Ausland

Etappensieg für Trump bei Transgender-Verbot in Militär

US-Präsident Donald Trump hat mit seinem geplanten Verbot zu Transgender-Rekruten beim US-Militär einen Etappensieg vor dem obersten Gericht der USA errungen. Der Supreme Court setzte das Verbot heute mit einer Anordnung in zwei Fällen zunächst wieder in Kraft, bis in diesen beiden Verfahren über Einsprüche bei Berufungsgerichten entschieden ist.

Transgender, die aufgrund einer Geschlechtsidentitätsstörung eine „umfassende medizinische Behandlung“ benötigen, sollen weitgehend vom Militärdienst ausgeschlossen werden. Als Transgender werden Menschen bezeichnet, die sich nicht – oder nicht nur – mit dem Geschlecht identifizieren, das bei ihrer Geburt notiert wurde.

Trump hatte das Verbot bereits 2017 angekündigt. Vergangenen März folgte eine förmliche Regelung aus dem Weißen Haus. Der Supreme Court entschied nun mit einer knappen Mehrheit der fünf konservativen Richter. Die vier liberalen Richter stimmten dagegen.

Journalistin in Türkei wegen Geheimnisverrats verurteilt

Die prominente Journalistin Nazli Ilicak ist in der Türkei wegen Geheimnisverrats zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Das Istanbuler Gericht habe sie der „Enthüllung von geheimzuhaltenden Informationen, die die Staatssicherheit betreffen“, schuldig befunden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu heute.

Ilicak nahm an der Verhandlung per Videoschaltung aus dem Frauengefängnis im Istanbuler Stadtteil Bakirköy teil. Dort sitzt sie seit mehr als zwei Jahren in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hatte Ilicak laut Anadolu vorgeworfen, in einem Artikel Informationen aus einem geheimen Dokument des Generalstabs veröffentlicht zu haben. Ihr Anwalt sagte vor Gericht, seine Mandantin habe nur über bereits bekannte Informationen geschrieben.

Bereits 2018 zu lebenslanger Haft verurteilt

Ilicak war bereits im Februar 2018 in einem anderen Verfahren wegen Verbindungen zur islamischen Gülen-Bewegung und versuchten Umsturzes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Im selben Prozess erhielten der regierungskritische Journalist Ahmet Altan und sein Bruder, der Ökonomieprofessor und Autor Mehmet Altan, eine lebenslängliche Freiheitsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die türkische Journalistin Nazli Ilicak
APA/AFP

Die türkische Führung macht die Bewegung um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Ilicak hatte in der Vergangenheit für die regierungsnahe Zeitung „Sabah“ und für die inzwischen geschlossene Gülen-nahe Zeitung „Bugün“ geschrieben. Gülen und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan waren bis zum offiziellen Bruch 2013 Verbündete gewesen.

Eingriff in US-Wahlkampf: Model mit angeblichen Beweisen frei

Ein weißrussisches Model und Escort-Girl, das Beweismaterial zu einer angeblichen russischen Einmischung in den US-Wahlkampf besitzen will, ist aus der Moskauer Untersuchungshaft entlassen worden. Gegen die Frau werde jedoch weiter wegen Anstiftung zur Prostitution ermittelt, sagte die Richterin heute russischen Medien zufolge.

Anastassija Waschukjewitsch war im vergangenen Jahr in Thailand festgenommen worden. Erst am Wochenende durfte sie ausreisen, wurde jedoch auf dem Moskauer Flughafen wieder in Gewahrsam genommen. Die Frau behauptete, 2016 eine Affäre mit dem russischen Milliardär Oleg Deripaska gehabt zu haben.

Bei einem Ausflug will sie aufgezeichnet haben, wie der Oligarch die Einmischung in den US-Wahlkampf zugibt. Deripaska gilt als Vertrauter von Kreml-Chef Wladimir Putin. Er bestreitet die Vorwürfe. Der Fall Waschukjewitsch sorgt seit Monaten international für Schlagzeilen.

Präsidenten aus Lateinamerika wollen Lösung für Venezuela

Angesichts der eskalierenden politischen und wirtschaftlichen Krise in Venezuela haben mehrere Präsidenten aus Lateinamerika für eine gemeinsame Lösung geworben. „Die Lage in Venezuela ist dramatisch. Das stellt ein Problem für die ganze Region dar“, sagte der costa-ricanische Staatschef Carlos Alvarado heute auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos.

