Ukraine-Krieg

Die US-Regierung versorgt europäische Verbündete mit ihren Erkenntnissen zu den Lecks in den Erdgaspipelines „Nord Stream 1“ und „2“. Ihre Einschätzung, dass es sich „anscheinend“ um einen Sabotageakt handle, basiere zwar hauptsächlich auf Informationen der europäischen Partner – aber auch „darauf, was wir wissen“, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums gestern in Washington.

USA kommentieren Medienberichte nicht

Nähere Angaben dazu machte er nicht und wollte auch nicht Medienberichte kommentieren, wonach US-Geheimdienste die Europäer in den vergangenen Wochen vor möglichen Attacken auf die Pipelines gewarnt hätten.

„Wir haben derzeit mehr Fragen als Antworten“, sagte Außenamtssprecher Ned Price. Die US-Regierung wolle keine Mutmaßungen über mögliche Hintermänner einer Sabotageaktion anstellen, bis Untersuchungen an den Erdgasleitungen abgeschlossen seien. Das könne dauern, betonte Price.

Moskau will Sitzung des UNO-Sicherheitsrats

Russland fordert unterdessen eine Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrats. Der Kreml wies zudem ukrainische Vorwürfe einer angeblichen Verantwortung Russlands für die Lecks an den Pipelines als „dumm und absurd“ zurück.

Die russische Generalstaatsanwaltschaft leitete nach eigenen Angaben wegen der mutmaßlichen Sabotage an den Pipelines ein Verfahren wegen internationalen Terrorismus ein.

EU-Innenkommissarin: Mehr tun gegen Anschläge

EU-Innenkommissarin Ylva Johansson bezeichnete die mögliche Sabotage als Warnruf. „Ich glaube, dass das wirklich auch ein Warnruf ist für uns, dass wir wirklich sehr viel mehr tun müssen, um uns selbst zu schützen gegen solche Anschläge“, sagte die Schwedin im ZDF-„heute journal“. Der Vorfall sei eine „Eskalation“ und „eine Bedrohung“.

Es sei zu früh, um über mögliche Verantwortliche für die Lecks zu sprechen. „Aber soweit ich es beurteilen kann, ist es ein sehr intelligenter Anschlag, der nicht verübt worden sein kann von einer normalen Gruppe von Menschen.“ Das Risiko sei groß, dass ein Staat dahinterstehe. „Wir haben natürlich einen Verdacht. Aber es ist zu früh, das abschließend zu beurteilen.“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Deutschland um weitere Waffenlieferungen an Kiew und die Verschärfung des geplanten achten EU-Sanktionspakets gegen Moskau gebeten. „Zum Thema Verteidigung habe ich unsere Erwartung an ein Raketenabwehrsystem aus Deutschland unterstrichen – vielen Dank für Ihre Hilfsbereitschaft bei der Luftverteidigung“, sagte Selenskyj gestern in seiner täglichen Videoansprache nach einem Telefonat mit Deutschlands Kanzler Olaf Scholz.

Beim Gespräch sei auch das neue Sanktionspaket der EU erörtert worden. „Stand heute gibt es zum achten Sanktionspaket noch etwas hinzuzufügen“, forderte er.

Neben dem Scholz-Telefonat, bei dem laut Selenskyj auch die mutmaßliche Sabotage an der Pipeline „Nord Stream“ besprochen wurde, berichtete der ukrainische Präsident über weitere Gespräche – und bedankte sich in erster Linie beim türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für dessen Vermittlung beim Gefangenenaustausch und die Militärkooperation. Bei US-Präsident Joe Biden bedankte er sich für die neuen Militärhilfen über 1,1 Milliarden Dollar.

Die Ukraine werde sich trotz der Scheinreferenden in den von Russland besetzten Regionen nicht mit Gebietsverlusten abfinden und ihr Territorium zurückerobern. Die russischen Soldaten forderte er einmal mehr auf Russisch dazu auf, zu fliehen – oder sich zu ergeben. Nur so könnten sie ihr Leben retten, sagte Selenskyj.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Scheinreferenden in den russisch besetzten Gebieten in der Ukraine sprechen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordere die Unterstützung der Türkei für die betroffenen Regionen und „dass wir Putin überzeugen“, sagte Erdogan gestern. Heute werde er das mit dem Kreml-Chef diskutieren.

