Ukraine-Krieg

Die Ukraine rechnet nach dem Fall der Hafenstadt Mariupol im Süden des Landes mit einer russischen Offensive im Osten. Aus der Region Donbas meldeten die Behörden heute heftige Gefechte bzw. russische Angriffe. Die ostukrainische Stadt Sjewjerodonezk stehe seit Tagen unter Beschuss, berichtete der ukrainische Militärgouverneur des Gebietes Luhansk, Serhij Hajdaj. „Die Russen löschen Sjewjerodonezk wie Mariupol aus.“

Er wies zugleich Aussagen von Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu, kurz vor der kompletten Einnahme der Region Luhansk zu stehen, als „Unsinn“ zurück. Schoigu habe keinen Überblick mehr über die Lage seiner eigenen Streitkräfte.

Schicksal von Gefangenen aus Mariupol unklar

Das russische Verteidigungsministerium teilte zuvor mit, dass die letzten ukrainischen Kämpfer im Asow-Stahl-Werk in Mariupol sich ergeben hätten. Damit sei die Stadt komplett unter russischer Kontrolle, hieß es. Laut dem ukrainischen Generalstab räumten die russischen Truppen Minen, um den Hafen wieder betriebsfähig zu machen.

Das Schicksal der Kriegsgefangenen aus dem Asow-Stahl-Werk ist ungewiss. Russland spricht von etwa 2.000 Personen, die sich ergeben hätten, das Rote Kreuz von mehreren hundert. Viele sollen in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand sein. Im Raum steht ein Gefangenenaustausch, dem soll allerdings Russland noch nicht zugestimmt haben. Laut dem russischen Außenpolitiker Leonid Sluzki ist ein möglicher Austausch ukrainischer Kämpfer gegen den prorussischen Politiker Viktor Medwedtschuk im Gespräch.

Russland will Waffenlieferung zerstört haben

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, ukrainische Ziele von Schiffen im Schwarzen Meer aus mit Raketen beschossen zu haben. So seien in der Region Schytomyr aus Europa und den USA gelieferte Waffen mit Marschflugkörpern des Typs Kalibr zerstört worden, hieß es aus Moskau. Außerdem sei ein Militärtrainingslager unweit der Hafenstadt Odessa mit Raketen und Artillerie angegriffen worden.

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Russland hat Einreiseverbote gegen weitere US-Bürger verhängt. Das Außenministerium in Moskau veröffentlichte heute eine Liste mit 963 Namen, auf der unter anderem Hollywood-Star Morgan Freeman steht. Enthalten sind auch die Namen von US-Präsident Joe Biden, Außenminister Antony Blinken und Verteidigungsminister Lloyd Austin sowie Mark Zuckerberg, Chef des Digitalkonzerns Meta. Die Einreiseverbote gegen sie und zahlreiche weitere prominente US-Bürger hatte Russland bereits vor einem Monat verkündet.

US-Schauspieler Morgan Freeman
APA/AFP/Getty Images North America/Paras Griffin

Die Sanktionen sind eine Reaktion Russlands auf die von den USA aufgrund der russischen Offensive in der Ukraine verhängten Einreisesperren. Die auf der Website des russischen Außenministeriums veröffentlichte Liste enthält die Namen von Regierungsvertretern und Parlamentsabgeordneten, aber auch von Mitgliedern der Zivilgesellschaft.

Dem Schauspieler Freeman, gegen den bisher keine russischen Sanktionen verhängt worden waren, wirft Moskau vor, im Jahr 2017 ein Video veröffentlicht zu haben, in dem er Russland ein „Komplott“ gegen die USA vorwirft.

Die Türkei fordert Präsident Recep Tayyip Erdogan zufolge im Streit mit Schweden über eine NATO-Mitgliedschaft von dem nordischen Land konkrete Schritte gegen den Terrorismus. Auch müsse ein Waffenembargo gegen die Türkei nach dem Einfall in Syrien 2019 aufgehoben werden, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu heute Erdogan nach einem Telefonat mit der schwedischen Ministerpräsidentin Magdalena Andersson.

