COV Inland

Die Ampelkommission zeigt sich besorgt über die Ausbreitung der indischen Variante, nunmehr Delta-Variante genannt. Nach der heutigen Sitzung des Gremiums war in einer Aussendung von einem „ernst zu nehmenden Risiko“ die Rede. Bei anhaltender Verbreitung dieser Variante sei ein neuerlicher Fallanstieg bereits in den Sommermonaten mit hohem Systemrisiko möglich. Die gesetzten Öffnungsschritte seien daher engmaschig und kritisch zu monitoren.

Die Delta-Variante dürfte sich nicht nur erfolgreicher verbreiten als frühere Mutationen, sondern auch zu schwereren Verläufen führen, insbesondere in der nicht geimpften Bevölkerung. Gegenwärtig geht die Kommission davon aus, dass bereits 6,3 Prozent der untersuchen Fälle dieser zunächst in Indien breit aufgetretenen Variante zuzuordnen sind. Auch in zahlreichen anderen Ländern stiegen die Fallzahlen derzeit.

Intensivierung der PCR-Tests empfohlen

Empfohlen wird, die PCR-Tests in Österreich zu intensivieren, damit man nach Varianten des Virus forschen kann. Zudem soll der Impffortschritt vorangetrieben werden. Die Empfehlung des nationalen Impfgremiums, auch die Zwölf- bis 16-Jährigen zu immunisieren, wird ausdrücklich begrüßt. Dazu werden einmal mehr die Forcierung von zielgruppenspezifischer Kommunikationsarbeit zur Steigerung der Impfbereitschaft und die Prüfung geeigneter Anreizsysteme empfohlen.

Bundesweit gelb-grün

Noch ist die Lage hierzulande vergleichsweise entspannt. Die CoV-Ampel leuchtet bundesweit gelb-grün und zeigt damit geringes Risiko an. Auch Wien wurde entsprechend eingestuft, obwohl die erforderliche Marke von maximal 25 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner knapp verfehlt wurde. Freilich wird in der Bundeshauptstadt auch besonders viel (PCR-)getestet. Insgesamt gehen in acht der neun Bundesländer die Infektionszahlen im 14-Tage-Trend zurück.

In Wien ist die Entwicklung stabil. Bundesländer mit der aktuell niedrigsten Inzidenz sind die Steiermark mit 6,5 Infektionen auf 100.000 Einwohner bei der absoluten Fallzahl und Salzburg mit 7,2 bei der risikoadjustierten Inzidenz, die Faktoren wie Alter der Patienten mit einbezieht. Die höchste Inzidenz hat die Bundeshauptstadt mit 26,2 bzw. 29,7.

Schon seit Längerem ziemlich ähnlich sind jede Woche die Zahlen bei aufgeklärten und asymptomatischen Fällen. In ersterem Sektor sind es zwei Drittel und in zweiterem gut ein Drittel. Außer in Vorarlberg überall im einstelligen Prozentbereich ist die Belegung der Intensivplätze für CoV-Erkrankte.

Dass die Lage im ganzen Land stabil ist, sieht man daran, dass zuletzt kein einziger Bezirk eine Inzidenz von über 100 aufwies. Der höchste Wert wurde vergangene Woche in Waidhofen an der Ybbs mit 80,8 festgestellt. Insgesamt liegen bloß noch fünf Regionen bzw. Bezirke über einer Inzidenz von 25.

Der Nationalrat hat heute eine Neuregelung der Kurzarbeit beschlossen. Das gegenwärtige großzügige Modell wird nur noch in jenen Branchen fortgeführt, die besonders von der Pandemie betroffen waren, etwa Flugverkehr, Stadthotellerie und Nachtgastronomie. Nicht nur die Koalitionsfraktionen ÖVP und Grüne, sondern auch SPÖ und FPÖ stimmten zu. Die erhöhte Notstandshilfe wurde bis September verlängert.

Bezüglich Kurzarbeit wird bei den anderen Sektoren, deren Probleme geringer waren, mit gewissen Einschränkungen wie einem 15-prozentigem Abzug für die Dienstgeber und der Verpflichtung eines Urlaubsabbaus für die Arbeitnehmer operiert. Zudem wird eine 50-prozentige Mindestarbeitszeit vorgeschrieben. Lehrlinge können weiter in die Kurzarbeit einbezogen werden.

Kriterien festgelegt

Die Details der Neuregelung kommen über die Kurzarbeitsrichtlinie, die vom Verwaltungsrat des Arbeitsmarktservice (AMS) zu erlassen ist. Mit dieser soll auch genau festgelegt werden, wer unter die Sonderbestimmung für besonders stark von der Krise betroffene Betriebe fällt. Den Erläuterungen zufolge ist als Kriterium ein Umsatzeinbruch von 50 Prozent im dritten Quartal des Vorjahres gegenüber dem Vergleichsquartal 2019 in Aussicht genommen.

Mit einer weiteren Novelle wurde beschlossen, dass auch in den Monaten Juli bis September eine höhere Notstandshilfe im Ausmaß des Arbeitslosengelds auszuzahlen ist. Dafür wurde die Angleichung der Kündigungsfristen von Arbeitern und Angestellten auf Oktober verschoben.

Schwangere können weiter unter Bedingungen freigestellt werden

Beschlossen wurde auch, dass die Freistellung Schwangerer während der Viruskrise (ab der 14. Schwangerschaftswoche bei vollem Lohnausgleich) bis Ende September verlängert wird. Allerdings gilt das nur noch, solange die werdenden Mütter nicht vollständig immunisiert sind. Die Kosten trägt unverändert der Bund.

Betriebliche Testungen werden für weitere drei Monate gefördert. Für das entsprechende Programm stehen laut zugehöriger Verordnung bis zu 100 Mio. Euro zur Verfügung, wobei grundsätzlich nicht nur Beschäftigte, sondern auch Kunden und andere betriebsfremde Personen getestet werden können.

Wegen Verdachtsfällen mit der Delta-Variante des Coronavirus, bei denen die Infektionsketten nicht geklärt werden konnten, ruft das Land Tirol in der Innsbrucker Umgebung zu großangelegten PCR-Tests auf. Betroffen sind insgesamt neun Gemeinden.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 14,4 (Stand: heute, 14.00 Uhr).

