Ausland

In Barcelona hat es heute Abend erneut gewaltsame Proteste gegen die Inhaftierung des spanischen Rappers Pablo Hasel gegeben. Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, beteiligten sich mehrere hundert Menschen an einer Demonstration. Später schlug der Protest in Gewalt um. Teilnehmer setzten ein Polizeifahrzeug sowie Mülleimer in Brand und verwüsteten mehrere Bankfilialen. In einer davon wurde Feuer gelegt. Etwa zehn Demonstrierende wurden festgenommen.

Hasel war Mitte Februar verhaftet worden, nachdem er eine neunmonatige Haftstrafe wegen Beleidigung der spanischen Königsfamilie und staatlicher Institutionen nicht angetreten hatte. In mehreren Tweets hatte der 32-jährige Rapper den früheren spanischen König Juan Carlos mit einem Mafiaboss verglichen und der spanischen Polizei vorgeworfen, Demonstrierende und Geflüchtete zu töten. Der Fall löste eine Kontroverse über die Meinungsfreiheit in Spanien aus.

Am 18. Februar wurde Hasel zu einer weiteren Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt, weil er in einem Verfahren gegen zwei Polizisten einen Zeugen bedroht haben soll. Seit Hasels Inhaftierung gab es nahezu jeden Abend Proteste, die sich von dessen Heimatregion Katalonien auch auf die Hauptstadt Madrid ausweiteten. Seitdem wurden mehr als 110 Demonstranten festgenommen.

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump tritt heute erstmals seit seinem Auszug aus dem Weißen Haus mit einer Ansprache in der Öffentlichkeit auf. Der Republikaner ist als Redner bei der jährlichen Konferenz CPAC (Conservative Political Action Conference, Anm.), einer Veranstaltung konservativer Aktivisten und Aktivistinnen, in Orlando im Bundesstaat Florida vorgesehen. Der Sender Fox News – der zu den CPAC-Sponsoren gehört – berichtete, Trump werde scharfe Kritik an der Politik seines Nachfolgers Joe Biden üben.

Erwartet werde, dass Trump in seiner Ansprache eine mögliche Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2024 erwähne, aber nicht formell verkünde. Schwiegertochter Lara Trump hatte zuletzt Spekulationen befeuert, dass sich Donald Trump um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner für die Wahl 2024 bewerben könnte. „Er hat angedeutet, dass er wahrscheinlich daran interessiert wäre, 2024 wieder anzutreten“, sagte Lara Trump, Ehefrau von Eric Trump, am vergangenen Wochenende Fox News.

„Trump geht nirgendwo hin“

Der republikanische Senator Ted Cruz sagte am Freitag bei CPAC, es gebe eine Reihe Politiker in Washington, die wollten, dass Trump von der Bildfläche verschwinde. „Lassen Sie mich Ihnen das jetzt sagen, Donald J. Trump geht nirgendwo hin.“

Seit der Abwahl Trumps entzweit die Republikanische Partei ein Richtungsstreit, den Trump aktiv befeuert. Zuletzt griff der 74-Jährige den Fraktionsvorsitzenden der Republikaner im US-Senat, seinen einstigen Verbündeten Mitch McConnell, offen an.

Trump lebt seit seinem Ausscheiden aus dem Amt am 20. Jänner in Florida. Um den Ex-Präsidenten ist es seit seinem Auszug aus dem Weißen Haus verhältnismäßig ruhig geworden, was auch daran liegt, dass ihn der Kurznachrichtendienst Twitter dauerhaft gesperrt hat.

Bei erneuten Kämpfen in der strategisch bedeutsamen Provinz Marib im Jemen sind gestern etwa 50 Soldaten und Rebellen getötet worden. Es seien „mehr als 28“ schiitische Huthi-Rebellen sowie 22 Mitglieder der Regierungstruppen in den vergangenen 24 Stunden gestorben, hieß es gestern aus Armeekreisen. Unter ihnen sei auch der Kommandeur eines Sondereinsatzkommandos, General Abdel Ghani Schaalan.

„Das Kämpfen geht an allen Fronten in der Provinz Marib unvermindert weiter“, hieß es. Der Huthi-Fernsehsender al-Masirah berichtete, die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition habe zur Unterstützung der jemenitischen Regierungstruppen mehr als ein Dutzend Luftangriffe geflogen.