Schweden müsse seine „politische, finanzielle und militärische Unterstützung“ für terroristische Gruppen einstellen und „Embargos für die Verteidigungsindustrie“ beenden, die es nach einer türkischen Militäroperation gegen die syrische Kurdenmiliz verhängt hat, hieß es in der Stellungnahme aus Ankara.

Schweden nicht abgeneigt

Andersson sagte anschließend dem schwedischen Sender SVT, sie habe betont, dass Schweden eine Zusammenarbeit im Kampf gegen den internationalen Terrorismus begrüße und eindeutig hinter dem Kampf gegen den Terrorismus sowie der Einstufung der verbotenen Partei PKK als Terrororganisation stehe.

Erdogan bezieht sich auf die Kurdenmiliz YPG in Syrien, die Ankara als terroristische Gruppierungen betrachtet. Der NATO-Bündnispartner USA hingegen arbeitet eng mit der YPG in Syrien zusammen. Nach einer türkischen Militäroffensive gegen die YPG 2019 hatten unter anderem Schweden, Finnland und Deutschland Waffenexporte an die Türkei beschränkt. Im Gespräch behauptete Erdogan zudem erneut, dass Schweden Anhänger des islamischen Geistlichen Fethullah Gülen unterstütze. Die türkische Führung macht die Gülen-Bewegung für den Putschversuch von 2016 gegen den Präsidenten verantwortlich.

Auch Gespräch mit Niinistö

Erdogan telefonierte auch mit seinem finnischen Kollegen Sauli Niinistö. Dieser twitterte anschließend, es sei ein offenes Gespräch gewesen. Ein NATO-Beitritt Finnlands werde die Sicherheit beider Partner stärken. „Finnland verurteilt jede Form von Terrorismus“, betonte Niinistö. Der Dialog werde fortgesetzt.

Der Krieg in der Ukraine kann nach Ansicht von Präsident Wolodymyr Selenskyj letztlich nur durch Diplomatie beendet werden. Der Krieg werde „blutig sein, es wird heftige Kämpfe geben, aber endgültig enden wird er nur durch Diplomatie“, sagte der Staatschef heute dem ukrainischen Fernsehsender ICTV. „Es gibt Dinge, die wir nur am Verhandlungstisch erreichen können.“ Die Ergebnisse der Verhandlungen müssten „gerecht“ für die Ukraine sein.

Selenskyj zufolge sollte es ein Dokument über Sicherheitsgarantien für die Ukraine geben, das „von den Freunden und Partnern der Ukraine, ohne Russland“ unterzeichnet wird. Parallel solle es „eine bilaterale Diskussion mit Russland“ geben.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Ukrainische und russische Unterhändler hatten sich seit dem Beginn des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine Ende Februar zunächst regelmäßig zu Verhandlungen getroffen oder per Videokonferenz über eine Beilegung des Konflikts beraten. Das letzte Treffen der Chefunterhändler beider Länder fand nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen allerdings am 22. April statt – und ist damit einen Monat her.

Russland macht die Ukraine für den Stillstand verantwortlich. „Die Gespräche kommen in der Tat nicht voran, und wir stellen fest, dass es den ukrainischen Unterhändlern völlig am Willen mangelt, diesen Prozess fortzusetzen“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch in Moskau.

Zuvor hatte die Ukraine erklärt, die Gespräche seien wegen der Haltung Russlands ausgesetzt worden. Moskau mangle es am Verständnis für „das, was derzeit in der Welt geschieht, und für seine extrem negative Rolle“, sagte der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak.

Ausland

In der Türkei haben Tausende Menschen gegen die Verurteilung einer führenden Oppositionspolitikerin wegen Beleidigung des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan protestiert. In Istanbul solidarisierten sich die Kundgebungsteilnehmer mit Canan Kaftancioglu, die zu knapp fünf Jahren Haft verurteilt wurde. Grundlage waren Tweets, die sie veröffentlicht hatte. Die Demonstranten im zentralen Stadtteil Maltepe skandierten Losungen und schwenkten die Oppositions- und die Nationalflagge.

Kaftancioglu ist Chefin der Republikanischen Volkspartei (CHP) in Istanbul. 2019 spielte sie eine wichtige Rolle bei dem CHP-Wahlsieg in den Kommunalwahlen in Istanbul, bei dem die CHP der AK-Partei von Erdogan das Bürgermeisteramt abnahm.

