Ausland

Putin spricht mit Abe über Inselstreit

Im jahrzehntelangen russisch-japanischen Streit um die Kurilen-Inseln versuchen Präsident Wladimir Putin und Regierungschef Shinzo Abe eine Annäherung zu erreichen. Putin empfängt heute seinen japanischen Gast im Kreml in Moskau. Die südlichen Kurilen waren 1945 zum Ende des Zweiten Weltkrieges von der damaligen Sowjetunion besetzt worden, Japan verlangt sie zurück.

Deshalb gibt es auch nach fast 75 Jahren keinen Friedensvertrag zwischen Moskau und Tokio. Die wirtschaftlichen Beziehungen der Nachbarländer am Pazifik bleiben hinter den Möglichkeiten zurück.

Putin und Abe wollen zwar Fortschritte in der Frage. Bei Gesprächen vergangene Woche in Moskau stellte Außenminister Sergej Lawrow indes klar, dass Russlands Souveränität über die Inseln nicht verhandelbar sei. Von japanischer Seite seien keine neuen Vorschläge gekommen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow vor dem Besuch des Ministerpräsidenten aus Tokio.

Simbabwe: Gericht erklärt Abschaltung des Internets für illegal

Ein Gericht in Simbabwes Hauptstadt Harare hat die zeitweise Abschaltung des Internets durch die Regierung nun für illegal erklärt. Die Regierung hatte die Maßnahme vergangene Woche aus Furcht vor weiteren Protesten der Opposition gegen die Wirtschaftspolitik angeordnet.

Der Schritt sei gerechtfertigt, weil es in Sozialen Netzwerken Versuche gebe, neue Proteste zu organisieren, hatte Vizeinformationsminister Energy Mutodi die Sperrung begründet. Richter Owen Tagu habe das jedoch nicht gelten lassen, sagte der Sprecher der Rechtsanwälte für Menschenrechte in Simbabwe, Kumbirai Mafunda, gestern.

Die Proteste waren vergangene Woche durch eine Verdoppelung des Benzinpreises ausgelöst worden. Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas, Gummigeschossen und teils auch scharfer Munition gegen Demonstranten vor. Mindestens zwölf Menschen wurden getötet, mindestens 78 durch Schüsse verletzt und knapp 500 festgenommen, wie ein Forum simbabwischer Menschenrechtsorganisationen mitteilte. Präsident Emmerson Mnangagwa sagte angesichts der Unruhen seine Teilnahme am Weltwirtschaftsforum in Davos ab.

Migrationsexperte: Mittelmeer immer noch tödlichste Grenze

Das Mittelmeer sei immer noch die tödlichste Grenze der Welt, erklärte der Migrationsexperte Gerald Knaus gestern in der ZIB2. „Wir hatten im letzten Jahr 2.300 Tote im Mittelmeer“, so Knaus. Das seien immer noch „sehr viel mehr Tote als vor fünf Jahren“. Die Strategie der EU, die Leute durch eine immer gefährlicher werdende Überfahrt an der Flucht zu hindern, gehe also nicht auf.

Zwar sei die Zahl der Flüchtlinge, die in Italien ankämen, zurückgegangen, sagte der Erfinder des Flüchtlingsabkommens zwischen der EU und der Türkei. Doch hätten gerade die großen Unfälle 2013 dazu geführt, dass sich viele Staaten und NGOs mit Schiffen auf den Weg gemacht hätten, um die Menschen zu retten.

Knaus kritisiert Italien

In Libyen gebe es laut UNO unzumutbare Zustände, so Knaus. Noch schlimmer sei es allerdings, dass es in Italien eine Politik gebe, die „nicht nur in Kauf nehme, dass Menschen auf ihren Booten ertrinken, sondern die dann auch noch versucht, die Seenotretter“ zu kriminalisieren. „Da zeigt sich Europa wirklich von seiner hässlichsten Seite.“

Migrationsexperte über Flüchtlingssituation

Migrationsexperte Gerald Knaus erklärt, dass zwar weniger Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken, der Prozentsatz aber höher ist als in den vergangenen Jahren.

