Ausland

Die USA und der Iran haben trotz ihres Sanktionsstreits zwei Gefangene ausgetauscht. Der US-Staatsbürger Xiyue Wang, der 2016 im Iran festgenommen und später wegen Spionage angeklagt wurde, sei frei, hieß es heute in iranischen Regierungskreisen. Die Regierung in Washington habe im Gegenzug dafür den iranischen Professor Massud Soleimani auf freien Fuß gesetzt. Beide würden in ihre Heimatländer zurückgeflogen. Wangs Ehefrau bestätigte die Freilassung ihres Mannes.

„Nach mehr als drei Jahren als Gefangener im Iran kehrt Xiyue Wang in die USA zurück“, sagte US-Präsidend Donald Trump. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif dankte allen Beteiligten an den Gesprächen, vor allem aber der Schweizer Regierung. Die Schweiz vertritt die diplomatischen Interessen der USA im Iran, seit die beiden Länder ihre Beziehungen kurz nach der Islamischen Revolution 1979 kappten.

Wang studierte in Princeton und forschte 2016 im Iran für seine Dissertation, als er festgenommen wurde. Der Iran warf ihm vor, als Forschung getarnte Spionage zu betreiben, was seine Familie und die Universität bestreiten. Der Stammzellenexperte Soleimani wurde im Oktober 2018 auf dem Flughafen von Chicago verhaftet. Die USA beschuldigen ihn, versucht zu haben, biologisches Material in den Iran zu bringen und damit gegen US-Sanktionen gegen die Islamische Republik wegen deren Atomprogramm verstoßen zu haben.

Das Haus des schiitischen Predigers Moktada al-Sadr im Irak ist Agenturangaben zufolge heute Ziel eines Drohnenangriffs gewesen. Bei dem Angriff in Nadschaf sei lediglich eine Außenmauer getroffen worden. Der Prediger selbst soll sich derzeit im Iran aufhalten.

Sadr unterstützt die gegen die Regierung gerichteten Proteste im Irak. Nach dem gestrigen Angriff auf ein Protestcamp in Bagdad hatte Sadr seine Anhänger in der Nacht auf heute angewiesen, auf die Straße zu gehen und „Demonstranten zu schützen“. Bei dem Angriff auf das Protestlager starben nach Angaben der Rettungskräfte 17 Menschen.

Zahlreiche Menschen aus aller Welt haben gestern Abend bei einer Großdemonstration in Madrid für mehr Klimaschutz protestiert – doch wie viele Menschen tatsächlich teilnahmen, ist unklar. Während die Organisatoren von einer halben Million Teilnehmern sprachen, bezifferte die Nationalpolizei die Zahl auf 15.000. Eine Erklärung für diese riesige Diskrepanz gab es nicht.

Spanische Medien sprachen heute von einem „Krieg der Zahlen“. Wären es wirklich 500.000 Demonstranten gewesen, dann hätte es sich um eine der bisher größten Klimakundgebungen der Welt gehandelt, hieß es.

An dem Protest nahmen auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg und der spanische Filmstar Javier Bardem teil. Sie forderten zusammen mit den Demonstranten konkrete Ergebnisse beim UNO-Klimagipfel, der derzeit in Madrid stattfindet. Von nächster Woche an wird dort auf Ministerebene über verbesserte Ziele zur Eindämmung der Erderwärmung verhandelt.

Das Weiße Haus hat den Justizausschuss im Repräsentantenhaus aufgefordert, die „völlig gegenstandslosen“ und unfairen Ermittlungen zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Donald Trump einzustellen. Die Demokraten hätten mit ihren Untersuchungen bereits genug Zeit verschwendet, schrieb der Leiter der Rechtsabteilung des Weißen Hauses, Pat Cipollone, gestern in einem von US-Medien verbreiteten Brief.

Der Ausschussvorsitzende Jerrold Nadler hatte das Weiße Haus aufgefordert zu erklären, ob sich die Vertreter Trumps an den Anhörungen beteiligen würden. Der Brief beantwortete diese Frage nicht explizit, deutete aber angesichts der sehr kritischen Wortwahl klar darauf hin, dass Trumps Anwälte das Verfahren auch weiterhin boykottieren wollen.