Das oberste Gericht der Türkei bestätigte Anfang des Monats drei Urteile gegen Kaftancioglu, reduzierte aber die Haftstrafe auf vier Jahre, elf Monate und 20 Tage. Nach türkischem Recht werden Strafen unter fünf Jahren zur Bewährung ausgesetzt. Zwei juristische Experten sagten Reuters, Kaftancioglu werde nicht ins Gefängnis gehen müssen.

In Pakistan hat die Festnahme der früheren Menschenrechtsministerin, Shireen Mazari, für Empörung gesorgt. Nach Angaben ihrer Tochter Imaan Zainab Mazari wurde sie heute bei ihrem Haus in Islamabad von der Polizei abgeführt. Ein im Internet häufig geteiltes Video zeigte, wie Polizistinnen das frühere Mitglied des Regierungskabinetts um Imran Khan unter deutlichem Protest aus einem Auto zogen, nachdem sich Mazari geweigert hatte, auszusteigen.

Die ehemalige pakistanische Menschenrechtsministerin Shireen Mazari
Reuters/Fabrice Coffrini

„Meine Mutter wurde illegal entführt, da ich nichts über ihren Verbleib weiß“, sagte ihre Tochter zu Reportern. Die pakistanische Menschenrechtskommission HRCP verurteilte eine Festnahme und Misshandlung Mazaris. „Die Festnahme riecht nach politischer Schikane, die leider etablierte Praxis geworden und erbärmlich ist, egal welcher Partei der Täter angehört“, schrieb die Organisation.

Mazari gilt als Kritikerin von Pakistans mächtigem Militär und enge Verbündete Khans, der als Premier des südasiatischen Landes im April durch ein Misstrauensvotum gestürzt wurde. Neuer Regierungschef ist der langjährige Oppositionsführer Shehbaz Sharif. Beobachter halten Mazaris Festnahme im Zusammenhang mit Vorwürfen in einem alten Fall in Punjab für einen Versuch, Anhänger von Khans PTI-Partei davon abzuhalten, sich an Protesten gegen die Regierung zu beteiligen.

Wegen der Bedrohung durch Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm wollen die USA und Südkorea „die Tragweite und den Umfang“ ihrer gemeinsamen Militärmanöver ausbauen. US-Präsident Joe Biden und Südkoreas Staatschef Yoon Suk Yeol erklärten heute, dahingehende Gespräche beginnen zu wollen. Das gelte auch für die militärische Aus- und Fortbildung. „Wir werden unsere Manöver intensivieren“, sagte Yoon bei einer gemeinsamen Pressekonferenz nach den Beratungen mit Biden.

Die Ankündigung dürfte für Nordkoreas Diktator Kim Jong Un einer Provokation gleichkommen. Pjöngjang wirft den beiden Staaten vor, durch ihre Militärmanöver in Südkorea oder auf hoher See rund um die koreanische Halbinsel einen Angriff vorzubereiten.

Unterstützung notfalls mit Atomwaffen

Das bestreiten die USA und Südkorea. Sie sehen wiederum das Raketen- und Atomwaffenprogramm Pjöngjangs als große Bedrohung. Die Manöver gelten als wichtig, damit die Streitkräfte der beiden Länder im Ernstfall möglichst reibungslos zusammenarbeiten könnten.

Biden habe Yoon versichert, dass die USA weiter entschlossen seien, bei Bedarf die „volle Bandbreite“ ihrer militärischen Fähigkeiten zur Verteidigung Südkoreas einzusetzen, einschließlich Atomwaffen, konventioneller Waffen und Raketenabwehrsystemen, hieß es. Hinter dieser Strategie der erweiterten Abschreckung steht die Absicht, potenzielle Gegner – in diesem Fall Nordkorea – von einem Angriff abzuhalten. In Südkorea sind gut 28.000 US-Soldaten stationiert.

Biden schließt Treffen mit Kim Jong Un nicht aus

Mit Blick auf den Konflikt um das Atomprogramm schloss Biden ein Treffen mit dem nordkoreanischen Diktator nicht grundsätzlich aus. Das würde davon abhängen, ob Kim „ehrlich“ agiere und es „ernst“ meine, sagte Biden heute auf die Frage eines Journalisten, ob Biden bereit sei, Kim ohne Vorbedingungen zu treffen.

