Ausland

Zwei Tage nach der deutschen Bundestagswahl kommen die Fraktionen von SPD, Union, Grünen und Linken heute zu ersten Beratungen zusammen. Die Unionsfraktion trifft sich erst am Nachmittag. Zunächst kommen die alten und neuen Abgeordneten zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Anschließend ist die konstituierende Sitzung der neuen Fraktion geplant.

Auf der Tagesordnung steht wie üblich auch die Neuwahl des Fraktionschefs. Nach den schweren Verlusten bei der Wahl ist die Fraktion geschrumpft: Statt wie bisher 246 Abgeordnete von CDU und CSU sitzen künftig nur noch 196 Unionsparlamentarier und -parlamentarierinnen im Bundestag.

Streit über Wahl von Fraktionsvorsitzendem

Heute hatte es innerhalb der CDU-Spitze Streit über die Modalitäten der Fraktionsvorsitzendenwahl gegeben. CDU-Chef Armin Laschet hatte gesagt, er wolle gemeinsam mit dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder vorschlagen, dass der bisherige Vorsitzende Ralph Brinkhaus (CDU) „in der Phase dieser Koalitionsverhandlungen“ Fraktionschef sein solle.

Das hatte für Unmut bei Brinkhaus besorgt, weil dieser sich wie üblich für ein Jahr wählen lassen wollte. In den Regularien der Fraktion ist das so üblich – nach einem Jahr ist eine nochmalige Wahl bis zum Ende der Legislaturperiode vorgesehen. Söder meinte am Abend, dass er sich noch nicht mit Laschet auf eine Bestätigung von Brinkhaus verständigt habe.

Mehr als ein Jahr nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut stehen die Ermittlungen in dem Fall erneut still. Ein ehemaliger Minister reichte eine Beschwerde gegen den zuständigen Ermittlungsrichter Tarek Bitar ein, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA gestern mitteilte. Der Ex-Minister sollte zur Explosionskatastrophe befragt werden.

Nun muss ein Kassationsgericht entscheiden, ob Bitar wegen des Vorwurfs der Voreingenommenheit seinen Posten räumen muss. Bis dahin liegen die Ermittlungen auf Eis.

Verzögerungen durch Parlament

Für viele Libanesen und Libanesinnen klingt die Meldung nach einem Deja-vu: Bereits vor einem halben Jahr hatten beschuldigte Ex-Minister bei Gericht beantragt, den Fall dem damals zuständigen Ermittlungsrichter zu entziehen und einem anderen zu übertragen. Ein libanesisches Kassationsgericht gab dem statt, Bitar wurde mit dem Fall betraut.

Die Angehörigen der Opfer sind wegen der bisher nur schleppend vorankommenden Ermittlungen schon lange wütend. Allerdings nicht auf Richter Bitar, der ihr Vertrauen genießt – sondern auf die politische Führung. Viele Libanesen geben ihr die Schuld für die Katastrophe. Bitar hatte das Parlament im Zuge seiner Ermittlungen gebeten, die Immunität einiger Abgeordneten als Teil der nächsten rechtlichen Schritte aufzuheben. Das Parlament verzögerte den Vorgang jedoch.

Die Vorsitzenden der deutschen Grünen, Annalena Baerbock und Robert Habeck, haben schon vor den Verhandlungen über eine Regierungsbildung geklärt, wer von ihnen den Vizekanzlerposten übernehmen würde. „Gehen Sie davon aus, dass wir komplett sortiert sind“, sagte Habeck gestern auf eine entsprechende Frage. Für wen sich die beiden entschieden haben, verrieten sie aber nicht. Es deutet aber einiges auf Habeck hin.

„Es gehört ja zu der Verantwortung, die wir hier jetzt mehrfach betont haben, dass man gut vorbereitet und geklärt reingeht“, betonte Habeck. „Es gehört aber auch zu der Verantwortung, diese Klärung dann nicht zu Markte zu tragen.“

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete, dass die beiden sich schon vor längerer Zeit für den Fall eines schlechten Wahlergebnisses auf Habeck als Vizekanzler verständigt hätten. Baerbock habe ihre Chance gehabt, heiße es nun in der Partei.

