COV Inland

Bei der heutigen Sitzung der Ampelkommission wird sich die Zahl der rot-geschalteten Länder vermutlich verdreifachen. Zu Salzburg dürften sich Nieder- und Oberösterreich gesellen. Denn diese drei Bundesländer haben eine Risikozahl über 100, die als Grenze für sehr hohes Infektionsrisiko gilt. Das geht aus dem Arbeitspapier der Kommission hervor.

Hält man sich an die Risikozahl, rutschen auch Wien, Tirol und Vorarlberg zurück, nämlich von gelb auf orange und damit ins hohe Risiko. Einzig das Burgenland weist mit 44,3 noch einen Wert auf, der mittleres Risiko darstellt. Wien liegt freilich mit 50,3 nur knapp über der Grenze zum mittleren Risiko. Dagegen hat sich in Tirol in einer Woche die Risikozahl fast verdoppelt.

In Wien bleibt Lage stabil

Auch negativ ist die Entwicklung während der vergangenen 14 Tage. Nur in Wien, wo seit Wochen strengere Regeln als im Rest des Bundesgebiets gelten, ist die Lage stabil. Überall sonst steigen die Infektionszahlen, wobei Tirol mit plus 40 Prozent und Niederösterreich mit plus 34 Prozent eine besonders ungünstige Entwicklung aufweisen.

Das vergleichsweise strengere, PCR-Test-intensive Regime in der Bundeshauptstadt zahlt sich auch bei den asymptotischen Fällen aus, die entdeckt werden. Mit einem Anteil von 48 Prozent liegt Wien hier weit über dem Bundesschnitt von 31 Prozent. Zum Vergleich: In Salzburg, dem Land mit der schlechtesten Risikozahl, sind es nur 19 Prozent.

43 Prozent plus bei Über-65-Jährigen

Mit 62 Prozent bundesweit rückläufig ist die Zahl der abgeklärten Fälle. Wien, das auch neuerlich die mit Abstand höchste Testquote hat, hat mit Niederösterreich (jeweils 67 Prozent) den besten Wert, Salzburg wieder den schlechtesten mit 55 Prozent.

Speziell ungünstig ist, dass die Zahlen bei der besonders gefährdeten Gruppe der Über-65-Jährigen stark ansteigen – nämlich um fast 43 Prozent. Einmal mehr die schlechteste Entwicklung gibt es in Salzburg mit einem Anstieg von beinahe 93 Prozent.

Infektionskurve zeigt steil nach oben

Das CoV-Infektionsgeschehen gewinnt wieder an Dynamik. Erstmals seit dem Frühjahr wurden an einem Tag mehr als 3.000 Neuinfektionen verzeichnet. Die Zahl der belegten Intensivbetten ist zwar noch stabil auf niedrigem Niveau, doch bei den Hospitalisierten brachten die vergangenen Tage ebenfalls einen merklichen Anstieg mit sich.

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Bereits Mitte September hat die Regierung Regeln für den Wintertourismus grob umrissen. Vier Wochen und einiges Hin und Her später sind die neuen Regelungen nun fix: Ab 15. November wird in den Skigebieten ein „3-G“-Nachweis verpflichtend, in Gondeln muss eine FFP2-Maske getragen werden. Apres-Ski wird mit der Nachtgastronomie gleichgestellt. Kapazitätsbeschränkungen soll es aber keine geben.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 196,1 (Stand: gestern, 14.00 Uhr). Damit ist sie in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen.

Am höchsten ist die Zahl in Oberösterreich (296,6) und Salzburg (273,2). Am niedrigsten ist der Wert in Vorarlberg (103,5) und dem Burgenland (108,4).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 3.727 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 3.727 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

11.209 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 962 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 218 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

COV Ausland

Nach dem Auftreten einer neuen Unterart der hoch ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus in Israel ist Ministerpräsident Naftali Bennett zu einer Dringlichkeitssitzung mit Gesundheitspolitikern zusammengekommen. Israel werde Maßnahmen ergreifen, um die „positiven Ergebnisse des Kampfes gegen das Virus zu bewahren“, hieß in einer gestern veröffentlichten Erklärung von Bennetts Büro. In Erwägung gezogen würden unter anderem Änderungen bei den Einreisebestimmungen.

Bennett forderte eine Verstärkung der epidemiologischen Untersuchung der neuen Variantenunterart AY 4.2. Der Regierungschef rief außerdem zur Zusammenarbeit mit anderen Ländern auf, in denen die AY 4.2 ebenfalls aufgetreten ist.

