Ukraine-Krieg

Nach dem umfassenden Stromausfall in Odessa ist die Versorgung kritischer Infrastruktur nach Angaben der Ukraine wieder hergestellt. Dementsprechend würden Wasser- und Wärmeversorgung wieder in Betrieb genommen, teilt Energieminister Herman Haluschtschenko mit. Ein Drittel der privaten Verbraucher habe ebenfalls wieder Strom. Zur Unterstützung würden 31 Hochleistungsgeneratoren in die Stadt gebracht.

Nach einer Havarie in einem Umspannwerk waren seit der Früh rund 500.000 Haushalte in der Millionenstadt ohne Strom. „Die Situation ist komplex, das Ausmaß des Unfalls ist beträchtlich“, schrieb Ministerpräsident Denys Schmyhal im Onlinedienst Telegram.

Eine schnelle Wiederherstellung der Stromversorgung sei nicht möglich. Das Umspannwerk sei infolge der russischen Angriffe „wiederholt“ beschädigt worden. Der Gouverneur der Region Odessa, Maksym Martschenko, bezeichnete den nicht näher benannten Zwischenfall als „ernst“.

Moskau greift seit Monaten systematisch das ukrainische Stromnetz an. Die Schwarzmeerhafenstadt Odessa war vor Beginn des russischen Angriffskriegs vor knapp einem Jahr ein beliebtes Urlaubsziel für viele Menschen aus der Ukraine und aus Russland.

Ölprodukte aus Russland dürfen ab morgen nicht mehr in die Europäische Union importiert werden. Grundlage der Einfuhrbeschränkung ist eine im Juni von den 27 Mitgliedsstaaten beschlossene Sanktionsverordnung wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.

Sie trat bereits kurz nach dem Beschluss in Kraft, sah aber für das Embargo auf Ölprodukte eine lange Übergangsfrist vor. Der Import von russischem Rohöl in die EU ist bereits seit dem Dezember weitgehend verboten. Bei dem Ölprodukteembargo gibt es lediglich eine Ausnahmeregelung für Kroatien.

Preisobergrenze für Erdölprodukte

Ebenfalls ab morgen gilt eine Regelung, die Russland dazu zwingen soll, Erdölprodukte künftig unter Marktpreis an Abnehmer in anderen Staaten zu verkaufen. Sie sieht für Erzeugnisse wie Diesel eine Preisobergrenze von 100 US-Dollar (rund 92 Euro) pro Barrel vor, für weniger hochwertige Erdölprodukte wie Heizöl soll sie bei 45 Dollar (rund 41 Euro) pro Barrel liegen.

Zum Vergleich: An internationalen Börsen wurde ein Barrel Diesel zur Lieferung nach Europa zuletzt zu Preisen von umgerechnet etwa 100 bis 120 Euro gehandelt.

Beide Maßnahmen sollen dazu beitragen, die russischen Handelsgewinne zu begrenzen, und dadurch auch Russlands Fähigkeiten zur Kriegsführung einschränken.

Schon die bereits im Dezember eingeführte Preisobergrenze für russische Rohöllieferungen in Drittstaaten kostet Russland nach Angaben der EU-Kommission geschätzt rund 160 Millionen Euro pro Tag. Ziel des Preisdeckels ist es allerdings auch, neue Preissprünge an den internationalen Märkten zu verhindern, um damit die EU-Staaten und auch Drittländer zu schützen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Situation in der Ukraine infolge des Krieges als eine von weltweit acht akuten Gesundheitsnotlagen ein. Allein in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres seien 14.000 Opfer unter Zivilisten und Zivilistinnen dokumentiert, heißt es in einem Bericht der UNO-Organisation.

17,7 Millionen Menschen benötigten humanitäre Hilfe. 7,5 Millionen Ukrainer und Ukrainerinnen seien in Europa auf der Flucht. Von weltweit 471 Angriffen mit schweren Waffen auf Gesundheitseinrichtungen seien 448 in der Ukraine geschehen, heißt es in dem Bericht, den WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus dem Exekutivrat vorlegte.

Moskau wies Bericht zurück

Russland, das die Ukraine am 24. Februar vergangenen Jahres angegriffen hatte und das als „militärische Spezialoperation“ bezeichnet, wies den Bericht zurück. Der russische Vertreter im WHO-Exekutivrat bezeichnete ihn als einseitig und unbegründet. Die Regierung in Moskau hat wiederholt bestritten, in der Ukraine zivile Ziele ins Visier zu nehmen.

