Ausland

Erstmals hat ein iranischer General im Zusammenhang mit den anhaltenden systemkritischen Protesten in dem Land von vielen Todesopfern gesprochen. General Amir-Ali Hadschisadeh, der Kommandant der Luft- und Raumfahrtabteilung der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC), sprach in einer Rede von mindestens 300 Toten, wie ein Video des Onlineportals Tabnak heute zeigte. Er erwähnte dabei auch Märtyrer – gemeint sind damit getötete Sicherheitskräfte und Polizisten.

Die Revolutionsgarden sind im Iran die Eliteeinheit der Streitkräfte und wichtiger als das klassische Militär. Bisher hatten vor allem Menschenrechtler die Zahl der Todesopfer dokumentiert. Die in den USA ansässige Organisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) etwa ging in einer jüngsten Schätzung infolge der Niederschlagung der Proteste von mindestens 450 getöteten Demonstranten aus, darunter sollen auch 64 Kinder sein. Außerdem sollen 60 Sicherheitskräfte ums Leben gekommen sein.

Kommandant Hadschisadeh machte erneut Feinde des Iran für die Proteste verantwortlich. Neben den USA nannte er auch Deutschland und Frankreich. Bereits in den vergangenen Wochen hatten Militär und Politik die Schuld auf das Ausland geschoben. Beobachter sehen darin den Versuch, von den eigentlichen Ursachen der Proteste abzulenken.

Auslöser der Massenproteste gegen das System der Islamischen Republik war der Tod der iranischen Kurdin Mahsa Amini Mitte September. Sie starb in Polizeigewahrsam, nachdem sie wegen Verstoßes gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verhaftet worden war.

Das US-Verteidigungsministerium hat den geplanten Verkauf von Raketen im Wert von 323 Millionen Dollar (rund 319 Mio. Euro) an den NATO-Beitrittsbewerber Finnland angekündigt. Der Verkauf werde die finnischen „Luft-Luft- und Luft-Boden-Waffenfähigkeiten verbessern und sich positiv auf die US-Beziehungen zu den Ländern der nordischen Region auswirken“, erklärte das Pentagon gestern.

Es sei eine Verkaufsgenehmigung für taktische Raketen der Typen AIM 9X und AGM-154 an Finnland erteilt worden. Der Verkauf werde „die Außenpolitik und die nationale Sicherheit der USA unterstützen, indem er die Sicherheit eines vertrauenswürdigen Partners“ verbessere, der eine „wichtige Kraft für politische Stabilität und wirtschaftlichen Fortschritt in Europa“ sei, hieß es weiter.

Das US-Außenministerium hat dem möglichen Verkauf bereits zugestimmt, die Defense Security Cooperation Agency (DSCA) übermittelte am Mittwoch die erforderliche Mitteilung an den US-Kongress. Dieser muss dem Geschäft noch zustimmen.

Die Ankündigung des Waffenverkaufs erfolgt mehr als neun Monate nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine. Der russische Angriffskrieg hatte sowohl Finnland als auch Schweden dazu veranlasst, mit ihrer jahrzehntelangen Tradition der militärischen Bündnisneutralität zu brechen und einen Antrag auf NATO-Mitgliedschaft zu stellen.

Russland hat die mit Spannung erwarteten Rüstungskontrollgespräche mit den USA verschoben. „Die Sitzung des bilateralen Koordinierungsausschusses zum russisch-amerikanischen START-Abkommen“ werde „nicht zu den angegebenen Terminen stattfinden“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums der staatlichen Nachrichtenagentur TASS.

Die Gespräche würden auf ein späteres Datum verschoben. Weitere Einzelheiten nannte der Sprecher nicht. Die ursprünglich zwischen dem 29. November und dem 6. Dezember in Kairo geplanten Gespräche sollten trotz der Spannungen hinsichtlich des Ukraine-Konflikts stattfinden.

Die USA hatten im November erklärt, sie erwarteten ein baldiges Treffen mit Russland, um die mögliche Wiederaufnahme von Inspektionen im Rahmen von New START, einem wichtigen nuklearen Abrüstungsvertrag zwischen den beiden Ländern, zu besprechen.

Moskau habe keinen Grund für die Absage des Treffens in Kairo genannt, sagte der nationale Sicherheitssprecher des Weißen Hauses, John Kirby. „Wir würden es gerne sehen, wenn es so schnell wie möglich wieder in den Zeitplan aufgenommen wird“, fügte er hinzu.

Die USA haben sich dem Schutz der gleichgeschlechtlichen Ehe per Bundesgesetz einen großen Schritt genähert. Heute will der Senat über einen Entwurf abstimmen, der gleichgeschlechtliche Ehen in einem Gesetz verankert. Der Senat hatte den Entwurf gestern auf die Zielgerade gebracht.

Bei einer Probeabstimmung stimmten außerdem ausreichend Republikaner mit den demokratischen Senatoren, um das Gesetz zu verabschieden. Die Demokraten von Präsident Joe Biden sind in der Kongresskammer auf Unterstützung aus dem Lager der Republikaner angewiesen. Sollte der Senat dem Gesetzesvorhaben zustimmen, wäre das ein großer Sieg für die Demokraten.

Außerdem muss das Repräsentantenhaus wegen Änderungen im Gesetzestext noch einmal über den Entwurf abstimmen. Die Kammer hatte eigentlich bereits im Sommer mit überparteilicher Mehrheit für den Text votiert. Sollten die Abgeordneten dort noch einmal zustimmen, was sehr wahrscheinlich ist, kann Biden das Gesetz unterzeichnen.