Der Präsident von Costa Rica, Carlos Alvarado Quesada
AP/Markus Schreiber

Paraguays Präsident Mario Abdo Benitez forderte: „Venezuela muss eine Angelegenheit werden, um die sich die ganze Welt kümmert.“ Trotz internationaler Proteste hat der autoritär regierende venezolanische Präsident Nicolas Maduro kürzlich seine zweite Amtszeit angetreten. Die Opposition wird unterdrückt, zahlreiche Regierungsgegner sitzen in Haft oder sind ins Exil geflohen. „Wir müssen darauf dringen, dass die Menschenrechte geachtet werden und Venezuela wieder den Weg der Demokratie einschlägt“, sagte Ecuadors Präsident Lenin Moreno in Davos.

Aufgrund von Devisenmangel kann das einst reiche Land kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs importieren. Rund drei Millionen Venezolaner und Venezolanerinnen sind bereits vor dem Elend ins Ausland geflohen. Viele Nachbarländer sind mit der Aufnahme der Flüchtlinge zunehmend überfordert.

Streit zwischen Rom und Paris: Conte versucht zu beruhigen

Nachdem Italiens Vizeregierungschef Matteo Salvini den französischen Präsidenten Emmanuel Macron erneut mit scharfen Worten angegriffen hat, versucht der italienische Premier Giuseppe Conte zu beruhigen. Die „historische Freundschaft mit Frankreich und dem französischen Volk“ stehe nicht auf dem Spiel, versicherte Conte laut Medienangaben heute.

Abgesehen von jeglicher politischer Diskussion sei die Beziehung zu Frankreich „stark und solide“. „Wir werden weiterhin mit den französischen Institutionen und der Regierung in Paris zusammenarbeiten, um gemeinsame politische Lösungen zu finden“, sagte Conte.

Auch der italienische Außenminister Enzo Moavero Milanesi sowie Vizepremier und Fünf-Sterne-Chef Luigi Di Maio bemühten sich um mildere Töne im Umgang mit Frankreich. Moavero Milanesi, der in Brüssel seinen französischen Amtskollegen Jean-Yves Le Drian traf, versicherte, dass Italien und Frankreich „Freunde und Verbündete“ seien. Die Maio sagte: „Man versucht, eine offene Debatte als Angriff Italiens gegen das französische Volk darzustellen. Das stimmt nicht.“

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Deutschland setzt Beteiligung an Sophia-Mission aus

Deutschland setzt seine Beteiligung an der EU-Marinemission Sophia zur Bekämpfung von Schleppernetzwerken im Mittelmeer aus. Nach neuen Informationen der dpa dpa wird nach dem Einsatz der Fregatte „Augsburg“ zunächst kein weiteres Schiff der deutschen Bundeswehr vor die libysche Küste geschickt.

Die Operation war während der Flüchtlingskrise 2015 gestartet worden, inzwischen ist auch die Ausbildung der libyschen Küstenwache als Aufgabe hinzugekommen. Die Operation Sophia soll auch dazu beitragen, illegalen Waffentransport in den Krisenstaat Libyen zu verhindern, wo seit Jahren rivalisierende Milizen um die Macht kämpfen. Von der Küste Libyens aus machen sich jedes Jahr Tausende geflüchtete Menschen in oft seeuntüchtigen Booten auf den Weg nach Europa.

Bisher mehr als 49.000 Menschen gerettet

Am Rande der Einsätze müssen deshalb auch immer wieder Menschen aus Seenot gerettet werden. Bisher waren es nach Angaben der deutschen Bundeswehr mehr als 49.000. Sie wurden nach den 2015 beschlossenen Einsatzregeln bisher alle nach Italien gebracht.

Laut deutscher Bundeswehr haben seit Beginn der Mission die Hinweise zur direkten Festnahme von mehr als 140 Schlepperverdächtigen durch italienische Behörden geführt. Einheiten des Verbandes zerstörten seit 2015 zudem mehr als 400 von Schleppern genutzte Boote.