Allerdings sind in der Ukraine zahlreiche Zerstörungen ziviler Einrichtungen infolge russischer Angriffe dokumentiert. Die US-Vertreterin bei den Vereinten Nationen erklärte, die russischen Angriffe auf die Ukraine hätten unvorstellbares Leid über Zivilisten gebracht. Sie forderte von der WHO eine rasche Fortschreibung des Berichts auch für die Zeit seit September.

Russland und die Ukraine haben nach Angaben aus Moskau den zahlenmäßig größten Gefangenenaustausch seit Jahresbeginn vollzogen. 63 russische Soldaten seien zurückgeholt worden, teilte das russische Verteidigungsministerium heute mit. Die Ukraine bestätigte später den Austausch und die Rückkehr von 116 Gefangenen.

Den Angaben des russischen Verteidigungsministeriums zufolge wurden die befreiten Soldaten medizinisch und psychologisch versorgt. Sie hätten zudem bereits Kontakt zu ihren Angehörigen aufnehmen können.

Genauere Angaben zu den ukrainischen Gefangenen machte derweil der Leiter des Präsidentenbüros in Kiew, Andrij Jermak. Freigelassen worden seien 114 Soldaten und Unteroffiziere plus zwei Offiziere. Die meisten davon hätten bei den Streitkräften gedient, andere bei der Nationalgarde, der Polizei und dem Grenzschutz.

Ausland

Der Oberste Gerichtshof in Brasilien hat eine Untersuchung gegen einen Senator eingeleitet, der von einem konspirativen Treffen in Anwesenheit von Ex-Präsident Jair Bolsonaro berichtet hat, um diesen trotz Wahlniederlage im Amt zu halten.

Die Bundespolizei habe festgestellt, dass der Senator Marcos do Val vier verschiedene Versionen des Sachverhalts geschildert habe, teilte das oberste Gericht in Brasilia gestern Abend (Ortszeit) mit.

Do Val hatte unter anderem in einer Pressekonferenz von einem Treffen mit Ex-Präsident Bolsonaro und einem ehemaligen Abgeordneten aus dem Bolsonaro-Lager berichtet.

Dabei sei es um ein Komplott gegen den Präsident der Wahlbehörde Alexandre de Moraes gegangen, der zudem als Richter am Obersten Gerichtshof unter anderem wegen der Verbreitung von „Fake News“ gegen Bolsonaro ermittelt. De Moraes hätte festgenommen werden und die Wahl doch noch zugunsten Bolsonaros ausgehen sollen.

Ermittlungen wegen Falschaussage und Verleumdung

Angesichts der schweren Vorwürfe eines möglichen versuchten Staatsstreichs ordnete de Moraes die Anhörung des Senators durch die Polizei an. Die Befragung durch die Polizei warf jedoch solche Zweifel an den Schilderungen auf, dass nun gegen den Senator unter anderem wegen Falschaussage und Verleumdung ermittelt wird. Die Vorwürfe sollten vollständig geklärt werden, hieß es in der Mitteilung des Gerichts.

Der ultrarechte Bolsonaro war in der Stichwahl um das Präsidentenamt im Oktober dem Linkspolitiker Luiz Inacio Lula da Silva knapp unterlegen. Viele seiner Anhänger wollen die Niederlage nicht anerkennen und fordern immer wieder ein Eingreifen des Militärs. Bolsonaro, der sich seit Ende vergangenen Jahres in den USA aufhält, zog dort das Ergebnis der Wahl zuletzt erneut in Zweifel, ohne Beweise vorzulegen.

In Italien mehren sich die Protestaktionen für die Freilassung des hungerstreikenden Anarchisten Alfredo Cospito. Einige hundert Personen versammelten sich heute vor dem Mailänder Gefängnis Opera, in dem der zu einer lebenslanger Haft verurteilte Anarchist inhaftiert ist.

Seit über drei Monaten führt Cospito einen Hungerstreik gegen die harten Haftbedingungen durch, denen er unterzogen ist und die normalerweise Topmafiosi vorbehalten sind. Die Regierung weigert sich, die strengen Haftbedingungen zu lockern.

Cospito verbüßt seine Haftstrafe für einen Bombenanschlag auf eine Carabinieri-Polizeischule 2006 und für die Verletzung des Geschäftsführers der Gesellschaft Ansaldo Nucleare, Roberto Adinolfi, im Jahr 2012 in Genua.