Unterart auch in Großbritannien nachgewiesen

Das israelische Gesundheitsministerium hatte am späten Dienstagabend den Nachweis einer Infektion mit AY 4.2 gemeldet. „Die Variante AY 4.2, die in einer Reihe von Ländern in Europa entdeckt wurde, wurde in Israel identifiziert“, hieß es in einer Erklärung des Ministeriums. Bei dem Infizierten handelte es sich demzufolge um einen elfjährigen Buben, der aus Europa eingereist war. Die Unterart AY 4.2 wurde bereits mehrfach in Großbritannien nachgewiesen.

Israel prüft derzeit wegen sinkender Infektionszahlen eine Lockerung seiner CoV-Restriktionen im Tourismus. Vorherige Pläne dazu hatte die Regierung wegen steigender Fallzahlen wegen der Delta-Variante fallengelassen. So wurden Ende August und Anfang September täglich mehr als 11.000 CoV-Infektionen in Israel nachgewiesen.

Im Zuge einer Kampagne für eine dritte CoV-Impfung gingen die Fallzahlen jedoch wieder zurück. Gestern meldeten die israelischen Behörden 1.487 Neuinfektionen binnen 24 Stunden.

Nach dem CoV-Impfstoff von Biontech und Pfizer hat die zuständige US-Behörde auch Genehmigungen für Auffrischungsimpfungen der Hersteller Moderna sowie Johnson & Johnson erteilt. Zudem erlaubte die Arzneimittelbehörde FDA gestern, Vakzine zu mischen, sodass zwei oder mehr Injektionen künftig von verschiedenen Herstellern kommen können.

Die Auffrischungsimpfungen, auch Booster genannt, von Moderna dürfen alle Menschen über 65 Jahren sowie alle Erwachsene mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko bekommen. Die zweite Injektion muss mindestens sechs Monate her sein. Das Vakzin von Johnson & Johnson können sich Menschen ab 18 Jahren zwei Monate nach der Impfung nochmals spritzen lassen. Booster-Impfungen mit dem Mittel von Biontech und Pfizer sind in den USA auch schon offiziell genehmigt und angelaufen.

Rund 170 Millionen Menschen in den USA sind bisher mit den Mitteln von Biontech und Pfizer sowie Moderna geimpft, rund 15 Millionen mit dem von Johnson & Johnson.

Der brasilianische Senat hat eine Klage gegen Staatschef Jair Bolsonaro wegen dessen CoV-Politik gefordert. Das geht aus einem gestern vorgelegten Untersuchungsbericht zu Bolsonaros strafrechtlichen Vergehen im Zusammenhang mit dem Krisenmanagement seiner Regierung hervor. Der Ausschuss erhebt schwere Anschuldigungen gegen Bolsonaro, darunter Verbrechen gegen die Menschlichkeit und „Scharlatanerie“.

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Das CoV-Vorzeigeland Neuseeland hat heute erstmals seit Beginn der Pandemie eine dreistellige Zahl an Neuinfektionen verzeichnet. Die Behörden meldeten 102 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden, wie Vize-Ministerpräsident Grant Robertson vor Journalisten und Journalistinnen bestätigte.

Der Schlüssel dazu, sich selbst und andere zu schützen, sei eine Impfung. Bis heute waren etwa 68 Prozent der erwachsenen Bevölkerung vollständig geimpft. Insgesamt hat das Land mit fünf Millionen Einwohnern bisher rund 5.000 Infektionen verzeichnet. 28 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

Neuseeland hatte lange eine Null-Covid-Strategie verfolgt. Zuletzt musste Ministerpräsident Jacinda Ardern aber eingestehen, dass diese mit der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante kaum noch realisierbar ist.

Ausland

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat Pläne für ein eigenes Online-Netzwerk vorgestellt. Die Plattform „TRUTH Social“ werde im November als Testversion an den Start gehen, „um der Tyrannei von Big Tech die Stirn zu bieten“, erklärte Trump. Große Online-Netzwerke wie Twitter und Facebook hatten den Ex-Präsidenten Anfang des Jahres von ihren Plattformen verbannt.

„Wir leben in einer Welt, in der die Taliban eine große Präsenz auf Twitter haben, aber euer amerikanischer Lieblingspräsident wurde zum Schweigen gebracht“, führte Trump aus. „Das ist inakzeptabel.“

Er habe deshalb das Unternehmen Trump Media & Technology Group (TMTG) gegründet. Neben dem Online-Netzwerk soll TMTG auch einen Videodienst an den Start bringen, der sich auf politisch nicht korrekte Unterhaltungsformate konzentrieren werde.

Der Europarat hat ein Ende der nachweislich an mehreren Grenzen europäischer Länder praktizierten Pushbacks von Geflüchteten gefordert. Derzeit seien vermehrt „Verstöße gegen die Menschenrechte von Flüchtlingen“ zu beobachten, beklagte heute die Menschenrechtskommissarin der Straßburger Länderorganisation, Dunja Mijatovic.