Das Ziel sei weiterhin „die komplette Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel“, betonte Biden bei der Pressekonferenz. Statt von „atomarer Abrüstung“ sprechen die USA sowie Süd- und Nordkorea von einer „Denuklearisierung“. Das ist ein bewusst gewählter, schwammiger Begriff, der Diplomaten Spielraum in Verhandlungen lässt.

Inland

Nach dem Bekanntwerden von vertuschten Missbrauchsverdachtsfällen in einem Kindergarten in Wien-Penzing hat die Stadt die Kindergartenleiterin abgezogen. Elternvertreter fordern aber auch noch die Ablöse der Leiterin der Wiener Kindergartenabteilung MA 10.

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Bei einer Protestaktion der Umweltgruppe Extinction Rebellion (XR) am Wiener Naschmarkt sind heute elf Aktivisten und Aktivistinnen festgenommen worden. Mittlerweile wird am Platz der Menschenrechte demonstriert.

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Diese Woche hat sich das Aufkommen des „Ibiza-Videos“ zum dritten Mal gejährt. Während der Skandal für Heinz-Christian Strache das politische Aus bedeutet hat, ist seine Frau danach in den Nationalrat aufgestiegen. Den Skandal blendet sie mittlerweile aus, wie sie dem ORF Wien erzählte.

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COV Inland

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 258,8 (Stand: heute, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Wien (358,5), gefolgt vom Burgenland (294,6). Am niedrigsten ist der Wert in Kärnten (192,1) und der Steiermark (192,9).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 2.572 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 2.572 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: heute, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

18.343 Menschen verstarben bisher am oder im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 647 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, 54 davon auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona
Im Zuge seiner Wahlkampagne besuchte er den Fußballverein von Devonport in Tasmanien. und beteiligt sich an einem Fußballspiel der

COV Ausland

In Peking sind Tausende Menschen trotz negativer Coronavirus-Tests in Quarantänezentren gebracht worden. Mehr als 13.000 Anwohnerinnen und Anwohner der Siedlung Nanxinyuan im Südosten der chinesischen Hauptstadt mussten in der Nacht auf heute ihre Wohnungen verlassen, wie aus Fotos und einer Mitteilung der Regierungsbehörden hervorging, die in Onlinenetzwerken verbreitet wurden. Sie wurden demzufolge in Bussen zu Quarantänezentren gefahren.

Grund für die Maßnahme seien 26 festgestellte Neuansteckungen gewesen. Behörden des Pekinger Stadtbezirks Chaoyang teilten gestern mit, die Quarantäne werde für alle Bewohner von Nanxinyuan von „Mitternacht des 21. Mai an für sieben Tage“ angeordnet. Weiter hieß es: „Bitte kooperieren Sie. Andernfalls werden Sie die rechtlichen Konsequenzen tragen.“

Sorge vor verschärften Maßnahmen

In Peking haben sich seit Ende April mehr als 1.300 Menschen mit der Omikron-Variante des Coronavirus infiziert. Restaurants, Schulen und Touristenattraktionen wurden auf unbestimmte Zeit geschlossen. Der öffentliche Nahverkehr ist drastisch eingeschränkt, in vielen Stadtbezirken wird Arbeit im Homeoffice angeordnet.

Angesichts der Quarantäneanordnung in Nanxinyuan äußerten Nutzer im Onlinenetzwerk Weibo die Befürchtung, dass die Coronavirus-Maßnahmen in der Hauptstadt ähnlich verschärft werden wie in der Wirtschaftsmetropole Schanghai. Dort waren im April Tausende Menschen in teilweise Hunderte Kilometer entfernte Quarantänezentren verbracht worden.

China erlebt seit Wochen den schlimmsten Coronavirus-Ausbruch seit Beginn der Pandemie. Das Land hatte von Beginn der Pandemie an auf rigorose Restriktionen gesetzt und die Infektionszahlen damit über lange Zeit hinweg auf im internationalen Vergleich niedrigem Stand halten können. China setzt auch weiterhin auf eine strikte Null-Covid-Strategie und unterscheidet sich damit von vielen anderen Ländern.

