Ausland

Deutsches Migrationsabkommen mit Griechenland

Nach dem Abkommen mit Spanien hat sich Deutschland auch mit Griechenland auf eine Vereinbarung zur Rücknahme von bereits registrierten Asylbewerberinnen und Asylbewerber geeinigt. „Der Abschluss steht unmittelbar bevor“, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums. Es fehle lediglich ein letzter Briefwechsel. Die Einigung sei am Donnerstagabend erzielt worden. Über Einzelheiten und mögliche Gegenleistungen sagte die Sprecherin nichts.

Das bestätigte gestern Abend der griechische Migrationsminister Dimitris Vitsas. „Wir haben eine europäische Lösung“, so Vitsas. Die entsprechenden Dokumente sollen sobald wie möglich unterzeichnet werden. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte: „Es ist gut, dass man zu einem Ergebnis gekommen ist.“ Die Verhandlungen seien „quasi abgeschlossen“.

Wie der griechische Migrationsminister mitteilte, sollen Geflüchtete, die nach dem 1. Juli 2017 Asyl in Griechenland beantragt hatten und an der deutsch-österreichischen Grenze aufgegriffen werden, nach Griechenland zurückgeschickt werden. Deutschland werde seinerseits Familienzusammenführungen (etwa 2.000 Personen) akzeptieren.

Verhandlungen auch mit Italien

Innenminister Horst Seehofer (CSU) hatte als Konsequenz aus dem Asylstreit zwischen CDU und CSU eine Serie von bilateralen Vereinbarungen angekündigt. Auch die Verhandlungen mit Italien über das geplante Migrationsabkommen seien „sehr weit fortgeschritten“, berichtete das Innenministerium weiter. Beide Seiten seien derzeit in Gesprächen auf Ministerebene. „Wir gehen davon aus, dass diese Vereinbarung auch mit Italien zustande kommt.“

In der vergangenen Woche war als erste eine Migrationsvereinbarung mit Spanien in Kraft getreten. Sie sieht vor, dass Deutschland binnen 48 Stunden Migrantinnen und Migranten, die schon in Spanien Asyl beantragt haben, dorthin zurückschicken kann. Anfang dieser Woche hatte es aber noch keinen solchen Fall gegeben.

Merkel und Macron für Europalösung bei Rettungsschiffen

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben sich bei einem Telefonat über die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer ausgetauscht. Bei dem Gespräch hätten beide die Notwendigkeit betont, für die Aufnahme von Rettungsschiffen an einer „koordinierten europäischen Lösung“ zu arbeiten, teilte der Elysee-Palast gestern mit. Auch müsse Europa gemeinsam gegen Schlepper vorgehen.

Zuletzt hatte das Rettungsschiff „Aquarius“ mit 141 aus Seenot geretteten Flüchtlingen fünf Tage lang auf dem Meer ausharren müssen. Malta erklärte sich erst bereit, das Schiff in den Hafen von Valletta einlaufen zu lassen, nachdem Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Portugal und Spanien zugesagt hatten, die Geretteten aufzunehmen.

Bei dem Telefonat zwischen Merkel und Macron ging es laut Elysee-Palast auch um die Ukraine und den Konflikt in Syrien - besonders um die Provinz Idlib, wo die humanitäre Lage besonders bedenklich sei. Die Kanzlerin und der Präsident seien sich einig, dass ein politischer Prozess angestrengt werden müsse, um dort einen dauerhaften Frieden zu erreichen, hieß es. Idlib ist eine der letzten Regionen in Syrien, die unter Kontrolle von Aufständischen stehen.

UNO: Brasilien muss Lula bei Wahl antreten lassen

Der UNO-Menschenrechtsausschuss hat die brasilianische Regierung aufgefordert, den wegen Korruption inhaftierten Ex-Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva bei der Präsidentschaftswahl im Oktober antreten zu lassen. Lula dürfe als Kandidat nicht von der Wahl ausgeschlossen werden, solange er nicht sämtliche juristischen Möglichkeiten ausgeschöpft habe, erklärte das Gremium gestern in Genf.