Offensive auf letzte Regierungshochburg des Landes

Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen hatten am 8. Februar eine erneute Offensive gestartet, um die Stadt Marib einzunehmen. Sie liegt in der Nähe von einigen der größten Ölfelder im Norden des Jemen. Seit gestern wurden nach Angaben aus Regierungskreisen schon Hunderte Kämpfer auf beiden Seiten getötet. Mit mehr als 60 Toten war gestern bisher der blutigste Tag der Kämpfe in Marib.

Die Provinz ist die letzte Hochburg der international anerkannten Regierung des Landes. Im Jemen herrscht seit Jahren Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den Huthi-Rebellen. Zehntausende Menschen wurden in dem Konflikt bereits getötet, Millionen Einwohner mussten flüchten. Die Vereinten Nationen stufen die Lage im Jemen als schwerste humanitäre Krise der Welt ein.

Die beiden Regionalmächte Saudi-Arabien und Iran liefern sich nach Einschätzung von Experten im Jemen einen Stellvertreterkrieg. Beobachter gehen davon aus, dass die Huthi-Rebellen Marib als Faustpfand einnehmen wollen, bevor sie Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts beginnen.

Bei der Parlamentswahl in El Salvador heute kann Präsident Nayib Bukele jüngsten Umfragen zufolge mit einem Sieg seiner Partei rechnen. Eine Befragung sagte der Partei Neue Ideen 55 von 84 zu vergebenden Mandaten voraus. Damit wäre Bukele, dem Kritikerinnen und Kritiker autoritäre Methoden vorwerfen, der erste Präsident des Landes seit dem Ende des Bürgerkriegs 1992, der nicht auf Kompromisse mit der Opposition angewiesen ist.

Der 39-jährige Bukele wurde 2019 für eine fünfjährige Amtszeit gewählt. Seitdem brachen mehrmals Konflikte mit der Opposition aus. Im Februar 2020 ließ er schwer bewaffnete Mitglieder der Polizei und der Armee das Parlament stürmen, um Abgeordnete bei der Entscheidung über ein Gesetzesvorhaben einzuschüchtern. Auch bei den zeitgleich stattfindenden Regionalwahlen sehen Umfragen Bukeles Partei vorne.

Saudi-Arabiens Luftabwehr hat über der Hauptstadt Riad erneut einen Angriff abgewehrt. Dort sei eine ballistische Rakete der Huthi-Rebellen abgefangen und zerstört worden, teilte das Militärbündnis gestern mit, das im Jemen gegen die Huthis kämpft. In einem Video, das den Vorfall zeigen soll, ist eine Explosion am Nachthimmel zu sehen. Stunden zuvor hatte das Militärbündnis nach eigenen Angaben auch eine Drohne abgefangen.

Mit der Drohne hätten die Huthis die Stadt Chamis Muschait im Süden des Landes angegriffen. Zunächst bekannte sich niemand dazu.

Attacken verstärkt

Die schiitischen Huthi-Rebellen werden vom Iran unterstützt, dem Erzrivalen Saudi-Arabiens. Sie greifen vom Nordjemen aus mit Drohnen und Raketen immer wieder in dem Königreich an und hatten ihre Attacken dort in den vergangenen Wochen verstärkt.

Im Jänner hatte die saudische Luftabwehr auch mehrfach Flugkörper über Riad abgefangen und damit offenbar Angriffe vereitelt. Zu einer dieser Attacken hatte sich die Miliz Alwiat al-Waad al-Hak bekannt, die zuvor nicht öffentlich in Erscheinung getreten war. Sie hatte danach weitere Angriffe in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten angekündigt.

COV Ausland

Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca entwickelt sich zum Ladenhüter in den Staaten der Europäischen Union. Wie die „Financial Times“ berichtet, sind in Deutschland, Frankreich und Spanien erst Bruchteile der gelieferten Impfstoffdosen verabreicht worden. Als Grund werden Akzeptanzprobleme angeführt. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder schlug indes eine Freigabe des Impfstoffs für alle vor. „Bevor er liegen bleibt, impfen wer will“, sagte er der „Bild am Sonntag“.