Kein Bundesland hat mehr einen Wert über 30. Die Steiermark (5,7) hat den niedrigsten, Wien mit 29,8 den höchsten Wert.

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 179 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 179 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: heute, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

10.674 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 268 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 87 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

COV Ausland

Die portugiesische Hauptstadt Lissabon wird wegen einer besorgniserregenden Zunahme der Coronavirus-Infektionsfälle für rund zweieinhalb Tage abgeriegelt.

Von Freitagnachmittag (16.00 MESZ) bis Montagfrüh (6.00 MESZ) dürfen die 2,8 Millionen Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt den Großraum Lissabon nur aus triftigem Grund verlassen, wie die Regierung heute mitteilte. Auswärtige werden nur in Ausnahmefällen einreisen dürfen.

Mit 928 neuen Infektionen binnen 24 Stunden verzeichnete Lissabon zuletzt den höchsten Wert seit dem 19. Februar, damals 1.233. In der Area Metropolitana Lissabons wohnen allerdings nur rund 27 Prozent aller 10,3 Millionen Portugiesinnen und Portugiesen.

„Nicht leicht, solche Maßnahmen zu ergreifen“

In Lissabon breite sich derzeit die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus relativ stark aus, hieß es von der Regierung. Es sei „nicht leicht, solche Maßnahmen zu ergreifen, aber uns erschienen sie unerlässlich, damit die Lage, die in Lissabon derzeit herrscht, nicht auf das ganze Land übergreift“.

Der einstige Hotspot Portugal hatte im Winter erfolgreich gegen das Coronavirus gekämpft und im Frühling zeitweise die niedrigsten Werte Europas aufgewiesen. Der Ausnahmezustand zur Eindämmung der Pandemie war deshalb am 1. Mai nach fünfeinhalb Monaten zu Ende gegangen. Die landesweite 14-Tage-Inzidenz stieg jedoch nach Angaben der EU-Behörde European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) innerhalb weniger Wochen von 55 wieder auf 87.

Die USA wollen 3,2 Mrd. US-Dollar (etwa 2,6 Mrd. Euro) in die Entdeckung und Entwicklung antiviraler Medikamente zur Behandlung der durch das Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 investieren. Der US-Immunologe Anthony Fauci stellte die Pläne heute bei einem Briefing der CoV-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses in Washington vor.

„Impfstoffe bleiben Kernstück“

„Impfstoffe bleiben eindeutig das Kernstück unseres Arsenals gegen Covid-19“, sagte er. Antivirale Mittel könnten jedoch eine wichtige Ergänzung zu Impfstoffen sein. Antivirale Medikamente stellten außerdem eine weitere „Verteidigungslinie“ gegen besorgniserregende Varianten und künftige Bedrohungen durch Viren mit „pandemischem Potenzial“ dar. Finanziert werden soll das Programm mit Mitteln aus dem „amerikanischen Rettungsplan“, einem billionenschweren Maßnahmenbündel, das der Kongress im März verabschiedet hatte.

In Großbritannien sind heute erstmals seit Ende Februar wieder mehr als 10.000 CoV-Neuinfektionen an einem Tag verzeichnet worden. Die Behörden meldeten 11.007 neue Fälle binnen 24 Stunden. Die Delta-Variante des Virus lässt derzeit im Vereinigten Königreich die Fallzahlen wieder in die Höhe schnellen – trotz der Impffortschritte in dem Land. Die Zahl der Todesfälle bleibt hingegen niedrig. Heute wurden 19 CoV-Tote verzeichnet.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Impfstoffe auch bei der ansteckenderen Delta-Variante vor schweren Verläufen einer Covid-19-Erkrankung schützen. Am Montag hatte die britische Regierung erklärt, die geplante Aufhebung der letzten Beschränkungen um vier Wochen zu verschieben. In dieser Zeit könnten Millionen weitere Britinnen und Briten eine vollständige Impfung erhalten, begründete die Regierung die Verzögerung.

Die dritte CoV-Welle mit neuen Virusvarianten wird in Afrika zunehmend stärker. Die Zahl der Neuinfektionen steige dort jede Woche um 22 Prozent, erklärte die Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Afrika, Matshidiso Moeti, heute. Sie forderte mehr Impfstofflieferungen: „Afrika braucht diese Impfdosen hier und jetzt, um die dritte Welle einzudämmen.“

In Afrika sind bisher lediglich knapp zwölf Millionen Menschen vollständig geimpft, was weniger als einem Prozent der Bevölkerung des Kontinents entspricht, so die WHO. Die Organisation verzeichnet aber eine Beschleunigung der Impfkampagne in Afrika: In den vergangenen fünf Tagen wurden mehr als fünf Millionen Dosen verimpft. Während der vergangenen drei Wochen waren es lediglich 3,5 Millionen Dosen pro Woche gewesen.

In der Demokratischen Republik Kongo, Namibia und Uganda gab es laut WHO zuletzt die höchsten wöchentlichen Fallzahlen seit Beginn der Pandemie. Der Anstieg sei vor allem auf das kühlere Wetter im südlichen Afrika und die Verbreitung ansteckenderer Varianten zurückzuführen. Die Delta-Variante sei bereits in 14 afrikanischen Ländern nachgewiesen worden, die Alpha- und Beta-Varianten in 25 Ländern.

Im Juni wollte Curevac einen weiteren CoV-Impfstoff zur Zulassung in Europa anmelden. Seit gestern ist klar, dass die Zulassungsstudien nicht die erhofften Ergebnisse bei der Wirksamkeit liefern können. Der unabhängige Studienleiter führt das auf die Beschaffenheit und Dosierung des Impfstoffs zurück. Eine Modifizierung könnte vielleicht noch eine Zulassung bringen.

Mehr dazu in science.ORF.at

Ausland

Wegen illegaler Wahlkampffinanzierung soll der frühere französische Präsident Nicolas Sarkozy für sechs Monate ins Gefängnis: Die Pariser Staatsanwaltschaft forderte vor dem Strafgericht heute ein Jahr Haft, davon sechs Monate auf Bewährung, sowie eine Geldbuße von 3.750 Euro. Sarkozy hatte die Vorwürfe als „Märchen“ bezeichnet.

