Ausland

Bei der Präsidentschaftswahl in Bolivien muss Amtsinhaber Evo Morales erstmals in die Stichwahl. Den ersten Wahlgang gewann der Sozialist mit rund 45 Prozent, wie die Wahlbehörden nach Auszählung von knapp 84 Prozent der Stimmen mitteilten. Er verfehlte damit aber die absolute Mehrheit und muss in der zweiten Wahlrunde gegen den gemäßigt konservativen Ex-Staatschef Carlos Mesa antreten. Dieser kam auf rund 38 Prozent der Stimmen.

Bisher hatte Morales alle Präsidentschaftswahlen im ersten Wahlgang gewonnen. Der erste indigene Staatschef des südamerikanischen Landes regiert seit 13 Jahren.

Boliviens Verfassung verbietet eigentlich eine vierte Kandidatur. Morales hatte im Februar 2016 ein Referendum über eine Verfassungsänderung verloren – das oberste Wahlgericht genehmigte jedoch im Dezember 2018 seine erneute Kandidatur.

Die kurdischen Einheiten haben sich vollständig aus der nordsyrischen Grenzstadt Ras al-Ain zurückgezogen. Die kurdisch dominierten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) vermeldeten gestern den Abzug ihrer Kämpfer, die Türkei bestätigte die Angaben. Ein AFP-Reporter beobachtete, wie ein Konvoi aus dutzenden Fahrzeugen die Stadt verließ. Derweil setzten die US-Streitkräfte ihren Truppenabzug aus dem nordsyrischen Grenzgebiet zur Türkei fort.

Ras al-Ain wurde zuletzt von türkischen Militäreinheiten und syrischen Hilfstruppen belagert. Der Abzug der SDF, die von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) dominiert werden, war Bestandteil der am Donnerstag zwischen den USA und der Türkei ausgehandelten Vereinbarung für eine fünftägige Waffenruhe in Nordsyrien.

Die Kampfpause soll den YPG-Kämpfern den Abzug aus einer geplanten „Sicherheitszone“ an der türkischen Grenze erlauben. Allerdings herrscht keine Einigkeit über das genaue Ausmaß dieser Pufferzone. Der Konvoi mit kurdischen Kämpfern und Verletzten, der Ras al-Ain nun verließ, bestand nach AFP-Angaben aus mehr als 50 Fahrzeugen, darunter Krankenwagen. Der Konvoi erreichte später die Stadt Tal Tamr südlich von Ras al-Ain.

Das chilenische Militär hat die Ausgangssperre über der Hauptstadt Santiago de Chile für eine weitere Nacht verlängert. Die Ausgangssperre trat laut Militär um 19.00 Uhr Ortszeit (00.00 Uhr MESZ) in Kraft und gilt bis heute 06.00 Uhr Ortszeit (11.00 Uhr MESZ).

Die konservative Regierung versucht derzeit, gewaltsamen sozialen Protesten Herr zu werden, die sich nach einer Fahrpreiserhöhung für die U-Bahn entzündet hatten. Bei den Protesten kam es zu Brandstiftungen und Plünderungen, weswegen der Ausnahmezustand verhängt wurde. Insgesamt kamen acht Menschen ums Leben, als eine Fabrik sowie ein Supermarkt abbrannten.

Als Reaktion auf die Proteste setzte Präsident Sebastian Pinera die Fahrpreiserhöhung am Samstag aus. Die Regierung mobilisierte außerdem 9.500 Soldaten. Es war das erste Mal seit dem Ende der Diktatur unter General Augusto Pinochet 1990, dass in der chilenischen Hauptstadt das Militär patrouillierte.

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Nach der vorläufigen Zurückweisung Nordmazedoniens durch die EU soll es am 12. April eine vorgezogene Parlamentswahl geben. Vom 3. Jänner bis zur Wahl solle eine technische Übergangsregierung im Amt sein, teilte die Regierung gestern in der Hauptstadt Skopje mit.

Die EU hatte sich bei ihrem Gipfel in Brüssel vergangenen Donnerstag nicht auf den eigentlich erwarteten Start von Beitrittsgesprächen mit Nordmazedonien und Albanien einigen können. Frankreich, die Niederlande und Dänemark hatten bemängelt, dass die Reformen von Justiz und Verwaltung in den beiden Kandidatenländern noch nicht weit genug gediehen seien. Die EU-Kommission war für den Beginn der Gespräche.