Das von einem schweren Coronavirus-Ausbruch heimgesuchte Nordkorea hat nach Angaben von US-Präsident Joe Biden nicht auf ein Impfstoffangebot aus Washington reagiert. Die USA hätten angeboten, Nordkorea Coronavirus-Impfstoffe zu liefern, aber „keine Antwort“ aus Pjöngjang erhalten, sagte Biden heute bei einem Besuch in Südkorea. Mit Blick auf die Serie nordkoreanischer Waffentests seit Jahresbeginn erwägen Washington und Seoul eine Intensivierung ihrer gemeinsamen Militärübungen.

„Wir haben nicht nur Nordkorea, sondern auch China Coronavirus-Impfstoffe angeboten“, sagte Biden auf einer Pressekonferenz in Seoul. Die USA seien bereit, die Impfstoffe „sofort“ zu liefern. Allerdings habe seine Regierung „keine Antwort bekommen“, fügte Biden hinzu.

„Besorgnis“

In einer gemeinsamen Erklärung der USA und Südkoreas äußerten beide Länder ihre „Besorgnis über den jüngsten Coronavirus-Ausbruch“ in Nordkorea. Washington und Seoul seien bereit, mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten, um Nordkorea bei der Bekämpfung des Virus zu unterstützen.

Nordkorea hat derzeit mit einer starken Ausbreitung des Coronavirus zu kämpfen. Das international isolierte Land, in dem niemand geimpft ist, hatte vor einer Woche den ersten Coronavirus-Fall seit Beginn der Pandemie gemeldet. Inzwischen gibt es über zwei Millionen „Fieber“-Fälle. Machthaber Kim Jong Un ordnete landesweite Lockdowns an und befahl dem Militär, das marode Gesundheitssystem zu unterstützen.

Gesundheit

Die spanischen Behörden gehen der Vermutung nach, dass Partys der Gay Pride auf der Urlauberinsel Gran Canaria ein weiterer Ansteckungsherd für Affenpocken gewesen sein könnten. Das berichtete die Zeitung „El Pais“ heute unter Berufung auf Quellen im Gesundheitssektor. An der vor allem von Homosexuellen besuchten „Maspalomas Pride“ nahmen vom 5. bis 15. Mai etwa 80.000 Menschen aus Spanien und vielen anderen Ländern teil, wie die Zeitung berichtete.

Männer aus Italien, Madrid sowie von der Nachbarinsel Teneriffa, bei denen das Virus nachgewiesen wurde, sollen an den Feierlichkeiten teilgenommen haben. Intimkontakte sind ein möglicher Übertragungsweg für das Virus.

Sauna geschlossen

Gestern hatten die Behörden die Madrider Sauna Paraiso geschlossen, weil sich auch dort mehrere Männer angesteckt haben sollen. In Spanien sind bisher 30 Affenpocken-Fälle nachgewiesen. Zudem gebe es weitere 23 Verdachtsfälle, berichteten Medien gestern. Zur Situation in Portugal schrieb die dortige Zeitung „Publico“, dass inzwischen 23 Fälle bestätigt seien. Der erste in Deutschland erfasste Infizierte war von Portugal über Spanien nach Deutschland gereist – ob er sich in einem der beiden Länder ansteckte, war aber zunächst unklar.

Infektionen mit dem Affenpocken-Virus werden aus immer mehr Ländern gemeldet. Fieber, starke Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Halsschmerzen, Husten, häufig auch Lymphknotenschwellungen sind mögliche Symptome. Typisch ist zudem ein vom Gesicht auf den Körper übergreifender Ausschlag. Selten treten Erblindung und entstellende Narben als Dauerschäden auf.

Wirtschaft

Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei verarbeiteten Lebensmitteln soll ab 2023 in Österreich national umgesetzt werden. Gleichzeitig arbeitet aber auch die EU-Kommission an einer entsprechenden Verordnung. Umweltorganisationen freuen sich über mehr Transparenz, bei der Lebensmittelindustrie fürchtet man zusätzlichen Aufwand und höhere Kosten.

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Ein Chaletdorf, das private Investoren auf der Kärntner Gerlitzen errichten wollen, liegt vorerst auf Eis. Für die elf Häuser, die auf dem Grund eines ehemaligen Hotels geplant sind, gibt es keine Baubewilligung. Grund ist das neue Kärntner Raumordnungsgesetz.