Demokraten noch in der Mehrheit

Seine Demokraten halten noch bis Jahresende die Mehrheit im Abgeordnetenhaus. In der nächsten Legislaturperiode werden aufgrund der Mandatsgewinne bei den jüngsten Zwischenwahlen die Republikaner knapp die Kontrolle über die Kammer haben. Die Demokraten müssen sich entsprechend beeilen, ihnen wichtige Gesetzesvorhaben durchzubringen.

Gleichgeschlechtliche Ehen wurden in den USA durch eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs 2015 legalisiert. Es erklärte ein Gesetz aus dem Jahr 1996 für verfassungswidrig, in dem Ehe als ein Bund zwischen einem Mann und einer Frau festgeschrieben wurde.

Allerdings kamen in diesem Jahr Sorgen auf, als die rechte Mehrheit im Höchstgericht das aus den 1970er Jahren stammende Urteil des Supreme Courts zum Recht auf Abtreibungen rückgängig machte. Einer der Richter, der erzkonservative Jurist Clarence Thomas, stellte die Entscheidung zu gleichgeschlechtlichen Ehen in eine Reihe von Urteilen, die das Gericht noch einmal auf den Prüfstand stellen müsse.

Auch unter dem Eindruck regierungskritischer Proteste in China hat der britische Premierminister Rishi Sunak eine Kursänderung in den Beziehungen mit Peking angekündigt. „Die sogenannte Goldene Ära ist vorbei, zusammen mit der naiven Vorstellung, dass Handel automatisch zu sozialen und politischen Reformen führen würde“, sagte Sunak gestern Abend in seiner ersten außenpolitischen Rede.

="Herausforderung für unsere Werte"==

China stelle eine systemische Herausforderung „für unsere Werte und Interessen“ dar. Diese Herausforderung werde immer größer, je autoritärer China werde, sagte der Regierungschef. Er warnte zugleich vor Rhetorik wie im Kalten Krieg.

„Natürlich können wir Chinas Bedeutung für internationale Fragen, für die globale wirtschaftliche Stabilität oder Fragen wie Klimawandel nicht ignorieren“, sagte Sunak. Gemeinsam mit Verbündeten wie den USA, Kanada, Australien und Japan müsse Großbritannien „diesen sich verschärfenden Wettbewerb“ annehmen.

Will mehr Kooperation mit EU bei Migration

Sunak versprach zudem, die Beziehungen mit der EU neu zu beleben, um Problemen wie Sicherheit und Migration gemeinsam zu begegnen. Allerdings gebe es nach dem Brexit keinen Weg zurück. „Unter meiner Führung werden wir uns niemals EU-Recht anpassen“, sagte Sunak.

Beim WM-Gruppenspiel zwischen Portugal und Uruguay hat ein Flitzer mit einer Pace-Fahne und weiteren politischen Botschaften für Aufsehen gesorgt. Wenige Minuten nach dem Beginn der zweiten Halbzeit rannte gestern im Lusail-Stadion in Katar ein Zuschauer mit einer bunten Fahne über den Rasen, konnte aber schnell von Ordnern gestoppt werden.

Schiedsrichter Aliresa Faghani hob die Fahne auf und brachte sie vom Spielfeld weg. „Ich hoffe, dass dem Burschen nichts passiert“, sagte Portugals Spieler Ruben Neves nach dem Spiel. „Wir alle haben seine Botschaft verstanden, die ganze Welt.“

Flitzer mit Regenbogenflagge
IMAGO/PA Images/Martin Rickett

Flagge und T-Shirt mit politischer Botschaft

Auf dem Superman-Shirt des Flitzers stand vorne auf der Brust „Save Ukraine“ und auf dem Rücken „Respect for Iranian Women“. Auf der Fahne in Regenbogenfarben stand das Wort „Pace“ (ital. für Frieden).

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem Mann um einen Italiener, der selbst bei Clubs in seiner Heimat, in Indien und Jordanien höherklassig Fußball spielte. Er sei bereits mehrfach bei internationalen Wettbewerben wie den Weltmeisterschaften 2010 und 2014, in der Champions League und der italienischen Serie A als Flitzer in Erscheinung getreten.

Umstrittene Weltmeisterschaft

Das Turnier in Katar ist vor allem wegen der Lage der Menschenrechte in dem Golfemirat das umstrittenste in der Geschichte der Fußballweltmeisterschaften. Unter anderem ist Homosexualität unter Strafe gestellt.

Die Kapitäne von sieben europäischen Mannschaften hatten beabsichtigt, vielfarbige „One Love“-Armbinden gegen Diskriminierung während des Turniers zu tragen. Nach der Androhung von Sanktionen durch den Weltfußballverband (FIFA) sahen die nationalen Verbände jedoch davon ab.

Mehrere Fans beschwerten sich zu Anfang der WM, sie seien aufgefordert worden, Kleidung mit Regenbogenfarben auszuziehen.

Fan aus Stadion eskortiert

Zuletzt hatte die Stadionsecurity vor wenigen Tagen vor Beginn des Fußball-WM-Spiels Wales – Iran im Ahmad-bin-Ali-Stadion in al-Rayyan einen Fan aus dem Stadion eskortiert, weil er auf einem Shirt Unterstützung für die Protestierenden gegen die Regierung im Iran gefordert hatte. Laut Augenzeugen trug der Mann ein Shirt mit der Parole der Antiregierungsproteste „Frauen, Leben, Freiheit“.