In einem hätten aber der italienische Innenminister Matteo Salvini und die österreichische Bundesregierung recht, so Knaus: Ein Zurückgehen zur Situation vor zwei, drei Jahren könne nicht die Lösung sein. Vielmehr brauche es ein Signal, „dass sich Menschen gar nicht auf den Weg nach Europa machen“, sagte er.

Dazu brauche es aber die schnellere Bearbeitung von Asylanträgen und Rückführungsabkommen mit den Herkunftsländern. Der Strategie von Innenmister Herbert Kickl (FPÖ), das Signal zu senden, dass keine Asylanträge mehr angenommen werden, stünde den von Österreich unterzeichneten Konventionen entgegen, so Knaus. Der einzige Weg wäre es daher, Verfahren zu beschleunigen, menschliche Aufnahmezentren zu haben, „denn die meisten bekommen nämlich keinen Schutz und bleiben trotzdem jahrelang in Europa“.

Palästinenser von israelischen Soldaten getötet

Israelische Soldaten haben gestern einen Palästinenser im besetzten Westjordanland getötet. Die israelischen Streitkräfte hätten südlich der Stadt Nablus das Feuer auf den Mann eröffnet, erklärte das palästinensische Gesundheitsministerium. Zuvor hatte bereits die israelische Armee mitgeteilt, sie habe in der Gegend einen mit einem Messer bewaffneten Angreifer „neutralisiert“.

Dabei wurde nicht präzisiert, ob der in der Mitteilung als „Terrorist“ bezeichnete Mann verletzt oder getötet wurde. Der Angreifer sei mit einem Messer auf einen Soldaten an einem Kontrollposten losgegangen, erklärte die Armee. Ein anderer Soldat habe daraufhin das Feuer eröffnet.

Im Westjordanland war die Gewalt im Dezember eskaliert, nachdem drei Israelis bei zwei Angriffen getötet worden waren. Es folgten Razzien der israelischen Sicherheitskräfte und gewaltsame Zusammenstöße. Israelische Soldaten erschossen bei Protesten einen palästinensischen Demonstranten. Zuletzt hatte sich die Lage aber wieder beruhigt.

Venezuela: Festnahmen nach Aufruf zum Widerstand

In Venezuela ist eine Gruppe Armeeangehöriger nach einem Aufruf zum Widerstand gegen Staatschef Nicolas Maduro festgenommen worden. Die Gruppe hatte die Bevölkerung in einem gestern in Sozialen Netzwerken verbreiteten Video aufgefordert, gegen Maduro „auf die Straße“ zu gehen. Nach Angaben der venezolanischen Streitkräfte wurden die Männer jedoch kurze Zeit später festgesetzt und einem Verhör unterzogen. Die Opposition sprach der Gruppe ihre Unterstützung aus.

Nach Angaben der Armee stammte die „kleine Gruppe von Angreifern“ aus den Reihe der venezolanischen Nationalgarde. Die Männer hätten einen Teil der in einem Militärposten in der östlichen Stadt Petare gelagerten Waffen geraubt. Dabei seien sie auf „starken Widerstand“ gestoßen. Sie hätten vier Soldaten des Stützpunkts gefangen genommen.

Anschließend sei die Gruppe zu einer Kaserne in Cotiza im Norden der Hauptstadt Caracas gezogen. Dort hätten die Männer das Video aufgezeichnet, in dem sie zum Widerstand gegen Maduro aufriefen.

Kramp-Karrenbauer warnt vor Neuwahlspekulationen

Die deutsche CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat angesichts des Brexit-Chaos und nationalistischer Strömungen in der EU vor Spekulationen über eine vorgezogene Bundestagswahl in Deutschland gewarnt. Es gehe vor diesem Hintergrund auch um Stabilität und Handlungsfähigkeit der Politik, sagte sie gestern in Berlin. Dass sich vor diesem Hintergrund „Deutschland ohne guten Grund mal wieder mit der Frage befasst, wer könnte denn jetzt mit wem regieren, halte ich für relativ unverantwortlich“.