Zu den Scheinreferenden sagte Erdogan: „Ich wünschte, sie würden kein Referendum abhalten und wir könnten dieses Problem stattdessen durch Diplomatie lösen.“

Die USA haben der Ukraine weitere 1,1 Milliarden Dollar (rund 1,1 Mrd. Euro) an Militärhilfen zugesagt. Das neue Rüstungspaket umfasst unter anderem 18 Raketenwerfersysteme vom Typ HIMARS, 150 Panzerfahrzeuge vom Typ Humvee, 150 Fahrzeuge zum Transport von Waffen sowie Radargeräte und Anti-Drohnen-Systeme, wie das US-Verteidigungsministerium gestern mitteilte.

Die Lieferung der Güter dürfte erst in einigen Monaten erfolgen – sie stammen nicht aus US-Armeebeständen, sondern werden bei der Rüstungsindustrie neu bestellt. Das Pentagon erklärte, die neue Zusage unterstreiche die Entschlossenheit der US-Regierung, „die Ukraine langfristig zu unterstützen“.

Insgesamt 16,2 Milliarden Dollar

Die Zusage erfolgt inmitten militärischer Erfolge der Ukraine im Kampf gegen Russland, aber auch kurz nach der Teilmobilisierung Russlands durch Präsident Wladimir Putin, die eine weitere Eskalationsstufe des Angriffskriegs bedeutet.

Mit dem neuen Paket steigt der Umfang der US-Militärhilfe für die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen das Land am 24. Februar auf 16,2 Milliarden Dollar.

Auch nach den Scheinreferenden will Russland den Krieg in der Ukraine fortsetzen – jedenfalls bis zur Eroberung des gesamten Gebiets Donezk. Das sei das Mindestziel, sagte gestern Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Unterdessen baten die Anführer der prorussischen Separatisten in den ukrainischen Regionen Luhansk und Cherson Kreml-Chef Wladimir Putin um die Annexion dieser Regionen. International wird das Vorgehen Russlands einmal mehr scharf verurteilt.

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Ausland

Der Besuch des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko in der von Georgien abtrünnigen Region Abchasien hat die Spannungen in der Region erhöht. Sie verurteile den Besuch Lukaschenkos „entschieden“, schrieb Georgiens Präsidentin Salome Surabischwili gestern auf Twitter. Es ist der erste Besuch Lukaschenkos in der Konfliktregion im Kaukasus. Der Besuch kommt einer Anerkennung der Unabhängigkeit Abchasiens gleich.

„Dieser Schritt verletzt georgisches Recht in den okkupierten Gebieten und steht im Widerspruch sowohl zum internationalen Recht als auch zu den bilateralen Beziehungen unserer Länder“, so Georgiens Regierungschef Irakli Garibaschwili.

Lukaschenko: „Lässt sich nicht von Karte löschen“

Lukaschenko erklärte zur Begründung, Abchasien sei nun einmal da und lasse sich „nicht von der Karte löschen“. Er habe die Problematik vor seiner Reise mit Russlands Präsident Wladimir Putin besprochen, teilte er weiter mit. Russland hatte nach dem Fünftagekrieg 2008 gegen Georgien die Souveränität der von Tiflis abtrünnigen Teilrepubliken Südossetien und Abchasien anerkannt. Beide Regionen sind stark abhängig von Moskau.

Nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine haben sich die Beziehungen zwischen Moskau und Tiflis weiter verschlechtert. Georgien hat sich zwar an den westlichen Sanktionen gegen Russland nicht beteiligt, den russischen Angriffskrieg aber verurteilt. Seit der von Kreml-Chef Wladimir Putin ausgerufenen Teilmobilmachung versuchen Tausende Russen über die Grenze nach Georgien zu fliehen. Lukaschenko wiederum steht in dem Konflikt an der Seite Moskaus, auch von belarussischem Gebiet aus haben russische Truppen ukrainisches Territorium angegriffen.

Drei Armenier sind bei erneuten Zusammenstößen an der Grenze zu Aserbaidschan getötet worden. Aserbaidschanische Truppen hätten am östlichen Teil der Grenze mit „Granatwerfern und großkalibrigen Waffen das Feuer eröffnet“, hieß es gestern aus Armeniens Verteidigungsministerium. Drei Menschen seien infolgedessen gestorben, hieß es weiter.

Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan nannte den Vorfall auf Twitter „einen Angriff gegen Armeniens Unabhängigkeit, Souveränität und Demokratie“. Er forderte den „Rückzug aserbaidschanischer Truppen und die Entsendung einer internationalen Beobachtermission“.

Die Kämpfe zwischen den beiden Kaukasusrepubliken waren Mitte September neu aufgeflammt. Mindestens 286 Menschen von beiden Seiten wurden getötet, bevor die USA eine Waffenruhe vermittelten.

In Italien haben Frauen gestern in mehreren Städten für den weiteren Zugang zu kostenlosen und sicheren Abtreibungen demonstriert. Grund sind Befürchtungen, die künftige Rechtsregierung unter Giorgia Meloni könnte den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen erschweren. Die Vorsitzende der postfaschistischen Partei Brüder Italiens (FdI – Fratelli d’Italia) hatte im Wahlkampf erklärt, sie wolle Frauen eine Alternative zur Abtreibung bieten.

Demonstranten in Rom
Reuters/Yara Nardi

Der Zugang zu Abtreibungen ist in Italien bereits jetzt oft schwierig, da zahlreiche katholische Ärzte und Ärztinnen aus Gewissensgründen eine Abtreibung ablehnen. In vielen Regionen sind es 80 bzw. 90 Prozent der Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche verweigern.

Meloni, die voraussichtlich in wenigen Wochen Regierungschefin wird, sagte auf einer Wahlkundgebung, dass sie das Abtreibungsgesetz zwar nicht ändern werde, aber klarmachen wolle, dass es „andere Möglichkeiten“ gebe.

Inland

ÖVP und Grüne haben sich nach einer Energiepreisunterstützung für Haushalte nun auch auf eine ähnliche Regelung für Unternehmen geeinigt. Nach dem Ministerrat präsentierte die Regierungsspitze gestern die Eckpunkte. Für den Energiekostenzuschuss werden insgesamt 1,3 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt. Harsche Kritik kam von der Opposition. Die Wirtschaft freut sich – und fordert zugleich weitere staatliche Hilfen.

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Mit Alexander Melchior ist gestern ein „alter Hase“ im ÖVP-Korruptions-U-Ausschuss den Abgeordneten Rede und Antwort gestanden. Die Auskunftsperson wurde in ihrer früheren Rolle als Generalsekretär der ÖVP befragt. Melchior zeigte sich aber in vielen Causen unwissend – Rückendeckung kam aus seiner Fraktion.

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Coronavirus

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 696,0 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Laut AGES wurden 14.389 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet. 20.734 Menschen verstarben bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 1.320 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 73 auf Intensivstationen. Eine Unterscheidung in Haupt- und Nebendiagnose ist mit dieser Datenquelle bundesweit nicht möglich.

Im Berichtsschema der AGES werden die Daten nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Wirtschaft

Wien-Energie-Chef Michael Strebl sieht weiterhin keine Verfehlungen bei dem stadteigenen Unternehmen und verweist darauf, dass die Sicherheiten des Bundes bisher nicht benötigt wurden. Es sei „bisher noch kein einziger Cent“ davon abgerufen worden.

Dass der Energieversorger, wie der „Kurier“ in seiner Donnerstag-Ausgabe berichtet, aus dem Cash-Pooling des Mutterkonzerns Wiener Stadtwerke 600 Mio. Euro erhalten hatte, bestätigte Strebl gestern in der ZIB2.

Interview mit Wien-Energie-Chef Strebl

Michael Strebl, Geschäftsführer der Wien Energie, erläutert im ZIB2-Interview die Causa aus der Sicht des Unternehmens.

Strebl verteidigt Geheimhaltung von Gutachten

Dass Gutachten zu den Börsengeschäften des Unternehmens nicht der Öffentlichkeit präsentiert werden, verteidigte der Wien-Energie-Geschäftsführer. Es sei von den Studienautoren Geheimhaltung eingefordert worden, außerdem gehe es um Geschäftsgeheimnisse.

Die Wien Energie sieht sich durch Studien von drei Wirtschaftsprüfungsinstituten, die im Auftrag der Wiener Stadtwerke den Stromhandel der Wien Energie geprüft haben, entlastet, wobei sich auch belastende Elemente darin befunden haben. Dass dabei auch von einer möglichen „Existenzbedrohung“ für das Unternehmen berichtet werde, sei aus dem Zusammenhang gerissen. Die Wien Energie sei jedenfalls bei ihrem Handel an der Strombörse eine „risikoarme Strategie gefahren“.