Besonders Nordmazedonien hat politisch viel in Vorleistungen für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen investiert. Gegen massive Widerstände der nationalistischen Opposition hatte die Regierung von Ministerpräsident Zoran Zaev die Änderung des Landesnamens von Mazedonien in Nordmazedonien durchgesetzt. Das EU-Mitglied Griechenland hatte das ultimativ verlangt, weil eine Provinz im Norden des Landes ebenfalls Mazedonien heißt.

In der Ukraine-Affäre um möglichen Machtmissbrauch von US-Präsident Donald Trump hat sich dessen geschäftsführender Stabschef Mick Mulvaney weiter um Schadensbegrenzung bemüht. „Ich gebe zu, dass ich mich vielleicht nicht klar ausgedrückt habe am Donnerstag“, sagte Mulvaney gestern dem Sender Fox News. Seine Pressekonferenz im Weißen Haus sei nicht perfekt gewesen.

Donald Trumps Stabschef Mick Mulvaney
APA/AFP/Jim Watson

Was er gesagt habe, sei falsch interpretiert worden. „Aber die Fakten sind völlig klar“, behauptete er. Es habe kein „Quid pro quo“ gegeben – also keine Forderung der Regierung von Präsident Donald Trump an Kiew, als Gegenleistung für US-Militärhilfen Untersuchungen zu den oppositionellen Demokraten in Gang zu setzen.

Genau dies hatte Mulvaney am Donnerstag jedoch vor laufender Kamera eingeräumt. Die Aussage hatte für großes Aufsehen gesorgt – trifft sie doch den Kern der Vorwürfe bei den Ermittlungen für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Trump. Mulvaney hatte bereits kurz nach dem Auftritt versucht, die Aussage zurückzuholen und als Fehlinterpretation der Medien darzustellen – angesichts der Video-Mitschnitte seiner Äußerungen allerdings ohne großen Erfolg.

Im Libanon haben sich die wichtigsten Parteien hinter ein Reformpaket von Ministerpräsident Saad Hariri gestellt. Sie stimmten unter anderem einem Verzicht auf neue Steuern und der Privatisierung großer Unternehmen zu, wie ein Regierungsvertreter sagte. Die Reformmaßnahmen sollten noch heute ins Kabinett.

Hariri hatte den Parteien eine Frist bis heute gesetzt, um dem Reformplan zuzustimmen. Der Ministerpräsident war durch Massenproteste unter Druck geraten.

Die Proteste waren am Donnerstag durch Reformpläne der Regierung ausgelöst worden, eine neue Steuer auf Anrufe zu erheben, die über Onlinedienste wie Whatsapp getätigt werden. Die Regierung nahm die Pläne zwar schnell wieder zurück, doch die Proteste hielten an.

Gestern gingen erneut hunderttausende Menschen auf die Straße. Wegen der schweren Wirtschaftskrise im Land forderten die Demonstranten erneut einen Regierungswechsel. In Beirut versammelten sich die Menschen vor dem Regierungspalast und schwenkten Landesflaggen. Auch außerhalb der Hauptstadt und in weiteren Teilen des Landes kam es zu Protesten.

Demonstration in Beirut
APA/AFP/Joseph Eid

„Ihr solltet alle gehen, wir vertrauen euch nicht“, stand auf dem Schild eines Demonstranten. „Das libanesische Volk hat jetzt das Wort, nicht die politischen Anführer“, hieß es auf einem anderen. Die am Donnerstag begonnenen Proteste waren teilweise eskaliert, heute blieben die Versammlungen aber bisher friedlich.

Demonstration in Beirut
APA/AFP

Der 6,8 Millionen Einwohner zählende Libanon kämpft mit einer Wirtschafts- und Finanzkrise. Die Staatsverschuldung liegt bei 86 Milliarden US-Dollar (rund 77 Mrd. Euro), was einer Quote von etwa 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht. Es ist eine der höchsten Schuldenquoten weltweit.

EU

Die neue Kommissarin für Inneres und Justiz, Ylva Johansson ist noch nicht im Amt, da setzen sich ihre Agenden bereits in Bewegung. Vergangene Woche hat der Trilog-Prozess zur Finalisierung der „Anti-Terror-Verordnung“ in Brüssel begonnen. Kern dieser Regulation ist die EU-weite Löschung „terroristischer Inhalte“ binnen einer Stunde. Die Positionen von Kommission, Parlament und Ministerrat liegen hier weit auseinander.