Die eingesetzten Schiffe sind ermächtigt, in internationalen Gewässern Boote anzuhalten und zu durchsuchen. Diese können beschlagnahmt und umgeleitet werden, Verdächtige können an Bord eines Kriegsschiffs genommen und an einen EU-Mitgliedsstaat übergeben werden. Die Operation ist nach einem somalischen Mädchen benannt, das im August 2015 an Bord der Fregatte „Schleswig-Holstein“ zur Welt kam.

Stadt Hannover nur noch mit gendergerechter Sprache

Die Hauptstadt des deutschen Bundeslandes Niedersachsen, Hannover, führt in ihren offiziellen Korrespondenzen „geschlechtergerechte Verwaltungssprache“ ein. Laut einer Pressemitteilung der Stadt trägt man nun „der Vielzahl geschlechtlicher Identitäten Rechnung“. Zudem entspreche die Empfehlung der Stadt der neuen Gesetzgebung, nach der auch das dritte Geschlecht im Personenstandsregister geführt wird.

Der städtische Schriftverkehr, also alle E-Mails, Presseartikel, Broschüren, Formulare, Flyer und Briefe, muss in Zukunft gendergerecht formuliert sein. Das bedeutet vor allem, „geschlechtsumfassende Formulierungen“ zu verwenden. Wenn das nicht möglich ist, müsse man andere Wege finden, etwa den Einsatz eines Sternchens (*) „als Darstellungsmittel aller sozialen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten“. Der Stern ersetze das bisher verwendete Binnen-I.

So soll in Zukunft aus Lehrerinnen und Lehrern „Lehrende“ werden, aus dem Wählerverzeichnis „Wählendenverzeichnis“ und aus dem Rednerpult ein „Redepult“. Die Regelung ist für die 11.000 Beschäftigten der Stadt verbindlich. Es sei ein „wichtiges Signal und ein weiterer Schritt, alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht anzusprechen“, so Oberbürgermeister Stefan Schostok.

EU

Politico erhebt Vorwürfe gegen EU-Abgeordneten Brok

Der langjährige CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok hat nach Informationen der Brüsseler Nachrichtenwebsite Politico bei Besuchen von Bürgern und Bürgerinnen im Europaparlament doppelt kassiert. Brok habe von den Besuchern eine Kostenbeteiligung von 150 Euro verlangt und zugleich Subventionen des Europaparlaments erhalten, heißt es in dem heute veröffentlichten Bericht.

EU-Mandatar Elmar Brok
APA/Hans Punz

Dadurch habe er in den Jahren 2016 und 2017 fast 18.000 Euro zusätzlich eingenommen. Politico stützt seine Vorwürfe auf Abrechnungen, von denen das Magazin nach eigenen Angaben Kopien aus Kreisen der CDU erhalten hat.

Brok bat um erneute Prüfung

Brok wies die Vorwürfe zurück. Die Mittel des Europaparlaments seien korrekt verwendet worden, betonte er gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Das hätten die Prüfungen durch das Parlament ergeben. Die Beiträge der Besucher seien für Leistungen erhoben und ausgegeben worden, die von den Zuschüssen des Parlaments nicht gedeckt seien. Er habe die Unterlagen nun noch einmal an den zuständigen und vom Europaparlament anerkannten Steuerberater gesandt und um eine neue Prüfung gebeten.

Nach Angaben einer Sprecherin gewährt das Europaparlament Zuschüsse für Besucher, die von Europaabgeordneten eingeladen werden: 60 Euro für eine Übernachtung im Hotel, eine Tagespauschale von 40 Euro und für die Anreise eine Pauschale von 0,09 Euro pro Kilometer. Jeder Abgeordnete kann pro Jahr Zuschüsse für maximal 110 Besucher erhalten.

Außerdem können die Fraktionen Besuchergruppen bezuschussen. Die Fraktion der christdemokratischen Europäischen Volkspartei (EVP), der Brok angehört, gewähre jedem Mitglied einen Besucherzuschuss von jährlich maximal 3.000 Euro, erläuterte ein Sprecher. Abgerechnet würden die Kosten nach Beleg.

Inland

Volksanwaltschaft prüft Anrainerparken in Wien

Die Volksanwaltschaft hat ein Prüfverfahren zur Neuregelung des Anrainerparkens in Wien eingeleitet. Darüber informierte heute die Bezirksvorstehung der Josefstadt, die eine Beschwerde bei der Institution eingebracht hatte.