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Ein ausgezeichneter Jahrgang 2021, Hotels und Restaurants geöffnet, der Tourismus im Aufschwung: eigentlich beste Voraussetzungen, um Zweigelt und Gemischten Satz aus Wien an den Mann und die Frau zu bringen. Doch die Wiener Winzer haben Probleme.

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Sport

Ausgerechnet zur Meisterfeier am letzten Spieltag der Admiral Bundesliga hat sich Red Bull Salzburg sportlich eher zurückhaltend gezeigt. Das Team von Coach Matthias Jaissle kam heute in der Schlussrunde der Meistergruppe vor 15.800 partyfreudigen Zuschauern in der Red-Bull-Arena gegen Austria Klagenfurt nicht über ein 1:1 hinaus. Turgay Gemicibasi hatte die Kärntner (48.) in Führung gebracht, Sekou Koita sorgte mit dem späten Ausgleich (93.) für ein Happy End für die Gastgeber.

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Olympiasieger und WM-Gastgeber Finnland hat bei den Titelkämpfen in Tampere gegen Österreich wie erwartet seine Pflicht erfüllt. Die Finnen entschieden heute den Vergleich mit der Mannschaft von Teamchef Roger Bader sicher mit 3:0 (1:0 1:0 1:0) für sich. Die Österreicher verkauften sich trotz klarer Überlegenheit einmal mehr im Turnier teuer. Nach einem Ruhetag am Sonntag wartet am Montag der Showdown gegen Großbritannien (19.20 Uhr, live in ORF Sport +).

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Richard Carapaz hat als Tagesdritter auf der anspruchsvollen 14. Etappe die Gesamtführung beim 105. Giro d’Italia übernommen und damit den Spanier Juan Pedro Lopez nach zehn Tagen im Rosa Trikot abgelöst. Den Etappensieg in Turin nach 147 Kilometern und rund 3.000 Höhenmetern sicherte sich heute der Brite Simon Yates vor dem Australier Jai Hindley und Carapaz. Der Ecuadorianer hatte den Giro bereits vor drei Jahren gewonnen.

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Medien

Chronik

Über Teile Deutschlands sind in der Nacht schwere Gewitter gezogen. Grund war ein Sturmtief namens „Emmelinde“. Ein Mann kam ums Leben, insgesamt dürften über 50 Menschen verletzt worden sein, zum Teil schwer. In einer Stadt wütete ein mutmaßlicher Tornado.

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Eine Familie im Salzkammergut hat von ihrem Sohn eine Woche nach dessen Geburt Abschied nehmen müssen, so die „Kronen Zeitung"(Samstag-Ausgabe). Die Familie mache nun Ärzte im Klinikum für den Tod ihres Kindes verantwortlich. Auf ORF-Anfrage bestätigte die Staatsanwaltschaft Wels Ermittlungen.

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Drei Menschen sind in der Nacht während eines Balles im Stadtsaal von Steyr in Oberösterreich verletzt worden. Aus noch unbekannter Ursache fiel plötzlich eine schwere Holzplatte von der Decke, so eine Aussendung der Stadt. Der Ball wurde abgebrochen.

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Ein Lkw-Brand hat heute Nachmittag für umfangreiche Verkehrsbehinderungen auf der Brennerautobahn (A13) geführt. Der Verkehr musste im Bereich des Wipptalerhofs (Tirol) über die beiden Parkplätze des Hotels geführt werden.

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Im Kärntner Launsdorf in der Nähe der Burg Hochosterwitz ist ein Bär unterwegs gewesen. Es dürfte sich um ein junges Tier handeln. Er wurde von einer Wildkamera fotografiert, nachdem er einen Futterautomaten geknackt hat.

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Umwelt & Klima

Seit Jahren wütet in Süditalien einer der weltweit gefährlichsten Pflanzenschädlinge. Das Bakterium Xylella Fastidiosa befällt Olivenbäume und gefährdet Italiens wichtigste Olivenölregion. An der Universität für Bodenkultur Wien wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun resistente Olivensorten züchten.