Mit den personellen Konsequenzen müsse man deutlich machen, dass die Grünen nicht einfach in der bisherigen Formation weitermachen könnten, sondern „verstanden haben“. Der dpa wurden die Angaben aus Parteikreisen bestätigt.

Die Nummer eins im Wahlkampf wäre damit in der neuen Regierung nur noch die Nummer zwei der Grünen. Die beiden Parteivorsitzenden sind bei der Bundestagswahl zwar als Spitzenduo angetreten, Baerbock hatte als Kanzlerkandidatin aber eine herausgehobene Rolle. Die Grünen erzielten zwar ihr bestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl, blieben aber trotzdem hinter ihren Erwartungen.

Der britische Oppositionschef Keir Starmer hat beim Labour-Parteitag einen Rückschlag bei seinen Bemühungen um Einigkeit einstecken müssen. Sein Schattenminister für Arbeitnehmerrechte, Andy McDonald, legte gestern sein Amt nieder und erhob schwere Vorwürfe gegen den Parteichef. „Nach 18 Monaten deiner Führung ist die Partei so tief gespalten wie nie zuvor“, schrieb Andy McDonald in einem öffentlichen Brief an Starmer. Auslöser sei ein Streit über die Pläne für einen landesweiten Mindestlohn gewesen, so McDonald.

Hintergrund ist ein Machtkampf zwischen dem linken Flügel der Partei, der noch immer Ex-Parteichef Jeremy Corbyn nachtrauert, und Starmer, der die britischen Sozialdemokraten wieder stärker in die politische Mitte manövrieren will.

Führungsrolle infrage gestellt

Starmer hatte mehrere wichtige Figuren des linken Flügels aus seinem Führungsteam verbannt. Corbyn warf er wegen relativierender Äußerungen zu Antisemitismus in der Partei sogar dauerhaft aus der Fraktion. Doch bisher gelingt es ihm nicht, in den Umfragen gegen Premierminister Boris Johnson von den Konservativen zu punkten. Seine Führungsrolle wird daher immer wieder innerhalb der eigenen Partei infrage gestellt.

In einer Reaktion auf den Rücktritt dankte Starmer McDonald für sein Engagement im Schattenkabinett und fügte hinzu, sein Ziel und das der gesamten Partei sei es, die nächste Parlamentswahl zu gewinnen. Der Labour-Parteitag in der südenglischen Küstenstadt Brighton soll noch bis morgen andauern.

China hat sich im UNO-Menschenrechtsrat vehement und ungewöhnlich undiplomatisch gegen Kritik namentlich aus den USA und von Menschenrechtsorganisationen verwahrt. Der Vertreter Chinas bezeichnete gestern Kritiker als Terroristen und warf den USA Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor, wie aus der englischen Übersetzung seines Redebeitrags hervorging, den die chinesische Botschaft in Genf verbreitete.

Die USA und Vertreter anderer Länder hatten China zuvor unter anderem Unterdrückung der muslimischen Minderheit der Uiguren in der Region Xinjiang vorgeworfen und Peking wegen der Unterdrückung der anti-chinesischen Proteste in Hongkong kritisiert.

Der chinesische Diplomat konterte, die Menschen in Xinjiang und in Hongkong genössen im Gegenteil ein sicheres und gutes Leben in Würde. Pakistan hatte im Namen von 65 Ländern Partei für China ergriffen und die Situation in Xinjiang und Hongkong als interne Angelegenheit bezeichnet.

Mehr als 40 Jahre nach seinen Schüssen auf den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan könnten bald sämtliche gerichtlichen Auflagen für den Attentäter John Hinckley wegfallen. Das Justizministerium habe vergangene Woche zugestimmt, die gerichtliche und medizinische Überwachung von Hinckley zu beenden, berichtete gestern unter anderem die „Washington Post“.

Der zuständige Richter habe daraufhin erklärt, Hinckley von verbleibenden Auflagen befreien zu wollen, falls dieser bis Sommer 2022 die bestehenden Regeln befolge und sich an seinem mentalen Gesundheitszustand nichts ändere.