In Frankreich wurden bis Freitag erst 16 Prozent der gelieferten 1,1 Millionen Dosen des britisch-schwedischen Impfstoffs verbraucht, schreibt die „FT“. In Deutschland seien es bis Donnerstag nur gut ein Fünftel der 1,45 Millionen Dosen gewesen. Ähnlich sei die Situation in Italien, das eine Million Dosen erhalten hat. In Spanien wurde knapp ein Drittel der eingetroffenen 808.000 Dosen verbraucht. Nach Österreich sind bisher 156.000 Astrazeneca-Dosen geliefert worden. Offizielle Angaben zu den nicht verabreichten Dosen gibt es nicht.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Corona-Impfstoff des US-Konzerns Johnson & Johnson eine Notfallzulassung erteilt. Das teilte die FDA am Samstag (Ortszeit) mit. Damit ist – nach den Impfstoffen von Biontech/Pfizer sowie von Moderna – nun ein dritter Corona-Impfstoff in den USA bedingt zugelassen. Zudem handelt es sich um das erste Präparat, das nur einmal gespritzt werden muss. US-Präsident Joe Biden zeigte sich „begeistert“ und sprach von einer wichtigen Etappe bei der Bewältigung der Pandemie.

Anfang Februar hatte Johnson & Johnson die Notfallzulassung für den von seiner Pharmasparte entwickelten Corona-Impfstoff bei der FDA beantragt. Mitte Februar folgte der Antrag bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA. Die EMA erklärte, man werde das Vakzin der Johnson & Johnson-Tochter Janssen-Cilag International N.V. in einem beschleunigten Verfahren prüfen. Der zuständige Ausschuss könnte seine Bewertung Mitte März abgeben.

In Großbritannien will die dortige Arzneimittelbehörde nach Informationen des „Telegraph“ (Sonntagsausgabe) „sehr wahrscheinlich“ in der anstehenden Woche mit dem offiziellen Zulassungsprozess des Impfstoffs von Johnson & Johnson beginnen. Die Zeitung beruft sich auf einen Regierungsvertreter.

Damit werde es womöglich nur noch Wochen dauern, bis ein Vakzin zur Verfügung stehe, das nur ein einziges Mal verabreicht werden müsse. Von bereits zugelassenen Impfstoffen wie denen der Hersteller BioNTech und Pfizer sowie AstraZeneca müssen je zwei Dosen gespritzt werden.

In Österreich haben in den vergangenen Tagen mehrere ÖVP-Regierungsmitglieder öffentlich eine schnellere Zulassung des J&J-Vakzins durch die europäische Arzneimittelbehörde EMA gefordert.

Wegen eines starken Coronavirus-Ausbruchs ist ein Gefängnis in Belgien unter Quarantäne gestellt worden. Mehr als die Hälfte der 132 Untergebrachten in der Haftanstalt im südostbelgischen Namur waren positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden, wie die Behörden gestern mitteilten. Auch rund 60 der 115 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hätten sich seit Auftreten des ersten Falls Anfang vergangener Woche infiziert.

Haftanstalt in Namur, Belgien
APA/AFP/Bruno Fahy

Die Lage werde als „sehr ernst“ eingeschätzt, erklärte die Sprecherin der Gefängnisverwaltung, Kathleen De Vijver. Einer der infizierten Häftlinge wurde in ein Krankenhaus eingeliefert.

Zellen dürfen nicht verlassen werden

Alle Insassen des Gefängnisses stehen nun unter Quarantäne. Sie dürfen keinen Besuch empfangen und ihre Zellen nicht verlassen, auch nicht, um die Duschräume aufzusuchen. Wie die Gefängnisverwaltung weiter mitteilte, werden die Häftlinge mit Hygieneprodukten und einer warmen Mahlzeit pro Tag versorgt.

In Belgien dominiert mittlerweile die stärker ansteckende Coronavirus-Variante B.1.1.7, die sich zuerst in Großbritannien ausgebreitet hatte. Die belgischen Behörden mahnten am Vortag die Bürger und Bürgerinnen zu „großer Vorsicht“, da die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen derzeit wieder stark ansteigt. Gemessen an der Todesfallrate gehört Belgien zu den am schwersten von der Pandemie betroffenen Ländern der Welt.