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Kultur

Für ihr herausragendes Engagement ist die Künstlerin und Musikerin Vesna Petkovic, Chorleiterin und treibende Kraft des SoSamma-Chors, jetzt mit dem Grazer Frauenpreis ausgezeichnet worden. Als Projekt wurde die Galerie gegen Sexismus geehrt.

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Zur Begegnung mit 128 Künstlerinnen und Künstlern bittet die Landesgalerie Niederösterreich in Krems. Gezeigt werden Kunstschätze der Landessammlung, „Rendezvous mit der Sammlung. Kunst von 1960 bis heute“, lautet der Titel der Schau.

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Leute

Ein Unfall mit mehreren Verletzten hat die Proben zur traditionellen Militärparade zum Thronjubiläum der Queen in London überschattet. Zwei Menschen wurden in Krankenhäuser gebracht und drei weitere von Sanitätern behandelt, nachdem eine Besuchertribüne teilweise einstürzte. Dutzende Zuschauer hatten die Zeremonie nahe des Buckingham-Palasts verfolgt, die nach dem Vorfall abgekürzt wurde, wie die Nachrichtenagentur PA meldete.

Die „Trooping the Colour“ getaufte Militärparade findet traditionell jedes Jahr zu Ehren von Queen Elizabeth II. statt. In diesem Jahr ist sie für den 2. Juni angesetzt und eröffnet die Hauptfeierlichkeiten zum 70. Thronjubiläum der Monarchin. Insgesamt sind drei Proben vorgesehen, die letzte am kommenden Samstag (28. Mai).

Mit einer Fahrt in einer alten Achterbahn hat Königin Margrethe II. ein halbes Jahrhundert auf dem dänischen Thron gefeiert. Gemeinsam mit der Chefin des Kopenhagener Freizeitparks Tivoli, Susanne Morch Koch, und anderen Gästen schoss die Monarchin mit viel Tempo durch die Kurven. Zuvor war sie mit Flaggen und Ballons begrüßt worden – und der jungen Tivoli-Garde, die einen eigens zu diesem Anlass neu komponierten Marsch spielte.

Königin Margrethe II. hatte den dänischen Thron nach dem Tod ihres Vaters König Frederik IX. am 14. Jänner 1972 bestiegen. Im Ausland ist die Regentin vor allem als Künstlerin und Kettenraucherin bekannt. Bei den Dänen ist sie sehr beliebt – und ihre Neujahrsansprache im Fernsehen ein fester Bestandteil der Silvestertradition ihrer Landsleute.

Eigentlich hatte die Monarchin ihr Thronjubiläum schon zum Stichtag im Jänner begehen wollen, den Großteil der Feiern aber wegen der Pandemie verschieben müssen. Nach dem Volksfest im Tivoli finden im September weitere offizielle Feierlichkeiten statt.

Margrethe II. ist die am zweitlängsten amtierende Monarchin Europas. Länger sitzt nur Queen Elizabeth II. auf ihrem Thron – die britische Königin feiert 2022 ihr 70-Jähriges.

Panorama

Sonderzug für Vierbeiner: 21 Hunde haben heute in Japan eine außergewöhnliche Reise in einem Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszug absolviert. Für die Zugsfahrt von Tokio in den Ferienort Karuizawa war eine Ausnahmegenehmigung nötig: Normalerweise müssen Haustiere im Shinkansen in Boxen transportiert werden, Hund und Transportbox dürfen zusammen höchstens zehn Kilogramm wiegen. Diesmal durften die Hunde sich frei bewegen. Ein ganzer Waggon war für die Haustiere und ihre Besitzer reserviert.

Zugpassagiere auf einer Fahrt mit ihren Hunden
APA/AFP/Behrouz Mehri

Die Sonderfahrt war die erste Reise speziell für Hunde der Bahngesellschaft Japan Railways. Es handelt sich um ein Pilotprojekt, laut einem Vertreter des Tochterunternehmens JR East Startup sollen weitere solcher Reisen organisiert werden.

„Wir haben viele Anfragen von Kunden erhalten, die eine entspannte Zeit mit ihren Hunden an Bord verbringen wollten“, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die Reise sei ein „großer Schritt zu haustierfreundlicheren öffentlichen Verkehrsmitteln“.