Der ehemalige brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva

AP/Andre Penner

Der Menschenrechtsausschuss forderte Brasilien daher auf, „sämtliche notwendigen Schritte zu ergreifen, um dafür zu sorgen, dass Lula seine politischen Rechte als Kandidat bei der Präsidentschaftswahl auch vom Gefängnis aus wahrnehmen kann“. Brasilien ist als Unterzeichnerstaat der internationalen Konvention über die Bürgerrechte dazu verpflichtet, dem Hinweis des Ausschusses zu folgen.

In Brasilien wird am 7. Oktober ein neues Staatsoberhaupt gewählt. Der in eine Reihe von Korruptionsaffären verwickelte rechtskonservative Amtsinhaber Michel Temer tritt bei der Wahl nicht an. Lula, der von 2003 bis Ende 2010 Präsident war, liegt in den Umfragen vor allen seinen Mitbewerbern.

Zwölfjährige Haftstrafe wegen Korruption

Der 72-Jährige trat erst im April eine zwölfjährige Haftstrafe wegen Korruption und Geldwäsche an. Lula bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe und erklärt seine Verurteilung für politisch motiviert. Nach brasilianischem Recht sind in zweiter Instanz verurteilte Staatsbürger nicht wählbar, was bei ihm der Fall wäre. Das Wahlgericht muss bis zum 17. September eine Entscheidung zur Kandidatur Lulas treffen.

USA verhängten Sanktionen gegen Militärs in Myanmar

Die USA haben Sanktionen gegen vier Militär- und Polizeikommandanten sowie zwei Armeeeinheiten in Myanmar verhängt. Grund dafür sei die Beteiligung an „ethnischen Säuberungen“ und anderen Menschenrechtsverletzungen gegen die Minderheit der Rohingya-Muslime, teilte das Finanzministerium gestern in Washington mit. Die Sanktionen sind die bisher härtesten US-Maßnahmen gegen das Vorgehen Myanmars.

„Die burmesischen Sicherheitskräfte haben gewalttätige Kampagnen gegen ethnische Minderheiten in ganz Burma durchgeführt, darunter ethnische Säuberungen, Massaker, sexuelle Übergriffe, außergerichtliche Tötungen und andere schwere Menschenrechtsverletzungen“, begründete Staatssekretär Sigal Mandelker das Vorgehen, wobei er den früheren Namen des Landes verwendete. Ziel sei es, diejenigen, „die für solch großes menschliches Leid verantwortlich sind, zur Rechenschaft zu ziehen“.

Nicht höchste Militärebene betroffen

Allerdings zielen die US-Strafen nicht auf die höchsten Ebenen des Militärs ab. Auch wird das Vorgehen gegen die Rohingya nicht als Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder Völkermord bezeichnet.

Seit August 2017 sind etwa 700.000 Rohingya aus Myanmar in das benachbarte Bangladesch geflohen. Viele berichten nach Darstellung von UNO- und Hilfsorganisationen von Ermordungen, Vergewaltigungen und Brandstiftungen in großem Umfang.

Rumäniens Regierungschefin sieht Umsturzversuch

Nach dem schweren Polizeieinsatz gegen regierungskritische Demonstranten in Bukarest hat die rumänische Regierungschefin Viorica Dancila die Proteste als Umsturzversuch dargestellt. „Diese Versuche zum Sturz einer legitimen Regierung mit Gewalt könnten für demokratische Staaten einen gefährlichen Präzedenzfall darstellen“, schrieb Danica laut rumänischen Medienberichten in einem Brief an die EU-Kommission.

Die rumänische Premierministerin Viorica Dancila

Reuters/Ammar Awad

Bei einer Großdemonstration gegen staatliche Korruption waren vor einer Woche in der rumänischen Hauptstadt mehr als 80.000 Menschen auf die Straße gegangen. Die Polizei ging mit Wasserwerfern, Tränengas, Pfefferspray und Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor. Mehr als 450 Menschen wurden verletzt. Dancila betonte in ihrem Schreiben an die EU, der Polizeieinsatz sei „im Einklang mit den Gesetzen“ erfolgt, und warf der Opposition vor, die Proteste zu schüren.

