Barrel oder 30 Prozent steigen, heißt es im aktuelle Ölmarktbericht der Internationalen Energieagentur (IEA). Die weltweite Versorgung mit Öl sieht die IEA nicht in Gefahr.

Steigende Fördermengen im Nahen Osten und in den USA sowie eine weniger stark wachsende Nachfrage dürften eine Ölknappheit auch bei einem Einbruch der Förderung in Russland verhindern, so die IEA weiter. Die Förderung im Rest der Welt ohne Russland dürfte zwischen Mai und Dezember um 3,1 Mio. Barrel/Tag steigen. Weltweit werden knapp 100 Mio. Barrel/Tag gefördert.

Exporte bisher stabil

Trotz aller Krisen und der weltweiten Bemühungen um einen Ausstieg aus fossiler Energie und insbesondere Öl rechnet die IEA damit, dass im Jahresschnitt 2022 die Nachfrage nach Öl im Vergleich zu 2021 um 1,8 Mio. Barrel pro Tag steigen wird – auf durchschnittlich 99,4 Mio. Barrel/Tag.

Bisher sind die russischen Exporte im Großen und Ganzen stabil geblieben, obwohl der internationale Druck hoch und die Ölförderung rückläufig war, so die IEA. Aber ab dem 15. Mai müssen große Handelshäuser alle Geschäfte mit den staatlichen Firmen Rosneft, Gazprom Neft und Transneft einstellen. Das werde die Lage ändern.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hält eine Niederlage Russlands im Krieg gegen die Ukraine für möglich. „Die Ukraine kann diesen Krieg gewinnen“, sagte der Norweger gestern nach Beratungen der Außenminister der 30 Bündnisstaaten in Berlin. Der Krieg in der Ukraine verlaufe für Moskau nicht wie geplant.

So sei die Offensive im Donbas ins Stocken geraten, und die Russen zögen sich aus der Gegend um Charkiw zurück. Zudem sei die geplante Eroberung Kiews gescheitert. „Russland erreicht seine strategischen Ziele nicht“, ergänzte Stoltenberg. Die NATO sei stärker denn je.

Liveticker zum Nachlesen

COV Ausland

Wenige Tage nach der Bestätigung der ersten CoV-Infektionen in Nordkorea ist die Zahl fieberbedingter Todesfälle im Land nach offiziellen Angaben auf 50 gestiegen. Bis gestern Abend (Ortszeit) sei zudem die Zahl der Patienten und Patientinnen mit Fiebersymptomen auf mehr als 1,2 Millionen geklettert, berichteten die Staatsmedien heute unter Berufung auf das Notfallzentrum zur Epidemieprävention.

Mehr als die Hälfte von ihnen sei wieder genesen. Weiter vermied es das abgeschottete und autoritär regierte Land, die Krankheit direkt beim Namen zu nennen. Stattdessen war weiter von der „Ausbreitung der Epidemie“ die Rede.

Tatsächliche Infektionsrate unklar

In einer neuen Dringlichkeitssitzung des Politbüros der herrschenden Arbeiterpartei ordnete Machthaber Kim Jong Un den Berichten zufolge an, das Militär solle bei der Verteilung von Medikamenten helfen. Der Einsatz soll jedoch zunächst auf die Hauptstadt Pjöngjang beschränkt sein.

Wie viele der gemeldeten Fieberfälle tatsächlich auf eine CoV-Erkrankung zurückzuführen sind, ist weiter unklar. Experten vermuten, dass Nordkorea nicht über die Kapazitäten verfügt, um Massentests durchzuführen. Nordkorea hatte vergangene Woche erstmals seit Ausbruch der Pandemie vor mehr als zwei Jahren offiziell Infektionen mit dem Krankheitserreger bestätigt. Das Land hatte lange behauptet, CoV-frei zu sein.