Möglicherweise werde sich die Bildung einer neuen EU-Kommission angesichts schwieriger Mehrheitsverhältnisse nach der Europawahl den ganzen Sommer über hinziehen, sagte Kramp-Karrenbauer. Viel Bürger wollten, dass die Regierung ihre Arbeit mache. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sei für die volle Legislaturperiode gewählt worden. Sie habe zudem erklärt, sie sei dazu bereit, das zu tun. Wenn es die politische Situation hergebe und die Große Koalition nach wie vor die richtige Politik für Deutschland mache, gebe es keinen Grund, daran etwas zu ändern.

„Wir haben schon verloren, wenn wir in das Wahljahr starten mit dem Fokus: Wie stark werden die Populisten?“, warnte Kramp-Karrenbauer. Das Wichtigste sei für die CDU bei der Europawahl und bei den in diesem Jahr anstehenden Landtagswahlen, mit Abstand stärkste Kraft zu werden. Wenn das gelinge, sei sie sehr zuversichtlich, dass man bei den Wahlen im Osten in eine Position kommen werde, ohne dass Populisten von links oder rechts bei der Regierungsbildung irgendeine Rolle spielen werden.

Über 100 Tote bei Taliban-Angriff in Afghanistan

Bei einem Angriff der radikalislamischen Taliban in Afghanistan sind gestern nach Angaben aus dem Verteidigungsministerium in Kabul 126 Menschen getötet worden. Ein Vertreter der Provinzverwaltung sprach von über 100 Toten bei dem Angriff auf einen Militärstützpunkt in der Maidan-Wardak-Provinz.

In Regierungskreisen war nach ersten Berichten von der Explosion einer Autobombe und zwölf Toten die Rede gewesen. Die Taliban reklamierten die Tat für sich.

EU

Studie: Großkonzerne zahlen zu wenig Steuern

Große Konzerne zahlen fast nirgendwo in der EU den gesetzlich vorgeschriebenen Steuersatz. Dies zeige eine Untersuchung der Grünen im Europäischen Parlament, die an diesem Dienstag veröffentlicht werden solle, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Spitzenreiter sei Luxemburg, aber auch in Ungarn, den Niederlanden und Österreich sei die Differenz größer als im EU-Durchschnitt.

Die stärkste Abweichung wurde dem Blatt zufolge für Luxemburg ermittelt. Während der nominale Steuersatz dort in den Jahren 2011 bis 2015 bei 29 Prozent gelegen habe, hätten die Konzerne tatsächlich durchschnittlich aber nur zwei Prozent gezahlt. In Deutschland liege die Abgabenlast eigentlich bei 30 Prozent, an den Fiskus abgeführt hätten die Unternehmen aber lediglich 20 Prozent. Einzig für Bulgarien sei keine Abweichung festgestellt worden.

Laut Zeitung griffen die Grünen für die Untersuchung auf die Datenbank Orbis zurück, weil diese die besten verfügbaren Informationen über die Steuerlast großer Unternehmen liefere. Sie seien von dem Steuerexperten Petr Jansky von der Prager Karls-Universität ausgewertet worden.

EuGH entscheidet über Karfreitagsregelung

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entscheidet heute, ob die österreichische Regelung für den Karfreitag gegen die EU-Gleichbehandlungsrichtlinie verstößt. Denn der Karfreitag ist nur für Angehörige der evangelischen, der Altkatholischen und der evangelisch-methodistischen Kirche ein Feiertag – und nur diese haben Anspruch auf ein Feiertagsentgelt.