Justizausschuss entwirft Anklagepunkte

Mit den Bemühungen zur Amtsenthebung (Impeachment) fortzufahren sei ein „rücksichtsloser Machtmissbrauch der Demokraten im Repräsentantenhaus“, schrieb Cipollone. Es handle sich um einen unfairen, parteipolitisch motivierten und verfassungswidrigen Versuch, einen Präsidenten abzusetzen, so Cipollone.

Der Justizausschuss entwirft nun Anklagepunkte, bevor das Repräsentantenhaus darüber entscheidet, ob es Trump des Amtes entheben will. Sollte eine Mehrheit der Abgeordneten dafür stimmen, käme es im republikanisch kontrollierten Senat zu einer Art Gerichtsverfahren gegen Trump.

Eine Verurteilung dort gilt aber als unwahrscheinlich, da dafür rund 20 Republikaner mit ihren demokratischen Kollegen stimmen müssten. Trump hat erkennen lassen, dass sich das Weiße Haus an dem Senatsverfahren beteiligen würde.

Die USA haben die Verhandlungen mit den Taliban heute in Katar nach Angaben aus US-Quellen wieder aufgenommen. Die Gespräche seien in Doha fortgesetzt worden, der Fokus liege auf einer Reduzierung der Gewalt mit dem Ziel innerafghanischer Verhandlungen und einer Waffenruhe, sagte die US-Quelle.

US-Präsident Donald Trump hatte im September die Friedensverhandlungen nach einer Reihe von Anschlägen der Taliban in Afghanistan für „tot“ erklärt. Vor wenigen Tagen kündigte das US-Außenministerium an, die Verhandlungen sollten in Kürze wieder aufgenommen werden.

Zuvor hatte Trump bei einem Truppenbesuch in Afghanistan eine Wiederaufnahme der Gespräche angekündigt. Die Taliban wollten „einen Deal machen“. Trump will ein Ende des 18-jährigen Bürgerkriegs in Afghanistan – auch, um für das Wahljahr 2020 einen außenpolitischen Erfolg vorweisen zu können. Die USA waren 2001 nach den Anschlägen des 11. September in Afghanistan eingerückt, um das Terrornetzwerk al-Kaida zu bekämpfen. Derzeit sind in dem Land noch rund 13.000 US-Soldaten stationiert.

Die Taliban, die die Regierung in Kabul als Marionette der USA ansehen, haben bisher eine Waffenruhe abgelehnt. Immer wieder werden in Afghanistan tödliche Anschläge verübt.

In den umkämpften Gebieten in der Ostukraine sollen nach dem Willen von Präsident Wolodymyr Selenski im nächsten Herbst Wahlen abgehalten werden – gemeinsam mit dem Rest des Landes. Das kündigte er kurz vor dem Ukraine-Gipfel in Paris an, bei dem am Montag nach Lösungen für den Konflikt in den Separatistengebieten Donezk und Luhansk gesucht werden soll.

Die Abstimmung sei für Ende Oktober geplant. „Sie soll in der gesamten Ukraine nach ukrainischem Recht stattfinden“, sagte Selenski in der Nacht auf heute im ukrainischen Fernsehen. Ein ähnliches Vorhaben war 2015 gescheitert.

Landesweites Votum für Selenski wichtiges Zeichen

Die Kommunalparlamente in der Ex-Sowjetrepublik sollen ohnehin regulär im nächsten Herbst neu gewählt werden. Aus Sicht von Selenski wäre eine landesweite Abstimmung ein wichtiges Zeichen: „Das Gefühl, dass wir ein Land und dort unsere Leute sind, soll eben von diesem Moment an beginnen.“

Kiew will die Kontrolle über den ukrainisch-russischen Grenzabschnitt zurück, bevor in den Gebieten Luhansk und Donezk Wahlen abgehalten werden. Der im weißrussischen Minsk vereinbarte Friedensplan von 2015 sieht das jedoch erst nach dem Urnengang und der Verankerung des Sonderstatus für die Separatistengebiete in der Verfassung vor.