Die Europäische Kommission will nach Angaben des französisch-österreichischen Biotech-Konzerns Valneva den Vorabkaufvertrag für den CoV-Impfstoff von Valneva kündigen. Laut Vertrag habe die Kommission das Recht dazu, wenn Valneva bis zum 30. April keine Marktzulassung von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) erhalten hat, teilte das Unternehmen heute mit.

Mehr dazu in science.ORF.at

Ausland

In Frankreich wird pünktlich zur Badesaison wieder über Burkinis gestritten: Die französische Großstadt Grenoble berät heute über eine Zulassung von muslimischen Ganzkörperbadeanzügen, den Burkinis, in öffentlichen Schwimmbädern. Mit der geplanten Änderung der Schwimmbadordnung hat der grüne Bürgermeister der Stadt, Eric Piolle, eine neue landesweite Burkini-Debatte losgetreten.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Durch Schüsse in einer Kirche im US-Bundesstaat Kalifornien sind ein Mensch getötet und vier weitere schwer verletzt worden.

Die Schüsse seien in einer Kirche in der Stadt Laguna Woods rund 70 Kilometer südlich von Los Angeles gefallen, teilte das Büro des Sheriffs von Orange County auf Twitter mit. Ein weiterer Mensch sei leicht verletzt worden. Ein Mensch wurde festgenommen und eine Schusswaffe sichergestellt.

Kirche in Laguna Woods
APA/AFP/Getty Images/Mario Tama

Bei der Polizei war den Angaben zufolge um 13.26 Uhr (Ortszeit) ein Notruf aus der presbyterianischen Kirche eingegangen. Rettungskräfte eilten zu der Kirche, um die Verletzten zu versorgen. „Ein Opfer starb an Ort und Stelle“, teilte das Büro des Sheriffs weiter mit. Alle Opfer seien Erwachsene.

60-Jähriger festgenommen

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurde der Angriff offenbar von einem Mann asiatischer Herkunft verübt. Zum Motiv des etwa 60-Jährigen werde noch ermittelt, teilte Jeff Hallock von der Polizei von Orange County bei einer Pressekonferenz mit. Auch die Opfer waren laut einem Bericht der „Los Angeles Times“ überwiegend asiatischer Herkunft, die meisten aus Taiwan.

Bilder im Internet zeigten Rettungsfahrzeuge, die vor einer Kirche standen. Das Büro des Gouverneurs von Kalifornien, Gavin Newsom, teilte mit, es arbeite mit den Behörden dort zusammen, um die Lage zu überwachen. „Niemand sollte Angst haben, zur Andacht zu gehen. Unsere Gedanken sind bei den Opfern“, teilte das Büro weiter mit.

Die demokratische Kongressabgeordnete Katie Porter, die den Sitz für Orange County im Repräsentantenhaus in Washington innehat, sprach von „erschütternden und beunruhigenden Nachrichten, insbesondere weniger als einen Tag nach den Schüssen von Buffalo“. Sie fügte hinzu: „Das sollte nicht unsere neue Normalität sein.“

Somalias Ex-Präsident Hassan Scheich Mohamud ist gestern erneut zum Staatschef des ostafrikanischen Landes gewählt worden. Der 66-Jährige setzte sich bei der Wahl um das höchste Staatsamt gegen 35 Kandidaten durch, darunter auch Amtsinhaber Abdullah Farmajo.

Dieser hatte Mohamud 2017 an der Macht abgelöst. Farmajos Amtszeit war im Februar 2021 abgelaufen, nach dem Scheitern politischer Gespräche über Wahlmodalitäten hatte er seine Amtszeit trotz heftiger Kritik verlängert.

Seitdem kam es immer wieder zu Spannungen und Konflikten zwischen zahlreichen Interessengruppen. Angesichts wiederholter Anschläge wurde die Zahl der Sicherheitskräfte in der Hauptstadt Mogadischu in den Tagen vor der Wahl erhöht.

