Letzte Meldung

Der neue Träger des höchst renommierten Iffland-Rings ist der deutsche Schauspieler Jens Harzer. Das gab Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) heute bekannt.

Der im Februar gestorbene Schweizer Schauspieler Bruno Ganz hatte den 47-Jährigen testamentarisch zu seinem Nachfolger als „würdigstem“ Schauspieler im deutschsprachigen Raum bestimmt.

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Der neue Träger des höchst renommierten Iffland-Rings ist der deutsche Schauspieler Jens Harzer. Das gab Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) heute bekannt.

Der im Februar gestorbene Schweizer Schauspieler Bruno Ganz hatte den 47-Jährigen testamentarisch zu seinem Nachfolger als „würdigstem“ Schauspieler im deutschsprachigen Raum bestimmt.

Ausland

Nach zweitägiger Pause steht die letzte Bastion der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Osten Syriens wieder unter Beschuss. Flugzeuge der internationalen Anti-IS-Koalition bombardierten heute Früh die Positionen der Terrormiliz am Ufer des Euphrat nahe dem Dorf Baghus, wie die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) mitteilten.

Die von Kurden angeführten und von den USA unterstützten SDF belagern seit Monaten die Ortschaft an der irakischen Grenze. Ein SDF-Kommandant sagte, seine Truppen kämpften an mehreren Fronten gegen die Dschihadisten.

In den vergangenen 48 Stunden hatten die SDF-Kämpfer ihre Stellungen im einstigen Lager der Terrormiliz in Baghus gefestigt und zahlreiche verletzte IS-Kämpfer und deren Angehörige abtransportiert. Nach der Einnahme des chaotischen Zeltlagers in Baghus bleibt den IS-Kämpfern nur noch ein schmaler Streifen am Euphrat.

Seit Anfang Jänner haben nach SDF-Angaben mehr als 66.000 Menschen Baghus verlassen, darunter 5.000 IS-Kämpfer, 24.000 Angehörige und 37.000 weitere Zivilisten. Die große Zahl der Menschen in dem Dorf hat die Belagerer überrascht.

Nordkorea zieht sich überraschend aus einem gemeinsamen Verbindungsbüro mit Südkorea an der gemeinsamen Grenze zurück. Nordkorea habe erklärt, der Schritt erfolge auf Anweisung von höchster Stelle, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul heute mit. Südkorea könne seine Angestellten in dem Büro in der grenznahen nordkoreanischen Stadt Kaesong belassen.

Die Gründe für den Rückzug sind unklar. Das Büro diente als wichtiger Kommunikationskanal. Der Schritt erfolgt nach dem Scheitern des Gipfeltreffens Nordkorea – USA Ende Februar in Vietnam. Beide Seiten waren einander in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Nordkoreas nicht nähergekommen.

Die USA hatten zudem gestern erstmals nach dem Gipfel Sanktionen gegen zwei chinesische Reedereien verhängt, die Nordkorea beim Umgehen der internationalen Sanktionen geholfen haben sollen. „Wir machen ausdrücklich klar, dass Reedereien, die mit betrügerischen Taktiken den illegalen Handel mit Nordkorea verschleiern, sich selbst einem großen Risiko aussetzen“, sagte US-Finanzminister Steven Mnuchin.

Nordkorea versucht einem jüngsten Bericht der Vereinten Nationen zufolge weiterhin, die von der Organisation gegen das Land verhängten Sanktionen zu umgehen. Zudem erwägt es die Wiederaufnahme von Atom- und Raketentests, die die UNO-Sanktionen nach sich gezogen haben. Nach dem Rückschlag im Tauwetter mit den USA ab Anfang 2018 bedeutet der Rückzug aus dem Verbindungsbüro nach dem Scheitern des Hanoi-Gipfels nun auch einen Rückschlag für die parallel laufende Annäherung des US-Verbündeten Südkorea mit dem Norden.

Mit zwei Schweigeminuten hat Neuseeland heute der 50 Todesopfer des rechstsextremen Anschlags auf zwei Moscheen in der Stadt Christchurch gedacht. In weiten Teilen des Landes stand von 13.32 bis 13.34 Uhr Ortszeit (1.32 bis 1.34 Uhr MEZ) das Leben still.