Warum der Fan tatsächlich aus dem Stadion geführt wurde, war unklar. Die Pressebeauftragten für die FIFA im Stadion beantworteten eine Anfrage zunächst nicht, eine Stellungnahme des Stadionsmanagers wurde für später angekündigt.

Ein Sprecher des Organisationskomitees verwies auf die Liste der in den Stadien verbotenen Gegenstände und Symbole, machte aber keine Angaben, welches verbotene Symbol der Fan gezeigt hatte. Die Regeln verbannen Symbole mit „politischen, beleidigenden oder diskriminierenden Botschaften“.

Ukraine-Krieg

Nach schweren Niederlagen im Krieg gegen die Ukraine ist Russland nach britischer Einschätzung von seinem militärisch-taktischen Grundkonzept abgerückt. In den vergangenen drei Monaten seien die russischen Kräfte in der Ukraine größtenteils nicht mehr als taktische Bataillonsgruppen (BTG) aufgetreten, teilte das Verteidigungsministerium in London heute unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit.

Die hochintensiven Kämpfe auf weiter Fläche hätten mehrere Fehler des Konzepts offengelegt. „Die relativ geringe Zuteilung von Infanterie an die BTG hat sich oft als unzureichend erwiesen.“ Zudem habe es die dezentrale Verteilung von Artillerie Russland nicht ermöglicht, seinen Mengenvorteil bei dieser wichtigen Waffe auszuschöpfen. Nur wenige Kommandeure hätten die Erlaubnis, das Modell flexibel zu nutzen, hieß es in London.

Das BTG-Konzept ist ein zentraler Pfeiler der russischen Militärdoktrin der vergangenen Jahre. Dabei wird jeder taktische Verband sowohl mit Infanterie als auch mit Flugabwehr, Artillerie sowie Logistik- und Aufklärungseinheiten ausgestattet. Das soll den Einheiten ermöglichen, selbstständig mit mehreren Waffengattungen zu kämpfen.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine Ende Februar unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine Desinformationskampagne vor.

Die Außenminister der 30 NATO-Staaten beraten heute bei einem Treffen in der rumänischen Hauptstadt Bukarest über weitere Unterstützungsmöglichkeiten für die Ukraine. Nach Angaben von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg wird es dabei unter anderem um die Lieferung von nicht letalen Gütern gehen. Damit sind zum Beispiel Winterausrüstung für die Streitkräfte, medizinisches Material und Störsender zur Drohnenabwehr gemeint.

Die Lieferung von tödlichen Waffen und Munition durch die NATO soll wegen des Risikos einer weiteren Eskalation des Konflikts mit Russland weiterhin Sache der einzelnen Mitgliedsstaaten sein.

Langfristig wollen die NATO-Staaten der Ukraine auch dabei helfen, die bisher genutzten Waffensysteme aus Sowjetzeiten durch moderne westliche Systeme nach NATO-Standard zu ersetzen. Die Umrüstung gilt auch als eine Voraussetzung, die die Ukraine erfüllen muss, um nach dem Ende des russischen Angriffskrieges Bündnismitglied werden zu können.

Die zentralukrainische Großstadt Dnipro ist Behördenangaben zufolge in der Nacht auf heute von vier russischen Raketen getroffen worden. Die Produktionsanlagen einer „privaten Firma“ seien schwer beschädigt worden, teilte der Gouverneur des Gebietes Dnipropetrowsk, Walentyn Resnitschenko, auf Telegram mit. Nähere Angaben zu dem Unternehmen machte er nicht.

Es sei ein Brand entstanden, der aber gelöscht worden sei. Niemand sei getötet oder verletzt worden, schrieb Resnitschenko. Auch die weiter südlich gelegene Stadt Nikopol am Dnipro sei beschossen worden.

Inland

Der Ruf nach einer Besserstellung von pflegenden Angehörigen wird in Tirol lauter. Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) steht einer Anstellung pflegender Angehöriger nach dem Vorbild des Burgenlands offen gegenüber. Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) Tirol begrüßt das.

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Der Wiener Patientenanwalt Gerhard Jelinek sieht die Sicherheit der Patientinnen und Patienten in Gefahr. Hauptgrund dafür ist der Personalmangel im medizinischen Bereich, sowohl in den Spitälern als auch im niedergelassenen Bereich. Er spricht von „einer besorgniserregenden Situation“.

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Jeder zweite versuchte Einbruch in Niederösterreich scheitert. Oft sind sichere Fenster und Türen sowie Alarmanlagen der Grund dafür. Das Land startet nun eine Neuauflage der Aktion „Sicheres Wohnen“ und fördert den Einbau von Alarmanlagen und Sicherheitstüren.

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EU

Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten haben sich auf strengere Regeln zum Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern bei Käufen im Internet geeinigt. Ziel ist es, die Produktsicherheit zu erhöhen, indem Produkte mit Sicherheitsmängeln rascher vom Markt zurückgerufen werden.

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Wirtschaft

Der heimische Lebensmittelhandel hat sich auf eine einheitliche Vorgehensweise im Falle eines Blackouts verständigt. Die Versorgung mit Energie und Lebensmitteln sei derzeit zwar gesichert, es sei aber notwendig, im Krisenfall gerüstet zu sein, hieß es von den Ministerien für Energie und Landwirtschaft.

Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) und Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) luden deshalb heute zu einem runden Tisch, an dem Vertreterinnen und Vertreter des Lebensmitteleinzelhandels, der Sozialpartner, der betroffenen Ressorts, des Gemeindebunds und weitere Expertinnen und Experten teilnahmen.

„Der heimische Lebensmitteleinzelhandel steht als systemkritische Infrastruktur in der gesellschaftlichen Verantwortung, für den Ernstfall gerüstet zu sein und die Grundversorgung der Bevölkerung auch im Blackout-Fall sicherstellen zu können“, hieß es in der Aussendung.

Die ersten drei Krisentage

Der Plan sieht vor, dass alle Lebensmittelgeschäfte am ersten Tag eines Blackouts geschlossen bleiben, um notwendige Vorkehrungen zu treffen. Ab dem zweiten Tag sollen von 10.00 bis 15.00 Uhr bei Märkten von Spar, Interspar, Maximarkt, Billa, Penny, ADEG, Sutterlüty, Hofer, Lidl, Nah- und Frisch, Unimarkt und M-Preis Sackerln mit Frischeprodukten ausgegeben werden.

Zusätzlich sollen fertig zusammengestellte Lebensmittel- und Getränkesackerln mit Wasser, haltbarem Brot, Konserven, Fertigprodukten und Kerzen gegen Barzahlung verkauft werden. Babyartikel und Hygieneprodukte soll es auf Wunsch geben. Ausgegeben werden die Sackerln vor den Geschäften, ein Betreten der Geschäfte oder das Selberaussuchen von Produkten werde nicht möglich sein.

Ab dem dritten Tag werden aus Gründen der Lebensmittelsicherheit nur noch trockene Lebensmittel ausgegeben. Wie schon bisher wird der Bevölkerung weiterhin empfohlen, Lebensmittel für 14 Tage auf Vorrat im Haushalt zu halten. Die Nationalbank (OeNB) rät außerdem, Bargeld in der Höhe von rund 100 Euro pro Familienmitglied oder eines doppelten Wocheneinkaufs in kleiner Stückelung zu Hause sicher zu verwahren.

Risiko „in Summe sehr gering“

Das Risiko eines Blackouts sei „in Summe sehr gering“, so das Klimaschutz- und Energieministerium. Auch eine Strommangellage sei unwahrscheinlich, dennoch sei es weiterhin wichtig, Energie zu sparen. „Die Lebensmittelversorgung ist in Österreich derzeit gesichert“, sagte Totschnig.

Nach dem 24-stündigen Warnstreik der Eisenbahner haben die ÖBB heute den Personen- und den Güterverkehr wieder aufgenommen. Das heißt, alle ÖBB-Züge sind laut ÖBB-Sprecherin Julia Krutzler wieder laut Fahrplan in ganz Österreich unterwegs.

Im Laufe des Vormittags könne es im Nahverkehr vereinzelt noch zu kurzen Verspätungen und Zugsausfällen kommen. Der Fernverkehr und der Güterverkehr seien aber bereits wieder planmäßig unterwegs, so Krutzler. Bereits vor Beginn des Streiks hätten sich die ÖBB darauf vorbereitet, den Fahrplan nach dem Streik rasch wieder aufnehmen zu können.

Ergebnislose Gespräche im Rahmen der aktuellen Kollektivvertragsverhandlungen zwischen den Eisenbahnern und den Arbeitgebern hatten zu Wochenbeginn für den Warnstreik gesorgt, der den österreichischen Schienenverkehr lahmlegte.

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Die insolvente Kryptohandelsplattform FTX kann ihre Mitarbeiter wieder bezahlen. „Ich freue mich, dass die FTX-Gruppe … die normalen Barzahlungen von Gehältern und Leistungen an unsere verbleibenden Mitarbeiter weltweit wieder aufnehmen kann“, teilte Konzernchef John Ray gestern mit.

Das umfasse Barzahlungen sowohl für die Zeit vor dem Konkurs als auch für die Zeit danach vorbehaltlich der durch die Anordnungen des Konkursgerichts festgelegten Grenzen.

FTX beantragte am 11. November zusammen mit seiner US-Einheit, dem Kryptohandelsunternehmen Alameda Research, und fast 130 anderen Tochtergesellschaften Insolvenzschutz. Bei FTX soll Insidern zufolge mindestens eine Milliarde Dollar an Kundengeldern verschwunden sein. Die Affäre hat die gesamte Kryptowährungsbranche in Turbulenzen gestürzt.

Im Zuge der FTX-Pleite musste die auf virtuelle Zahlungsmittel spezialisierte US-Bank BlockFi gestern ebenfalls Insolvenzschutz beantragen, da Kryptokreditgeber durch ihr Engagement bei FTX geschädigt worden waren. Die gängigsten Zahlungsmittel Bitcoin und Ethereum brachen im Kurs ein.

Sport

Brasilien hat sich bei der Fußball-WM in Katar vorzeitig fürs Achtelfinale qualifiziert. Die Mannschaft von Teamchef Tite feierte ohne den verletzten Neymar gestern am zweiten Spieltag im Spitzenspiel in der Gruppe G einen 1:0 (0:0)-Erfolg gegen die Schweiz und damit ihren zweiten Sieg. Angesichts von nun sechs Punkten ist Brasilien das Achtelfinal-Ticket nicht mehr zu nehmen. Für den entscheidenden Treffer in einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie sorgte Casemiro in der 83. Minute.