Meloni ärgert sich über Fragen

Regierungschefin Georgia Meloni rief unterdessen zur Besonnenheit auf. Die Tonlage habe sich sicherlich zu sehr verschärft, schrieb Meloni in einem Brief, den die Zeitung „Corriere della Sera“ online veröffentlichte. „Ich fordere alle, angefangen bei den Angehörigen der Fratelli d’Italia, auf, sie (die Tonlage, Anm.) wieder auf ein Niveau der aufrichtigen und respektvollen Auseinandersetzung zu bringen.“

Meloni, die sich bisher in der Affäre zurückhielt, ärgerte sich in dem Brief, dass italienische Journalisten und Journalistinnen sie bei ihrem Berlin-Besuch vor versammelter internationaler Presse und Bundeskanzler Olaf Scholz dazu befragten, statt Interesse daran zu zeigen, was sie gerade für Italien mache.

„Der Grund, weshalb ich bisher nicht eingeschritten bin, ist, dass ich versucht habe, einen Streit nicht zu nähren, den ich für alle kontraproduktiv halte“, schrieb sie weiter.

Tausende Menschen in Israel haben den fünften Samstagabend in Folge gegen eine umstrittene Justizreform im Land protestiert. Trotz regnerischen Wetters versammelten sich Demonstrantinnen und Demonstranten im Zentrum der Küstenstadt Tel Aviv. Viele schwenkten israelische Flaggen und skandierten „Freiheit, Gleichheit, Regierungsqualität“. Auch in Haifa gingen die Menschen auf die Straße.

Die Demonstranten wollen das Vorhaben der rechts-religiösen Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu stoppen, das Justizsystem im Land gezielt zu schwächen. Eliad Schraga, Vorsitzender der Bewegung für Regierungsqualität, verglich Netanjahu mit dem römischen Kaiser Nero, der das brennende Rom zufrieden betrachtet habe.

Nach den Plänen von Justizminister Jariv Levin soll eine Mehrheit im Parlament ein Gesetz verabschieden können, auch wenn es nach Ansicht des höchsten Gerichts gegen das Grundgesetz verstößt. Levin will außerdem die Zusammensetzung des Gremiums zur Ernennung von Richtern ändern. Er wirft dem höchsten Gericht eine übermäßige Einmischung in politische Entscheidungen vor.

Brasiliens Marine hat ein seit Monaten umherirrendes und mit giftigen Asbestplatten ausgestattetes Geisterschiff, den Flugzeugträger „Sao Paulo“, in brasilianischen Gewässern versenkt. „Die brasilianische Marine ging mit der erforderlichen technischen Kompetenz und Sicherheit vor“, hieß es in einer Mitteilung der Marine gestern (Ortszeit). Natur- und Umweltschützer hatten bereits zuvor gegen die Pläne protestiert und kritisierten nun deren Umsetzung.

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Inland

Niederösterreichs FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl erhält nach seiner als menschenverachtend kritisierten Aussage gegenüber Schülern und Schülerinnen mit Migrationshintergrund Rückendeckung durch den freiheitlichen Generalsekretär Michael Schnedlitz. Ganz anders äußerte sich heute hingegen die Salzburger FP-Chefin Marlene Svazek, die sich heuer einer Landtagswahl stellen muss.

Sie glaube, dass „Waldhäusl irgendwo in seinem Denkmuster verunfallt oder vielleicht falsch abgebogen ist“, sagte sie zur „Presse“.

Schnedlitz stärkt Waldhäusl den Rücken

Schnedlitz erklärte gegenüber Ö1, Waldhäusl habe mit dem Sager, dass Wien ohne Migrantenkinder noch Wien wäre, vollkommen recht. „Wien ist nicht mehr das Wien, wie es vor 30 Jahren war“, so der wie Waldhäusl in Niederösterreich verankerte Generalsekretär.

Dieser behauptete: „Man kann sich nicht mehr in der Nacht auf die Straßen trauen, schon gar nicht unsere Frauen und unsere Kinder. Und das ist nicht der Zustand, den wir Freiheitliche für die Wiener wollen, aber auch nicht für ganz Österreich wollen.“

Svazek geht auf Distanz

Svazek sieht das anders. Waldhäusl hätte erklären müssen, dass offene Grenzen mit der Asylproblematik zusammenhängen und nicht mit Klassen, in denen Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund sitzen.