Die Europaratsstaaten müssten sich gegen Versuche wehren, das Zurückweisen von Asylsuchenden an ihren Außengrenzen zu legalisieren. Insbesondere Kroatien und Griechenland wird seit längerem vorgeworfen, Menschen gewaltsam am Eintritt in die EU zu hindern oder abzuschieben.

Nachdem zuletzt Videoaufnahmen vom brutalen Vorgehen von mutmaßlichen Grenzschützern veröffentlicht wurden, gestand die Regierung in Zagreb vereinzeltes Fehlverhalten ihrer Beamten ein. Athen sagte Untersuchungen zu, wies die Vorwürfe ansonsten jedoch kategorisch zurück.

Pushbacks auch an EU-Außengrenze zu Belarus

Hinzu kamen zuletzt zahlreiche Berichte über Pushbacks an den EU-Außengrenzen zu Belarus. In den vergangenen Monaten versuchten Tausende Menschen, mehrheitlich aus dem Nahen Osten und Afrika, von Belarus aus nach Polen, Lettland und Litauen zu gelangen. Das polnische Parlament stimmte vor diesem Hintergrund für eine Legalisierung von Pushbacks.

Pushbacks sind illegal im Sinne der Europäischen Menschenrechtskonvention und der EU-Grundrechts-Charta. Demnach muss es Asylwerbern und -werberinnen ermöglicht werden, einen Asylantrag zu stellen.

In Syrien hat es einen Angriff auf die von der US-geführten Militärkoalition genutzten Airbase Al-Tanf gegeben. „Es waren Explosionen am Stützpunkt Al-Tanf zu hören“, erklärte die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Ein US-Vertreter bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass die Basis angegriffen wurde. „Wir haben keine Kenntnisse über Opfer“, sagte der US-Vertreter weiter. Die Beobachtungsstelle gab an, dass die Explosionen auf einen Drohnenangriff zurückzuführen sein könnten.

Die Militärbasis in der Wüste in Südsyrien war 2016 für den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat eingerichtet worden. Sie liegt in unmittelbarer Grenznähe zu Jordanien und Irak an der strategisch wichtigen Straße von Bagdad nach Damaskus.

Die Verteidigungsminister der 30 NATO-Staaten kommen heute zum ersten Mal seit mehr als eineinhalb Jahren wieder zu einem physischen Treffen in der Bündniszentrale in Brüssel zusammen.

Thema der zweitägigen Beratungen sind die Weiterentwicklung von Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeiten sowie die anhaltenden Bemühungen, noch in Afghanistan verbliebene Ortskräfte in Sicherheit zu bringen. Zudem sollen Pläne für mehr Investitionen in Zukunftstechnologien vorangetrieben werden. Dazu ist ein rund eine Milliarde Euro schwerer Innovationsfonds geplant.

Überschattet wird das bis morgen dauernde Treffen von neuen Spannungen mit Russland. So hatte Moskau am Montag angekündigt, die Arbeit der russischen Vertretung bei der NATO in Brüssel vorerst zu beenden. Zudem soll die Tätigkeit des NATO-Informationsbüros sowie die der NATO-Militärmission in Moskau eingestellt werden müssen.

Russland reagierte damit auf eine Entscheidung der NATO, wegen Spionageverdachts acht Mitarbeitern der russischen NATO-Vertretung in Brüssel ihre Akkreditierung zu entziehen. Zudem wurde beschlossen, die Maximalgröße der russischen Vertretung von 20 auf zehn Personen zu reduzieren.

Fast einen Monat nach der deutschen Bundestagswahl beginnen SPD, Grüne und FDP heute ihre Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer gemeinsamen Regierung. Auf dem Berliner Messegelände kommen zum Auftakt die Hauptverhandler, je sechs hochrangige Vertreter jeder Partei, mit den Leitern der Arbeitsgruppen zusammen. Die Parteien haben sich zum Ziel gesetzt, noch vor Weihnachten eine Regierung zu bilden. Es wäre die erste „Ampelkoalition“ auf Bundesebene.

Insgesamt 22 Arbeitsgruppen mit Fachpolitikern sollen dann in den kommenden Wochen die Details eines Koalitionsvertrags aushandeln. Noch ist allerdings nichts in trockenen Tüchern: Zwar haben die Parteien im Voraus bereits einige Streitpunkte aus dem Weg geräumt, doch inhaltlich und auch personell gibt es noch einige Stolpersteine, etwa in der Finanzpolitik und bei der Besetzung des Finanzministeriums.