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In Kontiolahti wird heute mit einem Männer-Einzel-Rennen über 20 km die neue Weltcup-Saison eröffnet. Bis Sonntag stehen in Finnland für Frauen und Männer jeweils vier Rennen auf dem Programm. „Das wird extrem zach, aber ich fühle mich körperlich sehr gut“, betonte Felix Leitner vor dem dicht getakteten Start. Unter dem neuen ÖSV-Cheftrainer Vegard Bitnes will der Tiroler wieder näher an die Spitze heranrücken.

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Coronavirus

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 334,7 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Laut AGES wurden 2.993 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet. 21.189 Menschen verstarben bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

883 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, 71 auf Intensivstationen. Eine Unterscheidung in Haupt- und Nebendiagnose ist mit dieser Datenquelle bundesweit nicht möglich.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Umwelt & Klima

Eine der größten Herausforderungen der Energiewende betrifft die Heizung – speziell in Städten wie Wien, wo es viele Altbauten mit Gasthermen gibt. Fachleute haben nun ausgerechnet, dass auch in solchen Städten Heizen flächendeckend ganz ohne Öl und Gas möglich ist – sie könnten dank Sonne, Erde und Grundwasser quasi zu ihrem eigenen Heizkörper werden.

Mehr dazu in science.ORF.at

82 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Politik nicht genug gegen den Bodenverbrauch unternimmt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des market-Instituts im Auftrag des WWF Österreich.

59 Prozent sind außerdem der Ansicht, dass anstatt von Bürgermeistern das Land oder der Bund für Flächenwidmungen zuständig sein sollte. „Gerade kleine Gemeinden sind oft dem Druck von Investoren ausgeliefert“, sagte Simon Pories, Bodenschutzsprecher des WWF Österreich, heute.

Bodenstrategie „viel zu schwach“

Die Pläne des Landwirtschaftsministeriums zur Reform der Bodenstrategie kritisiert der WWF als „viel zu schwach“. „Seit es in Österreich ein offizielles Bodenverbrauchsziel gibt, wird es konsequent verfehlt, ohne jegliche Konsequenzen. Statt weiterer Lippenbekenntnisse müssen Bund und Länder endlich wirksame Maßnahmen setzen, um den Flächenfraß zu bekämpfen“, forderte Pories.

Mit 11,5 Hektar pro Tag liegt der Bodenverbrauch immer noch um das Vierfache über dem offiziellen Nachhaltigkeitsziel des Bundes von 2,5 Hektar. Doch selbst dieses unverbindliche Ziel wird laut einem Entwurf zur Bodenstrategie relativiert.

Wichtigstes Instrument sei eine verbindliche Obergrenze für den Bodenverbrauch, die bei 81 Prozent der Befragten auf Zustimmung stößt. Generell sprechen sich über vier von fünf Befragten für strengere Maßnahmen aus.

Weil Städte und Christkindlmärkte ihre Weihnachtsbeleuchtung heuer angesichts steigender Energiepreise einschränken, wird auch in vielen Privathaushalten die Frage gestellt, ob man sich die gewohnte Lichterpracht noch leisten soll. Entscheidend dabei ist, welche Art von Lichtlein brennt im Advent.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Im Rahmen des „Radmasterplans 2030“ hat die Stadt Innsbruck eine repräsentative Studie zum Thema Verkehrsmittelwahl und Kaufkraft durchführen lassen. Laut der Untersuchung stammen 63 Prozent der Innenstadteinnahmen von Menschen, die mit dem Fahrrad, den öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß unterwegs sind.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Im Kampf gegen die Verschmutzung durch Plastikmüll hat gestern ein fünftägiges Treffen in Uruguay begonnen. Vertreter und Vertreterinnen von knapp 200 Ländern kamen dazu im Badeort Punta del Este in dem südamerikanischen Land zusammen. Ziel ist es, bis 2024 ein rechtsverbindliches Abkommen gegen Plastikmüll zu schließen.

Es wäre das erste globale Abkommen zur Bekämpfung von Plastikverschmutzung. Nach dem derzeit in Uruguay stattfindenden Treffen sind noch vier weitere geplant.

„Wir wissen, dass die Welt stark von Plastik abhängig ist“, sagte Inger Andersen, Chefin des UNO-Umweltprogramms (UNEP). „Eine Plastikkrise ist auch eine Klimakrise.“ Plastik habe einen großen CO2-Fußabdruck und einen großen chemischen Fußabdruck.

Die Grundlage für die Verhandlungen war im März in Kenia gelegt worden. Damals hatten sich die Delegationen aus fast 200 Staaten bei der UNO-Umweltversammlung (UNEA) in Nairobi darauf geeinigt, dass ein zwischenstaatliches Verhandlungskomitee die globale Vereinbarung aushandeln soll.

Die Entscheidung wurde als größter umweltpolitischer Fortschritt seit der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens im Jahr 2015 angesehen.

Medien

Heute ist die neue ORF-Plattform Topos gestartet, die die Bereiche Wissenschaft, Kultur, Religion und Gesellschaft miteinander verbindet – und für das Publikum in jeder Nutzungssituation ein multimedial passendes Angebot präsentiert. Topos, das ein neues, zusätzliches Angebot des ORF im Digitalbereich darstellt, ist über topos.ORF.at zu erreichen und wird fester Bestandteil des Aufmacherbereichs und Kurznachrichtenteils von ORF.at sein.