„Nicolas Sarkozy bereut sichtlich nichts“, stellte Staatsanwältin Vanessa Perree in ihrem Plädoyer fest. Der Ex-Präsident betrachte sich offenbar nicht als einen Bürger, der sich vor dem Gesetz verantworten müsse wie jeder andere.

Erlaubte Wahlkampfkosten um das Doppelte überschritten

Sarkozy war von 2007 bis 2012 Frankreichs Präsident. Nach Überzeugung der Anklage wandte er bei seinem letztlich erfolglosen Präsidentschaftswahlkampf gegen den Sozialisten Francois Hollande 2012 mehr als 40 Mio. Euro auf, um seine Wiederwahl zu sichern. Das war fast doppelt so viel wie erlaubt.

Neben dem konservativen Politiker stehen noch 13 weitere Angeklagte vor Gericht. Für sie forderte die Staatsanwaltschaft Bewährungsstrafen. Sie sollen dazu beigetragen haben, die stark überzogenen Wahlkampfkosten durch ein System gefälschter Rechnungen zu kaschieren.

Bereits am 1. März war Sarkozy in einem Korruptionsprozess zu drei Jahren Haft verurteilt worden, davon zwei auf Bewährung. Da er Berufung eingelegt hat, ist das Urteil bisher nicht rechtskräftig.

Der Oberste US-Gerichtshof hat eine Klage gegen die als „Obamacare“ bekannte Gesundheitsreform des früheren Präsidenten Barack Obama abgewiesen. Der Supreme Court in Washington schmetterte die Klage mehrerer konservativ regierter Bundesstaaten heute mit einer Mehrheit von sieben zu zwei Richterstimmen ab. Die Bundesstaaten seien nicht klageberechtigt, urteilten die Verfassungsrichter. Damit behalten Millionen Menschen ihre Krankenversicherung, die sie dank „Obamacare“ erhalten hatten.

Die Entscheidung des konservativ dominierten Supreme Court ist auch eine nachträgliche Niederlage für Ex-Präsidenten Donald Trump: Dessen Regierung hatte sich der Klage gegen die Gesundheitsreform angeschlossen. Trump hatte in seiner Amtszeit vergeblich versucht, die historische Reform seines Vorgängers zum Einsturz zu bringen, die inzwischen rund 31 Millionen Bürgerinnen und Bürgern Zugang zu einer Krankenversicherung ermöglicht hat.

In dem Verfahren ging es um die Frage, ob die 2010 beschlossene Gesundheitsreform komplett ungültig ist, weil ein zentrales Element de facto rückgängig gemacht wurde. Konkret ging es um die als „individual mandate“ bekannte Versicherungspflicht: Die Reform hatte die meisten US-Bürger unter Androhung einer Strafzahlung dazu verpflichtet, eine Krankenversicherung abzuschließen. Dieses Element war besonders umstritten – und stand 2012 im Zentrum eines ersten Urteils des Supreme Court zu „Obamacare“.

Republikaner strichen Strafzahlung

Der Gerichtshof urteilte damals mit einer knappen Mehrheit, die Gesundheitsreform sei verfassungskonform, weil die Strafzahlung als Steuer verstanden werden könne. Der Kongress, der Steuern erheben darf, habe deswegen nicht seine Befugnisse überschritten.

Trumps Republikaner strichen aber 2017 die Strafzahlung, die bei Nichtabschluss einer Versicherung drohte. Mehrere republikanisch regierte Bundesstaaten argumentierten in der Folge, mit dem Auslaufen der Strafzahlung sei die Versicherungspflicht insgesamt verfassungswidrig – und damit die gesamte Reform hinfällig. Ende 2018 schloss sich ein konservativer Bundesrichter im Bundesstaat Texas dieser Auffassung an.

Der Fall landete schließlich vor dem Supreme Court, der sich im November in einer Anhörung mit der Frage befasste. Dabei ließen die Verfassungsrichter wenig Neigung erkennen, die gesamte Gesundheitsreform zu streichen. Anhänger der Reform hatten befürchtet, dass der Supreme Court mit seiner unter Trump ausgebauten konservativen Mehrheit die Reform stürzen könnte.

Der Gründerpräsident des heutigen Sambia ist tot. Kenneth Kaunda starb heute im Alter von 97 Jahren in einem Militärkrankenhaus in der Hauptstadt Lusaka an einer Lungenentzündung, wie seine Söhne Panji und Kambarage Kaunda mitteilten. Inmitten der dritten CoV-Welle auf dem afrikanischen Kontinent war er dort erst vor wenigen Tagen eingeliefert worden.

Sambias Freiheitsheld Kenneth Kaunda
AP/Moses Mwape

Der Missionarssohn und ausgebildete Lehrer galt bisher als einer der letzten Überlebenden in der Runde der afrikanischen Unabhängigkeitshelden. Als erster Präsident des nachkolonialen Sambias hatte „Genosse KK“, wie er auch genannt wurde, eine Verschmelzung christlicher und sozialistischer Werte zu einem „sambischen Humanismus“ versucht.

Kaunda kämpfte gegen Kolonialismus

Kaunda hatte sich wie viele afrikanische Intellektuelle seiner Zeit dem Kampf gegen den Kolonialismus verschrieben und verbrachte deswegen im damals britisch regierten Nordrhodesien mehrere Monate in Haft.

Nach dem Wahlsieg der heute von seinem Sohn Tilyenji geführten Vereinten Nationalen Unabhängigkeitspartei im Jahr 1964 wurde er Präsident und setzte die Unabhängigkeit des heutigen Sambia durch. Der wegen seines autokratischen Führungsstils wiederholt in die Kritik geratene Kaunda war einst auch ein wichtiger Unterstützer des Kampfes gegen Südafrikas rassistische Apartheid-Regierung.