Reagan, sein Sprecher und zwei Sicherheitsbeamte waren bei dem Anschlag am 30. März 1981 teils schwer verletzt worden. Hinckley gab danach an, er habe damit die Schauspielerin Jodie Foster beeindrucken wollen, von der er besessen war. 1982 sprach ihn ein Geschworenengericht von allen Anklagepunkten frei, da er zur Tatzeit geistig nicht zurechnungsfähig gewesen sei.

Bisher gelten Auflagen

Der heute 66-jährige Hinckley war 2016 aus einer psychiatrischen Klinik entlassen worden und zunächst zu seiner Mutter gezogen. Diese ist mittlerweile gestorben. Ein Gericht hatte damals entschieden, dass er keine Gefahr mehr für sich oder andere darstellt.

Hinckley muss sich den Berichten nach aber an gewisse Auflagen halten – so darf er keine Waffen besitzen, muss sich von bestimmten Personen fernhalten, ein GPS-fähiges Handy bei sich haben und gewisse Gerichts- und Behandlungstermine wahrnehmen. Diese Auflagen könnten im kommenden Jahr schließlich komplett wegfallen.

Inland

Heute kommt die ÖVP in Oberösterreich zusammen und berät, wie es nach ihrem Wahlsieg weitergeht. Auch die Gremien der Grünen tagen. Dabei werden jeweils die Vorbereitungen für Sondierungsgespräche getroffen.

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Der erst im Februar gegründeten Impfkritikerpartei Menschen-Freiheit-Grundrechte (MFG) ist am Sonntag eine kleine Sensation gelungen: Noch nie schaffte es in Oberösterreich eine Liste abseits der etablierten Parteien in den Landtag. Der Erfolg ohne wirkliche Medienpräsenz überraschte viele – der Wahlkampf in der „Parallelöffentlichkeit“ fand offenkundig aber gleich aus mehreren Gründen auf fruchtbaren Boden.

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Um das Stromnetz gegen Ausfälle zu schützen, investieren die Wiener Netze 1,5 Milliarden Euro und bauen neun zusätzliche Umspannwerke. Auch Polizei, Innenministerium und Bundeskriminalamt sollen künftig für den Fall eines Blackouts abgesichert werden.

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COV Inland

Angesichts der aktuellen Infektionslage hat das Arbeitsministerium den Anspruch auf Sonderfreistellung für alle Schwangeren in körpernahen Berufen bis Jahresende verlängert.

Werdende, noch ungeimpfte Mütter sollen dadurch weiterhin geschützt werden, erklärte ÖVP-Arbeitsminister Martin Kocher. Die Kosten für die Freistellung würden vollständig rückerstattet. Ein entsprechender Gesetzesantrag werde dem Parlament übermittelt und gelte rückwirkend ab Anfang Oktober, hieß es.

Damit schließt die Verlängerung lückenlos an die bisherige Regelung an. Schließlich hatte das Nationale Impfgremium die Schutzimpfung für Schwangere erst im Mai empfohlen, begründete Kocher den Beschluss: „Die Coronavirus-Schutzimpfung wird zwar für Schwangere empfohlen, viele Betroffene sehen dennoch während ihrer Schwangerschaft von Impfungen ab.“

Frauen- und Familienministerin Susanne Raab (ÖVP) begrüßte die Verlängerung: „Es ist essenziell, dass Schwangere am Arbeitsplatz geschützt werden, vor allem wenn die Infektionszahlen noch immer auf einem gewissen Niveau sind wie jetzt.“ Besonders gelte das für jene Branchen, wo Körperkontakt mit anderen unvermeidlich ist.

Bisher wurden fast 19 Millionen Euro zur Unterstützung an Betriebe ausbezahlt, die Schwangere freistellen und ihnen das Entgelt unverändert weiterbezahlen. Das sind in Summe 196.480 Freistellungstage schwangerer Arbeitnehmerinnen, so das Arbeitsministerium in einer Aussendung.