EU-Antwort „zu gegebener Zeit“

Ein Kommissionssprecher bestätigte den Eingang eines Schreibens und erklärte, eine Antwort werde „zu gegebener Zeit“ erfolgen. Die EU-Kommission hatte am Dienstag erklärt, sie verfolge die Ereignisse in Rumänien aufmerksam. Sie betonte, die Proteste hätten sich gegen „Rückschritte auf dem Gebiet der Justizreform und im Kampf gegen die Korruption“ gerichtet.

In einem umstrittenen Schritt hatte die rumänische Regierung vor einem Monat die ranghöchste Antikorruptionsermittlerin des Landes entlassen. Die regierenden Sozialdemokraten wollen die Gesetze zur Korruptionsbekämpfung lockern und das Justizsystem umbauen. Kritiker werfen der Regierung vor, dadurch die Tür für noch mehr Korruption in Rumänien zu öffnen, das ohnehin als eines der korruptesten EU-Länder gilt. Auch der rumänische Staatschef Klaus Iohannis wendet sich entschieden gegen das Vorgehen der Regierung.

Saudi-Arabien gibt 100 Mio. für Wiederaufbau in Syrien

Saudi-Arabien stellt 100 Millionen Dollar (88 Millionen Euro) für den Wiederaufbau von Gebieten in Syrien bereit, die nicht von der syrischen Regierung kontrolliert werden. Wie die saudi-arabische Botschaft in Washington gestern mitteilte, soll das Geld Gebieten im Nordosten Syriens zugutekommen. Diese werden von arabisch-kurdischen Truppen kontrolliert, die von der internationalen Militärkoalition gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) unter Führung der USA unterstützt werden.

Die Regierung von Syriens Machthaber Baschar al-Assad verurteilte die finanzielle Unterstützung der Rebellengebiete als „moralisch inakzeptabel“, wie die amtliche Nachrichtenagentur SANA berichtete. Sie warf Riad die Unterstützung von „Terroristen in Syrien“ vor. Saudi-Arabien hob hervor, es handle sich um die bisher größte Hilfszahlung für die genannten Gebiete in Syrien. Die Summe sei nach einer entsprechenden Zusage bei einer internationalen Konferenz Mitte Juli in Brüssel freigegeben worden.

Das Geld werde „eine entscheidende Rolle spielen bei den Bemühungen der internationalen Koalition, die Gemeinden, insbesondere al-Rakka, wiederzubeleben, die von den IS-Terroristen verwüstet wurden“. Es solle in Projekte in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft, Strom- und Trinkwasserversorgung sowie Erziehung und Verkehr fließen. Auf diese Weise werde die Hilfszahlung „Leben retten, die Rückkehr von vertriebenen Syrern erleichtern und dazu beitragen sicherzustellen, dass der IS Syrien und seine Nachbarn nicht wieder bedrohen oder Angriffe gegen die internationale Gemeinschaft planen kann“.

Die US-Regierung kündigte unterdessen an, die Zahlung von 230 Millionen Dollar für Stabilisierungsprojekte in Syrien auszusetzen, weil andere Partnerländer sich stärker beim Wiederaufbau in dem Bürgerkriegsland engagierten. Nachdem die Partner insgesamt 300 Millionen Dollar zugesagt hätten, habe US-Außenminister Mike Pompeo eine Umwidmung der ursprünglich für Syrien vorgesehenen Summe angeordnet, teilte seine Sprecherin Heather Nauert in Washington mit. Die Vereinigten Arabischen Emirate wollten 50 Millionen Dollar für den Wiederaufbau in Syrien bereitstellen.