Zur Eindämmung der Pandemie gilt in dem EU-Land unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre, zudem sind Bars, Restaurants und Cafes geschlossen. Im Freien dürfen sich maximal vier Menschen treffen. Seit Ende Jänner dürfen die Belgier keine nicht zwingenden Auslandsreisen mehr unternehmen.

Tschechien soll von Russland den Coronavirus-Impfstoff „Sputnik V“ bekommen. Ein entsprechendes Versprechen habe ihm der russische Staatspräsident Wladimir Putin gegeben, bestätigte der tschechische Präsident Milos Zeman dem tschechischen TV-Sender CNN Prima News gestern. Zeman habe Putin in einem Brief um das Vakzin nach Absprache mit dem tschechischen Regierungschef Andrej Babis gebeten, hieß es.

„Wenn ich richtig informiert bin, wird diesem Gesuch stattgegeben. Es wird aber eine Zertifizierung brauchen“, so Zeman. Ihm würde eine Zustimmung der tschechischen nationalen Medikamentenbehörde (SUKL) „völlig reichen“. Termine und Menge der Lieferung des russischen Vakzins nannte Zeman nicht.

In Tschechien wird bisher mit den Vakzinen Pfizer/Biontech, Moderna und AstraZeneca geimpft. Bisher hielt sich die Prager Regierung an die Regel, dass alle Coronavirus-Impfmittel von der EU-Arzneimittelbehörde EMA zugelassen werden müssen. Bis jetzt erhielten in Tschechien rund sechs Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis.

Hunderte Menschen haben gestern in der irischen Hauptstadt Dublin teils gewaltsam gegen die Lockdown-Maßnahmen in dem Land demonstriert. Zu Zusammenstößen mit der Polizei kam es nach Angaben des irischen Rundfunksenders RTE, als Protestierende versuchten, zu einem zentral gelegenen Park durchzudringen. Mehrere Menschen wurden demnach festgenommen.

In einem Video, das im Internet kursierte, war zu sehen, wie ein Mann Polizisten mit einer Art Feuerwerksrakete beschießt. Daraufhin scheint die Lage zu eskalieren. Irlands Vizepremier Leo Varadkar zeigte sich bestürzt. „Gewalt gegen Polizisten oder sonst jemanden ist unentschuldbar“, schrieb er auf Twitter.

Gewaltsame Proteste gegen Lockdown in Dublin

Hunderte Menschen haben am Samstag in der irischen Hauptstadt Dublin teils gewaltsam gegen die Lockdown-Maßnahmen in dem Land demonstriert. (Videoquelle: EBU/IERTE)

Die irische Regierung hatte kürzlich angekündigt, die höchste Lockdown-Stufe in dem Land bis mindestens zum 5. April beizubehalten. Die Schulen sollen allerdings schrittweise bereits vom kommenden Monat an wieder geöffnet werden.

Bei einer Generalprobe für die Hochphase der Coronavirus-Impfkampagne haben in Dänemark mehr als 37.500 Menschen einen Stich erhalten. 36.564 Menschen bekamen ersten Zahlen zufolge gestern ihre erste Impfdosis, 990 weitere ihre zweite, wie Gesundheitsminister Magnus Heunicke gestern auf Twitter mitteilte. Damit wurden bisher mehr als 412.000 Dänen erstmals geimpft, rund 182.000 davon haben beide notwendigen Impfungen erhalten.

Wie aus den Daten der EU-Gesundheitsbehörde ECDC hervorgeht, zählt Dänemark im europäischen Vergleich zu den Ländern in der EU, die bisher den größten Bevölkerungsanteil gegen eine Covid-19-Erkrankung geimpft haben. 7,1 Prozent der Bevölkerung haben laut Heunicke ihre erste Dosis verabreicht bekommen, 3,1 Prozent ihre zweite.

100.000 Impfungen pro Tag als Ziel

Bei der Generalprobe wollten die dänischen Regionen testen, ob sie und ihre Impfzentren bereit sind, um an einem Tag deutlich mehr Impfungen zu verabreichen als bisher. Die sozialdemokratische Regierung in Kopenhagen hat sich zum Ziel gesetzt, dass 100.000 Däninnen und Dänen pro Tag geimpft werden können, sobald mehr Impfstoff zur Verfügung steht.