Die neue Wiener Verordnung zu den künftigen Coronavirus-Maßnahmen ab 1. Oktober liegt vor. Sie ist bis November befristet und unterscheidet sich einmal mehr vom Regelwerk des Bundes. Die neuen Regeln betreffen vor allem Ungeimpfte.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 133,1 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Oberösterreich (187,3) und Wien (172,9). Am niedrigsten ist der Wert im Burgenland (61,1) und in Vorarlberg (89,9).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 1.312 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 1.312 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen nannten die Bundesländer dem nationalen Krisenstab.

Landesweit starben laut Ministerien bisher 10.976 Personen an oder mit Covid-19. Derzeit befinden sich 884 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 234 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

COV Ausland

Die europäische Arzneimittelagentur EMA prüft einen Antrag des Impfherstellers Moderna auf Zulassung einer dritten Dosis. Die vorgelegten Daten sollten nach einem beschleunigten Verfahren bewertet werden, teilte die EMA gestern in Amsterdam mit.

Der sogenannte Booster könnte Menschen ab zwölf Jahren mindestens sechs Monate nach der zweiten Impfdosis gespritzt werden, um den Schutz vor einer Coronavirus-Infektion zu erhöhen.

Bisher werden diese Booster in einigen Ländern bereits Menschen mit einem geschwächten Immunsystem angeboten. Die EMA erklärte erneut, dass im Prinzip eine dritte Impfdosis als Schutz vor einer Infektion nicht notwendig sei. Die Entscheidung, ob zusätzliche Impfdosen angeboten werden sollen, würde auch nicht die EMA treffen, sondern sei Sache der EU-Mitgliedsstaaten.

US-Präsident Joe Biden erhält wenige Tage nach der Zulassung von Coronavirus-Auffrischungsimpfungen in den USA seine dritte Dosis. Der 78-Jährige werde sich noch im Laufe des Tages eine Booster-Impfung veragesternheute mit.

Der Präsident, der im Dezember und Jänner seine ersten beiden Impfdosen erhalten hatte, werde sich auch zu der gestarteten Kampagne für Auffrischungsimpfungen äußern.

Bestimmte Personengruppen erhalten Auffrischung

Die US-Gesundheits- und die Arzneimittelbehörde hatten in der vergangenen Woche grünes Licht für Drittimpfungen mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer gegeben. Anspruch auf die Drittimpfung haben fortan Menschen ab 65 Jahren, Menschen mit erhöhtem Risiko für eine schwere Erkrankung und Beschäftigte in Berufen mit hohem Ansteckungsrisiko, etwa Ärzte, Krankenpfleger und Lehrer. Möglich ist die Auffrischung sechs Monate nach der zweiten Impfdosis.

Das Thema hatte allerdings für Streit innerhalb der US-Arzneimittelbehörde FDA und der Gesundheitsbehörde CDC gesorgt. Umkämpft war insbesondere die Frage, ob Angehörige von Berufsgruppen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko Anspruch auf eine Drittimpfung bekommen sollten oder nicht. So stimmte ein CDC-Expertengremium dagegen. Behördenchefin Rochelle Walensky setzte sich aber über die Empfehlung des Gremiums hinweg und weitete damit den Kreis der potenziellen Empfänger deutlich aus.

Chronik

Ein Serbe ist gestern von einem Geschworenengericht in Salzburg wegen Mordes zu einer lebenslangen Haft verurteilt worden. Er tötete im März seine 22-jährige Ehefrau in ihrer Wohnung mit Messerstichen, während die zwei gemeinsamen Kleinkinder im Nebenraum schliefen.

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Weil er offenbar die Handbremse nicht fest genug angezogen hat, ist das Auto eines Zeitungszusteller in Ulrichsberg im Bezirk Rohrbach (Oberösterreich) plötzlich weggerollt und hat den Mann mitgerissen.

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Der Österreicher, der am Samstag in Kroatien seine drei Kinder getötet haben soll, ist gestern Abend aus der psychiatrischen Klinik entlassen und der Kriminalpolizei übergeben worden, berichteten kroatische Medien. Die Zagreber Polizei bestätigte, den 56-jährigen Wiener verhaftet zu haben. Er soll die Nacht in Polizeihaft verbringen und in der Früh erstmals vernommen werden.