ORF-Generaldirektor Roland Weißmann verweist auf die strategische Dimension des Projekts: „ORF Topos ist ein wichtiger Beitrag zur Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Kulturauftrags im digitalen Zeitalter und ein weiterer Schritt in der Transformation des ORF zur multimedialen Public-Service-Plattform.“

Screenshot der neuen ORF Topos Homepage
ORF Topos
Die Startseite von topos.ORF.at – im „Light Mode“. Wer vor allem gerne Videos schaut, kann auf den „Dark Mode“ gehen.

Handschlag zwischen digital und linear

Ende Jänner dieses Jahres hatte die KommAustria endgültig grünes Licht für dieses Digitalangebot gegeben, das in kurzer Zeit von der ORF Online und Teletext entwickelt wurde – und das, so verspricht es der Topos-Verantwortliche Gerald Heidegger, „vor allem ein Brückenschlag zwischen digital und linear sein soll, im Sinne unseres Publikums – und im Sinne der Weiterentwicklung unserer Angebotssprachen auf allen Ebenen“.

Alle Berichte von Topos werden multimediale Elemente miteinander verzahnen – gleichzeitig wird neben der Verbindung von Videos, Audios, Grafiken und Animationen auch der Live-Aspekt eine große Rolle spielen. „Für jede Situation das richtige Erzählelement“, lautet das Credo von ORF Topos. Der Vorteil für die Nutzerinnen und Nutzer: Berichte sowie Bewegtbilder und Audios können deutlich länger auf der Plattform dargestellt und damit genutzt werden. „Wir möchten ein Informationsangebot sein ebenso wie eine Wissensmaschine und ein Wissensreservoir“, erinnert Heidegger.

ORF Topos ist ein Angebot, das sich nicht nur thematisch weit zu einem breiten Publikum hin öffnet, sondern überall funktionieren soll – auf verschiedenen Plattformen und Geräten: auf dem Smartphone in der U-Bahn, in der Kaffeepause untertags am PC, auf dem Sofa daheim mit dem Tablet in der Hand, im Web unter topos.ORF.at, auf Instagram – @topos.orf – und mitunter auch im Fernsehen und Radio, selbstredend jeweils plattformadäquat präsentiert. Themen von Topos werden damit auch Teil der linearen Programme sein – und die linearen Programme wiederum Teil von Topos.

Video-Player
ORF
Lesen oder schauen? Das Video scrollt mit

Zeitgenossenschaft, Zeugenschaft

Das Topos-Team bietet gemeinsam mit verschiedenen Abteilungen des ORF gesellschaftliche und kulturelle Reflexion und berichtet laufend über wissenschaftliche Entdeckungen und den Stand der Forschung.

Gerade in den Videobeiträgen stehen dabei die Protagonistinnen und Protagonisten im Vordergrund – sie sprechen für sich selbst. Eine Influencerin etwa erklärt, wie sie gelernt hat, ihren Körper zu akzeptieren, auch wenn er keinen gängigen Insta-Normen entspricht. Eine Rapperin aus der Ukraine zeigt, wie sie den Menschen in Kriegszeiten Mut macht – um selbst nicht durchzudrehen.

Light- oder Dark-Mode wählen
ORF
Light Mode oder Dark Mode: Man darf sich den passenden Hintergrund wählen. Automatisch ist der helle Modus eingestellt.

Neue Erzählsprachen zu entwickeln – und diese sowohl für den digitalen als auch linearen Einsatz zu denken –, ist erklärtes Ziel der Plattform, die mit dem Start redaktionell wie technologische laufend weiterentwickelt werden soll.

Serien sind ein prägender Bestandteil von Topos ab dem Start der Plattform: So beleuchtet die Serie „Straussmania“ ab 1. Dezember in 31 Kapiteln die verschollenen Orte der Populärkultur des 19. Jahrhunderts. Mit dabei die Breite der Musikszene, von den Wiener Philharmonikern über Franui, die Gegenwartskomponistin Johanna Doderer bis zu zahlreichen Expertinnen und Experten aus der Musik und Kulturbranche.

Screenshot der neuen ORF Topos Homepage in Darkmode
ORF Topos
Topos-Navigation im „Dark Mode“

Prominente Serien zum Start

Gestartet wird ORF Topos mit der bereits aus dem Vorjahr bekannten Webserie „Die Doppelte Frau“ (Regie: Beate Thalberg), die in der Verbindung von Zeitgeschichte und Film noir die Nazi-Zeit und den Wiederaufbau Österreichs in den Blick nimmt.

Die gemeinsam mit der TV-Kultur entwickelte Serie „Archive des Schreibens“ ist mit allen bisherigen Folgen fester Bestandteil von ORF Topos und wird heute mit einem neuen Schriftstellerporträt fortgesetzt. Die neue Generation des Schreibens in Österreich soll in dieser Serie für sich selbst sprechen und im Vorfeld des Österreich-Schwerpunktes auf der Buchmesse in Leipzig 2023 einen prominenten Auftrittsort bekommen.

„Die Doppelte Frau“ – Fortsetzung der erfolgreichen Webserie

Kleines Team, große Themen

Ebenso fester Bestandteil von Topos mit breiter Beteiligung quer durch den ORF: „Fünf Fragen an Kulturnerds“, das gemeinsam mit Ö1, FM4 und dem Fernsehen entwickelt wurden und das Format der Kritik auf neue, dynamische Beine stellt. „Wir spüren mit einem kleinen Team neue Themen auf und suchen nach medialen Verknüpfungen für neue Nutzungssituationen“, so der bei Topos für die neuen Formatentwicklungen zuständige Simon Hadler.