Strommärkte „völlig verrückt gespielt“

Dass sie regeren Börsenhandel als Mitbewerber betrieben hat, verteidigte Strebl. Das sei die „risikoärmste Variante“. Die Strommärkte hätten allerdings „völlig verrückt gespielt“, meinte er einmal mehr und betonte: „Das war ein perfekter Tsunami.“ Dass Milliardensummen als Sicherheiten für den Wiener Stromversorger im Raum standen, verteidigte der Wien-Energie-Chef damit, dass man aus Vorsicht an den Bund herangetreten sei, um für „allfällige verrückte Marktsituationen“ gerüstet zu sein.

Dass die Wien Energie nahezu ihre gesamte Stromproduktion zuerst verkaufen und dann wieder zurückkaufen würde, ließ Strebl im ZIB2-Interview nicht gelten. Es handle sich dabei um eine bilanzielle Darstellung zu einem bestimmten Stichtag. An der Börse werde jener Strom verkauft, der zu viel anfalle.

Mit dem Börsengang der Sportwagen-Tochter Porsche sammelt Volkswagen knapp 9,4 Milliarden Euro ein. Die Vorzugsaktien werden für je 82,50 Euro an Anleger ausgegeben, der Preis liegt damit am oberen Ende der im Voraus ausgegebenen Spanne von 76,50 bis 82,50 Euro je Aktie. Das gab VW gestern nach Ende der Zeichnungsfrist bekannt. Damit ist der Börsengang der Porsche AG die größte Erstemission in Deutschland seit der Telekom im Jahr 1996.

Von 911 Millionen Porsche-Wertpapieren können ab heute rund 114 Millionen an der Börse gehandelt werden. Darin sind knapp 15 Millionen Aktien zur Abdeckung von Mehrzuteilungen enthalten.

Bezogen auf den Ausgabepreis erreicht Porsche eine Marktkapitalisierung von rund 75 Milliarden Euro. Das ist weniger, als vor den jüngsten Börsenturbulenzen erwartet wurde, liegt aber im Rahmen dessen, was Analysten zuletzt prognostizierten.

Am 1. Oktober tritt die CO2-Bepreisung in Kraft, Treibstoff kostet dann pro Liter um acht bis zehn Cent mehr. Der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) rechnet damit, dass sich die Verbraucherinnen und Verbraucher daher noch vor dem Wochenende vermehrt mit Benzin und Diesel eindecken werden, teilte gestern FVMI-Geschäftsführerin Hedwig Doloszeski mit. Dazu hatten auch bereits mehrere Autofahrerklubs aufgerufen. Fallweise könnte es zu Dieselengpässen kommen.

Die Marktlage sei derzeit angespannt, so die Geschäftsführerin. Nach einem Unfall in der Raffinerie Schwechat liegt die Auslastung derzeit nur bei etwas über 20 Prozent. Auch der niedrige Wasserstand des Rheins und Ausfälle bei der Bahnlogistik würden die Importbemühungen erschweren.

Fallweise könne es daher im österreichischen Tankstellennetz zu Lieferengpässen bei Diesel kommen. Eine weitgehend unterbrechungsfreie Marktversorgung sei zwar durch die Freigabe der 60.000 Tonnen Diesel aus der nationalen Ölreserve sichergestellt, eine Entspannung der Situation sei aber erst zu erwarten, „sobald die Reparatur in der Raffinerie Schwechat abgeschlossen ist und die Raffinerie die volle Produktion wieder aufnehmen kann“, betonte Doloszeski. Das wurde für die erste Oktoberhälfte angekündigt.

Umwelt & Klima

In Wien bekennen sich der erste Bezirk und die Stadtregierung zu weniger Verkehr in der Innenstadt. An der genauen Umsetzung wird noch gearbeitet. Die Wiener Grünen haben dafür heute ihr Konzept präsentiert. Sie wollen Begegnungszonen. Die Stadt möchte ihre Pläne im Spätherbst bekanntgeben.