Um die Klarstellung des EuGH hat der Oberste Gerichtshof (OGH) ersucht. Anlass war die Klage eines Mannes ohne Bekenntnis, weil er am Karfreitag im Gegensatz zu Protestanten arbeiten muss. Der zuständige EuGH-Generalanwalt hatte es in seinem Schlussantrag im Juli 2018 als Diskriminierung erachtet, wenn ein bezahlter Feiertag nur Angehörige von vier Kirchen zugestanden wird.

Inland

Grasser-Anzeige: Kein Verfahren gegen Moser und Redakteurin

Der ehemalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/parteilos) hat im Zuge des Korruptionsprozesses gegen ihn und andere im BUWOG-Prozess die ehemalige Grünen-Abgeordnete Gabriela Moser und eine APA-Journalistin medienrechtlich angezeigt, nachdem ein Interview mit Moser von der APA veröffentlicht worden war. Die Staatsanwaltschaft leitet dazu aber kein Verfahren ein, wie sie gestern mitteilte.

Grasser, vertreten durch Anwalt Peter Zöchbauer, hatte Mitte Juli 2018 eine Sachverhaltsdarstellung an die Justiz geschickt und darin ausgeführt, dass mit dem Interview Einfluss auf das Verfahren genommen werde. Die Staatsanwaltschaft Wien sieht aber keinen Anfangsverdacht. Daher hat sie von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens abgesehen. Gegen die Entscheidung steht ein Antrag auf Fortführung nicht zu.

Sport

Doskozil verlässt wegen Tojner Rapid-Beirat

Der Disput zwischen dem burgenländischen Finanzlandesrat Hans Peter Doskozil (SPÖ) und dem Unternehmer Michael Tojner wirkt bis in den Fußball hinein. Beide sind im Beirat von Rekordmeister Rapid Wien vertreten, beide wurden zuletzt als Nachfolger von Clubpräsident Michael Krammer gehandelt. In der „Presse“ kündigte Doskozil heute sein Ausscheiden aus dem Gremium „noch diese Woche“ an.

Das Land Burgenland hatte in der Vorwoche u. a. gegen Tojner wegen des Verdachts von Betrug und Untreue eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft eingebracht.

In Zusammenhang mit der Aberkennung der Gemeinnützigkeit der beiden Wohnbaugesellschaften Gesfö und Riedenhof 2015 durch das Land würden Tojner und einigen seiner Vertrauten bzw. Geschäftspartner Betrug und Untreue vorgeworfen, hatten „profil“ und „Presse“ berichtet. Laut Doskozil könnte den Steuerzahlern ein Schaden von bis zu 40 Millionen Euro entstanden sein. Tojner wies die Vorwürfe zurück.

Wirtschaft

Luxemburg: Öffis werden gratis

In Luxemburg darf man ab nächstem Jahr die öffentlichen Verkehrsmittel kostenfrei benützen. Wer ab 1. März 2020 in dem zweitkleinsten EU-Staat mit Bus, Straßenbahn und Zug fahren will, braucht kein Ticket mehr, sondern muss nur einen Ausweis zeigen, teilte Infrastrukturminister Francois Bausch am Montag mit. Luxemburg werde so das erste Land der Welt mit Gratis-Öffis.

Die Maßnahme, die mehr Menschen zur Öffi-Benutzung motivieren soll, werde jährlich mit 41 Millionen Euro aus Steuereinnahmen finanziert werden. Fahrten in der 1. Klasse sind weiterhin zu bezahlen. Stellenabbau bei den Verkehrsbetrieben soll es keinen geben, versicherte Bausch. Ticketverkäufer und Kontrollore würden neue Aufgabenbereiche erhalten.. Von der Maßnahme profitieren auch ausländische Besucher und Pendler, die bei Fahrten nach Luxemburg nur noch die Strecke bis zur Staatsgrenze zahlen müssten.

Der Grün-Politiker Bausch bezeichnete den kostenlosen öffentlichen Nahverkehr als „wichtige soziale Maßnahme“ – auch wenn dies kein „Allheilmittel“ sei, um die Menschen zum Umstieg auf den Nahverkehr zu bewegen. Zugleich will das kleine Land bis 2023 rund 2,2 Milliarden Euro in die Schiene investieren. Sämtliche Busse sollen bis 2030 elektrisch fahren.