„Wenn dort Sicherheit herrscht, beginnen die Wahlen, und dann wird auch die Steinmeier-Formel umgesetzt“, sagte das Staatsoberhaupt. Die nach dem deutschen Bundespräsidenten und Ex-Außenminister Frank-Walter Steinmeier benannte Formel regelt, in welchen Schritten der Status für die Separatistengebieten eingeführt werden kann. An dem Treffen im Normandie-Format nehmen neben Selenski Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sowie der russische Präsident Wladimir Putin teil.

Inland

Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache war laut „profil“ von Anfang 2018 und Mitte 2019 mit mehreren Unternehmern verabredet, die er im „Ibiza-Video“ als Spender an FPÖ-nahe Vereine nannte – u. a. dreimal mit Novomatic-Chef Harald Neumann und zweimal mit dem Investor Rene Benko. Die Genannten haben Zuwendungen an die FPÖ dementiert, auch Strache hat seine Behauptungen als „Prahlerei“ widerrufen.

Die Verabredungen finden sich – wie auch der Termin „Reitturnier Glock (Kärnten)“ – im Terminkalender des früheren Vizekanzlers, den „profil“ in seiner neuen Ausgabe auszugsweise veröffentlicht. Sieben Termineinträge gibt es mit Markus Braun – der in wechselnden Funktionen als Obmann und Kassier in mehreren FPÖ-nahen Vereinen tätig war.

Und auch Tabaklobbyisten hat Strache empfangen: Die Österreichniederlassungen von British American Tobacco und Philip Morris bestätigten auf „profil“-Anfrage, dass Vertreter ihres Konzerns mit dem Ex-FPÖ-Obmann zusammentrafen. Bei dem Termin habe es sich um einen „generellen Informationsaustausch über die Entwicklungen in der Tabakbranche“ gehandelt, erklärte eine Sprecherin von British American Tobacco. Bei Philip Morris war von einem „Kennenlernen mit der neuen Geschäftsleitung“ die Rede. Spenden an die FPÖ oder ihr nahestehende Vereine verneinten beide Unternehmen.

Kündigungen von SPÖ-Mitarbeitern haben in der Partei die Wogen hochgehen lassen, und es hat nicht an parteiinterner Kritik an Chefin Pamela Rendi-Wagner gemangelt. Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) bekräftigte im Ö1-Gespräch seine Unterstützung für seine Parteivorsitzende. Er gehe davon aus, dass Rendi-Wagner auch nach den Parteigremien am Montag Parteichefin ist.

„Wenn ihre Person infrage gestellt wird, was ich nicht glaube, dann weiß sie, dass sie auf mich zählen kann“, sagte Kaiser. Viel wichtiger als Personalia sei, was die SPÖ parteilich organisatorisch und inhaltlich ändern könne. „Wie treten wir auf und wie gewinnen wir die unverzichtbare Qualität von Politik zurück?“, sagte Kaiser.

Audio dazu in oe1.ORF.at

Die FPÖ und die ehemalige freiheitliche EU-Abgeordnete Barbara Kappel haben Vorwürfe wegen eines angeblichen Mandatskaufs entschieden zurückgewiesen. „Ich habe zu keinem Zeitpunkt den Versuch unternommen, ein EU-Mandat zu kaufen, noch ist die Partei oder der ehemalige Parteiobmann mit so einem Ansinnen an mich herangetreten“, sagte Kappel heute gegenüber dem Ö1-Mittagsjournal.

Audio dazu in oe1.ORF.at

Der Vorwurf des versuchten Mandatskaufs durch Kappel sei unverständlich und unlogisch, da bereits klar gewesen sei, dass Kappel wegen inhaltlicher Differenzen nicht mehr von der FPÖ für die EU-Wahl 2019 aufgestellt werde, unterstrich der FPÖ-Delegationsleiter im Europaparlament, Harald Vilimsky, gegenüber dem ORF. Kappel saß von 2014 bis 2019 für die FPÖ im Europaparlament. Die frühere Abgeordnete zum Wiener Gemeinderat wich aber in vielen Fragen von der Parteilinie ab.

Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigte laut APA unterdessen, dass Kappel nicht als Beschuldigte geführt werde. „Bei der Behauptung, dass die FPÖ bzw. der Parlamentsklub für ein EU-Mandat Geld verlangt bzw. erhalten haben, handelt es sich um eine dreiste Lüge, die rechtliche Folgen haben wird“, teilte FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker per Aussendung mit.