Nauert verwies auf die Forderung von US-Präsident Donald Trump nach einer gerechteren Lastenverteilung zwischen den Verbündeten. Die Auszahlung des Geldes sei auch gestoppt worden, weil die USA sich bereits sehr stark militärisch und finanziell in Syrien engagierten. Eine Abkehr von den strategischen Zielen der USA in Syrien gehe damit nicht einher, sagte Nauert. Trump habe deutlich gemacht, dass die USA bereit seien, bis zu einem endgültigen Sieg über die IS-Miliz in Syrien zu bleiben.

D: Geflüchtete soll früherem IS-Peiniger begegnet sein

Eine nach Deutschland geflohene Jesidin soll in Schwäbisch Gmünd einem Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) begegnet sein, der sie im Irak drei Monate lang gefangen gehalten und mehrmals vergewaltigt hatte.

Die Bundesanwaltschaft bestätigte gestern, dass eine 19-Jährige im Februar entsprechende Angaben bei der Polizei gemacht hat. Zuvor hatten „Welt“ und „Bild“ über den Fall berichtet.

Die Frau soll 2014 im Alter von 15 Jahren vom IS verschleppt und auf einem Sklavenmarkt an ein IS-Mitglied verkauft worden sein. Nach drei Monaten sei ihr die Flucht gelungen, berichtete die kurdische Nachrichtenseite Basnews. Im Juni 2015 sei sie dann nach Deutschland geflohen, wo sie in einem Flüchtlingsheim in Schwäbisch Gmünd bei Stuttgart untergekommen sei. Im Februar 2018, sagte die Frau Basnews, sei ihr ein Mann gefolgt und habe sie angesprochen.

Polizei weist Vorwürfe zurück

Er kenne sie, sie hätten in Mossul zusammengelebt, habe der Mann ihr auf Deutsch gesagt. Sie habe so getan, als kenne sie ihn nicht, ihn aber tatsächlich als ihren Peiniger aus dem Irak erkannt. Sie habe dem Flüchtlingsheim und der deutschen Polizei von der Begegnung erzählt. Die Polizei habe ihr gesagt, dass sie nichts für sie tun könne, außer ihr eine Telefonnummer für den Notfall mitzugeben. Daraufhin habe sie beschlossen, Deutschland für immer zu verlassen.

Die Bundesanwaltschaft bestätigte, dass eine 19-Jährige Ende Februar entsprechende Angaben bei der Polizei gemacht habe. Sie widersprach jedoch der Schilderung der Reaktion der deutschen Behörden. Im Juni habe die Bundesanwaltschaft von dem Fall erfahren und versucht, die Jesidin erneut zu befragen. Zu diesem Zeitpunkt sei sie allerdings bereits bei ihrer Familie im Irak gewesen und habe daher nicht erneut gehört werden können.

Jesidenvertreterin berichtet von weiteren Fällen

Unterdessen gibt es Berichte über weitere ähnliche Fälle. Die Vizevorsitzende des Zentralrats der Jesiden in Deutschland, Zemfira Dlovani, sagte dem Sender SWR, bei dem Zentralrat hätten sich weitere junge Frauen gemeldet, die nach eigenen Angaben den früheren IS-Kämpfer in Baden-Württemberg gesichtet hätten.

„In der Tat kam jetzt raus, dass weitere Mädchen, die bei diesem Peiniger waren, ihn wohl auch erkannt haben“, sagte Dlovani dem SWR. Nähere Informationen zur Identität der Zeuginnen wolle sie derzeit nicht nennen.

Inland

Experte sieht „Steinzeit“ für Umweltschutz

Die Regierung plant, dass „standortrelevante“ Großprojekte etwa im Straßenbau nur noch ein Jahr lang auf ihre Umweltverträglichkeit geprüft werden dürfen. Gestern ging die Begutachtungsfrist für ein entsprechendes Gesetz zu Ende. Zahlreiche Kritikerinnen und Kritiker brachten sich ein. Im Gespräch mit ORF.at sieht etwa der Geschäftsführer des Ökologieinstituts im neuen Dogma „Wirtschaft vor Umwelt“ einen Rückfall in die „Steinzeit der Debatte über die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft“.