Nach seinem Rückzug aus der Politik widmete sich Kaunda seiner 2003 gegründeten Stiftung für Aids-Waisen und war auch für die UNO und die Afrikanische Union tätig. Auf dem gesamten afrikanischen Kontinent sind viele Straßen, Gebäude und selbst Flughäfen nach ihm benannt. Selbst im hohen Alter erhob er immer wieder öffentlich seine Stimme gegen Ungerechtigkeiten und die Unterdrückung von Minderheiten.

Der Hauptangeklagte in einem Terrorprozess um die Ermordung eines Polizisten auf der Pariser Prachtstraße Champs-Elysees ist französischen Medienberichten Berichten zufolge heute zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.

Der Mann hatte nach Einschätzung des Gerichts dem Attentäter Karim C. die Waffe verkauft, mit der dieser die Tat begangen hatte. Das Sondergericht sprach den Hauptangeklagten allerdings vom Terrorvorwurf frei, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hatte 18 Jahre Haft für den Mann gefordert und ihm vorgeworfen, bei der Durchführung der Tat geholfen zu haben. Dieser hatte alle Vorwürfe bestritten und behauptet, dem Attentäter nur ein Motorrad verkauft zu haben. Karim C. hatte 2017 den Polizisten getötet und zwei weitere Beamte sowie eine Passantin verletzt. Der Mann eröffnete mit einem AK47-Sturmgewehr das Feuer und wurde dann von Polizisten getötet. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat damals für sich.

ZIB2

Die Regierung hat das Ende fast aller CoV-Maßnahmen im Juli angekündigt. In der ZIB2 ist Gerald Gartlehner, Epidemiologe (Donau-Universität Krems).

Das Tauziehen um den Ibiza-U-Ausschuss

Der Untersuchungsausschuss läuft aus. Trotz aller Versuche der Opposition und heftiger Debatte im Nationalrat.

Nach dem Krieg und vor der Wahl

Unter Druck der Opposition finden in Armenien Neuwahlen statt.

Ganz Wien zahlt künftig

Das flächendeckende Parkpickerl kommt in Wien ab März 2022.

ZIB2 mit Lou Lorenz-Dittlbacher, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Inland

Die Justiz wird im Zuge des „Ibiza“-Untersuchungsausschusses weiter mit Anzeigen gegen die Korruptionsermittler selbst beschäftigt. Eine jüngste anonyme Sachverhaltsdarstellung werde nun von der Staatsanwaltschaft Wels geprüft, berichtete der „Standard“ heute.

Dem Bericht zufolge soll ein Staatsanwalt einer Befragten mit willkürlichen Handyauswertungen gedroht haben, sollte diese nicht andere Personen belasten. Es soll abgeklärt werden, ob ein strafrechtlicher Sachverhalt vorliegt.

StA bestätigt Ermittlungen

Der betroffene Staatsanwalt gab keine Stellungnahme ab. Laut „Standard“ soll die genannte Einvernahme aber lückenlos auf Video aufgezeichnet worden sein. Im Verfahren selbst wurden auch keine Rechtsschritte dagegen eingebracht.

Auch die Staatsanwaltschaft Wels bestätigte die Prüfung, der Ermittler werde als „Verdächtiger“ geführt. Der Sachverhalt sei in der Anzeige nur sehr kurz und rudimentär dargestellt.

Ebenfalls geprüft wird bereits eine Anzeige der ÖVP im Zusammenhang mit den an den „Ibiza“-U-Ausschuss gelieferten Chats von Ex-ÖBAG-Chef Thomas Schmid. Weil neben der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) auch die OStA Wien an der Lieferung der Chats beteiligt war, wurde die Sachverhaltsdarstellung wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses nach Linz delegiert.

Die ÖVP hatte auch die Prüfung weiterer Anzeigen gegen die Korruptionsermittler angekündigt.

Die Opposition im „Ibiza“-Untersuchungsausschuss ist mit ihrer Beschwerde wegen von Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) nicht zugelassener Fragen teilweise erfolgreich gewesen. So befand das Gremium laut dem der APA vorliegenden Beschluss, dass eine Frage an Bernd Pichlmayer, der in Gernot Blümels (ÖVP) Kabinett in dessen Zeit als Kanzleramtsminister tätig war, zu Unrecht untersagt worden war. Recht bekam Sobotka hingegen in zwei weiteren Fällen.

Pichlmayer war im U-Ausschuss gefragt worden, ob er im Sommer 2019 von Kabinettschef Bernhard Bonelli in Zusammenhang mit Anfragebeantwortungen, die in einem Zusammenhang mit dem Untersuchungsgegenstand stehen, kontaktiert worden war.

SPÖ will Pichlmayer erneut laden

Sobotka als zwischenzeitlich wieder eingewechselter Vorsitzender an dem Abend ließ diese Frage nach einer entsprechenden Einschätzung des Verfahrensrichters und einer ergebnislosen Besprechung der Fraktionen nicht zu, was laut der Schiedsstelle – sie besteht aus Mitgliedern der Volksanwaltschaft – zu Unrecht erfolgte. Die SPÖ will Pichlmayer daher noch einmal als Auskunftsperson in den U-Ausschuss laden.

Auch in einem weiteren von insgesamt vier Beschwerdepunkten bekam die Opposition recht, der sich auf eine Frage an Blümel bezieht. Hier ging es um Termine mit Religionsgemeinschaften zu angeblichen Steuerprivilegien.

Sobotka, der auch diese Frage nicht zuließ, habe sich dazu nicht mit dem Verfahrensrichter beraten, bemängelt die Schiedsstelle. Allerdings habe Blümel eine sinngleiche Frage dennoch beantwortet, weswegen sich keine Konsequenzen ergeben.

Zwei weitere Fragen habe der Vorsitzende zu Recht nicht zugelassen, urteilte die Schiedsstelle. Etwa ob sein nunmehriger Kabinettschef Clemens-Wolfgang Niedrist Blümel in irgendeiner Art und Weise darüber informiert habe, dass er Beschuldigter sei bzw. dass Zwangsmaßnahmen gegen ihn anstehen könnten. Eine weitere an Pichlmayer stand ebenfalls in Zusammenhang mit Anfragebeantwortungen.