In dem immer wieder von Gewalt und Anschlägen der islamistischen Terrormiliz al-Schabab erschütterten Land am Horn von Afrika wurde der Präsident in einer indirekten Wahl von den 275 Abgeordneten des Parlaments und 54 Vertretern des Senats gewählt. Die Abstimmung fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in einem Hangar im Flughafen der Hauptstadt Mogadischu statt.

Somalias Staatschef wird nicht vom Volk bestimmt, sondern nach einem komplexen indirekten System: Vertreter der Bundesstaaten und Clans wählen die Parlamentsabgeordneten, die wiederum den Präsidenten bestimmen. Zunächst waren 35 Kandidaten zur Wahl gestanden, darunter mit Ex-Außenministerin Fawsia Jusuf Adan nur eine Frau. Vier weitere Anwärter hatten ihre Kandidatur bereits am Samstag zurückgezogen.

COV Inland

In Österreich sind alle wegen der Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen gefallen. Mit dem heutigen Tag ist bei der Einreise kein 3-G-Nachweis mehr erforderlich.

Urlauberinnen und Urlauber, Reiserückkehrende und andere Besucher aus aller Welt können damit erstmals seit Beginn der Pandemie wieder auflagenfrei einreisen. Die neue, vom Gesundheitsministerium erlassene Einreiseverordnung ist um Mitternacht in Kraft getreten.

Die bisherigen Einreiseregeln für Virusvariantengebiete bleiben zwar offiziell bestehen, allerdings befindet sich derzeit kein Land auf der entsprechenden Liste der Staaten mit sehr hohem epidemiologischem Risiko.

Sollte eine neue Virusvariante auftauchen, könnte damit für bestimmte Länder rasch wieder eine Test-, Registrierungs- und Quarantänepflicht verhängt werden.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 363,5 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Wien (478,5) und im Burgenland (441,9). Am niedrigsten ist der Wert in der Steiermark (262,4) und Kärnten (273,1).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 3.335 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 3.335 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

18.303 Menschen verstarben bisher am oder im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 790 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 58 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Inland

In der Affäre um den Vorarlberger ÖVP-Wirtschaftsbund dürfte es dauern, bis es einen Untersuchungsausschuss im Land gibt – falls es überhaupt dazu kommt. Die Opposition will nämlich vorerst abwarten.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Die Traisental-Schnellstraße (S34) in Niederösterreich kommt in der geplanten Form nicht, hat Klima- und Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) im Dezember verkündet. St. Pölten stellt nun rechtliche Schritte in den Raum, konkret geht es um Schadenersatz.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Unverständnis hat am Wochenende eine Entscheidung der Staatsanwaltschaft Steyr (Oberösterreich) ausgelöst. Ein 19-jähriger Asylwerber, der eine 15-Jährige aus der Ukraine in Weyer (Oberösterreich) vergewaltigt haben soll, wurde zwar festgenommen, aber wieder freigelassen. Das Land erwartet eine rasche Neubewertung.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

EU

Die am Mittwoch präsentierte EU-Verordnung gegen Kindesmissbrauch im Netz geht über Chats weit hinaus.

Sie betrifft sämtliche Anbieter von „interpersoneller Kommunikation“, reine Zugangsanbieter und sogar App-Stores. Die wohl wichtigste Information, dass sämtliche Provider verpflichtet werden, weite Teile ihres Datenverkehrs auf Vorrat zu speichern und mit Algorithmen zu durchsuchen, ist im Text regelrecht versteckt.

Diese Methode des Verschleierns kritischer Sachverhalte zieht sich wie ein roter Faden durch einen Text, der mit Allgemeinplätzen, teils irreführenden Behauptungen und Querverweisen auf 134 Seiten aufgeblasen wurde. Am auffälligsten daran ist das, was fehlt.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Wirtschaft

Nach dem Rückzug des französischen Autokonzerns Renault aus Russland sind die Anteile des Konzerns am Lada-Hersteller Awtowas in den Besitz des russischen Staates übergegangen. Das russische Handelsministerium teilte heute in Moskau mit, es seien Verträge für den „Übergang“ der russischen Aktien der Renault-Gruppe an den russischen Staat und die Regierung in Moskau unterzeichnet worden.