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Höhere Anpassung für niedrige Pensionen gefordert

Die Pensionen sollen im kommenden Jahr um 2,0 bis 2,1 Prozent steigen. Das ergibt sich aus der Inflation im relevanten Zeitraum und den gesetzlichen Vorgaben. Die unterschiedlichen Zahlen sind in der Basis begründet, denn die Statistik Austria bezieht sich auf den Verbraucherpreisindex (VPI) 2000 und kommt auf den Wert von 2,1 Prozent, der SPÖ-Pensionistenverband auf den VPI 2010 (2,0 Prozent).

Kostelka fordert höhere Anpassung

In einer Aussendung forderte Pensionistenverband-Präsident Peter Kostelka jedoch eine höhere Anpassung, denn dieser Wert entspreche nicht den realen Preissteigerungen, die die Pensionistinnen und Pensionisten zu tragen hätten.

Kostelka kündigte an, mit der Regierung beharrlich verhandeln zu wollen und eigene Modelle für eine sozial gerechte Pensionsanpassung vorzulegen: „Die Pensionisten dürfen keinen Kaufkraftverlust erleiden.“

Seniorenbund befürchtet Benachteiligung von Frauen

Auch der ÖVP-Seniorenbund forderte nach der Bekanntgabe der Pensionsanpassung einen stärkeren Zuwachs bei niedrigen Pensionen. Vor allem Frauen könnten durch diese Maßnahmen der Altersarmut entkommen, so Obfrau Ingrid Korosec gestern in einer Aussendung. Aus dem Sozialministerium hieß es unterdessen zur APA, die Zahlen werden evaluiert.

Die Inflationsrate liege aktuell bei zwei Prozent und sei die Basis für die Verhandlungen mit der Regierung, so Korosec. Sie sprach sich grundsätzlich für eine Pensionsanpassung für alle Seniorinnen und Senioren aus, die sich am allgemeinen Wohlstandszuwachs und der Inflationsrate orientiert.

Der Zuwachs soll aber bei niedrigen Pensionen stärker spürbar sein als bei höheren. 70 Prozent der Pensionistinnen und Pensionisten erhalten monatlich weniger als 1.500 Euro brutto. Eine deutliche Anhebung würde ihre Lebenssituation wesentlich verbessern, so die Seniorenbund-Chefin.

Sport

2. Liga: Ried übernimmt Tabellenführung

Die vierte Runde in der 2. Liga hat gestern einen neuen Tabellenführer gebracht. Ried setzte sich im Heimspiel gegen den bisher makellosen Spitzenreiter Liefering klar mit 3:0 durch und übernahm damit Platz eins.

Die weiße Weste verlor auch Blau Weiß Linz. Die Oberösterreicher unterlagen im Heimspiel Amstetten. Siege feierten unterdessen Wacker Innsbruck II und Wattens. Wr. Neustadt musste sich dagegen mit einem Remis gegen die Young Violets begnügen.

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Europa League: Befreiungsschlag lässt Rapid hoffen

Nach dem 4:0-Heimsieg gegen Slovan Bratislava und dem Aufstieg ins Europa-League-Play-off ist die Erleichterung beim SK Rapid spürbar gewesen - auch bei Trainer Goran Djuricin, der zuletzt in die Kritik geraten ist. Er bezeichnete die Partie als die „vielleicht spektakulärste“ in seiner Ära.

Die zahlreichen Aussprachen vor dem Spiel hätten ihre Wirkung nicht verfehlt. Besonders Lob galt Christoph Knasmüllner, der mit drei Treffern maßgeblichen Anteil am Befreiungsschlag der Hütteldorfer hatte.

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Europa League: LASK trauert um verpasste Chance

Der LASK ist am Donnerstag äußerst unglücklich in der Qualifikation für die Europa League gescheitert. Die Linzer führten gegen Besiktas Istanbul bis zur 90. Minute mit 2:0 und waren dem Aufstieg ins Play-off zum Greifen nahe.