„Das sind zwei völlig unterschiedliche Themen, die er verknüpft hat“, meinte sie: „Das kann man vielleicht am Stammtisch so salopp sagen, aber nicht in einer Diskussion“, sagte sie.

Auf Distanz ging Svazek auch zu Aussagen von Parteichef Herbert Kickl, der Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) unlängst als „Hexe“ tituliert hatte, die SPÖ als „Blutsauger“ und von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) gemeint hatte, er habe „keine Eier“. „Ich selber verwende eine andere Sprache, aber Menschen sind eben verschieden“, meinte sie dazu.

Niemand wolle „Hexe“ genannt werden: „Bei der Tonalität muss man aber auch bedenken, was wir uns in den vergangenen Jahren wegen unserer Corona-Politik anhören mussten: Dass wir ‚Gefährder‘ seien oder ‚Menschen töten‘.“

Berichte über den Vorwurf angeblicher Geldflüsse aus Russland an die FPÖ könnten nun den Rechnungshof (RH) aktiv werden lassen. Geld aus dem Ausland anzunehmen ist Parteien in Österreich nämlich verboten, und mit der jüngsten Novelle des Parteiengesetzes darf der RH sich nun bei „begründetem Verdacht“ einschalten.

„Der Rechnungshof analysiert seit dem Bekanntwerden von Medienberichten zur FPÖ gestern, ob diese einen ‚begründeten Verdacht‘ nach der neuen Kompetenz im Parteiengesetz – Paragraf 10 (5) – darstellen. Sollte er zu diesem Schluss kommen, wird er entsprechende Schritte einleiten“, teilte Rechnungshof-Sprecher Christian Neuwirth mit.

Vorwürfe kursierten bereits im März 2022

Einem „profil“-Bericht zufolge könnte die FPÖ von einem russischen PR-Agenten Geld erhalten haben, um dafür einen prorussischen Antrag im Nationalrat einzubringen. Gehackte E-Mails eines „russischen Chefpropagandisten“ beinhalten demzufolge ein Dokument in russischer Sprache mit dem Titel „Entschließung zur Aufhebung antirussischer Sanktionen im österreichischen Parlament“.

Tatsächlich wurde ein entsprechender Antrag im Juli 2016 eingebracht. Dieser wurde aber abgelehnt. Die Vorwürfe sind seit März 2022 bekannt. Das New Lines Magazine berichtete damals über Verstrickungen zwischen Europas rechten Parteien mit Russland – darunter befand sich auch die FPÖ mit ihrem Antrag aus dem Jahr 2016.

Kritik von ÖVP und SPÖ – FPÖ kontert

Von ÖVP und SPÖ setzte es erneut Kritik an den Freiheitlichen wegen der Vorwürfe. „Die FPÖ muss wegen ihres ausländischen Einflusses ihre Parteienfinanzierung offenlegen und sich von jeglicher Einflussnahme durch Russland distanzieren. Ebenfalls ist der Rechnungshof gefordert, tätig zu werden“, verlangte Reinhold Lopatka, Bereichssprecher für Europa-und Außenpolitik der Volkspartei.

Ähnlich SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch: „Die enge Bande der FPÖ mit dem Kreml ist jetzt nicht mehr zu leugnen. Seit Erscheinen des ‚profil‘-Berichts ist der sonst nicht auf den Mund gefallene FPÖ-Obmann Herbert Kickl plötzlich schmähstad. Herr Kickl, brechen Sie Ihr Schweigen und legen Sie den Freundschaftsvertrag der FPÖ mit der Putin-Partei offen“, forderte er.

FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker wertete all das als Versuch, den Freiheitlichen mit einem erfundenen Schauermärchen einen Skandal anzudichten, wie er mitteilte. Es handle sich um „uralte Vorwürfe“, von denen kein einziger auch nur ansatzweise wahr sei und die schon unzählige Male dementiert worden seien. Nur die FPÖ nehme weder Geld aus dem Ausland, noch verschiebe sie Steuergeldmillionen dorthin, so Hafenecker.

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause hat heute in Linz wieder der Burschenbundball stattgefunden – und damit auch die Demonstration des „Bündnisses Linz gegen Rechts“, das die Veranstaltung als rechtsextrem kritisiert.

Rund 300 Kundgebungsteilnehmerinnen und -teilnehmer versammelten sich am Abend vor dem Ars Electronica Center, auf dem Weg durch die Stadt wurden es knapp 600 Leute, berichtete die Polizei. Die Veranstalter sprachen von 1.200 Teilnehmenden. Der Demozug bis an den Rand der Sperrzone verlief nach Angaben der Polizei sehr ruhig. Musikalische Unterstützung kam von der Linzer Band Bucanero.