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Inland

Wirtschaft

Der von der deutschen Flugbegleitergewerkschaft UFO ausgerufene Streik bei den vier Lufthansa-Töchtern Eurowings, Germanwings, SunExpress und Cityline hat gestern in Österreich keine größeren Beeinträchtigungen im Flugverkehr ausgelöst. Am Flughafen Wien-Schwechat fielen acht von 34 An- und Abflügen der Gesellschaft Eurowings aus. Der Arbeitsausstand endete um Mitternacht.

Konkret gab es in Wien Probleme mit den Eurowings-Verbindungen nach Köln, Stuttgart und Düsseldorf. Die Eurowings-Flüge nach Hamburg, Hannover und Nürnberg fanden statt. „Wir hatten vier Ausfälle – zwei Rotationen nach Köln und je eine Rotation nach Stuttgart und Düsseldorf – das heißt acht Flüge wurden gestrichen“, hieß es am Abend beim Flughafen Wien. Nach den wenigen Flugstreichungen bis zum Nachmittag fielen dann in den Abendstunden noch der Abflug nach Düsseldorf um 20.10 Uhr und jener nach Köln um 20.40 Uhr aus. Der Flug nach Stuttgart um 20.50 Uhr erfolgte dann wieder planmäßig.

In Salzburg wurde die Verbindung nach Hamburg gestrichen. Die Flüge nach Düsseldorf um 16.40 Uhr und um 20.50 Uhr fanden dann der Homepage des Flughafens zufolge wie geplant statt. Am Kärnten Airport in Klagenfurt fiel die Köln-Maschine am Vormittag und somit die einzige Eurowings-Verbindung aus. Die Airports Graz, Linz und Innsbruck hatten keine Verbindungen dieser Lufthansa-Tochter am Flugplan und daher auch keine Ausfälle infolge der Arbeitsniederlegungen in Deutschland.

Sport

Chronik

Ein elf Monate altes Baby ist in der US-Stadt Philadelphia unter noch ungeklärten Umständen im Auto seiner Stiefmutter von vier Kugeln getroffen und lebensgefährlich verletzt worden. Die Frau habe während der Fahrt zwar mehrere Schüsse gehört, aber weiter nichts bemerkt, berichtete unter anderem der Sender abc unter Berufung auf die Polizei. Erst mehrere Häuserblocks weiter habe sie sich im Sitz umgedreht und erkannt, dass das Baby blutüberströmt auf dem Rücksitz lag. Die Ärzte kämpften noch am Abend um das Leben des Kindes.

Erste Ermittlungen der Polizei ergaben zunächst keine Anhaltspunkte. Möglicherweise bestehe ein Zusammenhang mit einer Schießerei in der Nähe, in deren Verlauf knapp eine Stunde zuvor drei Männer verletzt wurden.

Kein Lottospieler hat nach der gestrigen Ziehung bei Lotto „6 aus 45“ die sechs Richtigen – das bedeutet Jackpot. Im Topf liegen 711.840,60 Euro.

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Kultur

Die italienische Schauspielerin Sophia Loren hat gestern den Europäischen Kulturpreis „Taurus“ erhalten. Bei einer Gala in der Wiener Staatsoper bekam die 85-Jährige die undotierte Auszeichnung für ihr Lebenswerk. Ihr Sohn, der Dirigent Carlo Ponti jr., pries seine Mutter in seiner Laudatio nicht nur als Künstlerin, sondern als äußerst soziale Frau, die für ihre Freunde immer da sei und auch Menschen in Not helfe.

Schauspielerin Sophia Lorenwährend der Preisverleihung anl."Europäische Kulturpreise"
APA/Herbert Pfarrhofer

Loren trug ein rotes Abendkleid und war auf die Bühne geführt worden. Sie humple seit einem Sturz zu Hause und sei aktuell nicht gut zu Fuß, bekannte die 85-Jährige. „Heute bin ich sehr, sehr bewegt. Zum ersten Mal überreicht mir mein Sohn einen Preis“, freute sich die italienische Filmlegende.