Fast genau zu dieser Zeit hatte vor einer Woche ein Attentäter während der Freitagsgebete die erste der beiden Moscheen überfallen. Als mutmaßlicher Täter sitzt ein 28 Jahre alter Rechtsextremist aus Australien in Untersuchungshaft. Ihm droht lebenslange Haft.

Trauerfeier für die Opfer der Anschläge in Christchurch (Neuseeland)
APA/AFP/Marty Melville

Viele Neuseeländerinnen trugen als Zeichen der Solidarität mit den muslimischen Gemeinden ein Kopftuch. Rund um verschiedene Moscheen gab es Menschenketten. Die Trauerzeremonie vor der Al-Nur-Moschee, die mit dem Ruf eines muslimischen Geistlichen zum Gebet begonnen hatte, wurde live in Radio und Fernsehen übertragen. Nächste Woche soll es auch eine nationale Trauerfeier geben.

Sicherheitspersonal bewacht die Trauerfeiern nach den Anschlägen auf Moscheen in Neuseeland
AP/Rick Rycroft

Islamische Staaten beraten über Anschlag

Gestern hatte die Regierung des Pazifikstaats bekanntgegeben, dass halbautomatische Waffen – wie sie der Täter benutzt hatte – ab sofort verboten sind. Von den knapp fünf Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern des Landes sind etwa 50.000 muslimischen Glaubens.

Unterdessen kamen heute auch Außenminister der islamischen Staaten in Istanbul zusammen, um über Konsequenzen aus der Tat zu beraten. Neuseeland versichere den Muslimen, dass sie sich in seinem Land „sicher fühlen“ könnten, sagte Außenminister Winston Peters, der als Beobachter teilnahm. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan rief nach dem Anschlag den Westen auf, mehr gegen Islamfeindlichkeit zu tun.

Für Kritik sorgte zuvor, dass Erdogan auf Kundgebungen vor den türkischen Kommunalwahlen am 31. März wiederholt Ausschnitte aus einem Video zeigte, das der Attentäter während der Tat aufgenommen hatte. Erst gestern ließ Erdogan die Sequenz erneut bei live im Fernsehen übertragenen Kundgebungen in Eskisehir und Kütahya auf einer Großleinwand neben der Bühne zeigen.

Im Prozess um die Versendung von Briefbomben an Kritiker von US-Präsident Donald Trump hat der Angeklagte seine Taten gestanden. Der im vergangenen Oktober festgenommene 57-jährige Trump-Anhänger Cesar Sayoc bekannte sich gestern vor einem Gericht in New York in 65 Anklagepunkten schuldig.

Zugleich entschuldigte er sich dafür, insgesamt 16 Briefe mit Sprengsätzen an prominente Kritikerinnen und Kritiker des Präsidenten verschickt zu haben. Bei der Urteilsverkündung im September droht ihm lebenslange Haft.

Der frühere Manager eines Stripclubs und mehrfach vorbestrafte Sayoc war nach tagelanger Großfahndung am 26.Oktober im Bundesstaat Florida gefasst worden, wo er in einem Lieferwagen voller Pro-Trump-Aufkleber lebte.

Zu den Adressaten der potenziell gefährlichen Sendungen gehörten der frühere Präsident Barack Obama, Ex-Vizepräsident Joe Biden, die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, der Fernsehsender CNN, der Multimilliardär George Soros und der Schauspieler Robert De Niro.

Die Briefbomben sowie der Anschlag auf eine Synagoge in Pittsburgh mit elf Todesopfern hatten kurz vor den Kongress- und Gouverneurswahlen am 6. November die Diskussion über Trumps aggressive Rhetorik angeheizt. Viele Kritiker werfen dem Präsidenten vor, den Boden für politische Gewalt zu bereiten.

Das marokkanische Model, das Zeugin in einem Prozess gegen Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi war und am 1. März in einem Mailänder Krankenhaus gestorben ist, ist nicht mit radioaktiven Substanzen vergiftet worden, wie die Ermittler anfangs vermutet hatten. Keine radioaktiven Spuren wurden in den Nieren und der Leber der 33-jährigen Imane Fadil entdeckt, ergab eine Biopsie.