Der Ball werde „maßgeblich von der deutschnationalen Burschenschaft Arminia Czernowitz organisiert“, kritisierte Bündnissprecherin Eva Reiter, man wolle dem Ball „ein lautstarkes und friedliches Zeichen für eine demokratische, offene und freie Gesellschaft, ohne ewiggestriges, rechtsextremes Gedankengut“ entgegensetzen.

Kein Ehrenschutz mehr durch Unirektor

Die – so die Eigendefinition der Ballveranstalter – „Jahresveranstaltung der in Oberösterreich lebenden Mitglieder von nationalen waffenstudentischen Verbindungen, ihrer Angehörigen und Freunde“ im Palais Kaufmännischer Verein sorgt traditionell für Kritik.

SPÖ und Grüne sehen darin ein Vernetzungstreffen der rechten Szene und kritisieren zudem, dass die Veranstaltung unter dem Ehrenschutz von Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) steht.

Früher stand der Ball auch unter dem Ehrenschutz des Rektors der Linzer Johannes Kepler Universität. Das Rektorat übernimmt aber seit 2020 generell keinen Ehrenschutz mehr für Bälle – die in geheimer Abstimmung des Senats getroffene Entscheidung kann wohl in Zusammenhang mit dem Burschenbundball gesehen werden.

Von Zeit zu Zeit müssen Kinder und Jugendliche hierzulande Entscheidungen treffen, die sich auf ihr weiteres Leben auswirken. Welcher Schultyp soll auf die Volksschule folgen? Und wohin tendiert man nach der Pflichtschule? Später müssen sich viele Jugendliche den Kopf darüber zerbrechen, was sie nach der Matura machen wollen. Die meisten zieht es Richtung Uni – doch ausreichend informiert fühlt man sich nicht. Das geht aus einer neuen Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) hervor.

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Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) hat den Druck in Richtung einer allfälligen Gesundheitsreform noch einmal erhöht. Heute betonte der Ressortchef, dass man angesichts der laufenden Finanzausgleichsverhandlungen zwischen Bund, Ländern und Gemeinden bis Ende des Jahres ein „Zeitfenster“ habe. Rauch appellierte an alle Beteiligten: „Leute, geben wir die Blockadehaltungen auf.“

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Umwelt & Klima

Die Semesterferien sind angelaufen – und Österreichs Skigebiete können mit Blick auf Schnee- und Buchungslage vorerst aufatmen. Nach den österreichweit aperen Skigebieten in den letzten Monaten gibt es in weiten Teilen des Landes nun reichlich Neuschnee. Dennoch muss die Branche langfristig Maßnahmen für ihre Zukunftsfähigkeit setzen, fordern Klimaforscher. Denn weniger Schnee reduziert nicht nur die Skitage und setzt den Wintertourismus unter Druck, sondern zeitigt auch im Sommer Konsequenzen.

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Wirtschaft

Die Lufthansa interessiert sich einem Medienbericht zufolge für die zusammengebrochene britische Airline Flybe. Die deutsche Fluggesellschaft und ihr Konkurrent Air France-KLM führten Gespräche über eine Übernahme des insolventen Unternehmens, berichtete die britische Zeitung „The Telegraph“ heute unter Berufung auf Insider. Flybe hatte Ende Jänner den Betrieb eingestellt und Gläubigerschutz beantragt.

Die beiden Unternehmen seien an Start- und Landerechten von Flybe interessiert, berichtete die Zeitung. Es gehe um jeweils sieben Slots auf dem Flughafen London-Heathrow und fünf auf dem Flughafen Amsterdam-Schiphol. Wer diese Rechte haben wolle, müsse das gesamte Geschäft kaufen, zitierte die Zeitung einen Insider.

Ein Sprecher der Flybe-Verwalter sagte der Zeitung zufolge, Gespräche mit glaubwürdigen Parteien würden fortgesetzt. Die Lufthansa erklärte zu dem Zeitungsbericht, man kommentiere keine Spekulationen. Air France-KLM lehnte eine Stellungnahme ab.

Bis zu zehn Prozent haben die heimischen Brauereien den Bierpreis mit Jahresbeginn angehoben. Während die Steigerungen im Handel durch Aktionen abgefedert werden können, wird in der Gastronomie die Preissteigerung an den Kunden weitergegeben. Eine Herausforderung für die Brauereien und Gastronomiebetriebe im Land.