Renault erklärte in Paris, die Option auf einen Rückkauf bleibe bestehen. Der Autokonzern besaß die Mehrheit an Awtowas; Minderheitseigner war das staatliche russische Rüstungskonglomerat Rostec, das von Sergej Tschemesow, einem Verbündeten des russischen Präsidenten Wladimir Putin, geführt wird.

Renault hatte im März die Produktion in seinem Werk in Moskau eingestellt und damals mitgeteilt, das Unternehmen prüfe mögliche Optionen bezüglich seiner Beteiligung an Awtowas. Renault hatte 2016 die Mehrheit an Awtowas übernommen, dem Hersteller der zwei meistverkauften Autos in Russland, dem Lada Vesta und Granta. Awtowas betreibt in Toljatti im Südwesten Russlands ein Werk mit rund 35.000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

Ryanair will nach den Verlusten der vergangenen zwei Jahre in die schwarzen Zahlen zurückkehren. Man wolle dieses Jahr eine „angemessene Profitabilität“ erreichen, teilte der irische Billigflieger heute mit.

In dem im März abgelaufenen Geschäftsjahr verringerte Ryanair den Fehlbetrag auf 355 Millionen Euro nach einer Milliarde im Vorjahreszeitraum. „Die Erholung bleibt fragil“, sagte Firmenchef Michael O’Leary, der auf einen konkreteren Ausblick verzichtete.

Trotz der Unsicherheiten durch den Ukraine-Krieg und die CoV-Lage will der easyjet-Konkurrent sein Passagieraufkommen auf 165 Millionen Fluggäste erhöhen nach 97 Millionen im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Die Buchungen im laufenden Quartal hätten sich verbessert. Allerdings hätten die Ticketpreise nicht so stark angehoben werden können wie zunächst erhofft, sagte Finanzchef Neil Sorahan gegenüber Reuters.

Viel Zusammenarbeit, aber wenig Transparenz – Österreich liegt im „Schattenfinanzindex“ weiterhin im schlechtesten Drittel, heißt es von Tax Justice Network und der NGO ATTAC. Österreich habe sich zwar während der Pandemie auf Platz 44 verbessert, sei aber immer noch ein attraktives Ziel für Steuerbetrug.

An der Spitze des Negativrankings standen erstmals die USA, gefolgt von der Schweiz und Singapur. Alle G-7-Staaten waren unter den am schlechtesten bewerteten Ländern. Die Caymaninseln, die im vergangenen Ranking dominierten, verbesserten sich überraschend auf Platz 14.

Relevante Infos nicht gratis

Österreich sei gut aufgestellt bei der internationalen Zusammenarbeit (automatischer Datenaustausch, Lockerung des Bankgeheimnisses). Dennoch orten die globalisierungskritische NGO ATTACund das Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (VIDC) Mängel bei der Transparenz von Eigentum und Unternehmen.

Firmen- und Grundbuch seien öffentlich, aber nicht gratis. Auch Auskünfte über Eigentümer von Unternehmen, Stiftungen und bestimmten Treuhandschaften seien nicht gratis, das erschwere den Zugang. Slowenien gehe mit gutem Beispiel voran – Informationen über die wirtschaftlichen Eigentümer von Unternehmen und Jahresabschlüsse sind dort im Open-Data-Format gratis zugänglich.

Viel Kritik an G-7-Staaten

Tadel erntete nicht nur Österreich, sondern vor allem die G-7-Staaten in Anbetracht des Ukraine-Krieges. „Jahrzehntelang haben Industriestaaten Milliardäre, Oligarchen und Konzerne mit Intransparenz angelockt und umworben – auf Kosten der Allgemeinheit und ärmerer Länder“, kritisierten Martina Neuwirth vom VIDC und David Walch von ATTAC Österreich.