Zuvor war der Mann am späten Nachmittag aus dem Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern, wo er sich nach einem Selbstmordversuch seit Samstag befand, in polizeilicher Begleitung in das psychiatrische Krankenhaus Vrapce in Zagreb verlegt worden. Die dortige Untersuchung soll keinen Bedarf für eine weitere Klinikbehandlung gezeigt haben, weshalb er bald entlassen wurde, berichteten Medien unter Berufung auf informelle Quellen.

Der Wiener soll laut dem Nachrichtenportal „Index“ im Krankenhaus, wo er erst heute begonnen hat, mit dem Personal zu kommunizieren, über die Details der Tat gesprochen haben. Als Motiv für seine Tat soll er angegeben haben, dass die Miete für seine Wohnung ausgelaufen sei und er nirgendwo anders hingehen konnte. Deshalb soll er beschlossen haben, sich und seinen Kindern das Leben zu nehmen.

Sport

Die US-amerikanischen Golfer haben am Sonntag ihren Triumph beim Ryder Cup ausgelassen gefeiert. Grund dafür gab es allemal. Die Auswahl von Kapitän Steve Stricker holte nicht nur den Pokal im prestigeträchtigen Kontinentalvergleich zurück, sondern deklassierte Europa mit 19:9 – der höchste Sieg eines Teams in der modernen Ära des Ryder Cups. Stricker sieht im Triumph seines Teams sogar den Beginn einer neuen Epoche.

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Der Europäische Fußballverband (UEFA) hat auf eine richterliche Androhung aus Spanien reagiert und wird die Verfahren gegen die drei abtrünnigen Super-League-Clubs Real Madrid, FC Barcelona und Juventus Turin nicht weiter verfolgen. Wie die dpa gestern Abend erfuhr, soll das Gericht in Madrid heute über diesen Schritt informiert werden.

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Rennen im Autodrom von Sotschi standen bisher für Fadesse und Start-Ziel-Siege von Mercedes. In der achten Ausgabe des Grand Prix von Russland stand am Sonntag am Ende mit Lewis Hamilton zwar wieder ein Silberpfeil-Pilot auf dem Siegespodest ganz oben, doch das Rennen war diesmal nichts für schwache Nerven. Neben Hamilton, der seinen 100. Sieg einfuhr, wurden Red-Bull-Star Max Verstappen und Lando Norris im McLaren zu den Protagonisten eines russischen Dramas.

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Wirtschaft

Der US-Notenbanker Robert Kaplan gibt seinen Posten an der Spitze der Federal Reserve Bank in Dallas auf. Er lege sein Amt am 8. Oktober nieder, um jegliche Ablenkung für die Zentralbank im Zusammenhang mit seinen persönlichen Investments zu vermeiden, teilte er gestern mit. Er habe mit seinen Handelsaktivitäten die Compliance-Vorschriften der Bank erfüllt.

Kurz zuvor hatte der Präsident der Fed in Boston, Eric Rosengren, seinen Rücktritt zum Monatsende aus gesundheitlichen Gründen angekündigt. Er war im vergangenen Jahr wegen umstrittener Aktiengeschäfte unter Druck geraten.

IT

Instagram hat die Entwicklung einer Plattform für Kinder unter 13 Jahren ausgesetzt. Neben heftiger Kritik dürften auch negative Medienberichte ein Grund für den Rückzieher sein. Instagram-Eigentümer Facebook möchte nun Fachleute konsultieren. An den Plänen für die Entwicklung einer Onlineplattform für Zehn- bis Zwölfjährige möchte man grundsätzlich festhalten.

Mehr dazu in help.ORF.at

Nur vier Jahre nach dem Start des Onlinenetzwerks TikTok durch den chinesischen Mutterkonzern Bytedance hat die Videoplattform nach eigenen Angaben die Schwelle von einer Milliarde aktiven Nutzern und Nutzerinnen überschritten. Das teilte das Onlinenetzwerk gestern mit. Zuletzt hatte die Plattform im Juli 2020 Angaben zu aktiven Nutzern gemacht. Seither kamen den neuen Zahlen zufolge mehr als 300 Millionen hinzu.