Freude bei Krainer – ÖVP kritisiert SPÖ-Fraktionschef

SPÖ-Fraktionsführer Kai Jan Krainer freute sich trotz des Patts über den Spruch der Schiedsstelle. „Parlamentarische Schiedsstelle erklärt #Sobotage für rechtswidrig“, twitterte er.

Kritik an Krainer übte ÖVP-Fraktionsführer Andreas Hanger: Man sollte meinen, „Jan Krainer weiß, dass man nicht zwei verschiedene Entscheidungen der parlamentarischen Schiedsstelle in einer Meldung kombinieren kann, oder es wird eine besondere Absicht verfolgt. Hätte Krainer diese Entscheidungen sinnerfassend gelesen, wüsste er, dass bezüglich der zweiten Frage des Verlangens keine Beschwerde gegen die Entscheidung des Vorsitzenden Wolfgang Sobotka vorliegt und damit keine inhaltliche Prüfung erfolgt ist“.

Sobotka sei stets den Empfehlungen des Verfahrensrichters gefolgt, „so auch bezüglich der Frage an den Kabinettsmitarbeiter“, so Hanger. Gleichzeitig betonte er, dass die Entscheidung der Schiedsstelle „in jedem Fall“ zur Kenntnis zu nehmen sei. „Auf dem Verfahrensrichter lastet durch stundenlange Sitzungen mit lediglich kurzen Pausen ein enormer Druck“, sagte der ÖVP-Fraktionsführer. Die Konzentration permanent hoch zu halten, verlange jedem Menschen alles ab, gerade in den oft hitzig geführten Diskussionen. „In Hunderten Sitzungsstunden kann es passieren, dass eine Entscheidung getroffen wird, die ein unabhängiges Gremium nach Beratung nachfolgend anders bewertet“, sagte der Abgeordnete.

Der Nationalrat ist heute mit einer einhellig unterstützten Änderung der Heeres- und Zivildienerbesoldung in den zweiten Plenartag in dieser Woche gestartet.

Ebenfalls beschlossen wurde die Überführung von Schulversuchen ins Regelschulwesen sowie, dass Ausnahmebestimmungen zur Bekämpfung der Pandemie an Bildungseinrichtungen auch im Hochschulsektor auch im kommenden Schuljahr möglich sein werden.

Opposition unterstellt Umfärbung

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) nutzte die Gelegenheit, um für ihre geplante Heeresreform zu werben, was von der Opposition mit großem Misstrauen aufgenommen wurde. Gemäß den Plänen werden das Ministerium und die Heeresführung neu strukturiert. Kern ist eine Verschlankung der Führungsstruktur und die Trennung von Verwaltung und militärischer Führung.

Der Generalstabschef soll künftig Teil des Ministeriums und gleichzeitig Generaldirektor für Landesverteidigung werden. Die Opposition witterte dahinter eine „parteipolitische Umfärbungsaktion im Sinne der ÖVP“ und pochte auf eine Einbindung des Parlaments.

Zustimmung gab es aber für die eigentlich zu beschließende Materie, nämlich eine weitgehende Harmonisierung der „Einsatzbesoldung“ für Wehrpflichtige des Milizstandes und Frauen in Milizverwendung. Analog wird eine Anpassung der Grundvergütung für den ordentlichen und außerordentlichen Zivildienst und des Zuschlags zur Grundvergütung bei Einsätzen durchgeführt.

Regelung für Schulversuche

In der Bildungsdebatte ärgerte sich die Opposition vor allem darüber, dass der Bildungsminister weiter die Möglichkeit erhält, an den Einrichtungen CoV-bedingte Sonderregeln zu verhängen. ÖVP-Ressortchef Heinz Faßmann versprach ein maßvolles Vorgehen. Er werde die „Carte Blanche“ nicht willkürlich, sondern mit unglaublich viel Verantwortungsbewusstsein ziehen.

Die Novelle selbst sieht vor allem vor, Schulversuche in das Regelschulwesen überzuführen. Im Wesentlichen geht es um das „Schüler-Schüler-Gespräch“, das bei abschließenden mündlichen Prüfungen in einer lebenden Fremdsprache als alternative Prüfungsform durchgeführt werden kann. Andere Schulversuche können bis August 2027 verlängert werden.

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Am 1. März 2022 wird die Kurzparkzone auf ganz Wien ausgeweitet, und alle Bezirke erhalten ein flächendeckendes Parkpickerl, so Verkehrsstadträtin Uli Sima (SPÖ). Für alle Wienerinnen und Wiener kostet das Parkpickerl dann einheitlich zehn Euro pro Monat.

Mehr dazu in wien.ORF.at

EU

Europäische NGOs haben eine undurchsichtige Verwendung der Gelder des CoV-Wiederaufbauplans Österreichs angeprangert. Eine diese Woche veröffentlichte Analyse der Pläne von 22 EU-Staaten kam zu dem Schluss, dass Österreich und sechs weitere Länder sich zu „keinerlei Transparenz bei der Verwendung der Mittel verpflichtet haben“. Österreich rechnet mit 3,5 Mrd. Euro an EU-Zuschüssen für Projekte, der Schwerpunkt liegt im Bahn- und Breitbandausbau sowie in Ökoinvestitionen.

Neben Österreich erhielten auch Kroatien, Dänemark, Deutschland, Polen, Slowenien und die Slowakei null von vier möglichen Punkte in der Transparenzrangliste des „Open Procurement EU“ – ein Bündnis aus NGOs, dem unter anderem Transparency International EU und Access Info Europe angehören.

NEOS kritisiert Intransparenz

Dem Bericht zufolge verpflichteten sich zwar 68 Prozent der untersuchten Länder zu einer proaktiven Veröffentlichung von bestimmten Informationen, aber nur Zypern und Rumänien erwähnten tatsächlich die Bereitstellung ihrer Ausgaben als Open Data, wie es in einer Aussendung hieß.

Schweden sei das einzige Land, das sich zur Veröffentlichung von Prüf- und Kommissionsberichten verpflichtete. Nur zwei Staaten (Bulgarien und Rumänien) versprachen der Analyse zufolge, vollständige Informationen über Endempfänger zu publizieren.