Imane Fadil
APA/AFP/Olivier Morin

Wie die Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ gestern berichtete, wurde die Biopsie von Experten der Staatlichen Universität in Mailand durchgeführt. Eine Obduktion soll jetzt die Todesursache klären. Nicht ausgeschlossen wird, dass Fadil mit anderen Substanzen vergiftet wurde. Im Blut wurden hohe Metallwerte entdeckt.

Verdacht der Vergiftung geäußert

Die Frau hatte einen Monat lang in einer Mailänder Klinik mit schweren Magenschmerzen gegen den Tod gekämpft. Im Gespräch mit Angehörigen und ihrem Rechtsanwalt hatte Fadil den Verdacht geäußert, sie sei vergiftet worden. Das Model war dabei, ein Buch über die Hintergründe des „Bunga-Bunga“-Skandals zu schreiben, in den Berlusconi verwickelt war.

Die Ärzte der Klinik Humanitas, in der die gestorben ist, konnten keine klare Todesursache angeben. Sie wurden von den Mailänder Staatsanwälten befragt. Fadil hatte 2012 bei einem Prozess gegen Berlusconi ausgesagt, der mit dem Freispruch des Mailänder Großunternehmers endete. Sie hatte über die Abende mit jungen Frauen berichtet, die Berlusconi in seiner Mailänder Residenz in Arcore organisierte. Gegen Berlusconi läuft zurzeit noch ein Prozess wegen Zeugenbestechung.

Nachdem der chinesische Staatschef Xi Jinping gestern Abend seinen dreitägigen Italien-Aufenthalt begonnen hat, verteidigt der italienische Premier Giuseppe Conte Italiens Pläne, eine Absichtserklärung mit China in Sachen der umstrittenen Initiative „Neue Seidenstraße“ zu unterzeichnen, vor Kritik aus Europa.

„Auf wirtschaftlicher Ebene sind wir daran interessiert, die großen Chancen des riesigen chinesischen Marktes zu nutzen, ebenso wie bilaterale Investitionen. Dabei müssen wir in der Lage sein, eine Zusammenarbeit mit Peking auf der Basis der Gleichberechtigung aufzubauen – ohne auch nur einen Schritt von unseren eigenen Werten und Prinzipien abzuweichen“, so Conte in einem Beitrag, der heute von der deutschen Tageszeitung „Die Welt“ veröffentlicht wurde.

Xi wird am Vormittag in Rom vom italienischen Präsidenten Sergio Mattarella empfangen. Am Abend ist ein Staatsdiner im Quirinalspalast geplant. Im Anschluss gibt es ein Konzert, bei dem auch der Startenor Andrea Bocelli auftreten soll. Morgen wollen italienische Regierungsvertreter eine Absichtserklärung unterschreiben, mit der sie Pekings umstrittene Initiative einer „Neuen Seidenstraße“ formell Unterstützung zusagen.

China will im Rahmen des geostrategischen Vorhabens Milliarden in Häfen, Straßen, Bahnstrecken, Telekomnetze und Flughäfen investieren. So sollen neue Wirtschafts- und Handelskorridore nach Europa, Afrika, nach Lateinamerika und auch innerhalb Asiens entstehen. Große EU-Partner und die USA haben schwerwiegende Bedenken. Sie kritisieren unter anderem mangelnde Transparenz und unfaire Wettbewerbsbedingungen.

Inland

Der Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly hat im Eurofighter-Untersuchungsausschuss gestern immer nur das an Geschäftsverbindungen zum Firmennetzwerk rund um den Eurofighter-Deal zugegeben, was ihm die Abgeordneten jeweils mit Dokumenten belegt nachweisen konnten. In den Eurofighter-Deal mit Österreich sei er nicht involviert gewesen.

„Ich bin ein kleines Würschtel“, sagte er über seine Möglichkeiten, bei einem solchen Geschäft Druck auf politische Entscheidungsträger auszuüben. Auch seine Geschäftsbeziehungen spielte er herunter. Eine solche zur Firma Columbus, über die Vector Aerospace Geld verteilt haben soll, gab es „meines Wissens gar nicht“. Zu Vector selbst meinte er: „Ich kenne mich bis heute noch nicht aus.“

Geld nicht für „Verschleierungen“

Erst als ihm Jetzt-Mandatar Peter Pilz eine unterschriebene Vereinbarung seines Unternehmens MPA Budapest mit Columbus vorlegen konnte, räumte Mensdorff-Pouilly ein, dass diese wohl echt sei. Wofür die betreffenden 100.000 Euro gezahlt worden seien, wisse er 14 Jahre später aber nicht mehr.