Screenshot der ORF Topos Spezialseite „Archive des Schreibens“
ORF Topos

Die Topos-Serien im Überblick

„Die Doppelte Frau“ – Fortsetzung eines kreativen Experiments: Die Webserie im Film-noir-Stil über einen Kriminalfall um ein Salzburger Fotoatelier avancierte im Vorjahr zum Überraschungserfolg in ORF.at und wird nun in ORF Topos fortgesetzt: In drei neuen Episoden kommen weitere Details zur wahren Entstehungsgeschichte bekannter historischer Fotografien der Salzburger Festspiele ans Licht.

Die Erzählung setzt im Jahr 1938 ein und führt bis in die Gegenwart. Klassische Spielszenen, Graphic-Novel-Elemente und Found-Footage-Material werden dabei zu einer filmischen Collage verdichtet. Verena Altenberger leiht Betty Steinhart, einer zentralen Figur der Krimiserie, ihre Stimme, und ORF-Kulturmoderatorin Teresa Vogl tritt erstmals als Schauspielerin und Sängerin in Erscheinung und wagt sich damit auf neues berufliches Terrain. Buch und Regie: Beate Thalberg, Produktion: Glitter & Doom (ab 28. November 2022).

„Straussmania“ – Popkultur des 19. Jahrhunderts: Im Vorfeld des Neujahrskonzerts spürt „Straussmania“ den verschwundenen Orten der Wiener Populärkultur des 19. Jahrhunderts nach, die mit der Musik der Strauss-Dynastie und ihren Zeitgenossen eng verknüpft sind. „Straussmania“ lässt in 31 Episoden jene Spielorte wiederaufleben, an denen sich einst Tausende Menschen den Hits ihrer Zeit hingaben. Beim Lokalaugenschein im Prater und dem Areal der „Neuen Welt“, einem einst beliebten Vergnügungsetablissement im Westen Wiens, kommt es u. a. zu Begegnungen mit dem Ensemble Wien, der Musikbanda Franui, dem jungen Stargeiger Yury Revich und Volksoperndirektorin Lotte de Beer (ab 1. Dezember 2022).

„Archive des Schreibens“ – Texte einer neuen Generation: Die Reihe „Archive des Schreibens“ bietet jungen Stimmen der heimischen Literaturszene eine Bühne: Bis zum Österreich-Schwerpunkt bei der Leipziger Buchmesse im April 2023 entstehen persönliche Charakterstudien aufstrebender Autorinnen und Autoren, die sich selbst der Welt vorstellen und diese zugleich reflektieren, ohne dass jemand ihr kreatives Schaffen und ihre jeweiligen Positionen von außen kommentiert.

So entstehen literarische Selbstporträts und weitsichtige Gesellschaftspanoramen, die Innenschau und Ausblick zugleich bieten. Wie wird aus einer Idee ein Buch? Nach welchen Gesetzen funktioniert die Literaturwelt? Und welchen Beitrag kann die Kunst zur Lösung aktueller Krisen leisten? Diesen und anderen Fragen widmen sich Olga Flor, Xaver Bayer, Elias Hirschl, Reinhard Kaiser-Mühlecker, Anna Baar, Robert Prosser, Teresa Präauer und Michael Stavaric.

IT

Eine Klage gegen Google wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens beim App-Store Google Play darf zu einer Sammelklage erweitert werden. Ein US-Richter sah die hierfür notwendigen Voraussetzungen gestern als gegeben.

Die Kläger werfen Google vor, Nutzer des Smartphone-Betriebssystems Android unter anderem mit irreführenden Warnungen davon abzuhalten, Software aus anderen Quellen als dem Play Store herunterzuladen.

Daher hätten diese zu viel für Programme gezahlt. Der Schaden belaufe sich auf 4,7 Milliarden Dollar. Google teilte mit, die Entscheidung und die sich daraus ergebenden Optionen prüfen zu wollen. Google verlangt von Softwareentwicklern Umsatzbeteiligungen für Programme, die diese über den Play-Store anbieten.

Chronik

Am Landesgericht Klagenfurt startet heute ein ungewöhnlicher Zivilgerichtsprozess. Nach dem tödlichen Unglück an der Mittelstation im April 2019, bei dem ein Mitarbeiter bei Wartungsarbeiten ums Leben kam, fordern die Goldeck-Bergbahnen von der Republik Österreich 1,2 Millionen Euro Schadenersatz.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Der Salzburger Notarzthubschrauber Christophorus 6 steuert in diesem Jahr auf einen neuen Rekord zu. 2022 flogen die ÖAMTC-Crews auf dieser Maschine bisher mehr als 1.500 Einsätze – zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Gerade im Sommer waren sie an heißen Tagen stark beansprucht.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Nach dem schockierenden Fund von Kinderleichen in ersteigerten Koffern in Neuseeland ist eine etwa 40-jährige Verdächtige von Südkorea in den Pazifikstaat ausgeliefert worden. Nach Angaben des südkoreanischen Justizministeriums wurde die Frau gestern im Internationalen Flughafen Incheon an Beamte aus Neuseeland übergeben. Auch seien Beweismittel überreicht worden.

Die Maschine mit der Verdächtigen landete heute in Auckland. Sie werde morgen wegen des Vorwurfs des zweifachen Mordes einem Richter vorgeführt, berichtete der Sender Radio New Zealand (RNZ).