Inland

Die Grünen wollen die Arbeitsmarktpolitik aktiver gestalten. Ihnen geht es vor allem um mehr Förderung für mehr Weiterbildung für Arbeitslose. „Zwang in der Arbeitsvermittlung ist ebenso wenig angebracht wie eine Absenkung der im Europavergleich ohnehin niedrigen Nettoersatzrate von 55 Prozent“, so die Chefin der Grünen Wirtschaft, Sabine Jungwirth und Arbeit- und Sozialsprecher Markus Koza in Richtung von ÖVP-Wirtschaftsbund und damit großen Koalitionspartner.

Die Grünen sind viel mehr für eine Anhebung des Arbeitslosengeldes und der Familienzuschläge für Arbeitslose, „um sie gegen Armutsgefährdung besser abzusichern“, sagte der Abgeordnete zum Nationalrat, Koza. „Ein Aus der Notstandshilfe beziehungsweise das Unterschreiten des jetzigen Arbeitslosengeldniveaus und der Notstandhilfe kommt für uns nicht infrage.“ Dem Wirtschaftsbund wirft er „Scharfmacherei“ vor.

Die Grünen würden eine Nettoersatzrate von 70 Prozent heranziehen. Ob diese sinken könne, sei Verhandlungssache. Verhandelt wird derzeit aber noch nicht, die beiden Regierungsparteien überlegen intern und holen sich Inputs – wie ÖVP-Arbeitsminister Martin Kocher etwa kürzlich in den USA. Die Grünen wollen dem großen Partner und dem Wirtschaftsbund bei dem Thema das Feld offensichtlich nicht so einfach überlassen.

Im Zuge des zunehmenden Migrationsdrucks flammt wieder die Debatte um die Unterbringung von Asylwerberinnen und -werbern auf. Niederösterreichs Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) verkündete gestern, dass die Quartiere in Niederösterreich schon voll seien.

„Wir haben nicht mehr viel Spielraum. Das heißt, von den bestehenden Kapazitäten haben wir noch 200 Plätze frei und dann sind wir voll.“ Die der APA vorliegende Quotenstatistik zur Grundversorgung von gestern besagt etwas anderes.

Niederösterreich erfüllt Quote nicht

Wien ist wie meist das einzige Bundesland, das seine Quote nicht nur erfüllt, sondern auch überfüllt. Die Bundeshauptstadt versorgt 10.600 Asylwerber, subsidiär Schutzbedürftige und sonstige Fremde. Das sind um 4.700 Personen mehr, als die Quote vorgeben würde und entspricht einer Übererfüllung der Quote von fast 180 Prozent.

Niederösterreich versorgt 2.600 Personen und damit um 1.100 weniger als es müsste. Die Quote wird nur zu knapp 80 Prozent erfüllt. Das Erstaufnahmezentrum Traiskirchen ist in diesen Zahlen nicht enthalten, weil es sich um Einrichtung des Bundes handelt. Dort sind derzeit rund 1.500 Asylwerber untergebracht.

An zweiter Stelle bei der Quotenerfüllung liegt derzeit Kärnten mit 92 Prozent bzw. knapp 1.200 Personen. Am säumigsten ist Vorarlberg mit einer Quotenerfüllung von nur 66 Prozent. Das Land versorgt 800 Menschen, müsste aber laut Quote 1.200 versorgen. Oberösterreich erfüllt mit 3.000 Unterbringungen die Quote zu 75 Prozent, die Steiermark (2.700) zu 76 Prozent, Tirol (1.800) zu 77 Prozent, Salzburg (1.200) zu 86 Prozent und das Burgenland (730) zu knapp 84 Prozent.

Debatte über Asylgipfel

Niederösterreich hat vergangene Woche angekündigt, keine Asylwerber mehr aufnehmen zu wollen. Auch Kärnten und Wien wollen keine Flüchtlinge mehr aufnehmen. Der zuständige Wiener Stadtrat Peter Hacker von der SPÖ sagte gestern gegenüber dem ORF, der Bund müsse für eine „gerechte Verteilung“ sorgen. „Kein Bundesland kann das Problem lösen.“

Waldhäusl forderte indes neuerlich einen Asylgipfel. Im Innenministerium erteilte man einem Gipfel mit Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) eine Absage.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Die ÖVP hat gerade turbulente Zeiten mit schwerwiegenden Folgen erlebt. Umso mehr Augenmerk wurde deshalb auf die Rede von Finanzminister Gernot Blümel als Wiener ÖVP-Chef gerichtet. Er widmete sich gestern dem „Mittelstand in einem gesättigten System“. Schon zu Beginn seiner Rede erwähnte Blümel die „rote Selbstzufriedenheit“, die Fortschritt in Wien entgegenstehe.