Auch die ÖVP konfrontierte Mensdorff-Pouilly damit, dass von der Columbus Geld an seine MPA geflossen sei, er das aber früher bestritten habe. Mensdorff-Pouilly räumte nun ein, dass wohl Geld geflossen sei, wenn es dafür Belege gebe. Er schloss aber aus, „dass es für Verschleierungen von Zahlungen für den Eurofighter war“.

EU

Der EVP-Spitzenkandidat für die Europawahl, Manfred Weber (CSU), hat eine Zusammenarbeit mit rechtspopulistischen Parteien ausgeschlossen. Auf die Frage, ob er eine Zusammenarbeit mit Matteo Salvinis Lega (Italien) und der polnischen nationalkonservativen PiS nach der Europawahl ausschließen würde, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag-Ausgabe): „Vollkommen klar.“

Genauso kämpfe er dafür, „dass rechte Dumpfbacken wie aus der AfD oder der Le-Pen-Partei keine politische Verantwortung bekommen.“ Stattdessen will der Spitzenkandidat der christdemokratischen EVP-Fraktion in der politischen Mitte eine Mehrheit finden. Sein Angebot gelte „all jenen, die Europa voranbringen wollen, also auch den Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen“, sagte er der Zeitung.

Die Staats- und Regierungschefs der EU haben heute in Brüssel ihren Gipfel fortgesetzt. Erster Tagesordnungspunkt war ein Treffen mit den Regierungschefs der drei Länder, die im Rahmen des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) eng an die EU angebunden sind: Island, Liechtenstein und Norwegen. In diesen Ländern gelten die EU-Rechtsvorschriften. Der EWR wird in diesem Jahr 25 Jahre alt.

In der Arbeitssitzung des Gipfels ist danach ein Gedankenaustausch zum Verhältnis der EU mit China vorgesehen. Dieser soll den EU-China-Gipfel am 9. April vorbereiten. Weitere Themen sind die wirtschaftliche Entwicklung und der Kampf gegen politische Manipulationsversuche im Internet vor der Europawahl im Mai.

Das Verhältnis zu China war schon am Vorabend auf dem Programm gestanden, wurde aber wegen der langwierigen Brexit-Beratungen verschoben. Wichtigstes Ergebnis des ersten Gipfeltags war die Verschiebung des britischen EU-Austritts.

Das Umfeld der Vizepräsidentin der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Barbara Kolm, ist laut einem Medienbericht Großspender für die Europafraktion Allianz der Konservativen und Reformer (AKRE/ACRE), zu der britischen Torys und die polnische PiS gehören.

Auf der EU-Liste der Großspenden an Parteien stünden vier Privatpersonen mit Verbindungen zu Kolm, weiters die ihrer Familie gehörende Triple-A Group, berichtete die „Wiener Zeitung“ (Freitag-Ausgabe).

Die anderen Geber auf der bloß 15 Posten umfassenden Liste von Einzelspenden über 12.000 Euro sind große internationale Unternehmen wie Google, Disney, Uber und Bayer, die fast alle die EU-Liberalen (ALDE) mit Spenden bedacht haben – ein Umstand, der zu heftiger Kritik an den Liberalen vor allem in Frankreich führte. LREM, die Regierungspartei von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, ging daraufhin auf Distanz zu ALDE.

Bericht: Kolm schloss Spenden aus Nicht-EU-Ausland aus

Die Privatpersonen auf der EU-Großspenderliste stehen nach Recherchen der „Wiener Zeitung“ alle in Verbindung mit Firmen und Einrichtungen, an denen Kolm beteiligt ist. Die Nationalbank-Vizepräsidentin, die unter anderem im Aufsichtsrat der ÖBB Holding und der ÖBB Infrastruktur AG sitzt, macht sich mit dem Austrian Economic Center und dem Hayek-Institut für wirtschaftsliberale Ideen stark.