Seit 1. Dezember 2018 sind Anrainerparkplätze in Wien auch für den Lieferverkehr und Sozialdienste untertags geöffnet. Die Bezirksvorsteher der Inneren Stadt, Markus Figl, und der Josefstadt, Veronika Mickel (beide ÖVP), stemmen sich seit vielen Monaten gegen die neue Regelung und holten sich dafür Unterstützung von Verfassungsrechtler Bernhard Raschauer, der in einem Gutachten zu dem Schluss kam, dass die Verordnung der Stadt nicht rechtskonform sei.

Nun soll geprüft werden, „mit welchen Überlegungen näherhin der Wiener Magistrat zum Schluss gekommen ist, den Kritikpunkten des Prof. Raschauer nicht zu folgen und an der Neuregelung festzuhalten“, heißt es in dem Schreiben der Volksanwaltschaft an Mickel, das der APA vorliegt. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) wurde von dem Prüforgan um eine Stellungnahme ersucht. Außerdem wurden genaue statistische Daten zu Verfahren wegen Übertretung der Neuregelung angefordert.

FPÖ will Parteispenden über 3.500 Euro verbieten

In der Debatte über die Erhöhung der Parteienförderung fordert die FPÖ nun ein weitgehendes Verbot von Parteispenden. „Milliardären, Industrie und großen Unternehmen soll es künftig verboten werden, sich in die Politik einzukaufen“, sagte Generalsekretär Harald Vilimsky heute in der „Kronen Zeitung“.

Er plädiere dafür, Spenden über 3.500 Euro zu verbieten. Die Parteienförderung reiche völlig aus. Die SPÖ will ebenfalls ein Spendenverbot, allerdings erst ab einer Grenze von 100.000 bis 150.000 Euro.

Der Vorstoß der FPÖ richtet sich vor allem gegen die ÖVP, die am Wochenende das Einfrieren der Parteienförderung gefordert hatte. Allein im Wahlkampf 2017 hatte die ÖVP 1,2 Mio. Euro von Großspendern über 3.500 Euro erhalten. Allerdings meldeten auch NEOS, Liste Pilz (jetzt: Jetzt) und SPÖ im Wahlkampf Spenden über 3.500 Euro. Seitens der FPÖ gab es im Wahlkampf keine Offenlegung freiwilliger Spenden.

Grafik zeigt Spenden 2012-2017 und die empfangenden Parteien
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/Rechenschaftsberichte/Rechnungshof

Spenden über 3.500 Euro sind per Gesetz offenzulegen

Laut Parteiengesetz müssen die Parteien Spenden über 3.500 Euro im jährlichen Rechenschaftsbericht offenlegen. Parteispenden über 50.000 Euro müssen zwar sofort an den Rechnungshof gemeldet und dort im Internet veröffentlicht werden.

Allerdings wird diese Meldepflicht häufig umgangen, indem große Spenden in mehrere Tranchen gestückelt werden. Damit scheinen auch große Zuwendungen über 50.000 Euro häufig erst in den jährlichen Rechenschaftsberichten auf. Diese liegen allerdings erst mit mehreren Jahren Verspätung vor – so wurden die Rechenschaftsberichte der Parlamentsparteien für das Wahljahr 2017 noch nicht veröffentlicht.

ÖVP schweigt zu Spendenbegrenzung

Die ÖVP will zu der geforderten Begrenzung der Parteispenden nichts sagen. Auf APA-Anfrage verwies die Parteizentrale nur auf die zwischen den Parlamentsklubs geplanten Gespräche. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte demnach angekündigt, Klubobmann August Wöginger werde mit den anderen Parteien Gespräche führen. Dazu eingeladen hat die ÖVP dem Vernehmen nach aber noch nicht.

NEOS und Jetzt gesprächsbereit

NEOS und Jetzt sind zu einer Begrenzung von Parteispenden grundsätzlich gesprächsbereit. NEOS fordert aber auch die Abschaffung und nicht bloß das Einfrieren der Parteienförderung und mehr Transparenz. Jetzt-Klubchef Wolfgang Zinggl will außerdem, dass allfällige Spendenbegrenzungen nur für Parteien mit staatlicher Parteienförderung gelten.