Mehr dazu in wien.ORF.at

ÖVP und FPÖ-Vorstand haben jeweils gestern den ausverhandelten Regierungspakt einstimmig abgesegnet. Zudem stellte die ÖVP personelle Weichen: Neu im schwarzen Regierungsteam sind Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer und Landwirtschaftskammer-Präsidentin Michaela Langer-Weninger. Die SPÖ muss das Sozialressort abgeben, die Grünen die Integration, was beide Parteien kritisierten.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Wirtschaft

Trotz der globalen Chipkrise und Lieferproblemen hat der US-Elektroautobauer Tesla im dritten Quartal so viel verdient wie noch nie zuvor in einem Vierteljahr. In den drei Monaten bis Ende September stieg der Gewinn im Jahresvergleich um 389 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar (1,4 Mrd. Euro), wie der Konzern von Starunternehmer Elon Musk gestern nach US-Börsenschluss mitteilte.

Der Umsatz wuchs um 57 Prozent auf den Rekordwert von 13,8 Milliarden Dollar. Die Quartalszahlen des E-Auto-Pioniers übertrafen die Erwartungen der meisten Analysten und Analystinnen deutlich. Anleger reagierten dennoch verhalten, die Aktie geriet nachbörslich sogar leicht ins Minus.

Obwohl die Autobranche insgesamt seit Monaten schon unter dem Halbleitermangel, Containerknappheit sowie Staus an Seehäfen und anderen Engpässen in den Lieferketten ächzt, steckte Tesla die Belastungen bisher relativ gut weg. Im dritten Quartal brachte das Unternehmen 241.391 Fahrzeuge an seine Kundschaft, rund 73 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Premierminister Boris Johnson und Ministerpräsidentin Jacinda Ardern haben sich nach 16-monatigen Verhandlungen auf ein Freihandelsabkommen zwischen Großbritannien und Neuseeland verständigt.

„Das ist ein großartiges Handelsabkommen für das Vereinigte Königreich, das unsere langjährige Freundschaft mit Neuseeland festigt und unsere Beziehungen zum indopazifischen Raum stärkt“, sagte Johnson. Am Tag des Inkrafttretens des Abkommens werden die Zölle auf 97 Prozent der Export-Produkte beider Länder abgeschafft, so Ardern.

Heute Vormittag starten die Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 415.000 Angestellten und 15.000 Lehrlinge im Einzel-, Groß- und Kfz-Handel. Die Verhandler von Gewerkschaft und Wirtschaftskammer rechnen mit langwierigen Verhandlungen. Neben den Auswirkungen der Pandemie sind auch die stark steigenden Inflationszahlen heuer ein großes Thema.

In der ersten Runde der KV-Verhandlungen fixieren die Sozialpartner üblicherweise die heranzuziehende Inflationsrate. Die Arbeitnehmervertreter drängen aufgrund der höheren Teuerung auf einen kräftigen Gehaltsabschluss und auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Das kollektivvertragliche Mindestgehalt für Vollzeitangestellte beläuft sich im neuen Handels-KV auf 1.740 Euro brutto (1.400 Euro netto). Die Arbeitgebervertreter dämpfen aber die Erwartungen für die KV-Verhandlungen und verweisen auf die coronavirusbedingt schwierige Lage für manche Teile der Handelsbranche.

Metaller-KV: Angebot und Wunsch noch weit auseinander

Am Nachmittag gehen unterdessen die Kollektivvertragsverhandlungen für die Metalltechnische Industrie in die dritte Runde. So viel lässt sich jetzt schon sagen: Es werden schwierige Gespräche. Zuletzt haben die Arbeitgeber ein Lohn- und Gehaltsplus von 2,2 Prozent geboten, die Arbeitnehmer fordern aber 4,5 Prozent mehr. Zuvor hatte die Brotindustrie bei einem Plus von 2,11 Prozent brutto abgeschlossen.

Erste Betriebsversammlungen in der Metallindustrie haben bereits stattgefunden, weitere sind angedroht, wenn es morgen keine Einigung gibt. Der Mindestlohn in der Metallindustrie liegt bei 2.000 Euro brutto. Die 1.200 Betriebe der Metalltechnischen Industrie beschäftigen nach Eigenangaben über 134.000 Mitarbeiter.

Der Handel mit den Aktien des angeschlagenen chinesischen Immobilienkonzerns China Evergrande könnte schon bald wieder aufgenommen werden. China Evergrande habe beantragt, dass seine Anteilscheine heute wieder an der Börse in Hongkong ge- und verkauft werden dürfen, teilte das Unternehmen nun mit. Der angestrebte Teilverkauf der Dienstleistungssparte ist dagegen geplatzt.