Eine der Spenderinnen ist laut „Wiener Zeitung“ die Mutter einer Mitarbeiterin dieser zwei Institute; zwei weitere sind Rechnungsprüferinnen des Centers; der vierte Spender ist ein Mitarbeiter von Triple-A. Kolm schloss gegenüber der Zeitung aus, dass Gelder aus dem Nicht-EU-Ausland ihren Weg über Triple-A zu ACRE gefunden haben. Parteispenden aus dem Nicht-EU-Ausland sind nach EU-Recht verboten.

„Wiener Zeitung“ bezieht sich auf Reimon

Die „Wiener Zeitung“ bezog sich auch auf eine Mitteilung des grünen EU-Abgeordneten Michel Reimon, der auf die österreichischen Zuwendungen an die „EU-feindliche ACRE“ hingewiesen hatte. Zu der Allianz der Konservativen und Reformer in Europa gehören unter anderem die britischen Konservativen und die polnische Regierungspartei PiS.

Es sei unklar, warum Privatpersonen aus Österreich eine europäische Partei mit Großspenden bedacht hätten, in der nicht einmal österreichische Parteien sitzen, so das Blatt. Kolm sagte der Zeitung auf Anfrage: „Es geht darum, dass man dort eine Debatte über freie Märkte und ein offenes Europa unterstützt.“ Sie selbst sei an die Spender in ihrem Umfeld auf Bitten von ACRE herangetreten. „Es ist ja nichts Ehrenrühriges daran, wenn man etwas spendet.“

Sport

Wirtschaft

Eine Fusion der Deutschen Bank und der Commerzbank könnte laut „Bild“ die Schließung von 500 Filialen bedeuten. Im Falle einer Fusion würden die Kosten deutlich gesenkt, weil beide Institute rund jede dritte Filiale einsparen könnten, zitierte die Zeitung heute Kreise beider Banken. Die Commerzbank hat derzeit über tausend Filialen, die Deutsche Bank rund 530.

Gewerkschaften fürchten den Abbau von bis zu 30.000 Stellen bei einer Fusion. Die beiden Geldinstitute hatten am Sonntag erklärt, „ergebnisoffene Gespräche über einen eventuellen Zusammenschluss aufzunehmen“. Die Sondierungsgespräche würden „eine Weile brauchen“, hieß es vonseiten der Deutschen Bank. Eine Gewähr, dass es zu einer Transaktion komme, gebe es nicht.

Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte im vergangenen Jahr geklagt, deutsche Banken hätten nicht mehr die „Größenordnung und die Globalität“, die notwendig sei, um Unternehmen bei ihren Geschäften weltweit zu begleiten. Der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, warnte indes in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, die Politik müsse sich „raushalten“. Wichtig sei bei der möglichen Fusion, ein sinnvolles Geschäftsmodell zu entwickeln und „strikt auf Synergien zu achten“. Eine neue Bank sollte besonders solide sein.

Der US-Autobauer Tesla hat offenbar erhebliche Lieferschwierigkeiten. Die Website „Business Insider“ zitierte gestern aus einer E-Mail von Firmenchef Elon Musk an Angestellte, in der er sie zur Hilfe bei der Bewältigung der aktuellen „Auslieferungswelle“ auffordert. Tesla hatte im Februar begonnen, das Model 3 auch in China und Europa auszuliefern.

„Dies ist die größte Welle in der Geschichte von Tesla“, zitierte die Nachrichtenseite aus der Mail. „Bitte betrachtet es in den letzten zehn Tagen dieses Quartals als eure oberste Dringlichkeit, bei der Auslieferung der Fahrzeuge zu helfen. Das gilt für jeden.“ Musk soll sogar Freiwillige gesucht haben, um Tesla-Autos in Häfen zu fahren, wo sie verschifft werden können.

Der Mail zufolge ist die Nachfrage in China und in Europa riesig. In Europa verschärfe sich die Lage noch bei Lieferschwierigkeiten von Zulieferern. Tesla produziert derzeit nur in einem Werk in Kalifornien. Ziel in diesem Jahr ist die Fertigstellung und Auslieferung von 400.000 Autos. Mitte März kündigte Musk ein SUV an, das Model Y, das ab Ende 2020 ausgeliefert werden soll.