50 Mio. Euro Datenschutzstrafe für Google in Frankreich

Google muss in Frankreich eine Strafe von 50 Mio. Euro im Zusammenhang mit der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zahlen. Die französische Datenschutzbehörde (CNIL) stellte Verstöße gegen die seit Ende Mai 2018 geltende DSGVO fest. Unter anderem seien Informationen zu der Verwendung der erhobenen Daten und dem Speicherzeitraum für Nutzer und Nutzerinnen nicht einfach genug zugänglich, sagte die Behörde gestern.

Sie seien über mehrere Dokumente verteilt, Nutzerinnen und Nutzer müssten sich über mehrere Links und Buttons durchklicken. Zudem seien einige der Informationen unklar formuliert.

Unzureichende Information über personalisierte Werbung?

Außerdem sei die von Google eingeholte Zustimmung zur Anzeige personalisierter Werbung aus ihrer Sicht nicht gültig, weil Nutzerinnen und Nutzer nicht ausreichend informiert würden, erklärte die CNIL. Es war die erste Strafe der Behörde nach der DSGVO. Gemäß der Verordnung können Strafen von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes eines Unternehmens verhängt werden.

Auslöser für die Untersuchung waren Beschwerden der Organisationen noyb („none of your business“) des bekannten Facebook-Kritikers Max Schrems sowie LQDN. Die DSGVO sieht unter anderem vor, dass Unternehmen Nutzer transparent über die Verwendung ihrer Daten informieren müssen.

Schrems sagte in einer ersten Stellungnahme: „Wir sind sehr froh, dass erstmals eine europäische Datenschutzbehörde die Möglichkeiten der DSGVO nutzt, um klare Rechtsverstöße auch zu ahnden. Nach der Einführung der DSGVO haben wir feststellen müssen, dass große Konzerne wie Google die DSGVO einfach ‚anders interpretieren‘ und ihre Produkte oft nur oberflächlich angepasst haben. Es ist wichtig, dass die Behörden klarstellen, dass das nicht reicht.“

Wohnbaugesellschaften: Revisionsverband prüfte nur bis 2013

In der Causa um die Umwandlung der gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften Gesfö und Riedenhof, die für juristischen Zündstoff zwischen dem Burgenland und dem Unternehmer Michael Tojner sorgt, hat sich gestern der Revisionsverband zu Wort gemeldet: Die Prüfung beider Gesellschaften durch den Revisionsverband sei nur bis zum Geschäftsjahr 2013 erfolgt, stellte der Verband in einer Aussendung klar.

Beiden Unternehmen sei im Oktober 2015 – bevor die Prüfung des Geschäftsjahres 2014 durch den Verband abgeschlossen werden konnte – die Gemeinnützigkeit aberkannt worden. Eine Prüfungszuständigkeit des Verbands für die Jahre 2014 und 2015 war somit nicht mehr gegeben, wurde seitens des Revisionsverbands festgestellt.

Die endgültige Geldleistung für beide Gesellschaften sei im August 2016 festgelegt worden. „Sie wurde auf Grundlage des Jahresabschlusses 2015 ermittelt. Dieser Jahresabschluss und die endgültige Geldleistung wurden vom Revisionsverband nicht geprüft und auch nicht bestätigt“, argumentierte man beim Revisionsverband.

Tojner weist Vorwürfe zurück

Das Land Burgenland brachte kürzlich bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft eine Sachverhaltsdarstellung wegen des Verdachts von Betrug und Untreue gegen mehrere Personen, darunter auch Tojner, ein. Dem Land, das sich bei der Umwandlung der beiden Wohnbauträger getäuscht sieht, könnte ein Schaden von bis zu 40 Mio. Euro entstanden sein, so Finanzlandesrat Hans Peter Doskozil (SPÖ).