„Das intransparente Vorgehen der türkis-grünen Bundesregierung bei der Erstellung des nationalen Plans für den Wiederaufbaufonds zieht sich bis zur Auszahlung der Gelder weiter“, kritisierte die NEOS-Abgeordnete Claudia Gamon. NEOS werde „dazu eine Anfrage an die zuständigen Ministerien stellen, um zu klären, was es mit diesem intransparenten Schattenspiel auf sich hat“.

Wirtschaft

Der Autokonzern Audi hat einem Bericht zufolge ein Datum für die letzte Einführung neuer Verbrennermodelle festgelegt. Unternehmenschef Markus Duesmann habe heute vor Betriebsräten und Topmanagern erklärt, dass ab dem Jahr 2026 keine neuen Benzin- und Dieselmodelle mehr vorgestellt würden und auch keine Hybridvariante, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ (Freitag-Ausgabe).

Die letzte Premiere eines Verbrennerautos werde ein Q-Modell sein, also ein Stadtgeländewagen, der bis etwa 2033 vertrieben werde, schrieb die Zeitung weiter. Danach wolle Audi weltweit ausschließlich Batteriefahrzeuge verkaufen. Die bekannten Modelle A3 und A4 sollten keine direkten Nachfolger mehr haben, sondern komplett neu konzipiert und umbenannt werden.

Die Inflationsrate kletterte im Mai auf 2,8 Prozent nach 1,9 Prozent im April. Ausschlaggebend für den Anstieg der Teuerung waren deutliche Preisschübe, insbesondere bei Treibstoffen, aber auch bei Nahrungsmitteln, Möbeln und Bekleidung, teilte die Statistik Austria heute mit.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Sport

Titelkandidat Belgien hat bei der EM 2021 in Gruppe B einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale geschafft. Der Weltranglistenerste setzte sich heute im Kopenhagener Parken-Stadion gegen Dänemark knapp mit 2:1 (0:1) durch und holte damit den zweiten Sieg im zweiten Spiel. Zum Matchwinner für die Belgier wurde Superstar Kevin De Bruyne, der nach Pausenrückstand kräftig mithalf, die Partie zu drehen.

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Die Ukraine hat heute das Duell der Auftaktverlierer in der ÖFB-Gruppe C gegen Nordmazedonien gewonnen. Die Auswahl von Teamchef Andrij Schewtschenko setzte sich in der National Arena von Bukarest mit 2:1 (2:0) durch und ist damit wieder im Rennen um ein Ticket für das Achtelfinale. Damit kündigt sich für Montag zum Abschluss der Vorrunde ein Showdown um die Aufstiegsplätze an.

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Rafael Nadal wird nicht beim Rasenklassiker in Wimbledon spielen und hat auch seine Olympiateilnahme abgesagt. Der 35-Jährige gab seinen Verzicht knapp eine Woche nach dem Halbfinal-Aus bei den French Open heute bekannt. Die Entscheidung sei ihm nicht leichtgefallen, sagte der Spanier.

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Chronik

Eine weggeworfene, unvollständig erloschene Zigarette hat heute Nachmittag für einen Waldbrand im steirischen Mariazell gesorgt: Betroffen war laut einer Aussendung der Polizei eine Fläche von rund 300 Quadratmetern.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Ein 23-Jähriger, der Freitagabend in Linz bei der Unteren Donaulände in die Donau gestürzt und nicht wieder aufgetaucht war, ist heute Vormittag tot im Wasser treibend in Höhe der Autobahnbrücke entdeckt worden.

Mehr dazu in ooe.orf.at

Nach der Ausstrahlung von Videos des tödlichen Gondelabsturzes am Monte Mottarone in Norditalien haben Experten dazu aufgerufen, das Material nicht zu verbreiten. „Sie können nur den Schmerz der Familien der Opfer und ihrer Angehörigen verschlimmern“, teilte die italienische Datenschutzbehörde heute in Rom mit. Ihr Appell richtete sich an Medien und die Nutzer in sozialen Netzwerken.

Die Bilder, die der Behörde zufolge die letzten Augenblicke vor dem Unfall am Pfingstsonntag zeigen, würden wenig zur Rekonstruktion des Falls beitragen, der in den Medien schon breit behandelt worden sei, hieß es in der Mitteilung weiter.

Die Videos waren zuerst von einem italienischen TV-Sender verbreitet worden. Darauf war zu erkennen, wie ein Bildschirm abgefilmt wurde, auf dem die Videos der Überwachungskamera in der Bergstation vom Unglückstag liefen. Berichten zufolge soll Polizei die Aufnahmen weitergegeben haben. Diese dementierte das jedoch.

14 Menschen bei Absturz gestorben

Vor knapp einem Monat stürzte die mit 15 Menschen besetzte Gondel an dem Berg westlich des Lago Maggiore ab. 14 Menschen starben, als die Kabine an einem bewaldeten Hang zerschellte. Nur ein fünfjähriger Bub überlebte.

Das Zugseil war aus weiterhin ungeklärter Ursache gerissen. Eigentlich hätten in diesem Moment die Notbremsen am Tragseil greifen müssen. Diese waren jedoch mit Klammern blockiert worden, weil sie laut Medienberichten für Störungen im Betrieb gesorgt hatten. Ein Mitarbeiter der Seilbahn steht unter Hausarrest.

Nach tödlichen Schüssen mit zwei Opfern in Espelkamp in Nordrhein-Westfalen ist der mutmaßliche Täter gefasst worden. Die Festnahme erfolgte im niedersächsischen Diepenau, wie die Polizei heute mitteilte.

Die Festnahme des 52-Jährigen sei ohne Komplikationen verlaufen. Der Mann stammt nach Angaben der Ermittler aus Diepenau, das rund 13 Kilometer von Espelkamp entfernt ist. Die Polizei hatte am Nachmittag zahlreiche Kräfte in Diepenau zusammengezogen. Bei den Opfern in Espelkamp handelt es sich laut Polizei um einen 48-jährigen Mann und eine Frau, zu der bisher keine weiteren Details genannt wurden.