Der Handel mit Aktien des hoch verschuldeten Immobilienriesen China Evergrande und seiner Hausverwaltung war am 4. Oktober an der Börse in Hongkong ausgesetzt worden.

Hintergrund waren Spekulationen über einen Einstieg eines anderen großen chinesischen Konzerns in die Immobilienverwaltung Evergrande Property Services. Eine solche Beteiligung hätte kurzfristig die Liquiditätskrise von Evergrande mildern und der erste Schritt in Richtung einer notwendigen Umstrukturierung des Konzerns werden können.

Der Konzern sagte, er werde, wie im Zwischenbericht am 30. August erwähnt, weiterhin die Maßnahmen zur Linderung der Liquiditätsprobleme umsetzen. Allerdings teilte China Evergrande zudem mit, dass der Prozess zum Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an der Dienstleistungssparte Evergrande Property Services an die Hooplife Technology Group, eine Tochtergesellschaft der Investment-Holding Hopson Development, gestoppt worden sei.

Evergrande: Käufer erfüllt Voraussetzung nicht

Basierend auf Informationen aus verschiedenen Quellen habe man Grund zu glauben, dass der Käufer die Voraussetzung für die Abgabe eines allgemeinen Angebots für Aktien der Evergrande Property Services nicht erfüllt habe, hieß es in der Mitteilung von Evergrande an die Börse. Hopson betonte in einer Mitteilung, das Unternehmen sei bereit gewesen, die Transaktion abzuschließen. Es sei aber am 13. Oktober von Evergrande über den Abbruch der Transaktion informiert worden.

Nach chinesischen Medienberichten wollte Hopson Development 51 Prozent an dem Gebäudeverwaltungsarm übernehmen. Der Gesamtwert der Evergrande Property Services wurde mit mehr als 40 Mrd. Hongkong-Dollar (umgerechnet 4,4 Mrd. Euro) angegeben. Die Aktien von Hopson waren am 4. Oktober wie die von Evergrande Group und Evergrande Property Services vom Handel ausgesetzt worden.

Rund 1.500 offene Lehrstellen, aber nur 237 Jugendliche, die eine Lehrstelle suchen: Das Interesse an der Lehre in Salzburg war nie so gering, meldete das Arbeitsmarktservice (AMS). Werbekampagnen und mehr Information an Eltern sollen das ändern.

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IT

In den Nachwehen des Datenschutzskandals um Cambridge Analytica wird Facebook-Chef Mark Zuckerberg persönlich von US-Ermittlern ins Visier genommen. Der Generalstaatsanwalt der Hauptstadt Washington, Karl Racine, fügte Zuckerberg zu seiner bereits 2018 eingereichten Klage gegen Facebook hinzu.

Die fortlaufenden Ermittlungen hätten gezeigt, dass der Gründer an Entscheidungen rund um Cambridge Analytica beteiligt gewesen sei, erklärte Racine zur Begründung.

Der Washingtoner Generalstaatsanwalt wirft Facebook in seiner Klage unter anderem vor, Nutzer und Nutzerinnen falsch über die Weitergabe ihrer Daten informiert zu haben. Ein Facebook-Sprecher wies die Vorwürfe zurück. Sie seien sowohl gegen das Unternehmen als auch gegen Zuckerberg unbegründet, sagte er dem „Wall Street Journal“ gestern.

Zugriff auf Daten von Millionen Nutzern

Im Fall Cambridge Analytica hatte eine Analysefirma Zugriff auf einige Daten von Millionen Facebook-Nutzern gekommen, ohne dass es denen bewusst war. Die Firma hatte eine Umfrage veröffentlicht, an der einige Facebook-Nutzer teilnahmen.

Doch dank der damaligen Privatsphäre-Einstellungen bekam sie auch Zugang zu einigen Informationen ihrer Facebook-Freunde. Als das bekannt wurde, geriet Facebook unter massive Kritik und gelobte Besserung beim Datenschutz.

Sport

Bayern München hat in der Champions League den dritten Sieg angeschrieben und kann mit dem Achtelfinale planen. Deutschlands Serienmeister gewann gestern beim ersten Verfolger Benfica Lissabon erst nach späten Toren deutlich mit 4:0 (0:0). ÖFB-Teamspieler Marcel Sabitzer durfte erstmals seit seinem Wechsel nach München von Beginn an spielen. Manchester United gelang unterdessen ein Comeback, und der FC Barcelona feierte den ersten Punktegewinn im laufenden Wettbewerb.