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Sport

Allzeitgröße Lionel Messi hat mit Argentinien im Testspiel gegen Jamaika mit 3:0 gewonnen und damit seinen 100. Sieg mit den Südamerikanern gefeiert. Julian Alvarez brachte Argentinien in der 13. Minute in Führung, Messi wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt und sorgte mit einem späten Doppelpack in der 86. und 89. Minute für den Endstand. Der 35-jährige frühere Weltfußballer hält damit bei 90 Treffern in 164 Länderspielen.

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Dominic Thiem ist gestern Abend beim ATP-250-Hartplatzturnier in Tel Aviv im Achtelfinale ausgeschieden. Der 29-Jährige musste sich Marin Cilic an dessen 34. Geburtstag mit 7:6 (8/6) 2:6 4:6 geschlagen geben. Es war die erste Niederlage des Niederösterreichers gegen den als Nummer zwei gesetzten Kroaten auf der ATP-Tour.

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Novak Djokovic hat sich Roger Federer als Vorbild genommen und will einen allfälligen Karriereabschied auch mit seinen größten Konkurrenten feiern. „Eine Sache, die ich mir definitiv neben meiner Familie und Freunden wünsche, ist, meine größten Rivalen und Mitstreiter da zu haben“, sagte Djokovic über sein Karriereende am Rande des ATP-250-Turniers in Tel Aviv.

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Chronik

Der gefährliche Hurrikan „Ian“ ist an der Westküste des US-Bundesstaats Florida auf Land getroffen. Das Zentrum des Wirbelsturms der Stärke vier von fünf traf nahe der Stadt Cape Coral auf die Küste, wie das US-Hurrikanzentrum heute mitteilte.

Es handelt sich um einen „extrem gefährlichen Hurrikan“, der zu meterhohen Sturmfluten, Überschwemmungen und heftigen Regenfällen führen dürfte.

Geschwindigkeiten bis zu 240 km/h

„Ian“ hatte über dem Golf von Mexiko an Kraft zugenommen und lag mit Windgeschwindigkeiten von rund 240 km/h nur knapp unterhalb der Schwelle zur höchsten Hurrikan-Kategorie.

sturm wütet auf Parkplatz in Florida
Reuters/Steve Nesius

Für 2,5 Millionen Menschen in der Region galten Evakuierungsanweisungen. Erste Fotos und Videos in sozialen Netzwerken zeigten im Bereich der Städte Fort Myers Beach, Cape Coral und Naples bereits heftige – teils meterhohe – Überschwemmungen. Rund 800.000 Haushalte in Florida waren bereits ohne Strom, wie die Website Poweroutage zeigte.

Gouverneur Ron DeSantis sagte, die Behörden stünden für Bergungs- und Reparaturarbeiten bereit, sobald das Wetter diese zulasse. Auf Twitter schrieb er, rund 7.000 Soldaten der Nationalgarde und 179 Flugzeuge oder Hubschrauber stünden bereit. Zudem hielten sich bereits mehr als 40.000 Monteure der Versorgungsunternehmen bereit, um Stromleitungen zu reparieren.

Dem US-Hurrikanzentrum zufolge können Stromausfälle infolge der „katastrophalen Schäden“ eines Hurrikans der Kategorie vier Wochen oder Monate anhalten, ganze Landstriche könnten unbewohnbar sein.

Verteidigungsministerium aktiviert Nationalgarde

Aus dem US-Verteidigungsministerium hieß es, Florida habe Soldaten und Ausrüstung an Stützpunkten im ganzen Bundesstaat positioniert, um sie für einen Einsatz in den vom Sturm betroffenen Gebieten vorzubereiten, so ein Sprecher des Ministeriums in Washington. Die Nationalgarde könne sich beispielsweise um die Räumung von Straßen kümmern und bei Such- und Rettungsaktionen helfen.

Warnung von Biden

US-Präsident Joe Biden betonte, die Regierung stehe bereit, Behörden in Florida und den betroffenen Kommunen jede mögliche Hilfe zu leisten – vor dem Sturm, währenddessen und für den nötigen Aufbau danach.

Er mahnte, der Hurrikan sei lebensgefährlich. Biden forderte die Anrainer der betroffenen Gebiete auf, den Anweisungen der örtlichen Behörden zu folgen.

Boot vor Küste untergegangen, 23 vermisst

Nach dem Untergang eines Bootes vor der Küste Floridas suchen Rettungskräfte unterdessen nach 23 vermissten Migranten. Wie der US-Grenzschutz mitteilte, wurde der Rettungseinsatz ausgelöst, als vier Kubaner schwimmend auf der zu den Florida Keys gehörenden Insel Stock Island ankamen. Ihr Boot sei wegen schlechten Wetters gesunken, berichtete ein Grenzschutzbeamter per Twitter.