Nun sei es ihnen selbst fast unmöglich, das Vermögen der von ihnen sanktionierten russischen Oligarchen im Ausland aufzuspüren. Auch Österreich gehöre zu diesen Staaten. Die Studienautoren fordern die Einrichtung eines international verknüpften Vermögensregisters, das allgemein zugänglich ist.

Das Wiener Dorotheum betreibt auch ein Pfandleihhaus. Derzeit steigt dort die Nachfrage – nicht zuletzt wegen der Teuerung. Auch bei anderen Wiener Pfandleihern gehen die Geschäfte gut. Ein Grund sei auch die bevorstehende Urlaubszeit.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Umwelt & Klima

Nicht nur Meerestiere haben eine lange Reise hinter sich, bevor sie in Österreich auf dem Teller landen: Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 13 abgepackte geräucherte Filets von Forellen, Lachsforellen und Saiblingen untersucht. Acht Erzeugnisse waren durchaus weit angereist – aus Italien, Norwegen und der Türkei. Nur fünf Filets kamen aus heimischen Zuchtbetrieben.

Mehr dazu in help.ORF.at

Sport

Dominic Thiem hat heute (nicht vor 18.00 Uhr) einmal mehr den ersten Sieg nach seinem Comeback im Visier. Im sechsten Anlauf trifft der 28-jährige Niederösterreicher zum insgesamt vierten Mal auf den Italiener Marco Cecchinato. Thiem führt im Head-to-Head mit 2:1, wobei zwei Spiele 2013 und 2014 stattfanden.

Lesen Sie mehr …

Kurz vor den French Open hat Novak Djokovic in Rom sein erstes Turnier in diesem Jahr gewonnen. Der topgesetzte Serbe besiegte im Endspiel des Masters-1000-Turniers im Foro Italico den Griechen Stefanos Tsitsipas mit 6:0 7:6 (7/5) und holte damit ohne Satzverlust seinen insgesamt 87. ATP-Titel. Für den 34-Jährigen war es zudem der 38. Triumph auf dem höchsten ATP-Level, was ein Rekord ist. Bei den Frauen sicherte sich die Polin Iga Swiatek den Titel.

Lesen Sie mehr …

Chronik

Ein Pädagoge eines städtischen Kindergartens in Wien-Penzing soll sich an Kindern vergangen haben, berichtet die „Kronen Zeitung“. Der Pädagoge ist intern versetzt worden. Die Eltern wurden erst 13 Monate später informiert.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Im Aschachtal nahe der Burgruine Stauf in Haibach ob der Donau in Oberösterreich hat ein Waldbrand gestern elf Feuerwehren beschäftigt. Der Großeinsatz war nötig, weil die Brandstelle nur schwer zu erreichen war.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Zwei Sechser zu je 500.000 Euro hat die aktuelle Ziehung von Lotto „6 aus 45“ gebracht.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

4 11 13 20 29 45 Zusatzzahl 12

Die aktuellen LottoPlus-Zahlen lauten:

4 5 26 28 33 34

Ein Spielteilnehmer hatte den richtigen Joker auf der Quittung, dafür gibt es rund 158.000 Euro.

Die aktuelle Joker-Zahl lautet:

0 4 6 3 1 1

Alle Angaben ohne Gewähr

Ein Busunfall auf der indonesischen Insel Java hat mindestens 13 Menschen das Leben gekostet. Der Bus mit 25 einheimischen Touristen und Touristinnen an Bord sei heute Früh in der Provinz Ostjava von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Reklamepfosten geprallt, teilte die Polizei mit.