In dem Fünf-Millionen-Einwohner-Land rechnet man damit, dass im März etwa eine Million Impfdosen ins Land kommen, im April dann sogar doppelt so viele. Im Februar waren es nach Angaben der Nachrichtenagentur Ritzau rund 382.000 Impfdosen.

Inland

Heute werden in den Kärntner Gemeindestuben die Karten neu gemischt. In allen 132 Kommunen werden die Gemeinderäte und Gemeinderätinnen sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister neu gewählt. Alle Kärntnerinnen und Kärntner ab 16 Jahren sind zu den Urnen gerufen. Viele haben bereits per Wahlkarte gewählt.

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Aufgetauchte Stimmzettel bleiben gültig

Nachdem die 88 gestohlenen Stimmzetteln von Hohenthurn (Kärnten) wieder aufgetaucht sind, hat die Wahlbehörde gestern entschieden, dass sie gültig bleiben und morgen ausgezählt werden. Der Tresor, in dem die Wahlstimmen des Vorwahltages aufbewahrt werden, war in der Nacht auf Freitag von Unbekannten entwendet worden.

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Die Novomatic hat bei ihren Sponsorings ein breites Feld bedient, teils auch mit Politbezug. Das geht aus einer Spendenliste des Glücksspielkonzerns hervor, die von ZIB2, „profil“ und „Standard“ in Teilen veröffentlicht wurde. Das meiste Geld floss an den mittlerweile verstorbenen Unternehmer Niki Lauda, größere Summen auch an den Fußballverein Austria Wien, aber kleinere Gaben seien von Vereinen und Veranstaltungen im ÖVP- oder SPÖ-Umfeld lukriert worden.

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Seit Herbst 2019 spüre man an den Grenzen Österreichs wieder eine deutliche Zunahme der Schleppertätigkeit, erklärt das Innenministerium – vor allem aus den Balkanländern. Ein Grund dafür sei auch die Pandemie. Wie die Polizei gegen illegale Migration vorgehen will, wurde bei einer Schwerpunktaktion bei Nickelsdorf demonstriert.

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COV Inland

In St. Pölten sind gestern vier Personen bei einer Demonstration gegen die Coronavirus-Maßnahmen kurzzeitig festgenommen worden. Die Protestveranstaltung war zuvor angemeldet und genehmigt worden.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, ist erneut gestiegen und liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) nach 149,1 am Vortag nun bei 154,2 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl im Burgenland (184,1) und in Wien (181,4). Am niedrigsten ist der Wert in Vorarlberg (68,2) und Tirol (98,2).

Ministerien melden 2.457 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 2.457 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Landesweit starben laut AGES bisher 8.394 Personen an oder mit Covid-19.

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung für die Umstellung und die neue, genauere Zählweise in ORF.at/corona

Der Coronavirus-Impfplan sieht vor, dass in Phase eins Bewohner und Bewohnerinnen sowie Personal von Alten- und Pflegeheimen, über 80-Jährige, besonders Gefährdete sowie Personal im Gesundheitsbereich und in Phase zwei Personen ab 70 geimpft werden. Eine Abfrage von NEOS zeigt, dass bisher wenige über 75-Jährige geimpft wurden. 22 Prozent der Impfungen sind an diese Gruppe gegangen. Das Gesundheitsressort spricht indes von 32 Prozent und betont die Wichtigkeit der Impfung für im Gesundheitsbereich Beschäftigte.

Die Zahlen von NEOS zeigen, dass vor allem Oberösterreich mit 38 Prozent und Kärnten mit 36 Prozent die höchste Impfquote bei den über 75-Jährigen haben. Die Steiermark (14 Prozent) und Niederösterreich (15 Prozent) sind die Schlusslichter. In Wien liegt die Impfquote bei den über 75-Jährigen bei 17 und in Salzburg bei 19 Prozent. Im Burgenland sind es 21, in Tirol 22 und in Vorarlberg 23 Prozent. Die zweite Impfdosis haben überhaupt erst acht Prozent der über 75-Jährigen bekommen.