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Sport

Die SV Guntamatic Ried hat heute dafür gesorgt, dass der Titel im Uniqa-ÖFB-Cup mit hundertprozentiger Sicherheit an einen Bundesligisten geht. Die Oberösterreicher setzten sich im Viertelfinale beim Regionalligisten Wiener Sport-Club mit einiger Mühe mit 2:0 (0:0) durch und stehen damit so wie im Vorjahr im Semifinale. Christoph Lang vom Elfmeterpunkt und Leo Mikic brachten den Traum des Außenseiters von einer Cupsensation zum Platzen.

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Im letzten Weltcup-Rennen vor der alpinen Weltmeisterschaft in Courchevel/Meribel haben sich Österreichs Slalom-Herren heute in Chamonix nicht für Medaillen empfohlen. Als bester Österreicher wurde Fabio Gstrein 13., Manuel Feller dahinter 14. Den Sieg sicherte sich der Schweizer Ramon Zenhäusern, mit 1,02 Sekunden Rückstand sensationell Zweiter wurde AJ Ginnis aus Griechenland, der Daniel Yule (SUI) um 0,04 Sekunden hinter sich ließ.

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Union Berlin und Borussia Dortmund haben heute in der 19. Runde der deutschen Bundesliga ihre Erfolgsläufe fortgesetzt. Kapitän Christopher Trimmel und Union feierten mit einem 2:1 über Mainz 05 ebenso den vierten Sieg in Folge wie Dortmund mit einem 5:1-Kantersieg über den FC Freiburg. Das Schützenfest der Borussia wurde durch einen besonderen Treffer versüßt: Sebastien Haller trug sich erstmals nach überstandener Krebserkrankung wieder in einem Pflichtspiel in die Schützenliste ein.

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Johannes Lamparter hat seine glänzende Form aus Seefeld mit ins Allgäu genommen und den ersten von zwei Weltcup-Bewerben der Nordischen Kombinierer in Oberstdorf gewonnen. Der Tiroler siegte heute vor dem Norweger Jens Luras Oftebro sowie seinem Teamkollegen Franz-Josef Rehrl und feierte seinen neunten Erfolg im Weltcup, den sechsten in diesem Winter. Mario Seidl fiel im Langlauf von Rang drei auf sieben zurück.

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Chronik

Bei Waldbränden nach einer intensiven Hitzewelle sind in Chile mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. Zudem seien mehr als 550 Menschen verletzt worden, 16 davon schwer, sagte Innenministerin Carolina Toha heute.

Angesichts der Lage rief die Regierung von Präsident Gabriel Boric den Notstand in der betroffenen Region in der Provinz Concepcion im Zentrum des Landes aus. Insgesamt loderten nach offiziellen Angaben mehr als 250 Feuer. Über 80 von ihnen sind noch nicht unter Kontrolle. Durch die Flammen wurden seit Mittwoch Zehntausende Hektar Land zerstört.

Eine Hitzewelle hatte Chile in den vergangenen Tagen Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius beschert. Das begünstigte den Ausbruch der Brände. Bereits 2017 hatte es eine ähnliche Hitzewelle mit Bränden gegeben. Damals wurden mehr als 1.500 Häuser und 467.000 Hektar Land zerstört. Insgesamt starben elf Menschen, rund 6.000 wurden verletzt.

Starke Schneefälle haben in Polen, Tschechien und der Slowakei zu zahlreichen Unfällen geführt und großflächige Stromausfälle verursacht. In Polen starben nach Medienberichten heute mindestens zwei Menschen bei wetterbedingten Unglücksfällen.

Auto auf verschneiter Straße in Tschechien
AP/CTK Photo/David Tanecek

In der südlich von Katowice gelegenen schlesischen Ortschaft Cisiec starb eine ältere Frau, als ein wegen eines Sturms umgestürzter Baum ihr Einfamilienhaus schwer beschädigte. Wie ein Feuerwehrsprecher der Nachrichtenagentur PAP mitteilte, wurde die Pensionistin von Feuerwehrleuten im Haus gefunden. Der Fernsehsender TVN24 berichtete von mehr als 140 Verkehrsunfällen im Zusammenhang mit starken Schneefällen und rutschigen Fahrbahnen. Eine Frau sei im Bezirk Danzig mit ihrem Auto gegen einen Baum geprallt und gestorben.