Tojner sowie der ehemalige Geschäftsführer der beiden Wohnbauträger wiesen die Vorwürfe zurück: Die Sachverhaltsdarstellung sei „nicht nachvollziehbar“, weil weder Tojner noch eine ihm zuzurechnende Firma in den Aberkennungsprozess involviert gewesen sei. Eine Kausalität zu einem wie auch immer „berechneten“ Schaden herzustellen, sei daher nicht nachvollziehbar und könne nur dazu angetan sein, politische Interessen zu transportieren, hatte Tojners Büro mitgeteilt. Man werde sich mit allen juristischen Mitteln gegen die Vorwürfe wehren, hieß es.

Chronik

Schiffe brannten vor Meerenge von Kertsch – Tote

Zwei Frachtschiffe sind nach russischen Behördenangaben vor der Meerenge von Kertsch durch eine Explosion in Brand geraten. 31 Seeleute hätten sich ins Wasser retten müssen, teilte die Schifffahrtsverwaltung der Agentur Interfax zufolge gestern mit. Nach russischen Angaben sind offenbar 14 Menschen ums Leben gekommen.

Elf Leichen wurden nach Angaben der russischen Schifffahrtsbehörde geborgen. Drei weitere Besatzungsmitglieder seien über Bord gegangen und höchstwahrscheinlich ertrunken. Zwölf Seeleute seien gerettet worden. Fünf weitere würden noch vermisst, sagte der Behördensprecher. Die Suche nach ihnen dauere an. Die Stadt Kertsch bereite sich auf eine Aufnahme der Opfer vor.

Beide Schiffe fuhren unter der Flagge von Tansania, eines von ihnen war ein Gastanker. Die Seeleute stammten den Angaben nach aus der Türkei und aus Indien. Sieben andere Schiffe eilten zu Hilfe.

Tote bei Brand zweier Tanker vor Krim-Küste

Bei einem Brand zweier Schiffe vor der Halbinsel Krim sind vermutlich 14 Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer habe in der Nähe der Straße von Kertsch zwei Tanker unter tansanischer Flagge erfasst, sagte ein Sprecher der russischen Behörde für Schiffsverkehr (Quelle: EBU).

Oft wochenlange Wartezeit

Der Unfall habe sich vor der Südküste der Halbinsel Krim ereignet. Russland hat die ukrainische Halbinsel 2014 annektiert. Deshalb ist die Lage in diesem Teil des Schwarzen Meeres gespannt. Russische Grenzschützer hatten dort im November drei ukrainische Marineschiffe beschossen und die Besatzung wegen angeblicher Grenzverletzung verhaftet.

Vor der Meerenge von Kertsch müssen Schiffe oft wochenlang auf die Durchfahrt ins Asowsche Meer warten. Die Ukraine beklagt, dass Schiffe, die ukrainische Häfen anlaufen wollten, von den russischen Behörden schikaniert würden.

Viehdiebe töten im Südsudan mehr als 100 Menschen

Im Südsudan haben bewaffnete Viehdiebe bei Raubüberfällen nach offiziellen Angaben mindestens 105 Menschen getötet, vor allem Frauen und Kinder. Die Angreifer hätten im Bundesstaat Tonj im Zentrum des afrikanischen Landes am Sonntag auch 5.000 Rinder gestohlen, sagte der Informationsminister des Bundesstaates, James Ayiek Bath, gestern.

Die Behörden gingen davon aus, dass die Täter aus dem nördlichen Bundesstaat Liech kamen und Rache nehmen wollten für Angriffe von Viehdieben aus Tonj. Dabei waren vor Kurzem 28 Menschen getötet und 3.000 Rinder geraubt worden.

In dem ostafrikanischen Krisenstaat kommt es immer wieder zu Kämpfen um Weideland und Vieh, oftmals zwischen Angehörigen verfeindeter Volksgruppen.