Loacker: Impfquoten spiegeln sich in Todesfällen

Diese Impfquoten spiegeln sich laut NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker auch in den Todesfällen wider. So haben die Steiermark und Niederösterreich die höchste Sterblichkeit. Im Siebentagesschnitt gibt es hier 4,6 bzw. 4,2 Covid-Todesfälle pro Million Einwohner. In Oberösterreich ist es im Vergleich nur ein Todesfall. „Man sieht an den konkreten Zahlen: Wer mehr ältere Menschen impft, verhindert mehr Todesfälle“, erklärte Loacker gegenüber der APA.

„Die Älteren sind die am meisten gefährdete Gruppe. Solange wir nicht die älteren Mitbürger geimpft haben, werden wir weiter von Lockdown zu Lockdown purzeln. Einige Bundesländer impfen planlos durch die Gegend, und der Gesundheitsminister schaut weg. Er müsste endlich den Impfplan durchsetzen“, so Loacker an die Adresse von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

Dieser meint in einer Aussendung, es sei völlig klar, dass sich aufgrund des großen Anteils von Mitarbeitern der Alten- und Pflegeheime und der Gesundheitsberufe nicht mehrheitlich Ältere in der aktuellen Impfstatistik wiederfänden. Gesundheitsberufe befänden sich in Phase eins, weil diese Mitarbeiter besonders dringend gesund für Behandlungen von Covid-19-Erkrankungen sowie für die Durchführung der Impfungen gebraucht würden.

EU

Nach seiner Unterzeichnung eines Appells an US-Präsident Joe Biden, die Sanktionen gegen Kuba aufzuheben, hat die Europäische Union ihren Botschafter in Havanna zurückgerufen. Der spanische Diplomat Alberto Navarro solle in Brüssel die Gründe für seinen Schritt erklären, teilte ein Sprecher des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell gestern der Nachrichtenagentur AFP mit. 16 EU-Abgeordnete hätten bereits gefordert, Navarro den Botschafterposten zu entziehen.

„Wir betrachten den Botschafter als unwürdig für das hohe Amt, das er bekleidet und das ihm anvertraut wurde, und wir fordern Sie auf, seine sofortige Ablösung zu veranlassen“, heißt es in einem Schreiben von EU-Abgeordneten verschiedener Parteien an Borrell. Beteiligt waren Politiker der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP), der liberalen Fraktion Renew Europe und der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer. Ihr offener Brief vom Mittwoch war vom US-Medium „Politico“ veröffentlicht worden.

Die USA hatten 1960 ein Embargo gegen das kommunistische Kuba verhängt. Die damit verbundenen Sanktionen wurden im Laufe der Jahrzehnte mehrfach verschärft und wieder gelockert.

Science

Wie umgehen mit jener Wut, die die Pandemie an die Oberfläche gespült hat. Der Kulturwissenschaftler Johannes Domsich rät im Gespräch mit ORF.at, sich der Wut zu stellen. Für ihn ist die Wut Resultat einer Kränkung, die nicht mehr rückgängig zu machen sei. „Die Ich-AG-Kultur hat immer nur das Gewinnen im Blick“, kritisiert Domsich und erinnert daran, dass man die Wut nicht „wegarchivieren“ könne. Ein Weg aus der Wut und der Krise ist für Domsich möglich. Aber das erfordere ein paar fundamentale Umorientierungen.

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Wirtschaft

Warren Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway hat 2020 für mehr Geld als je zuvor eigene Aktien zurückgekauft. Insgesamt wurden 24,7 Milliarden Dollar (20,5 Mrd. Euro) für diese Art der Kurspflege ausgegeben, wie aus Berkshire Hathaways gestern veröffentlichtem Jahresbericht hervorging. Im vierten Quartal steckte die Holding 9,0 Milliarden Dollar in eigene Anteilscheine. Den Nettogewinn steigerte Berkshire Hathaway zum Jahresende kräftig.

Während viele andere Unternehmen ihre Aktienrückkäufe wegen knapperer Mittel in der Coronavirus-Pandemie einschränkten, startete Buffett in der Krise erst so richtig durch. Angesichts der enormen Geldreserven, auf denen Berkshire Hathaway sitzt, ist allerdings auch keinerlei Zurückhaltung nötig. Zum Jahresende verfügte das Konglomerat über liquide Mittel von 138,3 Milliarden Dollar, im Schlussquartal sank der Cashbestand um fünf Prozent. Buffett hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er lieber in Beteiligungen investieren würde als in Aktienrückkäufe, aber er findet keine geeigneten Übernahmeziele.