Sowohl NEOS als auch Jetzt haben ihren Einzug in den Nationalrat mit Unterstützung von Großspendern geschafft. Im Fall von NEOS war es unter anderem der Industrielle Hans-Peter Haselsteiner, der laut den bisherigen Veröffentlichungen zwischen 2013 bis 2017 1,7 Mio. Euro an die liberale Partei spendete. Im Fall von Jetzt war es u. a. der Rechtsanwalt und Nationalratskandidat Alfred Noll, der die Kandidatur mit 98.000 Euro unterstützte.

NEOS warnt daher vor einem extremen Ungleichgewicht zwischen kleinen und großen Parteien, sollten private Spenden verboten werden. Dennoch könne man über Obergrenzen für Parteispenden reden, hieß es auf APA-Anfrage. Das Hauptproblem sei aber, dass Österreich nach wie vor die höchste Parteienförderung der Welt habe.

Meinl-Reisinger und Zinggl für mehr Transparenz

NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger spricht sich daher für die Abschaffung der automatischen Valorisierung der Förderung sowie für mehr Transparenz und schärfere Kontrollen aus – insbesondere was die Einhaltung der Wahlkampfkostengrenze angeht.

Auch Zinggl pocht auf mehr Transparenz – insbesondere auf eine schnellere Veröffentlichung von Parteispenden. „Wir haben nichts davon, wenn die FPÖ eine Spendenreduktion auf 3.500 Euro fordert, wenn sie ihrerseits die Parteispenden nicht freiwillig offen legt“, sagt Zinggl.

Eine Spendenbegrenzung würde er unterstützen – der Betrag sollte aus seiner Sicht irgendwo zwischen den von der FPÖ genannten 3.500 Euro und den von der SPÖ genannten 100.000 Euro liegen. Ausgenommen werden sollten davon aber neue Parteien, die ohne staatliche Subventionen auskommen müssen, denn: „Wenn man kein Startkapital hat muss man schauen, dass man das privat bekommt.“

Sport

Wirtschaft

Diskussion über Tempolimit auf deutschen Autobahnen

In Deutschland schwelt eine Debatte über ein Tempolimit auf Autobahnen. Bereits am Freitag waren Überlegungen einer Arbeitsgruppe zu mehr Klimaschutz im Verkehr bekanntgeworden, die unter anderem eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h vorschlägt. Nunmehr hat das deutsche Verkehrsministerium ein für morgen geplantes Treffen der Arbeitsgruppe abgesagt.

Es handelte sich um einen ersten Vorschlag, dennoch folgte eine heftige Debatte, in deren Verlauf Ressortchef Andreas Scheuer (CSU) die Idee als „gegen jeden Menschenverstand“ zurückwies. Auch der ADAC lehnt eine Geschwindigkeitsbegrenzung ab: „Der Beitrag zur Verkehrssicherheit und zum Klimaschutz wäre gering. Denn wo auf Autobahnen kein Tempolimit besteht, lässt das hohe Verkehrsaufkommen oft auch keine höhere Geschwindigkeit zu.“

Seit September gibt es die Kommission „Nationale Plattform Zukunft der Mobilität“. In der Arbeitsgruppe für mehr Klimaschutz sitzen Vertreter der Autobranche, aber auch Umweltverbände. „Die Regierungskommission Mobilität ist durch das gezielte Durchstechen von emotional aufgeladenen Einzelvorschlägen und die Überreaktion des Bundesverkehrsministers in schwieriges Fahrwasser geraten“, sagte der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. Er ist Mitglied der Klimaarbeitsgruppe.

Pilotversuche in Österreich für Tempo 140

Der CO2-Ausstoß im Autoverkehr ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Schuld daran sind mehr Autos, höhere Fahrleistungen und immer stärkere Motoren. Nach Angaben des deutschen Statistischen Bundesamtes war der Autoverkehr in Deutschland 2017 für die Emission von 115 Millionen Tonnen CO2 verantwortlich – 6,4 Prozent mehr als 2010.

In Deutschland gibt es kein generelles Tempolimit auf Autobahnen. In Österreich hatte Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) im August des Vorjahres einen Pilotversuch zu Tempo 140 auf zwei Abschnitten der Westautobahn (A1) in Niederösterreich und Oberösterreich gestartet. Mitte November zog er eine aus seiner Sicht positive Zwischenbilanz. Die Schadstoffemissionen hatten bei Tests um ein bzw. zwei Prozent im Vergleich zu Tempo 130 zugenommen.