Doch dann gelang den Gästen doch noch der entscheidende Auswärtstreffer. „Es ist einfach nur bitter“, fasste danach Trainer Oliver Glasner die Stimmungslage bei den Linzern zusammen.

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Wirtschaft

Drei Ratingagenturen bemängeln Stabilität der Türkei

Die drei großen Ratingagenturen der Welt haben sich kritisch über die Stabilität türkischer Anleihen geäußert. Moody’s und S&P stuften die Staatsanleihen des Landes gestern weiter herab. Sie lagen zuvor schon im Ramsch- oder Junkbereich, mit dem Ratingagenturen riskante Anlagen kennzeichnen.

Fitch traf zwar keine Rating-Entscheidung, teilte aber mit, man betrachte die Maßnahmen der Türkei zur Krisenbekämpfung als nicht ausreichend. Moody’s hat seine Bewertung für die langfristigen Schulden des Landes von Ba2 auf Ba3 und den Ausblick auf „negativ“ gesenkt. S&P hat seine Bewertung von BB- auf B+ gesenkt und den Ausblick auf „stabil“ belassen.

Die US-Ratingagentur Fitch bewertete die bisherigen Schritte der Türkei zur Bekämpfung der Lira-Krise als unbefriedigend. „Die unvollständige Antwort der Türkei auf die Abwertung der Lira dürfte für sich genommen wahrscheinlich die Währung und die Wirtschaft nicht nachhaltig stabilisieren“, teilte Fitch gestern in London mit. Es sei notwendig, die Glaubwürdigkeit und die Unabhängigkeit der Notenbank zu erhöhen und wirtschaftliche sowie finanzielle Ungleichgewichte zu reduzieren.

Leitzinsanhebung als Lösung

Zwar habe die Notenbank indirekt ihren effektiven Leitzins um 1,5 Prozentpunkte angehoben, indem sie Banken keine Finanzierung zum Hauptleitzins, sondern stattdessen nur noch zum höheren Übernachtzins angeboten habe. An den Märkten geht man laut den Bonitätswächtern aber davon aus, dass nur eine reguläre Leitzinserhöhung wieder Kapital ins Land locken kann.

Finanzspritze aus Katar

Die 15 Milliarden Dollar (13,19 Mrd. Euro) schwere Investitionshilfe aus Katar habe zwar zur Stabilisierung der Lira beigetragen, hieß es weiter. Derartige Finanzspritzen reichten aber nicht aus, um den Bedarf der Türkei an ausländischen Geldern zu decken. Dieser liege für 2018 schätzungsweise bei 229 Milliarden Dollar - und übersteige damit die türkischen Devisenreserven bei Weitem.

Handelsbilanzdefizit: Die Statistik, die Trump ärgert

Das europäische Statistikamt Eurostat hat aktuelle Zahlen über die Entwicklung des EU-Handels veröffentlicht - und sie werden vor allem bei US-Präsident Donald Trump auf wenig Begeisterung stoßen: Denn die EU verzeichnet einen steigenden Überschuss beim Handel mit allen Ländern weltweit zusammen. Besonders stark gestiegen ist dabei der Handelsüberschuss mit den USA.

Mehr dazu in 16 Prozent mehr Überschuss

Chronik

50 Kilometer lange Ölspur in Nordsee entdeckt

Die Besatzung eines deutschen Bundespolizei-Hubschraubers hat gestern eine über 50 Kilometer lange Ölspur in der Nordsee entdeckt. Es handelt sich um eine „schmale Ölspur“ von 300 Meter Breite, in der sich vereinzelte Ölklumpen befinden, wie das Havariekommando gestern mitteilte.

Sie befindet sich westlich der deutschen Hochseeinsel Helgoland. Die Ursache war noch unklar. Das Havariekommando hat mehrere Ölbekämpfungsschiffe in das Gebiet beordert. Das Mehrzweckschiff „Mellum“ war am Nachmittag bereits dort und begann mit der Ölbekämpfung.