Auch Straches Anwalt weist Vorwürfe zurück

Zuvor hatte der „Standard“ (Samstag-Ausgabe) berichtet, dass jener bulgarische Unternehmer, der Kappel Ende 2018 insgesamt 55.000 Euro übergeben hatte, die diese in den FPÖ-Parlamentsklub brachte, Kappel ein Darlehen über 100.000 Euro gegeben haben soll. Kappel habe ihm gesagt, Heinz-Christian Strache wolle das Geld, damit sie wieder ins EU-Parlament komme. Der Rechtsanwalt Straches wies die Vorwürfe zurück.

EU

Das Insektizid Chlorpyrifos gilt als höchst giftig. Es steht unter dem Verdacht, Gehirne und Nerven von Embryos zu schädigen. Trotzdem wird es auch in der EU großflächig eingesetzt, unter anderem bei Zitrusfrüchten. Die Zulassung des Mittels, der angeblich eine falsche Studie zugrunde lag, wurde in den vergangenen Jahren trotz herber Kritik mehrfach verlängert. Nun einigte sich die EU aber auf ein Verbot.

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Sport

Rekordmeister KAC hat gestern Abend das Schlagerspiel der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) gegen Leader Red Bull Salzburg dank später Tore noch mit 2:0 gewonnen. Siege gab es auch für die Moser Medical Graz99ers (4:1 über Südtirol) und die Vienna Capitals (3:1 in Innsbruck). Die Liwest Black Wings Linz setzten sich gegen Dornbirn mit 5:4 durch, der VSV unterlag bei Znojmo mit 0:3.

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Wirtschaft

Im Südosten von Mexiko sind die größten Ölvorkommen der vergangenen 30 Jahre entdeckt worden. Das Feld Quesqui im Bundesstaat Tabasco verfügt über bestätigte und mögliche Reserven, die 500 Millionen Barrel (je 159 Liter) Rohöl entsprechen, wie der staatliche Energiekonzern PEMEX gestern (Ortszeit) mitteilte.

In zwei Jahren könnten dort täglich bis zu 100.000 Barrel Öl gefördert werden, sagte Präsident Andres Manuel Lopez Obrador bei einem Rundgang. „Die Ölindustrie ist fundamental für die Entwicklung Mexikos.“

Die mexikanische Regierung hofft, mit der Entdeckung des Ölfeldes eine Trendwende einleiten zu können. Aufgrund fehlender Investitionen in moderne Technik sinkt die Ölproduktion in dem lateinamerikanischen Land seit 14 Jahren stetig. Während 2004 in Mexiko täglich noch 3,4 Millionen Barrel gefördert wurden, waren es zuletzt nur noch 1,7 Millionen Barrel.

Die US-Luftfahrtaufsicht (FAA) will gegen Boeing eine Strafe in Höhe von 3,9 Millionen Dollar (3,5 Millionen Euro) wegen defekter Bauteile in Flugzeugen verhängen. Die Behörde beschuldigt den Hersteller laut Mitteilung vom Freitag, bei 133 Jets Mängel zugelassen zu haben.

Dabei gehe es um die 737-Modellreihe, zu der die nach zwei verheerenden Abstürzen mit Startverboten belegte Max-Serie und der ältere Flugzeugtyp NG (Next Generation) zählen. Boeing habe nicht ausreichend sichergestellt, dass sich Zulieferer an die Qualitätskontrolle halten, so die FAA. Zudem wirft die Aufsicht dem Airbus-Rivalen vor, Flugzeuge trotz Kenntnis von fehlerhaften Teilen zur finalen Zertifizierung der Lufttauglichkeit angemeldet zu haben. Bei den möglichen Mängeln geht es um Slat Tracks, Leitschienen am vorderen Rand der Tragflächen der Jets, die etwa zur Drosselung der Geschwindigkeit bei der Landung genutzt werden.

Boeing hat nun 30 Tage Zeit, die Strafe zu zahlen oder anzufechten. Das Unternehmen räumte in einer Stellungnahme kein Fehlverhalten ein und teilte lediglich mit, sich der Forderung der FAA bewusst zu sein. Boeing arbeite eng mit seinen Kunden zusammen, um die notwendigen Anpassungen an den betroffenen Flugzeugen vorzunehmen.