Polizeiauto in Espelkamp (Nordrhein-Westfalen)
APTN

Hintergründe „Bestandteil der andauernden Ermittlungen“

Laut einer ersten Mitteilung war die Polizei um 11.16 Uhr über Schüsse informiert worden. Man fand den getöteten 48-Jährigen und die schwer verletzte Frau, die trotz Reanimationsmaßnahmen an Ort und Stelle starb. Ein Opfer wurde in einem Haus entdeckt, das zweite in einer nahen Seitengasse.

Die Hintergründe der Tat sind laut Polizei „Bestandteil der andauernden Ermittlungen.“ Diese wurden von einer Mordkommission mit Namen „Bischof“ bei der Polizei Bielefeld übernommen.

Medien

Verwirrung hat es heute um eine angebliche Einstellung der Werbeschaltungen durch das Finanzministerium in Titeln der VGN Medien Holding gegeben. Das Nachrichtenmagazin „News“ erklärte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, es sei mitgeteilt worden, dass das Ministerium „nichts mehr schalten“ werde. Der Schritt wurde mit einem unlängst veröffentlichten kritischen Artikel zur „Rolle der türkisen Führung innerhalb der ÖVP“ in Verbindung gebracht. Das Finanzministerium dementierte am Abend.

„Keine Inserate storniert“

„Das Finanzministerium stellt klar, dass keine Inserate bei VGN storniert wurden. Ganz im Gegenteil wurde Ende März 2021 ein Gesamtpaket bei der VGN für das 2. Quartal verhandelt, beauftragt und abgearbeitet“, hieß es in einer Aussendung des Ministeriums heute Abend.

In der „News“-Ausgabe von 11. Juni soll fälschlicherweise ein nicht gebuchtes Inserat abgedruckt worden sein, woraufhin sich eine Betreuerin beim Finanzministerium entschuldigt und dieses nicht in Rechnung gestellt habe. Es liege nicht am Finanzministerium, wenn die VGN nicht beauftragte Inserate schalte, so das Ministerium unter der Führung von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP). Die Mediaplanung erfolge unabhängig von Berichterstattungen und könne zeitlich wie auch bezüglich des Umfangs variieren. Seitens der VGN war heute Abend auf APA-Anfrage vorerst keine Stellungnahme zu bekommen.

Zwei Mio. Euro für Werbung im ersten Quartal

Das Finanzministerium gab im ersten Quartal des heurigen Jahres rund zwei Mio. Euro für Werbung in Medien aus, wie die kürzlich von der RTR veröffentlichten Medientransparenzdaten zeigen. Damit wendete es nach dem Bundeskanzleramt (8,9 Mio. Euro) am meisten von allen Ministerien auf. In Medien der VGN – darunter „News“, „Trend“, „Woman“ sowie „TV-Media“ – inserierte die öffentliche Hand im ersten Quartal 2021 insgesamt rund 700.000 Euro.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch sah in der mutmaßlichen Einstellung der Werbeschaltungen den nächsten Beleg „für die antidemokratische Gesinnung der türkisen Truppe“ gegeben. Die ÖVP unternehme alles, um „demokratische Kontrolle und die Aufarbeitung der türkisen Skandale zu torpedieren“, erklärte er noch vor dem Dementi aus dem Finanzministerium in einer Aussendung. Er forderte die ÖVP auf, ihre Angriffe auf die Demokratie einzustellen, und Blümel zurückzutreten.

Die neue „Auszeichnung für hervorragenden Journalismus im Gedenken an Claus Gatterer“ ist heute an den ORF-Journalisten Ed Moschitz verliehen worden. Er wurde in Sexten, dem Geburtsort des Südtiroler Journalisten und Dokumentarfilmers Claus Gatterer, für seine beiden „Am Schauplatz“-Reportagen über den CoV-Hotspot Ischgl gewürdigt. Moschitz forderte in seiner Rede Journalisten im Sinne Gatterers dazu auf, bei den Schwachen genau hinzuhören und hinzuschauen.

ORF-Journalist Ed Moschitz
picturedesk.com/First Look/Hans Leitner

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird vom Presseclub Concordia sowie der Michael-Gaismair-Gesellschaft Bozen verliehen. Das Land Südtirol finanziert die Auszeichnung. Gewürdigt werden Arbeiten, die dem Geist aufgeklärter Toleranz sowie der besonderen Sorge um soziale und ethnische Minderheiten verpflichtet sind. Moschitz setzte sich mit den beiden Sendungen „Ischgl im Ausnahmezustand“ und „Das große Schweigen“ gegen insgesamt 63 eingereichte Beiträge bei der Jury unter dem Vorsitz von Daniela Kraus, Generalsekretärin des Presseclubs Concordia, durch.

Der Sprecher der Gatterer-Jury, Peter Huemer, bezeichnete Moschitz in seiner Laudatio als „genauen Chronisten“. „Er fragt beharrlich, analysiert die wirtschaftlichen Verflechtungen in Ischgl und zeigt, wie es zur Katastrophe kommen konnte“, würdigte Huemer den ORF-Journalisten. Für Moschitz gelte jenes Motto, das Gatterer in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt hatte: „Das Fernsehen verlöre seinen Sinn, wenn es von Ängstlichen für Ängstliche gemacht wird.“

Science

Nach seinem Start ins All hat das chinesische Raumschiff „Shenzhou 12“ mit drei Astronauten an Bord erfolgreich an das Kernmodul der im Bau befindlichen chinesischen Raumstation angedockt. Wie das chinesische Raumfahrtprogramm nun mitteilte, war es ein automatisiertes Andockmanöver mit „Tianhe“ („Himmlische Harmonie“). An dem Raummodul ist auf der anderen Seite gegenwärtig auch noch das Cargoschiff „Tianzhou 2“ („Himmlisches Schiff“) angeschlossen.

Austronaten Nie Haisheng, Liu Boming, and Tang Hongbo
Reuters/CCTV

Die Astronauten an Bord von „Shenzhou 12“ („Magisches Schiff“) waren zuvor reibungslos vom Raumfahrtbahnhof Jiuquan in der Wüste Gobi gestartet. Es ist die erste bemannte chinesische Mission seit fünf Jahren. Bleibt die Crew wie geplant drei Monate auf der Station, wäre es der bisher längste Aufenthalt chinesischer Astronauten im All. 2016 hatten zwei Chinesen einen Monat im Weltraum verbracht.