Bolsonaro kündigt wirtschaftliche Öffnung Brasiliens an

Bei seinem ersten internationalen Auftritt hat der neue brasilianische Präsident Jair Bolsonaro auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) eine wirtschaftliche Öffnung seines Landes angekündigt. „Wir werden unsere Wirtschaft öffnen und die Handelsbeziehungen zu anderen Staaten vertiefen“, sagte der Ultrarechte heute in Davos.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro
APA/AFP/Fabrice Coffrini

„Unsere Wirtschaft ist für ausländische Investitionen noch relativ verschlossen. Das wollen wir ändern.“ Seine Regierung werde Steuern senken, staatliche Unternehmen privatisieren, die Bürokratie abbauen und gegen die weit verbreitete Korruption vorgehen.

Befürchtungen, seine rechtsgerichtete Regierung werde den Umweltschutz in der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas zurückfahren, trat der Ex-Militär in seiner Rede entgegen. „Brasilien tut sehr viel für die Umwelt und den Naturschutz“, sagte er. „Wir wollen Fortschritt erzielen und gleichzeitig Umweltschutz und Artenvielfalt erhalten.“ Allerdings betonte Bolsonaro auch, dass Brasilien über zahlreiche natürliche Ressourcen verfüge, die wirtschaftlich genutzt werden könnten.

Dyson verlegt Hauptsitz nach Singapur

Der britische Staubsaugerhersteller Dyson verlegt seinen Hauptsitz nach Singapur. Das habe nichts mit dem bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union zu tun, versicherte das Unternehmen heute, sondern geschehe wegen der hohen Nachfrage in Asien. Dyson-Gründer James Dyson ist ein glühender Befürworter des Brexits.

Er hatte vergangenes Jahr angekündigt, er werde in Singapur Elektroautos produzieren. Mit Blick auf den Brexit am 29. März kündigte der britische Fährenbetreiber P&O heute an, seine im Ärmelkanal fahrenden Schiffe künftig in Zypern zu registrieren. Es sind sechs von insgesamt 20.

Die Umflaggung werde zu „weniger Inspektionen und Verspätungen“ führen und damit zu einer höheren Frachtrate, erklärte P&O. „Andere Änderungen sind nicht geplant – auch nicht bei unseren Seeleuten“.

Avocadokonsum in Europa förmlich explodiert

Der Avocadokonsum in Europa ist von 2016 bis 2018 um 65 Prozent auf rund 650.000 Tonnen gestiegen, wie der Welt-Avocado-Verband (WAO) heute bei der Veröffentlichung der neuen Gastronomie-Bibel Guide Michelin mitteilte. In den USA gehe der Konsum nach einem Rückgang 2017 auch wieder nach oben. 2018 seien dort 1,1 Millionen Tonnen verzehrt worden.

„Das hat unsere Erwartungen übertroffen“, sagte WAO-Präsident Xavier Equihua in Paris. Anbauländer wie Südafrika, Chile und Peru hätten ihre Exporte noch weiter gesteigert, auch dank „Rekordernten“.

Frankreich ist die Nummer eins in Europa, was den Avocado-Verzehr betrifft. In Paris verzehrt im Schnitt jeder Einwohner bzw. jede Einwohnerin im Jahr 2,8 Kilogramm davon. Equihua erwartet, dass der Absatz weiter steigt, um etwa 35 Prozent in diesem Jahr in Europa.

Avocados sind beliebt, weil sie ungesättigte Fette und viele Vitamine enthalten. Die Pflanze braucht allerdings sehr viel Wasser, weshalb der Anbau zusehends kritisiert wird.

Volvo ruft österreichweit mehr als 2.700 Autos zurück

Der Autohersteller Volvo hat in Österreich einen Fahrzeugrückruf gestartet. Zurückgerufen werden diverse Modelle vom V40 über den V70 bis zum S80 und XC90, und zwar Dieselmodelle der Baujahre 2015 und 2016. Grund sind mögliche Risse an einem Kraftstoffschlauch. Betroffen sind in Österreich 2.739 Fahrzeuge, wie das Unternehmen heute bekanntgab.