Gesundheit

Neuer Warnhinweis zu Depressionen durch Verhütungsmittel

Ein neuer Warnhinweis auf den Beipackzetteln von Verhütungsmitteln wie der Antibabypille informiert künftig über mögliche Nebenwirkungen wie Depressionen. Auf Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur werde dieser Warnhinweis in die Fach- und Gebrauchsinformation aufgenommen, teilte das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gestern in Bonn mit.

Hintergrund ist eine dänische Studie, die die hormonelle Verhütung in Zusammenhang mit einem Suizidrisiko brachte. Tatsächlich ist bekannt, dass depressive Verstimmungen und Depressionen als Nebenwirkung hormoneller Verhütungsmittel auftreten können.

Depressionen können schwerwiegend sein und sind ein Risikofaktor für Suizid. Laut dem deutschen Institut soll mit dem neuen Warnhinweis geraten werden, im Fall von Stimmungsschwankungen und depressiven Symptomen – auch wenn diese kurz nach Einleitung der Behandlung auftreten – einen Arzt aufzusuchen.

Kultur

Bekanntgabe der Oscar-Nominierungen

Heute werden in Beverly Hills die Nominierungen für die wichtigsten Filmpreise der Welt bekanntgegeben. Österreicherinnen und Österreicher dürfen sich dabei wenig Hoffnungen machen. So steht bereits fest, dass es Österreichs Kandidat für den Auslandsoscar, Ruth Beckermanns Dokumentarfilm „Waldheims Walzer“, nicht auf die Shortlist geschafft hat.

Zu den Topfavoriten gelten im Vorfeld hingegen Werke wie Yorgos Lanthimos’ Historienfilm „The Favourite“, der Lady-Gaga-Film „A Star Is Born“ und Alfonso Cuarons Schwarz-Weiß-Erinnerung „Roma“. Auch dem großen Golden-Globe-Gewinner, der Freddie-Mercury-Biografie „Bohemian Rhapsody“, werden Chancen ausgerechnet.

Die 91. Verleihung selbst wird am 24. Februar im Dolby Theatre von Hollywood über die Bühne gehen. Wer hier die Moderation übernimmt, ist weiterhin offen, hat der eigentlich vorgesehene Kevin Hart doch nach einer Kontroverse über homophobe Aussagen zurückgezogen.

Religion

Panorama

Doppelgänger von „Friends“-Star Schwimmer verhaftet

Jener 36-jährige Mann, der vor Monaten bereits wegen seiner Ähnlichkeit mit dem als Ross Geller in der US-Serie „Friends“ bekannt gewordenen Schauspieler David Schwimmer für Schlagzeilen sorgte, ist britischen Medienberichten zufolge verhaftet worden. Die Festnahme erfolgte den Angaben zufolge, nachdem Abdulah H. nicht zu einem Gerichtstermin erschien. H. werden Diebstahl und Betrug vorgeworfen.

Hinter H.s Popularität steht ein von der Polizei vor wenigen Monaten veröffentlichtes Video einer Überwachungskamera eines Supermarkts. Wegen der Ähnlichkeit zu „Friends“-Star Schwimmer wurde das Video zigfach in Sozialen Netzwerken geteilt. Auch der 51-jährige Schwimmer meldete sich damals – samt nachgestelltem Video – auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zu Wort und versicherte: „Ich war es nicht.“

Michelin-Gastronomieführer will mehr Frauen fördern

Der Michelin-Gastronomieführer will in Frankreich mehr Frauen mit den begehrten Sternen für Spitzenrestaurants auszeichnen. „Sie sind Beispiele“, sagte der neue Chef des „Guide Michelin“, Gwendal Poullennec, gestern in Paris mit Blick auf Spitzenköchinnen. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Kritik gegeben, dass der traditionsreiche „Guide rouge“ vor allem Männer in der Küche auszeichnet.

Die einzige Frau, die mit ihrem Restaurant in Frankreich die Spitzennote drei Sterne trägt, ist Anne-Sophie Pic aus Valence im Süden des Landes.