Zwei Wochen nach der Tötung von Rapper PnB Rock („Selfish“) während eines Raubüberfalls in einem Restaurant in Kalifornien hat die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen. Eine dritte Person sei noch flüchtig, teilte die Polizei gestern mit. Der namentlich identifizierte Mann wurde als „bewaffnet und gefährlich“ beschrieben.

Eine Polizeisprecherin sagte nach Angaben der „Los Angeles Times“, dass ein Teenager und eine 38-jährige Frau tags zuvor im kalifornischen Lawndale festgenommen worden seien. Den Ermittlern zufolge hatten es die Täter auf den Schmuck und auf andere Wertgegenstände des Rappers abgesehen.

PnB Rock war am 12. September in Begleitung seiner Freundin in einem Restaurant in Los Angeles, wo er der 30 Jahre alte Musiker überfallen und erschossen wurde. Der Schütze habe das Opfer mit einer Waffe bedroht, Gegenstände verlangt und dann mehrere Schüsse abgegeben. Dann sei der Täter mit einem vor dem Restaurant wartenden Fahrzeug geflüchtet, hieß es.

Der Rapper, mit bürgerlichem Namen Rakim Allen, war durch Songs wie „Fleek“ und „Selfish“ bekannt geworden. Popsuperstar Ed Sheeran spielte seine Single „Cross Me“ zusammen mit PnB Rock und Chance the Rapper ein. Erst Anfang September hatte PnB Rock seinen neuen Song „Luv Me Again“ herausgebracht.

Bei der aktuellen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat gestern niemand die sechs Richtigen erraten. Im Jackpot liegen zusätzlich zum ersten Rang der nächsten Runde knapp 592.000 Euro.

Die Gewinnzahlen lauten:

5 11 19 27 30 44/Zusatzzahl: 23

Die richtigen LottoPlus-Zahlen:

11 26 33 40 42 45

Die richtige Joker-Zahl:

9 1 9 8 2 1

Alle Angaben ohne Gewähr

Im Fall eines Lehrers, der an einer Wiener Mittelschule mehr als zwei Dutzend Buben im Alter von neun bis 14 Jahren missbraucht haben dürfte, spielte offenbar ein Sportverein in Wien eine wesentliche Rolle. Auch zwei mögliche Mittäter dürften dort agiert haben.

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Nach dem Mord an einer 23-jährigen Rumänin in Ternberg (Oberösterreich) sind Vorwürfe gegenüber der Polizei aufgekommen. Diese habe nicht rechtmäßig reagiert. Die Landespolizeidirektion weist diese Vorwürfe zurück. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hatte zuvor eine Prüfung angekündigt.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Medien

Die von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann angekündigte Halbierung der Textmeldungen auf ORF.at hat für Erstaunen bei Belegschaft, Publikumsräten und einzelnen Stiftungsräten gesorgt. In einer Sitzung des Publikumsrats versicherte der ORF-Chef: „Ich habe das gesamte Wohl des Unternehmens im Auge.“

In Verhandlungen müsse man aber auf andere zugehen, um etwas zu bewegen. Konkret ringt der ORF um eine Digitalnovelle. Diese sei auch für Fernsehen und Radio relevant, so Weißmann.

Weißmann glaubt nicht an Leserschwund

Die Textnachrichten auf ORF.at hätten ein etabliertes Publikum, das man verprellen könnte, wenn die Anzahl geschriebener Meldungen auf der „Blauen Seite“ zurückgehe, wurde gestern von so manchem Publikumsratsmitglied eingeworfen.

Weißmann sah diese Gefahr nicht gegeben. „Ehrlicherweise sehe ich nicht, dass künftig weniger Menschen die ‚Blaue Seite‘ abrufen werden. Eher im Gegenteil“, versuchte der ORF-Chef zu argumentieren. Er möchte die reichweitenstärkste Nachrichtenseite des Landes mehr in Richtung Bewegtbild und Multimedialität entwickeln.