Wegen der Proteste gegen die geplante Rentenreform der französischen Regierung müssen Reisende in Frankreich auch am Wochenende mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Die staatliche Bahngesellschaft SNCF teilte heute Früh mit, nur 15 Prozent der Vorortzüge würden zirkulieren. Der Nahverkehrsgesellschaft RATP zufolge bleiben zudem neun Metrolinien geschlossen.

Streik in Frankreich
Reuters/Eric Gaillard

Auf den Flughäfen hingegen soll sich die Lage nach Angaben der Flugaufsichtsbehörde DGAC beruhigen. Es könne aber noch zu Verspätungen und Beeinträchtigungen im Flugverkehr kommen.

Aus Protest gegen eine Steuererhöhung auf Kraftstoffe blockierten Lastwagenfahrer unterdessen auch zahlreiche Autobahnen. Lkws blockierten in der Früh etwa Mautzahlstellen auf der A8 in Südfrankreich und der A36 im Osten des Landes, wie der Sender Franceinfo berichtete. Die Gewerkschaft OTRE hatte unter anderem dazu aufgerufen.

Hunderttausende bei Demo am Donnerstag

Für Nachmittag ist in Paris eine Demonstration gegen Arbeitslosigkeit und prekäre Arbeitsverhältnisse geplant, die jedes Jahr am ersten Samstag im Dezember stattfindet. Außerdem wollen Anhänger der „Gelbwesten“-Bewegung erneut auf die Straße gehen.

In Frankreich gehen seit Donnerstag Hunderttausende Menschen gegen die von der Regierung geplante Rentenreform auf die Straße. Am Donnerstag protestierten nach Behördenangaben mehr als 800.000 Demonstranten, die Gewerkschaft CGT zählte 1,5 Millionen Teilnehmer. Zugleich legte ein Generalstreik das öffentliche Leben weitgehend lahm. Die Proteste waren deutlich größer als die gegen Macrons Reformkurs auf dem Höhepunkt der „Gelbwesten“-Krise vor rund einem Jahr.

Trotz der Massenproteste will die Regierung in Paris an ihrer geplanten Rentenreform festhalten. Die neuen Maßnahmen würden jedoch „schrittweise“ und „ohne Härte“ eingeführt, sagte Premierminister Edouard Philippe gestern. Die Regierung werde mit den Gewerkschaften zusammenarbeiten, um ein für alle Branchen geltendes, „gerechteres“ Rentensystem einzuführen, sagte er. Dieses werde an die Stelle der bisher für verschiedene Branchen geltenden 42 Systeme treten. Für Dienstag riefen die Gewerkschaften zu neuen Streiks und Massenprotesten auf.

Chronik

Bei einem Brand nach einer Gasexplosion in einem zwölfstöckigen Wohnhaus in Presov, der drittgrößten slowakischen Stadt, sind nach Feuerwehrangaben mindestens sieben Menschen gestorben und mehr als 40 verletzt worden. Eine weitere Person wurde heute noch vermisst.

Wie die Feuerwehr mitteilte, hatte sich die Explosion gestern kurz nach Mittag in einem der oberen Stockwerke ereignet. Der nachfolgende Brand breitete sich danach rasch aus. Erst in der Früh konnte das Feuer gelöscht werden. Die Zahl der Toten stand auch zu Mittag noch nicht endgültig fest.

Todesursache noch unklar

Ein Feuerwehrsprecher betonte, dass es für die Retter noch zu gefährlich sei, die obersten Stockwerke zu betreten und nach möglichen weiteren Opfern zu suchen. Das Treppenhaus und das Dach waren schon in den ersten Stunden des Brandes eingestürzt, im oberen Teil des Hauses drohten weiterhin Gebäudeteile abzubrechen.

Die slowakische Armee war mit Hubschraubern und Soldaten an der Rettung der Hausbewohner beteiligt. Mehrere Menschen waren auf Balkone und das Dach des brennenden Gebäudes geflüchtet. Sie konnten alle gerettet werden. Ein Mann stürzte jedoch vom Balkon seiner brennenden Wohnung. Die anderen Toten wurden im Inneren des Gebäudes gefunden. Ob sie bei der Explosion ums Leben kamen oder an Rauchgas erstickten, war zunächst nicht bekannt.