Das Fahrzeug war laut Polizei mit hoher Geschwindigkeit von der Touristenstadt Yogyakarta nach Surabaya unterwegs. „Wir glauben, dass der Fahrer schläfrig war“, hieß es von der Verkehrspolizei der Provinz.

Science

Ein ungewöhnlich sonniger und trockener Herbst, dazu wenig Schnee und viel Wind im Winter: Diese Mischung hat den Alpen-Gletschern heuer besonders zugesetzt, berichten die Glaziologin Andrea Fischer und der Glaziologe Hans Wiesenegger in der aktuellen Folge ihres science.ORF.at-Gletschertagebuchs.

Mehr dazu in science.ORF.at

Seit ihrer Gründung 1889 hat sich die österreichische Sozialdemokratie der „internationalen Solidarität“ verschrieben. Dennoch versuchte sie mitunter schon vor 1914, einheimische Arbeiter gegenüber fremden zu bevorzugen. Wie sich „Inländervorrang“ und Internationalismus vertrugen, beschreibt die Historikerin Theresa Gillinger in einem ORF.at-Gastbeitrag.

Mehr dazu in science.ORF.at

Kultur

Die ukrainische Folklore-Rapformation Kalush Orchestra, die am Samstag den 66. Eurovision Song Contest in Turin gewonnen hat, wird den Preis versteigern, um Geld für eine Wohltätigkeitsorganisation zu sammeln, die die ukrainische Armee unterstützt, berichteten italienische Medien. Beim Preis handelt es sich um eine mikrofonförmige Skulptur aus Glas.

Die ukrainische Post, Ukrposchta, hat inzwischen angekündigt, dass eine Briefmarke herausgegeben wird, um den Sieg des Kalush Orchestra zu feiern. Die Briefmarke soll mit den Organisatoren des Wettbewerbs abgestimmt werden, so Post-Chef Igor Smilyanskyj auf Facebook.

Mit 631 Punkten holte die Band den ersten Platz für die Ukraine vor Großbritannien und Spanien. Dass das Kalush Orchestra mit „Stefania“ auch ohne den Angriffskrieg Russlands gewonnen hätte, ist nicht ausgeschlossen – die historische Punktezahl, mit der das passierte, ist aber eindeutig.

Dass neben dem Krieg auch die Pandemie nicht ohne Spuren am Song Contest vorbeigegangen ist, zeigt sich vor allem musikalisch – mit dem Erfolg für eine große Dichte an traurigen Balladen.

Lesen Sie mehr …

Die putinkritische Band Pussy Riot hat gestern ein Konzert in der Alten Gerberei in St. Johann in Tirol gegeben. Die Show war ausverkauft, und die Punkband spielte in einem berstend vollen Konzertsaal. Einem Bandmitglied war erst kürzlich die Flucht aus Moskau gelungen.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Leute

Die britische Königin Elizabeth II. hat sich zum Abschluss der Royal Windsor Horse Show in Windsor in bester Laune und ohne größere Einschränkungen gezeigt. In Aufnahmen von dem großen Finale der jährlich im Park von Schloss Windsor stattfindenden Hengstparade war zu sehen, wie die inzwischen 96-jährige Monarchin gestern Abend über einen roten Teppich spazierte.

Mit der rechten Hand stützte sie sich leicht auf einen Gehstock. Eingeschränkt wirkte die Königin aber nicht. Auf weiteren Aufnahmen war sie lächelnd und klatschend auf der Tribüne der Hauptarena zu sehen, in der Dressur- und Fahrvorführungen gezeigt wurden.

Erst in der vergangenen Woche hatte die Queen wegen Mobilitätsproblemen ihre Teilnahme an der Parlamentseröffnung in London abgesagt und damit neue Spekulationen über ihre Gesundheit ausgelöst. Erstmals in ihrer 70-jährigen Regentschaft hatte sie sich von Thronfolger Prinz Charles (73) bei der Verlesung des Regierungsprogramms vertreten lassen.