In dem Schreiben von Volvo an die betroffenen Autobesitzer heißt es, Untersuchungen hätten ergeben, „dass einige Fahrzeuge kleine Risse im Schlauch an einer der Kraftstoffleitung im Motorraum aufweisen können. Dies kann zu Kraftstoffaustritt im Motorraum führen.“

Der Autohersteller versichert, er habe keine Meldungen über Verletzungen oder Schäden erhalten, das häufigste Symptom sei Kraftstoffgeruch aus dem Motorraum. Der Schlauch der Kraftstoffleitung muss ersetzt werden. Die Reparaturarbeiten dauern etwa eine Stunde und erfolgen für die Fahrzeugbesitzer gratis.

Chronik

Erneuter Rückschlag bei Bergungsaktion in Spanien

Die Bergungsarbeiten für den in ein Bohrloch gestürzten kleinen Julen in Spanien haben einen weiteren Rückschlag erlitten. Nachdem es Helfern gestern Abend gelungen war, einen Hilfsschacht zur Bergung des Zweijährigen fertigzustellen, passten die zu dessen Stabilisierung vorgesehenen Rohre nicht. Der Schacht sollte heute weiter verbreitert werden.

Kran mit befestigtem Stahlrohr
Reuters/Jon Nazca

Beim Herablassen der Stabilisierungsrohre seien die Spezialisten in 40 Meter Tiefe auf Schwierigkeiten gestoßen, sagte ein Regierungssprecher in Malaga. Die Arbeiten zur Verbreiterung des Schachtes liefen, es sei jedoch nicht abzusehen, wie lange diese dauern würden.

Schacht nicht abgesichert

Sobald der Schacht durch die Rohre stabilisiert ist, soll ein Team von acht Bergbauexperten in den Schacht hinuntergelassen werden und mit dem Bau eines vier Meter langen horizontalen Verbindungstunnels bis zu dem Bohrloch beginnen, in das der Zweijährige am Sonntag vor einer Woche gestürzt war. Dafür sind etwa 24 Stunden veranschlagt. Die Experten hoffen, Julen dann bergen zu können.

Der zweijährige Julen war nach Angaben seiner Familie am 13. Jänner in der Nähe der andalusischen Gemeinde Totalan in das Loch gefallen, während seine Eltern in der Nähe picknickten. Der 110 Meter tiefe Erkundungsschacht mit einem Durchmesser von nur 25 Zentimetern war laut örtlichen Medien im Dezember bei der Suche nach Wasser gebohrt worden. Den Angaben zufolge war der Schacht nicht abgesichert und nicht gekennzeichnet.

Religion

Kultur

Leute

Chinas Filmstars zahlen Milliarden an Steuern zurück

Chinas Steuerbehörden haben mit einer gezielten Kampagne Jagd auf Steuersünder in der Filmbranche gemacht. Wie die Nachrichtenagentur Reuters heute berichtete, wurden seit Oktober in Summe mehr als elf Milliarden Yuan (1,4 Mrd. Euro) an ungezahlten Steuern eingesammelt.

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua wurde die Rückholaktion nun beendet, die Filmschaffenden vor und hinter der Kamera seien aufgerufen worden ihre Steuererklärungen zu korrigieren.

Chinas Superstar unter Erwischten

Auch etliche Prominente waren unter den erwischten Steuersündern, etwa Fan Bingbing, in China als Schauspielerin, Sängerin, Moderatorin und Model ein Superstar. Sie geriet im vergangenen Jahr bereits in die internationalen Schlagzeilen, weil sie monatelang aus der Öffentlichkeit verschwunden war. Im Oktober meldete sich Fan wieder zu Wort und wandte sich via Sina Weibo, Chinas Mikroblogging-Dienst, an ihre rund 62 Millionen Follower.

Fan Bingbing
AP/Joel C Ryan
Fan Bingbing ist in China in vielen Branchen tätig

In der Nachricht bat sie um Verzeihung für ihre begangene Steuerhinterziehung. Fan musste rund 114 Millionen Euro Strafe zahlen, weil sie ihr wahres Vermögen verschleiert haben soll. Sie schrieb, sie akzeptiere die Strafe und werde sich künftig für mehr Transparenz einsetzen. Zudem lobte sie die Kommunistische Partei.

Wegen der Steuerkampagne der chinesischen Behörden und der harten Kontrollen sprechen Insider der Filmbranche von einem „kalten Winter“ in der Industrie. Filmprojekte seien eingestellt worden, Investoren hätten sich zurückgezogen.