Im vergangenen Jahr war die Produktion weit geringer als geplant. Immer wieder musste Tesla das selbstgesteckte Ziel von 5.000 produzierten Autos pro Woche zurückstellen.

Chronik

Nach einer schweren Explosion in einem Chemiepark in Ostchina ist die Zahl der Opfer deutlich gestiegen: 47 Menschen kamen gestern bei dem Unglück in der Stadt Yancheng (Provinz Jiangsu) ums Leben, 90 Menschen wurden schwer verletzt, von denen sich 32 in einem kritischen Zustand befinden. Das teilte die Lokalregierung von Yancheng heute mit.

Rauchwolken steigen nach der Explosion in der Chemiefabrik in Xiangshui (China)
Reuters

Die Druckwelle der Explosion in einem Chemiepark der Stadt beschädigte auch Hausfassaden in der Umgebung und zerstörte zahlreiche Fenster, wie auf Videoaufnahmen des Unglücks zu erkennen ist. Über 640 Menschen zogen sich nach Behördenangaben Schnittwunden und andere Verletzungen zu und begaben sich zur Behandlung in Krankenhäuser.

Zahlreiche Autos, Wohnhäuser und andere Gebäude seien durch die Wucht der Explosion teilweise noch einige Kilometer entfernt von der Unglücksstelle beschädigt worden. Rettungskräfte brachten Tausende Menschen umliegender Dörfer in Sicherheit.

Verwüstung nach der Explosion einer Chemiefabrik in China
AP/Xinhua/Ji Chunpeng

Mehrere Schulen und Kindergärten um die Unglücksstelle blieben geschlossen. Behörden testeten die Luft- und Wasserqualität in der Umgebung auf mögliche Belastungen. Ausgelöst wurde die Explosion durch ein Feuer in einer Chemiefabrik der Firma Jiangsu Tianjiayi, die nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua hauptsächlich Pestizide herstellt und 195 Menschen beschäftigte.

Einen Tag nach dem schweren Fährunglück im Irak haben Rettungskräfte die Suche nach möglichen Opfern fortgesetzt. Die Behörden in der nordirakischen Provinz Ninive sprechen inzwischen von mehr als 100 Menschen, die bei dem Unglück auf dem Fluss Tigris nördlich von Mossul ertrunken seien. Rettungskräfte zogen nach Angaben von Augenzeugen Körper aus dem Fluss und übergaben sie an Angehörige.

Die Fähre war gestern nördlich von Mossul gekentert. Das Unglück ereignete sich nahe der bei Reisenden beliebten Insel Umm al-Rabiain. Die Fähre sei nach Ansicht vieler Angehöriger vollkommen überladen gewesen.

Die Menschen im Nordirak feierten das kurdische Neujahrsfest, als die Fähre sank. Die Ermittlungen dauerten an, ein irakischer Gericht stellte elf Haftbefehle aus. Aufgrund anhaltender Regenfälle in letzter Zeit ist der Tigris stark angeschwollen.

Nach einem Aufruf in Sozialen Netzwerken ist es auf dem Berliner Alexanderplatz zu einer Massenschlägerei gekommen. „Am frühen Donnerstagabend versammelten sich auf dem Platz rund 400 Leute“, sagte ein Sprecher der Polizei heute. Die meisten von ihnen waren nach den Angaben Jugendliche oder junge Erwachsene.

MassenschlŠgerei auf Berliner Alexanderplatz
APA/dpa/Monika Wendel

Später gerieten etwa 50 von ihnen in Streit und gingen mit Faustschlägen, Fußtritten und Pfefferspray aufeinander los. Die Beamten nahmen neun Menschen vorläufig fest. Die Polizei war mit rund 100 Beamten im Einsatz und versuchte, die Jugendlichen zu trennen. „Dabei setzten die Beamten auch Reizgas ein“, sagte der Sprecher weiter. Eine Polizistin wurde verletzt.