„Ausnahmesituation“ in Slowakei

Im Norden der Slowakei verhängte ein Krisenstab heute nach Angaben der Nachrichtenagentur TASR über 27 Gemeinden die „Ausnahmesituation“, die besondere Notmaßnahmen und Einschränkungen erlaubt. Mehrere beliebte Skigebiete wurden für das Wochenende wegen gefährlicher Stürme gesperrt. Die Bewohner der Regionalhauptstadt Zilina und umliegender Orte wurden aufgerufen, ihre Häuser nicht zu verlassen, wenn es nicht unbedingt nötig sei.

Stromausfälle in Tschechien

In Tschechien waren heute Zehntausende Haushalte ohne Strom. Wie die Nachrichtenagentur CTK berichtete, waren meist auf Leitungen gestürzte Bäume die Ursache. Nahe der tschechischen Stadt Jablonne nad Orlici unweit der polnischen Grenze stürzte ein Baum auf ein fahrendes Auto. Zwei Verletzte mussten von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug befreit werden.

Nach tagelanger Suche ist in Indonesien ein Sumatra-Tiger eingefangen worden, der mehrere Personen angegriffen und verletzt haben soll. Das Tier ging nach Behördenangaben heute in eine Falle, die Tierschützer und Tierschützerinnen in dem Ort Kluet Tengah in der westindonesischen Provinz Aceh aufgestellt hatten. Der Tiger habe mehrere Verletzungen.

„Eines der Opfer sagte, er habe das Tier verletzt, als er sich selbst verteidigte“, sagte Agus Rianto, der Leiter der örtlichen Naturschutzbehörde. „Der Körper des Tigers weist mehrere Wunden auf, darunter am Kopf, am Hals und am Bein.“ Ein Foto der Polizei zeigt die große Raubkatze in einem Käfig, in seinem Gesicht klafft eine Wunde.

Suche mit Hilfe von Soldaten

Nachdem vier Menschen in einem Naturschutzgebiet in Kluet Tengah angegriffen und einer dabei lebensbedrohlich verletzt wurde, war eine großangelegte Suche mit Hilfe von Soldaten, Naturschutzbeamten und Feuerwehrleuten nach dem Tiger angestoßen worden.

Einige Tage später ereignete sich ein erneuter Angriff, dieses Mal auf zwei Bauern. Sie wurden schwer verletzt. Die Behörden konnten bisher nicht sagen, ob beide Angriffe auf denselben Tiger zurückgehen.

Tiger wird medizinisch behandelt

Sumatra-Tiger sind nach Einstufung der Weltnaturschutzunion (IUCN) vom Aussterben bedroht. Schätzungen gehen davon aus, dass mittlerweile weniger als 400 Exemplare der großen Raubkatzen in freier Wildbahn leben. Nicht nur haben es Wilderer auf sie abgesehen, auch hat die grassierende Entwaldung ihren Lebensraum stark eingeschränkt.

Der nun gefangene Tiger werde medizinisch behandelt, sagte Rianto. Sobald er sich erholt habe, werde er in einem nahe gelegenen Nationalpark freigelassen.

Die Polizei hat im Salzburger Stadtteil Maxglan einen 24-Jährigen kurz nach einem Einbruch in einen Bauernhof geschnappt. Es gab zuvor eine Verfolgungsjagd. Der Verdächtige soll sich bei der Festnahme sehr aggressiv verhalten haben – inklusive Beißattacke gegen Polizisten.

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Gesundheit

Schon Teenager eifern durch soziale Netzwerke wie TikTok, Instagram und Co. unrealistischen Schönheitsidealen nach. Viele wünschen sich im jungen Alter Schönheitsoperationen. Der plastische Chirurg Rolf Bartsch warnt davor.

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Kultur

Die französische Schriftstellerin Annie Ernaux hadert mit ihrem Literaturnobelpreis. Sie sei jetzt nicht mehr Annie Ernaux, sondern „die Nobelpreisträgerin“, sagte die Autorin dem „Spiegel“. Der 82-Jährigen machten vor allem die vielen Anfragen zu schaffen, die sie seit Erhalt der Auszeichnung erreichen.