Tesla-Chef Elon Musk ist vom Vorwurf der Verleumdung freigesprochen worden. Die Geschworenen in Los Angeles sprachen den Milliardär gestern von dem Vorwurf der Beleidigung frei, den der britische Höhlenforscher Vernon Unsworth gegen ihn erhoben hatte. Unsworths Anwalt Lin Wood hatte zuvor 190 Millionen Dollar (172 Millionen Euro) Schadenersatz von Musk gefordert, weil dieser ihn im Sommer 2018 auf dem Kurznachrichtendienst Twitter unter anderem als „Pädo-Typ“ attackiert hatte.

Musk umarmte seinen Anwalt bei der Urteilsverkündung und sagte anschließend vor Journalisten, sein „Glaube an die Menschheit ist wieder hergestellt“.

Hintergrund war die Rettungsaktion für eine Bubenfußballmannschaft aus einer Höhle in Thailand, an der Unsworth maßgeblich beteiligt war. Der Brite hatte ein von Musk angebotenes Mini-U-Boot zur Rettung der Fußballmannschaft abgelehnt und als „PR-Trick“ bezeichnet. Der 64-Jährige hatte Musk außerdem aufgefordert, sich das U-Boot dorthin zu stecken, „wo es wehtut“. Der Tesla-Chef setzte daraufhin eine Reihe von Twitter-Botschaften ab, darunter der Tweet zu dem „Pädo-Typen“. Musk hat sich mehrfach für die Beleidigung entschuldigt und erklärt, diese nicht wörtlich gemeint zu haben.

Religion

Der designierte Kärntner Bischof Josef Marketz hat sich für die Abschaffung des Zölibats ausgesprochen. Wie Marketz in einem Interview mit der „Kleinen Zeitung“ (Samstag-Ausgabe) weiters sagte, erwarte er eine Entschuldigung des ehemaligen Kärntner Bischofs Alois Schwarz, dessen Amtsführung für Kritik gesorgt hatte.

Schwarz müsse „einsehen, dass manche Dinge bei Menschen anders angekommen sind, als er es erlebt hat“, sagte Marketz. „So ergeht es uns allen immer wieder einmal. Da muss man dann die Größe haben und sich entschuldigen.“ Er wolle Schwarz auch motivieren, die Entschuldigung auszusprechen.

Marketz schließt Erpressbarkeit aus

Dem nunmehrigen St. Pöltner Bischof war vorgeworfen worden, wegen seiner Lebensführung bezüglich Zölibat erpressbar zu sein. „Für die Jetztzeit“ könne er bei sich selbst eine Erpressbarkeit ausschließen, sagte Marketz. Allerdings sei er 64 Jahre alt, „lebe schon ziemlich lange und habe Zuneigung von vielen Menschen, auch von Frauen erfahren. Jeder Mensch hat ein Recht auf Privatsphäre.“

Auf die Frage, ob der Zölibat abgeschafft werden soll, meinte Marketz, dass er sich dafür aussprechen würde: „Nicht so sehr, weil jeder Mann unbedingt eine Frau neben sich braucht. Doch ich sehe die Vereinsamung vieler alter Priester, deren eigene Familie oft nicht mehr da ist.“ Es gebe viele Gründe für die Abschaffung des Zölibats.

Science

Der Sauerstoffverlust der Meere wird zu einer wachsenden Bedrohung für Fischbestände. Das geht aus einem neuen Bericht hervor, den die Weltnaturschutzunion (IUCN) heute in Madrid bei der Weltklimakonferenz vorstellte. Betroffen seien etwa 700 Meeresregionen in aller Welt.

„Das ist möglicherweise das letzte Alarmsignal, das wir von dem unkontrollierten Experiment bekommen, das die Menschheit in den Ozeanen der Welt ausgelöst hat“, sagte Dan Laffoley, einer der Herausgeber des Berichts. Der sinkende Sauerstoffgehalt in den Ozeanen habe in der Hauptsache zwei Gründe. Zum einen die Klimaerwärmung. Heizt sich das Meerwasser auf, enthalte es tendenziell weniger Sauerstoff.