Die Neuseeländerin, die früher einmal die südkoreanische Staatsbürgerschaft besessen hatte, war Mitte September in einer Wohnung in der südöstlichen Küstenstadt Ulsan festgenommen worden. Die Frau, die möglicherweise die Mutter der toten Kinder ist, soll bereits 2018 nach Südkorea eingereist sein. Das Hohe Gericht in Seoul genehmigte im November die Auslieferung.

Die Leichenteile der Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren wurden im August in Koffern entdeckt, die bei einer Räumungsversteigerung im neuseeländischen Auckland veräußert wurden. Kurze Zeit später gelang es Polizeiangaben zufolge, die Opfer zu identifizieren und so auf die Fährte der Frau zu kommen.

Davor waren die Koffer nach Polizeiangaben drei , vier Jahre in einem Lagerhaus aufbewahrt worden. Die Polizei in dem südpazifischen Inselstaat stellte daraufhin das Auslieferungsersuchen.

Mehrere Erdstöße haben heute Früh Mittelgriechenland erschüttert. Das stärkste Beben hatte dem Geodynamischen Institut Athen zufolge eine Stärke von 4,8 und lag in einer Tiefe von rund 13 Kilometern unter dem Meeresboden südöstlich der Insel Evia.

Gespürt wurde das Beben in ganz Mittelgriechenland und auch in der rund 60 Kilometer entfernten Hauptstadt Athen. Tausende Menschen wurden aus dem Schlaf gerissen. Das Beben ereignete sich kurz nach 6.30 Uhr (Ortszeit).

„Uns liegen bisher keine Informationen über Verletzte oder Schäden vor“, sagte Lefteris Raviolos, Bürgermeister der Kleinstadt Karystos auf der Insel Evia, im Rundfunk. Die Schulen würden aber in der Region heute geschlossen bleiben. Vor und nach dem Beben der Stärke 4,8 hatte es nach Angaben von Seismologen zahlreiche, zum Teil ebenfalls starke Vor- und Nachbeben gegeben.

Kultur

Austropop-Ikone Stefanie Werger ist eine von drei Persönlichkeiten gewesen, die gestern Abend in Graz mit dem Großen Josef-Krainer-Preis ausgezeichnet wurden. Ebenso mit diesem Preis geehrt wurden ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz und Professor Bernhard Pelzl.

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Der Schriftsteller Georg Klein („Roman unserer Kindheit“, „Miakro“) ist mit dem Großen Preis des Deutschen Literaturfonds ausgezeichnet worden. Der 69-Jährige erhielt die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung gestern im Literarischen Colloquium Berlin.

Die Jury würdigte damit die „Sprach- und Fabulierfähigkeit“ des Schriftstellers. Sein literarisches Werk zeichne sich aus durch das „virtuose Spiel mit bekannten Genres, die stets eine literarische Umwertung erfahren“.

Klein ist unter anderem bereits mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis und dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet worden. Der Große Preis des Deutschen Literaturfonds ist hervorgegangen aus dem Kranichsteiner Literaturpreis und gehört zu den höchstdotierten Literaturauszeichnungen in Deutschland.

Science

Rund zwei Wochen nach dem Start der Mondmission „Artemis 1“ hat die unbemannte „Orion“-Kapsel ihre weiteste Entfernung von der Erde erreicht. Die Kapsel sei in ihrer Umlaufbahn um den Mond gestern zu einem Zeitpunkt rund 432.194 Kilometer von der Erde entfernt gewesen, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit. Eine weitere Entfernung von der Erde habe es bisher nicht gegeben, und das sei auch in den verbleibenden rund zwei Wochen nicht geplant.

NASA-Chef Bill Nelson sprach von einem bisher „außergewöhnlichen Erfolg“ der Mission. „Es ist unglaublich, wie glatt die Mission bisher gelaufen ist.“

Bereits am Samstag hatte die „Orion“-Kapsel einen Entfernungsrekord aufgestellt, als sie die Marke von 249.000 Meilen (rund 400.000 Kilometer) Entfernung von der Erde überschritt. Das war nach Angaben der NASA die bisher weiteste Distanz für ein für Menschen gemachtes Raumschiff. Den bisherigen Rekord hatte vor mehr als 50 Jahren die Mission „Apollo 13“ mit 248.655 Meilen aufgestellt.

Halbzeit der Mission

Die Mission „Artemis 1“ war nach monatelangen Verschiebungen am 16. November (Ortszeit) zu einem ersten Teststart aufgebrochen. Mit der Rakete Space Launch System startete die „Orion“-Kapsel vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Gestern war Halbzeit der Mission, am Donnerstag soll die Kapsel die Umlaufbahn um den Mond verlassen und am 11. Dezember nach rund zwei Millionen Flugkilometern im Pazifik landen.

Mit dem nach der griechischen Göttin des Mondes benannten Programm „Artemis“ sollen in den kommenden Jahren wieder US-Astronauten auf dem Mond landen, darunter erstmals eine Frau und eine nicht weiße Person.

Für Elektromotoren und Windturbinen werden Hochleistungsmagnete benötigt. Für deren Herstellung braucht man derzeit Metalle der Seltenen Erden, deren Abbau allerdings die Umwelt belastet und die nur in wenigen Ländern vorkommen. Österreichischen und britischen Forschern ist es nun gelungen, das bisher nur aus Meteoriten bekannte Mineral Tetrataenit im Labor herzustellen.

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