Die Weichen dazu seien ohnehin vor Längerem gestellt worden. „Der Weg in Richtung Multimedialität ist eingeschlagen, und den gehen wir auch konsequent weiter“, sagte Weißmann. „Wir erweitern die Mannschaft der ‚Blauen Seite‘ um ein Fünftel. Wir bauen die Redaktion aus“, so Weißmann.

VÖZ begrüßte „Angebot“ von Weißmann

Gerald Grünberger, Geschäftsführer des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ), begrüßte das von Weißmann geäußerte „Angebot“. Die Verleger wollen seit jeher, dass das Nachrichtenportal des ORF eingeschränkt werde. Ihrer Meinung nach verzerre das Textangebot den Markt. „Das Angebot Weißmanns ist jedenfalls dazu geeignet, konstruktiv in weitere Gespräche einzutreten“, so der VÖZ-Geschäftsführer.

„Der öffentlich-rechtliche Auftrag des ORF darf damit um keinen Preis ausgehöhlt werden. Wenn dem so wäre, ist eine rote Linie überschritten“, sagte Heinz Lederer, SPÖ-„Freundeskreis“-Leiter im obersten ORF-Gremium. Eine substanzielle Veränderung des ORF im digitalen Bereich gehöre geprüft. Wenn die Inhalte dagegen in gleicher Qualität in Bewegtbild transformiert würden, könne man darüber reden. „Es braucht eine inhaltliche Klarstellung“, forderte der Stiftungsrat.

Redakteurs- und Betriebsrat mit Protest

Redakteursrat und Betriebsrat von ORF.at protestierten bereits am Tag nach der Ankündigung in einem Schreiben gegen den geplanten Schritt. Die Beschneidung der meistgelesenen Nachrichtenseite des Landes berge große Risiken für die demokratiepolitische Entwicklung, hieß es.

Der Vorsitzende des ORF-Redakteursrats, Dieter Bornemann, kommentierte die Pläne in einem Ö1-Beitrag ebenfalls kritisch. Nutzer könnten sich in der Folge anderen Gratisplattformen mit politischer Agenda oder gar „Fake News“ zuwenden, so seine Befürchtung.

Kultur

Die Viennale geht in der Debatte um die Umstände der Dreharbeiten von Ulrich Seidls Drama „Sparta“ in Vorlage: Das Festival wird den Film um einen von Georg Friedrich gespielten Mann, der mit seinen pädophilen Neigungen kämpft, ins heurige Programm aufnehmen. „Die Viennale ist überzeugt, dass Filmfestivals nicht zuletzt dazu da sind, Filme wie ‚Sparta‘ zu zeigen und zur Diskussion zu stellen“, heißt es in einer Aussendung der am 20. Oktober startenden Filmfestspiele.

Man nehme die Anschuldigungen bezüglich der Umstände der Dreharbeiten, bei denen laut einer „Spiegel“-Recherche Kinderrechte verletzt worden sein sollen, selbstredend ernst und begrüße die eingeleiteten Untersuchungen hierzu: „Die Aufnahme des Films ins Festivalprogramm soll daher nicht Ausdruck einer Entlastung sein. Aber ebenso wenig will die Viennale Teil einer Vorverurteilung von Regisseur oder Film sein.“

„Sparta“ sei einfach ein herausragender und reifer Film, der sein Thema äußerst sensibel behandle. Nachdem das Festival von Toronto die Weltpremiere des Werks gestrichen hatte, feierte es zuletzt in San Sebastian seine Uraufführung. Das komplette Programm der Viennale wird dann am 11. Oktober veröffentlicht.

Panorama

Ein Nachbau eines Aston Martin DB5, der im James-Bond-Film „Keine Zeit zu Sterben“ zu sehen war, ist bei einer Auktion gestern für 2,92 Millionen Pfund (rund 3,26 Millionen Euro) versteigert worden. Das teilte das Auktionshaus Christie’s in London mit. Die Einnahmen von dem Verkauf, sowie von 24 anderen Posten bei der speziellen 007-Auktion, werden an wohltätige Zwecke gespendet.

Die Auktion wurde anlässlich des 60. Jahrestags der berühmten Agenten-Filmreihe Anfang Oktober veranstaltet.

Der Nachbau des ikonischen Aston, einer von acht speziell für den 2021 erschienen Film entworfenen, ist laut Produktionsfirma und Christie’s der einzige, der zum Verkauf stand. Der Sportwagen ist mit Maschinengewehr-Nachbildungen hinter den Scheinwerfern ausgestattet.