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Nach drei Kreuzbandrissen innerhalb von 17 Monaten ist Stephanie Brunner vor einem Jahr in Sölden auf die Skirennpiste zurückgekehrt. Nach starkem Einstand warfen Ausfälle und Materialprobleme Österreichs beste Riesentorläuferin aber wieder zurück. Im März musste sie nach einer Fußverletzung sogar erneut operiert werden. Trotzdem ist die 27-Jährige vor dem Saisonstart am Samstag in Sölden guter Dinge.

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Österreichs bester Kunstturner hat gestern in Kitakyushu (Japan) wie erhofft erstmals das Ringe-Finale einer Turn-WM erreicht: Vinzenz Höck zeigte als Dritter im Vorkampf eine souveräne Leistung, seine Kür gelang makellos. „Es ist mir heute perfekt aufgegangen, alles hat auf den Punkt gepasst. Ich bin überglücklich“, sagte der Vizeeuropameister des Vorjahres.

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Chronik

Ermittler haben bei der Suche nach dem Freund der getöteten Gabby Petito mutmaßlich menschliche Überreste gefunden. Außerdem seien Gegenstände, die dem 23-Jährigen gehörten, entdeckt worden, sagte FBI-Ermittler Michael McPherson gestern (Ortszeit). Diese Dinge seien im Naturreservat Carlton Reservat im US-Bundesstaat Florida in einem Gebiet gefunden worden, das bis vor Kurzem noch unter Wasser gestanden sei.

„Ich weiß, dass Sie viele Fragen haben, aber wir haben noch nicht auf alles eine Antwort“, sagte McPherson. Die 22-jährige Gabby Petito war im Sommer nicht von einer gemeinsamen Reise durch die USA mit ihrem Freund zurückgekommen.

Der Fall findet sowohl in den USA als auch international Beachtung – nicht zuletzt, weil das Paar aus Florida zahlreiche Bilder und Videos von seiner Reise in sozialen Netzwerken teilte. Petitos Leiche war nach intensiver Suche schließlich im September im Bundesstaat Wyoming gefunden worden. Dem Gerichtsmediziner zufolge wurde die junge Frau erwürgt.

Petitos Freund war im September allein von der Reise mit Petito zurückgekehrt. Kurz darauf verschwand auch er spurlos. Seit Wochen sucht die Polizei nach dem 23-Jährigen – vor allem in dem Naturschutzgebiet, in dem jetzt die Gegenstände und die mutmaßlich menschlichen Überreste gefunden wurden.

Auf der kanarischen Vulkaninsel La Palma bedrohen die Lavaströme die Gemeinde La Laguna. Die bis 1.270 Grad heiße Masse sei dem Ortskern gestern auf ihrem Weg zum Meer sehr nahe gekommen, berichteten der öffentlich-rechtliche Fernsehsender RTVE und andere Medien nachmittags unter Berufung auf die zuständigen Behörden der spanischen Insel vor der Westküste Afrikas. Die etwa 1.650 Bewohnerinnen und Bewohner von La Laguna waren aber nicht in Gefahr, denn sie waren bereits vorige Woche aus ihren Häusern vorsichtshalber in Sicherheit gebracht worden.

Riesige Rauchsäule ausgehend vom Vulkan auf dem Gebirgszug Cumbre Vieja auf La Palma
APA/AFP/UME/Luismi Ortiz

Die Lava könnte allerdings je nach weiterem Verlauf neben Hunderten von Häusern auch eine alte Kirche und die Schule der Gemeinde zerstören, wie der Chef des Notfallkomitees PEVOLCA, Miguel Angel Morcuende, vor Journalisten erklärte. Es gebe noch Grund zur Hoffnung, dass die Lava südlich von La Laguna am Ortskern vorbeifließen werde, sagte er. Eine Tankstelle und ein Supermarkt außerhalb des Ortes seien von der Lava erfasst worden. Das ist auch auf Videoaufnahmen zu sehen, die das Vulkanologische Institut der Kanaren auf dem Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlicht hat.

Seit der Vulkan auf dem Gebirgszug Cumbre Vieja im Süden La Palmas vor über einem Monat, am 19. September, erstmals nach 50 Jahren wieder aktiv wurde, hat die Lava nach amtlichen Angaben schon mehr als 1.950 Gebäude zerstört. Gestern waren bereits mehr als 800 Hektar von einer meterdicken Lavaschicht bedeckt. Diese Fläche entspricht mehr als 1.100 Fußballfeldern. Rund 7.000 Bewohner mussten seit Ausbruch des Vulkans in Sicherheit gebracht werden.

In einem Einkaufszentrum in Innsbruck ist ein Kunde gestern Nachmittag zwischen dem dritten und vierten Obergeschoss ins Untergeschoss abgestürzt. Der Mann hatte versucht, auf den Handlauf der Rolltreppe zu springen.