„Wettet niemals gegen Amerika“

Berkshire steigerte den Nettogewinn im vierten Quartal um 23 Prozent auf 35,8 Milliarden Dollar, im Gesamtjahr sank das Ergebnis um fast die Hälfte auf 42,5 Milliarden Dollar. Da seit einer Umstellung der Buchhaltungsregeln auch unrealisierte Investmentgewinne und -verluste ausgewiesen werden müssen, sagt das jedoch wenig über das tatsächliche Geschäft aus.

Neben den Quartals- und Jahreszahlen veröffentlichte Buffett auch seinen an den Finanzmärkten stets mit Spannung erwarteten Brief an die Aktionäre. Zu kontroversen Themen wie Politik und Pandemie äußerte sich die Investmentlegende nicht direkt. Buffett bekräftigte einmal mehr seinen Glauben an die US-Wirtschaft und riet Investoren: „Wettet niemals gegen Amerika.“

Vermögen auf rund 92 Milliarden Dollar geschätzt

Zu Berkshire Hathaway gehören an die 90 Unternehmen, hinzu kommen diverse Aktienpakete börsennotierter Großkonzerne wie Coca-Cola oder Apple. Der iPhone-Riese zählt zu Buffetts größten Favoriten, sein 5,4-prozentiger Anteil am Konzern war zuletzt immense 120 Milliarden Dollar wert, obwohl er die Beteiligung zuletzt etwas reduziert hatte.

Der wegen seines Riechers für lukrative Geldanlagen das „Orakel von Omaha“ genannte Börsenguru führt das Konglomerat seit über einem halben Jahrhundert. „Forbes“ schätzte Buffetts Privatvermögen zuletzt auf rund 92 Milliarden Dollar. Damit ist er dem US-Magazin zufolge der viertreichste Mensch der Welt. Trotz der enormen Aktienrückkäufe legten Berkshires Aktien 2020 nur um 2,4 Prozent zu – weit weniger als der US-Leitindex S&P 500 insgesamt.

Sport

Langläuferin Teresa Stadlober hat gestern bei den nordischen Titelkämpfen in Oberstdorf im Skiathlon über 15 km als Vierte ihr bisher bestes WM-Ergebnis erzielt. Ihr Rückstand auf Bronze betrug mehr als eine halbe Minute. Den Sieg sicherte sich wie schon 2015 und 2019 die norwegische Favoritin Therese Johaug. Die 32-Jährige holte deutlich vor den Schwedinnen Frida Karlsson und Ebba Andersson ihre elfte WM-Goldene. Bei den Herren gewann anschließend Alexander Bolschunow aus Russland vor fünf Norwegern.

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Stefan Brennsteiner ist erstmals in seiner Karriere auf das Stockerl gefahren und hat damit eine lange Durststrecke der ÖSV-Herren beendet. Der 29-jährige Salzburger musste sich gestern zum Auftakt des RTL-Doppels in Bansko nur dem Kroaten Filip Zubcic sowie Weltmeister Mathieu Faivre geschlagen geben. Mit Manuel Feller (6.) und Marco Schwarz (10.) kamen noch zwei weitere ÖSV-Läufer in die Top Ten.

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Piotr Zyla hat sich gestern bei der nordischen WM in Oberstdorf im ersten Skisprung-Bewerb der Herren Gold von der Normalschanze geholt. Damit folgte der Pole seinem Landsmann Dawid Kubacki, der bei der WM in Seefeld 2019 vom kleinen Bakken triumphierte. Silber ging an den Deutschen Karl Geiger, Bronze an den Slowenen Anze Lanisek. Saisondominator Halvor Egner Granerud ging ebenso leer aus wie die Österreicher.

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Die Topteams der deutschen Bundesliga haben gestern Nachmittag Pflichtsiege eingefahren. Spitzenreiter FC Bayern München gewann daheim gegen den 1. FC Köln mit 5:1. Dortmund setzte sich im eigenen Stadion gegen Arminia Bielefeld mit 3:0 durch, der VfL Wolfsburg schlug Hertha BSC 2:0. ÖFB-Stürmer Sasa Kalajdzic traf bei Stuttgarts 5:1 über Schalke.