Medien: Streit zwischen rivalisierenden YouTubern vermutet

Außerdem versuchten die Jugendlichen nach den Angaben, einen Beamten in die Menge zu ziehen. Etwas später zerstreuten sich die Menschen. „Etwa 20 von ihnen rannten in den U-Bahnhof und sprangen ins Gleisbett, wo sie sich mit Schottersteinen bewarfen“, sagte der Polizeisprecher. Hintergrund könnte laut Medienberichten ein Streit zwischen rivalisierenden YouTubern sein. Die Polizei ermittelt noch.

Der Alexanderplatz zählt zu den sieben Kriminalitätsbrennpunkten in Berlin, an denen die Polizei besonders präsent ist.

Religion

Kultur

Sebastian Brameshuber entführt die Zuseher in eine Welt, über die man schon immer mehr wissen wollte: das Reich der Afrikaner, die kleine laminierte Zetterl an Autos stecken. Seine Doku mit gescripteten Elementen, die gar kein „echter“ Spielfilm sein will, auch wenn sie bei der Diagonale als solcher firmiert, ist sehenswert, nicht nur, aber auch, weil sie die Neugier befriedigt.

Mehr dazu in news.ORF.at/Diagonale

IT

EU-Justizkommissarin Vera Jourova hat dazu aufgerufen, Facebook zu verlassen. „Ich wünschte, dass andere meinem Beispiel folgen würden“, sagte sie der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Freitag-Ausgaben) einem Vorabbericht zufolge.

Jourova habe ihr Nutzerkonto 2015 gelöscht. „Wir sollten uns die Freiheit bewahren, wie weit wir uns dieser permanenten öffentlichen Kommunikation aussetzen“, sagte sie. „Das gilt auch für Politiker.“ Jourova kündigte „größeren Druck und einige gesetzliche Auflagen“ für Facebook und andere Plattformen an.

Science

Leute

Kurz vor dem Start der finalen Staffel der Kultserie „Game of Thrones“ hat Daenerys-Targaryen-Darstellerin Emilia Clarke in einem persönlichen Essay öffentlich gemacht, dass sie zwei lebensbedrohliche Aneurysmen – eine mit Blut gefüllte Aussackung einer Arterie – im Gehirn überlebt hat.

„Gerade als alle meine Kindheitsträume wahr wurden, hätte ich fast meinen Verstand und mein Leben verloren“, schreibt die 32-jährige in einem Essay für den „New Yorker“.

Erstes Aneurysma mit 24 Jahren

Das erste Aneurysma habe sie kurz nach dem Drehende der ersten Staffel von „Game of Thrones“ während eines Fitnesstrainings erlitten. Eine Frau habe damals die Rettung alarmiert, im Krankenhaus sei sie notoperiert worden. Clarke war damals 24 Jahre alt. Zwei Jahre später, kurz nach der dritten Staffel, musste sie aufgrund eines zweiten Aneurysmas operiert werden.

Doch bei der Operation habe es Komplikationen gegeben, und der Heilungsprozess sei schwierig gewesen. Sie habe unter extremen Schmerzen sowie Sprach- und Erinnerungsproblemen gelitten. „Ich bin eine Schauspielerin, ich muss meinen Text kennen. Damals konnte ich mich nicht an meinen Namen erinnern“, so Clarke.

„Überzeugt, dass ich nicht überleben werde“

Die Dreharbeiten und die öffentlichen Auftritte nach den Operationen seien schwierig gewesen. Sie habe sich oft benebelt gefühlt, starke Schmerzmittel gebraucht und große Angst vor dem Tod gehabt, so Clarke. Nach der zweiten Operation habe sie unter Panikattacken gelitten. „All das noch einmal zu erleben hat meine Hoffnung verschwinden lassen. Ich war überzeugt davon, dass ich nicht überleben werde.“

Heute sei sie vollständig genesen und unterstütze eine Organisation namens SameYou, die sich für Menschen mit Schlaganfällen und Gehirnschäden einsetze. Es sei ein „unglaubliches Glück“, dass sie das Ende von „Game of Thrones“ erleben könne. „Ich bin glücklich, das Ende dieser Geschichte zu kennen, und was immer als Nächstes kommt“. Die achte und letzte Staffel der Serie „Game of Thrones“ hat am 14. April auf dem US-Sender HBO Premiere.

Diagonale