Sie habe sich das Alter immer als einen Moment der Freiheit und Ruhe vorgestellt. „Aber jetzt muss ich mich gegen diese ganzen Anfragen behaupten“, sagte sie. Zu ihrem Preisgeld in Höhe von knapp 900.000 Euro befragt, sagte Ernaux: „Ich habe es noch nicht abgeholt, weil ich wirklich nicht weiß, was ich damit machen soll.“

Macron „Präsident der Reichen“

Die Französin versteht sich als politische Autorin und hält auch mit ihrer Kritik am Führungsstil von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nicht hinterm Berg.

Seit Macron im Elysee sei, regiere er „autoritär und ohne Empathie für das Volk“. Er sei der „am weitesten von den Franzosen entfernte“ Präsident und „eindeutiger als seine Vorgänger ein Präsident der Reichen“, sagte Ernaux.

Die Band Russkaja löst sich auf. „Der wütende Krieg in der Ukraine, den Russland am 24. Februar 2022 begonnen hat, macht es uns unmöglich, mit einem Image & Style weiterzumachen, die sich auf satirische Art und Weise der Soviet-Thematik und Sprache bedienen“, hieß es gestern auf ihrer Facebook-Seite. Die 2005 gegründete Gruppe rund um den in Moskau geborenen Sänger Georgij Makazaria hatte durch Auftritte in der ORF-Sendung „Willkommen Österreich“ breite Bekanntheit erlangt.

Es sei „der traurigste Tag der Bandgeschichte“, hieß es, doch was vor dem russischen Angriff auf die Ukraine „noch lustige Satire in der Musik war, ist jetzt nur noch tragisch mit einem sehr bitteren Beigeschmack, und die Bandmitglieder können nicht mehr auf die Bühne gehen, ohne diese Tragik in jeder Note und jedem Wort zu spüren. Jede Textzeile hat mittlerweile eine völlig andere Bedeutung bekommen, und niemand in dieser Band will etwas repräsentieren, das in Zeiten wie diesen ausschließlich mit Krieg, Tod, Verbrechen und Blutvergießen assoziiert wird.“

„Shitstorms“ und „Hasskommentare“

Die Band sei „auch ein Ziel im Internet geworden, jeden Tag Shitstorms und mit jedem Single-Release eine Flut von Hasskommentaren. Textzeilen werden falsch interpretiert und als prorussisch dargestellt. Die Band wird als russische Terroristen hingestellt, obwohl wir das genaue Gegenteil davon sind und mit unserer multikulturellen Herkunft mit Mitgliedern aus Ukraine, Italien, Deutschland & Österreich maximal für Frieden, Diversität & Zusammenhalt stehen.“

Die eben erst veröffentlichte Platte „Turbo Polka Party“ sei ein Abschiedsgeschenk. Daten einer bis in den April reichenden ausgedehnten Tour durch Österreich. Deutschland, Schweiz, Großbritannien, Frankreich mit Auftritten auch in Haarlem, Budapest, Warschau und Ljubljana waren heute Vormittag auf der Website der Band noch abrufbar. Auf Facebook postet die Band allerdings, „dass wir uns mittlerweile auch um die Sicherheit unserer Crew und aller anderen Beteiligten sorgen und wir wollen nicht riskieren, dass etwas Schlimmes & Gewalttätiges passiert, während wir auf Tour sind und Shows spielen“.

Band bleibt Teil von „Willkommen Österreich“

„Ihrer TV Heimat ‚Willkommen Österreich‘ bleibt die Band als Show Band natürlich erhalten“, hieß es auf der Website der Sendung, in der Russkaja seit mehr als 15 Jahren auftritt. „Unter welchem Namen und in welchem musikalischen Rahmen ist noch offen, da die Entscheidung über das unumgängliche Aus und die Enttäuschung darüber noch zu frisch sind.“

Science

Wenn sich Menschen sicher fühlen und mit einem langen Leben rechnen, investieren sie mehr in Ausbildung, Familienplanung und Gesundheit. Das zeigt eine Studie aus 162 Ländern. Hauptfaktoren für Lebensunsicherheit sind Gewalt und Konflikte. Österreich ist unter den Top Ten der zukunftssichersten Länder.

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Religion

Papst Franziskus hat Bischöfe und Kirchenmitarbeiter im Südsudan zum Eintreten für Grundrechte in dem instabilen und konfliktgepeinigten ostafrikanischen Land aufgerufen. Angesichts der Leiden durch Ungerechtigkeit und Gewalt könne die Kirche nicht neutral bleiben, sagte der Papst heute in der Hauptstadt Juba. „Wo eine Frau oder ein Mann in ihren Grundrechten verletzt werden, wird Christus verletzt“, so Franziskus.

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