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Chronik

Eine Dachlawine hat in Döllach-Großkirchheim (Kärnten) ein Todesopfer gefordert. Der 79-jährige Hausbesitzer war von der Dachlawine überrascht und verschüttet worden, für ihn kam jede Hilfe zu spät.

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Vor einem illegalen Hahnenkampf in Indien hat eines der Tiere nicht seinen Kontrahenten, sondern seinen Besitzer getötet. Der mit einem Messer am Bein ausgestattete Hahn habe den Mann bei dem Versuch, ihm zu entkommen, derart in der Leistengegend verletzt, dass der Mann verblutet sei, teilte die Polizei im südlichen Bundesstaat Telangana gestern mit. Das Unglück ereignete sich vor einigen Tagen in dem Dorf Lothunur.

Dort waren 16 Menschen zusammengekommen, um den Tieren beim Kämpfen zuzusehen. Nach dem Vorfall seien die Menschen geflohen, nach ihnen werde gefahndet. Der Hahn sei kurzzeitig mit auf die Polizeiwache genommen worden, später dann aber einer Geflügelfarm übergeben worden.

Durch die Explosion einer Sauerstoffleitung auf einer Coronavirus-Station in der Ukraine sind ein Patient getötet und ein weiterer verletzt worden. Die Explosion ereignete sich gestern in der ersten Etage der fünfstöckigen Klinik in Tscherniwzi im Südwesten des Landes, wie die Rettungskräfte mitteilten. Bei dem dadurch ausgelösten Brand habe es ein Todesopfer und einen Verletzten gegeben.

20 Menschen konnten den Angaben zufolge noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Auf Bildern des Unglücksorts waren verkohlte Betten und Stühle zu sehen. Der Bürgermeister von Tscherniwzi, Roman Klitschuk, sagte, der bei dem Unglück Verletzte sei mit schweren Brandwunden auf die Intensivstation gebracht worden. Die Ärzte täten, „was sie können“, um ihn zu retten.

Anfang Februar hatte sich ein ähnliches Unglück auf der Intensivstation eines Krankenhauses im südwestukrainischen Saporschschia ereignet. Bei dem Brand starben eine junge Ärztin und drei Patienten. Im Jänner waren bei einem Brand in einem Altenheim ohne Betriebsgenehmigung in Charkiw 16 Menschen ums Leben gekommen. Wegen mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen und veralteter Infrastruktur ereignen sich in der Ukraine häufig tödliche Brände.

Religion

Seinen eigenen Tod erwartet Papst Franziskus „als Papst entweder im Amt oder emeritiert. Und in Rom“, verriet er in einem Gespräch mit dem argentinischen Arzt und Journalisten Nestor Castro.

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Kultur

Auf Zypern ist ein hitziger Streit um den von Kritikern als satanistisch eingestuften Beitrag zum Eurovision Song Contest (ESC) entbrannt. Der Fernsehsender CyBC alarmierte gestern die Polizei, nachdem ein anonymer Anrufer damit gedroht hatte, aus Protest gegen den Song „El Diablo“ (Der Teufel) das Gebäude abzufackeln, wie die Nachrichtenagentur Cyprus News Agency berichtete.

Der Song „El Diablo“ der griechischen Sängerin Elena Tsagrinou war am Mittwoch vorgestellt worden und stieß wegen seines Titels und seines englischsprachigen Textes sofort auf Kritik. Der Religionslehrerverband zeigte sich „angeekelt“ von dem Text, in dem die Sängerin „Satan preist, ihm ihr Leben verschreibt und ihn liebt“. Es stelle sich die Frage, warum der Sender ein Lied von derart „niedriger Qualität“ ins ESC-Rennen schicken wolle, anstelle eines Songs, der die zyprische Kultur in Europa fördere.

CyBC betonte, die Kritik beruhe auf einer Fehlinterpretation: Statt um den Teufel gehe es um Menschen, die in einer schlechten Beziehung feststecken. „Es geht um ein Mädchen in einer ausbeuterischen Beziehung zu einem Schmarotzer, den es El Diablo nennt“ und um den „ewigen Kampf zwischen Gut und Böse“.