Mindestens 320 Tote durch Monsun in Indien

Die Zahl der Toten bei den Überschwemmungen in Indien ist auf 320 gestiegen. Mehr als 220.000 Bewohnerinnen und Bewohner mussten ihre Häuser verlassen, wie der Katastrophenschutz gestern mitteilte.

Die Menschen in dem auch bei Touristinnen und Touristen beliebten südindischen Bundesstaat Kerala kämpfen seit dem 8. August mit außerordentlich heftigen Monsunregenfällen. Die meisten Opfer seien ertrunken oder bei Erdrutschen umgekommen.

Zahlreiche Rettungskräfte seien im Einsatz, um Eingeschlossene in Sicherheit zu bringen. Noch zwei Tage davor hatten Behörden 67 Todesopfer gemeldet.

Science

Kultur

Neuer Köhlmeier-Roman: Die Angst vor Individualität

Robert und Jetti Lenobel - in den Büchern des Michael Köhlmeier konnte man den Geschwistern schon das eine oder andere Mal begegnen. Jetzt stehen die beiden im Mittelpunkt eines großen Romans, der soeben erschienen ist. In „Bruder und Schwester Lenobel“ erzählt Köhlmeier die Geschichte einer Familie und entwirft wie nebenbei ein Zeitporträt. Immer wieder stellt er dabei die Frage nach dem Wechselspiel zwischen Individuum und Gesellschaft.

Im Interview mit Ö1 sagt Köhlmeier: „Das Merkwürdige ist, dass wir uns - sozial und auch was unsere Sicherheit betrifft - auf einem unglaublich hohen Niveau befinden, auf einem Niveau, auf dem Menschen, die am selben Platz lebten wie wir heute, niemals waren. Und dennoch ist diese Gesellschaft voll Angst erfüllt. Das mutet einen absurd an.“ Und diese Angst habe einen Namen: Es sei die Angst, als Individuum irgendetwas zu gelten.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Heavy-Metal-Sängerin Jill Janus tot

Jill Janus, die Sängerin der amerikanischen Heavy-Metal-Band Huntress, ist tot. Die Musikerin starb im Alter von 43 Jahren, wie ihre Familie und die Band gestern bekanntgaben.

Janus habe seit vielen Jahren unter einer psychischen Krankheit gelitten. Am Dienstag habe sie sich das Leben genommen, schreibt die Band auf ihrer offiziellen Facebook-Seite. Die Sängerin habe über ihre Probleme öffentlich gesprochen, um anderen in ähnlichen Situationen zu helfen, so die Bandmitglieder.

Blake Meahl, Gründungsmitglied von Huntress, schrieb auf seiner Facebook-Seite, dass er und Janus „in neun Jahre gemeinsam ein Zuhause geschaffen haben“. Zu wissen, dass er seine Bandkollegin nie mehr sehen werde, sei „das niederschmetterndste Gefühl, das ich je erlebt habe“, schreibt Meahl.

Eine von wenigen Thrash-Metal-Sängerinnen

Janus fungierte seit der Gründung von Huntress als Frontfrau der Band. Sie war eine der wenigen Sängerinnen in der männerdominierten Thrash-Metal-Szene. Mit engen, schwarzen Lederanzügen als Bühnenoutfit schrie sich die blonde Sängerin durch Lieder wie „Spell Eater“, „I Want to Fuck You to Death“ und „Eight of Swords“.

Huntress brachten drei Alben heraus, das letzte mit dem Titel „Static“ im Jahr 2015. Die Band war in der Vergangenheit unter anderem mit Motörhead und Lamb of God auf Tour.

Hilfe im Krisenfall

Berichte über Suizide können bei Personen, die sich in einer Krise befinden, die Situation verschlimmern. Die Psychiatrische Soforthilfe bietet unter 01/313 30 rund um die Uhr Rat und Unterstützung im Krisenfall. Die österreichweite Telefonseelsorge ist ebenfalls jederzeit unter 142 gratis zu erreichen.