TikTok ist vor allem bei Kindern und Jugendlichen beliebt. Durch die Beschränkungen während der Pandemie wie etwa Schulschließungen stiegen die Nutzerzahlen noch einmal deutlich an. Im vergangenen Jahr war TikTok die am häufigsten heruntergeladene App.

Bot das Netzwerk ursprünglich 15-Sekunden-Videos an, wurde die maximale Länge später auf 60 Sekunden und Anfang Juli schließlich auf drei Minuten erweitert. Ziel war es, ein größeres Publikum anzuziehen. Zudem gab es Rivalitäten mit YouTube. Der Onlinevideodienst von Google verfügt mit nach eigenen Angaben rund 2,3 Milliarden nach wie vor über deutlich mehr aktive Nutzer.

Medien

Nun steht das Datum fest: Die Sonderausgabe von „Wetten, dass…?“ soll am 6. November im ORF, im ZDF und SRF ausgestrahlt werden. Die Samstagabendshow mit Moderator Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker soll ab 20.15 Uhr live aus Nürnberg übertragen werden. „Wir haben tolle Wetten, selbstverständlich auch eine spektakuläre Außenwette, nationale und internationale Musikacts und eine Couch voll mit großen Stars“, kündigte ZDF-Unterhaltungschef Oliver Heidemann gestern an.

Es sei „kein Blick zurück, sondern eine große Familienshow mit allem, was diese Sendung immer stark gemacht hat“. Wettvorschläge können noch online, per Mail oder Post eingereicht werden. Gottschalk sollte eigentlich schon im vergangenen November ein einmaliges Revival des einstigen Quotenhits moderieren.

Wegen der Pandemie wurde die Show auf diesen Herbst verschoben. Damit kommt sie gut 40 Jahre nach der ersten Ausgabe ins Fernsehen. Am 14. Februar 1981 wurde die Show von Erfinder Frank Elstner zum ersten Mal im ZDF ausgestrahlt, Gottschalk präsentierte sie von 1987 bis 1992 und dann von 1994 bis 2011.

Kultur

Von Freddie-Mercury-Tassen bis hin zu von Brian May signierten Gitarren: Die britische Rockband Queen eröffnete gestern in der Londoner Carnaby Street einen Pop-up-Store, um fünf Jahrzehnte Bandbeschichte zu feiern. Das Geschäft mit dem Namen „Queen The Greatest“ führt Besucher und Besucherinnen in Themenräumen auf zwei Stockwerken durch verschiedene Etappen, beginnend mit den Anfangstagen der legendären Band in den 70er Jahren.

Passanten vor dem Pop-up-Store in der Londoner Carnaby Street
APA/AFP/Tolga Akmen

Das Geschäft bleibt drei Monate lang geöffnet. „Für einen Queen-Fan ist es eine fantastische Gelegenheit, hierherzukommen und in die Welt von Queen einzutauchen, zu wissen, dass man hier mit Gleichgesinnten sprechen und Erinnerungsstücke finden kann“, sagte Keith Taperell von Bravado, dem Merchandisingunternehmen der Universal Music Group. Zu kaufen gibt es unter anderem auch einen Zauberwürfel mit den Gesichtern der Rocker und eine Queen-Edition des Brettspiels Monopoly.

Queen-Pop-up-Store in der Londoner Carnaby Street
APA/AFP/Tolga Akmen

Die Rockband rund um Frontmann Freddie Mercury wurde mit Songs wie „Bohemian Rhapsody“, „We Are The Champions“ und „Don’t Stop Me Now“ weltberühmt. Mercury starb 1991 an den Folgen einer Aids-Erkrankung. Seit 2012 ist Adam Lambert Leadsänger der Band und tritt mit den beiden verbliebenen Gründungsmitgliedern, dem Gitarristen Brian May und dem Schlagzeuger Roger Taylor, auf.