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Bei der aktuellen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat kein Teilnehmer und keine Teilnehmerin die richtigen Zahlen getippt. Im Jackpot sind 608.112,10 Euro.

Es wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

2 12 14 29 42 45 / Zusatzzahl 30

Die richtigen LottoPlus-Zahlen:

8 14 16 17 35 42

Beim Joker gibt es einen Doppeljackpot zu 468.544,68 Euro.

Die richtige Joker-Zahl:

9 5 6 0 9 2

Alle Angaben ohne Gewähr

Kultur

Die Frankfurter Buchmesse hat gestern mit einer Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit begonnen. „Wir bedauern, dass einzelne Autor*innen ihre Auftritte auf der Frankfurter Buchmesse 2021 abgesagt haben“, hieß es am ersten Fachbesuchertag in einer gemeinsamen Erklärung der Buchmesse und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. „Ihre Stimmen gegen Rassismus und ihr Eintreten für Diversität werden auf der Frankfurter Buchmesse fehlen.“

Jasmina Kuhnke („Schwarzes Herz“) hatte ihren Auftritt auf der Messe wegen der Anwesenheit des Jungeuropa-Verlags kurzfristig abgesagt. Die Buchmesse rechtfertigte die Entscheidung, niemanden auszuschließen: „Meinungs- und Publikationsfreiheit stehen für uns an erster Stelle.“ Alle Verlage, die sich im Rahmen der Rechtsordnung bewegten, dürften in Frankfurt ausstellen – „auch wenn wir ihre Ansichten nicht teilen“. Verlage oder ihre Produkte zu verbieten sei in einem Rechtsstaat Aufgabe von Gerichten.

Strubl kritisiert Rechtsprechung bei Missbrauch

Buchpreis-Gewinnerin Antje Ravik Strubel („Blaue Frau“) kritisierte unterdessen die deutsche Rechtsprechung im Umgang mit sexuellem Missbrauch. Es sei „erschreckend“, wie wenige Fälle überhaupt zur Anzeige kämen, sagte sie. Noch viel seltener würden die Täter verurteilt. Ein Grund dafür sei, „dass den Frauen nicht geglaubt wird“. Anders als etwa in skandinavischen Ländern seien die Frauen zudem gezwungen, den Tätern vor Gericht wiederzubegegnen.

Der Historiker Per Leo („Mit Rechten reden“, „Tränen ohne Trauer“) warnte unterdessen davor, über dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus die Täter zu vernachlässigen. „Wir haben es mit permanenten Versuchen der Selbstentlastung zu tun“, sagte Leo. Er beobachte „eine Verschiebung, die sich – und da wird es problematisch – weg von den historischen Opfern der Schoah hin zum Staat Israel verschiebt. Wir haben da eine Art Entlastungszionismus, der hochproblematisch ist.“

Leute

Paris Hilton hat sich eindringlich für strengere Regeln im Kampf gegen den Missbrauch von Kindern in Jugendeinrichtungen ausgesprochen. „Ich wurde gewürgt, ins Gesicht geschlagen, unter der Dusche von männlichen Mitarbeitern beobachtet, mit Schimpfwörtern beleidigt, ohne Diagnose zur Einnahme von Medikamenten gezwungen, nicht richtig ausgebildet, in Einzelhaft in einem mit Kratzern übersäten und blutverschmierten Raum gesteckt und so vieles mehr“, sagte Hilton.

In ihrer Dokumentation „This is Paris“ hatte die heute 40-Jährige im vergangenen Jahr öffentlich gemacht, dass sie auf Privatschulen Missbrauch und Gewalt erlebt hat. Es handelte sich vor allem um Einrichtungen für Kinder, die nach Auffassung ihrer Eltern Probleme machten und schwer erziehbar sind.

„Meinen Eltern wurde versprochen, dass strenge Liebe mich heilen würde und dass es der einzige Weg sei, mich quer durchs Land zu schicken“, sagte sie gestern bei einer Pressekonferenz vor dem US-Kongress in Washington.

Gesetz gegen Missbrauch in Einrichtungen gefordert

Hilton macht sich in der US-Hauptstadt für einen Gesetzesentwurf stark, der darauf abzielt, den Missbrauch in derartigen Einrichtungen besser zu bekämpfen. „Ein bundesweites Gesetz und finanzielle Förderung sind dringend erforderlich, um eine echte Reform und echte Rechenschaftspflicht für solche Gemeinschaftseinrichtungen in Amerika zu erreichen“, sagte Hilton.

Hätte es damals eine strengere Regulierung gegeben, wären ihr mehr als 20 Jahre Trauma und Posttraumatische Belastungsstörung erspart geblieben.