Start der chinesischen Rakete Shenzhou-12
Reuters/Carlos Garcia Rawlins

Raumstation „Tiangong“ soll bis Ende 2022 fertig sein

Während ihres Aufenthalts im All sollen die Astronauten, die vom 56-jährigen Kommandanten Nie Haisheng angeführt werden, Arbeiten an der Station ausführen, wichtige Funktionen des Kernmoduls testen und zudem wissenschaftliche Experimente machen. Während Nie Haisheng und der 54-jährige Lio Boming zu den erfahrensten Astronauten Chinas gehören, ist es für den 45-jährigen Tang Hongbo der erste Flug.

Das Kernmodul „Tianhe“ ist der erste Teil der Raumstation, an die noch zwei weitere Module angeschlossen werden sollen. Die Raumstation wird „Tiangong“ („Himmelspalast“) heißen und soll bis Ende 2022 fertiggestellt werden. Wenn die Internationale Raumstation (ISS) in den nächsten Jahren wie geplant außer Betrieb geht, wäre China dann das einzige Land, das noch einen ständigen Außenposten im All betreibt.

Kultur

Von großer Diskussionsfreude unter den Juroren geprägt ist am Mittwoch der erste Lesetag bei den 45. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt über die Bühne gegangen. Der Text des deutschen Autors Necati Öziri stach positiv hervor.

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Auch für das Wiener Staatsballett war die auslaufende Spielzeit unter dem Schatten des Coronavirus alles andere als einfach. Immerhin kam man in Summe zumindest auf 28 Vorstellungen in Volks- und Staatsoper. 90 sollen es nun 2021/22 werden. Entsprechend freut sich Direktor Martin Schläpfer, in seiner zweiten Saison richtig durchstarten zu können, wie er heute bei der Präsentation der neuen Pläne sagte: „Ich hatte bisher noch keine Chance, normal zu arbeiten.“

Am 30. September soll nun endlich „Ein deutsches Requiem“ mit Johannes Brahms’ Musik in der Volksoper zu sehen sein, wobei die Tänzerinnen und Tänzer die Ballettschuhe in der Garderobe lassen können. „Barfuß hat metaphorisch gesprochen eine größere Spiritualität, eine größere Verbindung zum Boden“, so Schläpfer.

Am 14. November folgt dann „Der siebte Himmel“ mit einer Schläpfer-Choreografie aus Mainz, „Marsch, Walzer, Polka“ sowie der „Symphony in C“ von George Balanchine. Als drittes Stück ist eine Uraufführung von Marco Goercke geplant.

Auch am 14. Jänner steht Balanchine am Programm, wenn bei einem Abend unter dem Titel „Liebeslieder“ seine Choreografie „Liebeslieder Walzer“ zu sehen ist. Unter dem Titel „Begegnungen“ ist dann am 2. Februar wiederum in der Volksoper ein Programm angesetzt, das Arbeiten von Alexei Ratmansky („24 Preludes“ sowie eine Uraufführung) und mit „In Sonne verwandelt“ erneut eine neue Arbeit von Schläpfer selbst umfasst.

„Die Jahreszeiten“ und „Nurejew-Gala“

Am 30. April beschließen den szenischen Tanzpremierenreigen in der Staatsoper „Die Jahreszeiten“, wobei nicht Vivaldi, sondern Joseph Haydn den musikalischen Part beisteuert, interpretiert von Giardino-Armonico-Mastermind Giovanni Antonini. Hier wird Schläpfer selbst die Uraufführung gestalten. Den wirklichen Abschluss am 25. Juni markiert dann die von Manuel Legris eingeführte „Nurejew-Gala“, die Schläpfer fortführen möchte.

Den Abschluss in der Volksoper bilden am 4. Juni „Kontrapunkte“ mit der „Großen Fuge“ mit Beethoven-Musik, für die Tanzlegende Anne Teresa De Keersmaeker verantwortlich zeichnet, „Duets“ von Merce Cunningham nach John Cage und „Four Schumann Pieces“ in der Deutung des Jahresjubilars Hans van Manen. Dieser wird am 11. Juli 2022 seinen 90. Geburtstag feiern.

Diana Ross feiert ein Comeback. Der 77-jährige Superstar der Motown- und Discoära hat heute den Song „Thank You“ veröffentlicht. Der Song ist eine Auskopplung des gleichnamigen Albums, ihres ersten seit 15 Jahren, das Ross für Herbst angekündigt hat.

In „Thank You“ schließt Ross stilistisch an ihre erfolgreichsten Veröffentlichungen in den frühen 1980er Jahren an, als sie mit „Upside Down“ und „I’m Comming Out“ weltweit Spitzenpositionen in den Charts belegte. „Thank You“ versprüht positive Energie und thematisiert die Dankbarkeit des Stars für ihren musikalischen Erfolg. Als Mitautor und Produzent fungierte Troy Miller, der als Drummer von Amy Winehouse bekannt wurde. Das Video zeigt Filmmaterial von Auftritten aus Ross’ Karriere aus den letzten vier Dekaden.

Ross wurde zunächst als Leadsängerin der Supremes bekannt. Zwischen 1964 und 1969 schafften The Supremes insgesamt zwölf Nummer-eins-Hits in den USA – fast so viele wie die Beatles. Das Trio gilt als wichtigste Girlgroup der US-Soulmusik und als weibliches Aushängeschild des afroamerikanischen Musiklabels Motown.

Schönberg für alle. Diesem Motto hat man sich bei den Wiener Festwochen offenkundig verschrieben und wuchtet sein Schlüsselwerk vor der Geburt der Zwölftonmusik, „Pierrot lunaire“, in eine seltsam schöne Rauminstallation. Die Besten des Faches standen im Wiener MuseumsQuartier bereit, einen Kosmos der Klangfarben und Stimmungen zu erzeugen. Doch dann begann alles mit harmonischen Akkorden und einem Klassiker von Prince. Man war verwirrt. Und zunächst noch gespannt.

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