Vivienne Westwood: „Müssen Wirtschaft ändern“

Zu den weiteren Preisträgern zählten der Maler Neo Rauch und die Designerin Vivienne Westwood. Westwood bekam die Auszeichnung für ihr gesellschaftliches Engagement. „Wir müssen die Wirtschaft ändern. Das Problem ist der Kapitalismus“, kritisierte Westwood die ökologischen Folgen des Massenkonsums. Der Leipziger Rauch erklärte in seiner Dankesrede, „ich möchte den Preis all jenen widmen, die – insbesondere in Leipzig – den Pinsel noch couragierter, noch tollkühner, noch unbotmäßiger über die Leinwand führen, als ich das tue.“

Einen „Taurus“ erhielten auch die Opernstars Rene Pape, Nina Stemme und Thomas Hampson. In weiteren Kategorien erhielten den Preis die Dirigentin Simone Young, der Komponist und Mäzen Gordon Getty, die Umweltinitiative R20 Austrian World Summit, die von Arnold Schwarzenegger mitbegründet wurde, sowie die Staatsoper selbst, die in diesem Jahr 150-jähriges Bestehen feierte. Die 14-jährige Komponistin Alma Deutscher aus Großbritannien bekam den Nachwuchspreis.

Die Trophäe zum Europäische Kulturpreis „Taurus“ stellt einen bronzenen Stier dar. Der Preis soll herausragende Leistungen von Kulturschaffenden würdigen. Preisstifter ist das Europäische Kulturforum.

Das großformatige „Letzte Abendmahl“ zählt zu den wenigen erhaltenenen bzw. bekannten Werken der florentinischen Rennaissance-Malerin Plautilla Nelli (1524–-1588). Das rund sieben mal zwei Meter große Bild wurde im Rahmen eines Crowdsourcing-Projekts in den vergangenen vier Jahren aufwendig restauriert und wird nun dauerhaft in Florenz, konkret in der Mensa des Santa-Maria-Novella-Museums ausgestellt.

Die vom Künstlerbiografen Giorgio Vasari (1511–1574) als „erste Malerin“ von Florenz bezeichnete Nelli trat als 14-Jährige ins florentinische Kloster der heiligen Katharina von Siena ein und leitete dort eine erfolgreiche Malerwerkstadt. Das nach Angaben der Zeitung „La Repubblica“ einzig bekannte „Letzte Abendmahl“, das von einer Frau gemalt wurde, wurde offenbar durch Zufall entdeckt und ist nun erstmals in rund 450 Jahren öffentlich zu sehen.

Hinter der Restaurierung des Werkes steht die Organisation Advancing Women Artists (AWA), die sich die Wiederentdeckung heute vergessener Künstlerinnen auf die Fahnen geschrieben hat.

Mit einem Plus beim Lesepublikum und bei den Fachbesuchern ist die Frankfurter Buchmesse heute zu Ende gegangen. Deutschen Medienberichten zufolge wurde die Marke von 300.000 Besuchern geknackt. Nach den letzten Prognosen wurde bei den Fachbesuchern ein Plus von 1,8 Prozent und am Publikumswochenende sogar ein Zuwachs von acht Prozent verzeichnet. 2018 waren an den fünf Tagen etwa 285.000 Besucher gekommen.

Am Wochenende gab es volle Hallen, Gedränge vor den Lesebühnen und lange Schlangen bei Signierstunden. „Es ist sehr voll, und wir sind sehr zufrieden“, sagte Buchmesse-Sprecherin Kathrin Grün. Der Zuwachs beim Publikum liege auch daran, dass die Buchmesse in diesem Jahr nicht während der hessischen Herbstferien stattgefunden habe.

An den Messeständen der Verlage informierten sich die Besucher über Neuerscheinungen und Bestseller. 7.450 Aussteller aus 104 Ländern waren dabei, etwas weniger als 2018. Ein Novum 2019: Erstmals wurden das ganze Wochenende über Bücher verkauft.

Der Umbau des Wien Museums liege weiter im Finanzplan von insgesamt 108 Millionen Euro, hieß es gestern in einer Aussendung des Museums. Die „Kronen Zeitung“ (Sonntagsausgabe) hatte von einem drohenden „Kostenfiasko“ berichtet und dieses Szenario aus „internen Sitzungsprotokollen“ aus dem April und Mai dieses Jahres abgeleitet, in denen von steigenden Kosten die Rede war.

Laut dem Wien Museum handle es sich bei den Papieren hingegen lediglich um Risikoanalysen. „Seit der von der Kronen Zeitung angeführten Risikoplanung vom April 2019 gab es mehrere neue, den aktuellen Ereignissen und Gegebenheiten angepasste Risikovorschauen.“ Diese hätten ergeben, dass bisher „keine Kosten nachgebessert werden mussten.“ In dem Zeitungsbericht würden „Risikoanalysen mit Planständen“ verwechselt.

Laut den in der Zeitung zitierten Protokollen hätten sich allein die Umbaukosten von 64 auf 87 Millionen Euro erhöht.

Science