Auch Verschmutzung problematisch

Zum anderen führe eine Verschmutzung der Gewässer mit Nährstoffen etwa aus Fischzuchten und Düngemitteln aus der Landwirtschaft insbesondere in Küstenregionen zu einem starken Algenwachstum. Bei ihrem Abbau verbrauchen sie Sauerstoff. In sauerstoffarmen Gewässern überlebten Mikroben, Quallen und Tintenfische besser als Fische.

Vom Sauerstoffrückgang betroffen sind auch die Ostsee und das Schwarze Meer. „Das sind die größten geschlossenen Meeresökosysteme mit niedrigem Sauerstoffgehalt“, heißt es in dem Bericht. Während es im Schwarzen Meer teils natürliche Gründe gebe, seien in der Ostsee vor allem die Düngemittel und der Klimawandel schuld.

In wärmeren Gewässern vermischten sich sauerstoffreiche und -arme Schichten weniger gut, heißt es in dem Bericht. Thunfische und Haie brauchten wegen ihrer Größe und ihres Energiebedarfs viel Sauerstoff. Sie würden in relativ sauerstoffreiche Schichten in höheren Lagen gezwungen und setzten sich dann der Gefahr aus, gefischt zu werden. Überfischung sei die Folge, so die IUCN.

Kultur

Beethovens „Unvollendete“ wird nun doch noch vollendet: Ein Computerprogramm soll mit Hilfe künstlicher Intelligenz die 10. Sinfonie zu Ende komponieren, die Beethoven im Alter nicht mehr abschließen konnte, wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtete. Seit dem Sommer arbeite ein internationales Team aus Musikwissenschaftlern, Komponisten und Informatikern daran, den Algorithmus so zu trainieren, dass er die fehlenden Passagen im Geiste Beethovens nachkomponiert.

Das Stück soll im Beethoven-Jahr 2020 dann vom Beethoven-Orchester in Bonn uraufgeführt werden. Was dabei herauskommt, weiß noch keiner der Beteiligten. „Der Algorithmus ist unberechenbar, er überrascht uns jeden Tag aufs Neue“, sagte Projektkoordinator Mattias Röder, Direktor des Karajan-Instituts, der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Morgen wird Arnulf Rainer, Österreichs berühmtester lebender Maler, 90 Jahre alt. Für viele ist er der Inbegriff des Übermalers. Sein Werk hat sich aber bis heute stets weiterentwickelt, ohne dass der für Rainer typische, dynamische Strich verlorenging. Mehrere Ausstellungen sind dem in Baden geborenen Künstler derzeit gewidmet.

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Mit seinem Weihnachtsalbum „The Christmas Present“ ist Robbie Williams heute an die Spitze der britischen Charts geklettert – und liegt bei der Zahl seiner Nummer-eins-Soloalben nunmehr gleichauf mit dem bisherigen Rekordhalter Elvis Presley. „Es ist eine unglaubliche Leistung und bedeutet mir mehr als jedes meiner anderen Alben“, sagte Williams.

Robbie Williams
AP/Ian West

Früher habe er solche Erfolge „mit Kokain und Stripperinnen“ gefeiert. Heute sei das anders: „Kann ich bitte einen Döner haben?“, fragte Williams scherzhaft. „The Christmas Present“ ist Williams 13. Soloalbum, das es als Nummer eins auf die britische Hitliste schaffte. Der 1977 gestorbene US-Sänger Presley stand ebenfalls 13-mal an der Spitze der britischen Charts – erstmals 1956 und zuletzt postum 2016, als das Royal Philharmonic Orchestra bekannte Stücke des „King of Rock ’n’ Roll“ neu vertonte.

Beide Künstler teilen sich damit den ersten Platz auf der Liste der meisten erfolgreichen Soloalben. Den Rekord mit den meisten Nummer-eins-Alben als Band halten seit vielen Jahren die Beatles: Sie standen 15-mal an der Spitze der britischen Albumcharts.

Williams stand auch mit seiner früheren Band Take That viermal auf der Nummer eins der Hitparade in Großbritannien. Insgesamt kann der Sänger daher auf 17 Nummer-eins-Alben verweisen. Mehr schafften bisher nur die Beatles-Mitglieder Paul McCartney mit 22 und John Lennon mit 18 Nummer-eins-Alben.

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