Ausland

Der Iran hat seine Antwort auf den Vorschlag der EU zur Rettung des internationalen Atomabkommens übermittelt. Das teilte ein EU-Vertreter gestern mit. Details des Schreibens aus Teheran wurden bisher nicht bekannt.

„Wenn unsere Vorschläge akzeptiert werden, sind wir bereit, (die Gespräche) abzuschließen und die Einigung bei einem Außenministertreffen bekannt zu geben“, hatte Irans Außenminister Außenminister Hossein Amirabdollahian bei der Ankündigung des Schreibens erklärt.

Die USA hätten mündlich zugesagt, zwei Forderungen Teherans zu erfüllen, sagte er, ohne nähere Angaben worum es sich handelt. Eine Einigung könne erzielt werden, wenn die USA auf noch ungeklärte Probleme eingingen. Sollten die USA jedoch keine Flexibilität zeigen, würden weitere Gespräche nötig sein. „Wie Washington haben auch wir unseren eigenen Plan B, sollten die Gespräche scheitern“, wurde der Außenminister zitiert.

Die USA teilten mit, sie seien bereit auf Grundlage der EU-Vorschläge den Atomvertrag zu erneuern. Der Iran müsse allerdings auf „belanglose“ Forderungen verzichten.

Der wegen der Messerattacke auf Salman Rushdie festgenommene Angreifer hat sich nach Angaben seiner Mutter offenbar während eines Besuchs im Libanon radikalisiert. Durch seine Reise in ihr Geburtsland habe sich ihr Sohn „sehr verändert“, wurde die in Fairview im US-Bundesstaat New Jersey lebende Silvana Fardos heute in der „Daily Mail“ zitiert.

„Ich hatte erwartet, dass er motiviert zurückkehrt, die Schule zu Ende zu machen, seinen Abschluss und einen Job zu bekommen“, sagte die Mutter mit Blick auf die Libanon-Reise 2018. Stattdessen habe er „sich im Keller eingesperrt“. Ihr Sohn habe sich isoliert und auch mit dem Rest der Familie monatelang kaum noch gesprochen. „Er schläft tagsüber und steht nachts auf und isst“, beschrieb Fardos ihren heute 24 Jahre alten Sohn.

Er hatte am Freitag bei einer Literatur-Veranstaltung im Bundesstaat New York mit einem Messer immer wieder auf Rushdie eingestochen. Der britisch-indische Schriftsteller wurde schwer verletzt und musste notoperiert werden, befindet sich mittlerweile aber auf dem Weg der Besserung. Der 24-Jährige ließ in einer ersten Gerichtsanhörung zum Vorwurf des versuchten Mordes erklären, er sei nicht schuldig. Zu seinen Motiven äußerte er sich nicht.

Noch nie von „Satanischen Versen“ gehört

Fardos, die als Hilfslehrerin und Übersetzerin arbeitet, sagte in dem Interview, sie sei von Geburt an Muslimin, aber weder religiös noch politisch. Von Rushdie und dessen Buch „Die Satanischen Verse“ habe sie bis zu dem Anschlag noch nie gehört.

Fardos sagte der „Daily Mail“, ihr Sohn habe es ihr zum Vorwurf gemacht, dass sie ihn zu einer Ausbildung ermutigt habe, statt seine Religion in den Vordergrund zu stellen. Er sei „wütend gewesen, dass ich ihn nicht in jungen Jahren in den Islam eingeführt habe“. Ansonsten sei ihr Sohn „sehr ruhig“ und „introvertiert“ gewesen, „jeder hat ihn geliebt“. Der 24-Jährige wurde in den USA geboren und wuchs in Kalifornien auf. Seine Eltern ließen sich 2004 scheiden, sein Vater kehrte in den Libanon zurück.

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat der Bundespolizei FBI vorgeworfen, bei der Durchsuchung seines Anwesens Mar-a-Lago seine Reisepässe „gestohlen“ zu haben. „Wow! Bei der Razzia des FBI in Mar-a-Lago haben sie meine drei Pässe (einer davon abgelaufen) zusammen mit allem anderen gestohlen“, schrieb Trump gestern auf der von ihm mit gegründeten Plattform Truth Social. „Das ist ein Angriff auf einen politischen Gegner auf einer Ebene, wie es sie in unserem Land noch nie gegeben hat. Dritte Welt!“

Unklar blieb, warum Trump sich damit erst eine Woche nach der Durchsuchung seines Anwesens im US-Bundesstaat Florida zu Wort meldet. Ein Gericht in Florida hatte die Quittung der beschlagnahmten Gegenstände ebenso wie den Durchsuchungsbefehl am Freitag auf Antrag von US-Justizminister Merrick Garland veröffentlicht. Auf der Liste der beschlagnahmten Gegenstände stehen unter anderem Dokumente und mehrere Kisten.

Reisepässe sind dort nicht explizit aufgeführt. Das FBI hatte in Trumps Anwesen geheime Dokumente gefunden. Grundlage des Einsatzes war der Verdacht, dass Trump womöglich gegen das Spionagegesetz und andere Gesetze verstoßen haben könnte, wie aus dem Durchsuchungsbefehl hervorging.

Unterdessen widersetzt sich das Justizministerium Forderungen nach einer Veröffentlichung des Dokuments, mit dem die Behörden den richterlichen Durchsuchungsbeschluss erwirkt hatten. Das Ministerium erklärte, das Dokument müsse zum Schutz „laufender Ermittlungen“, bei denen es auch um die nationale Sicherheit gehe, unter Verschluss bleiben.

Die eidesstattliche Erklärung der Ermittlungsbehörden enthalte „höchst wichtige und detaillierte Ermittlungsfakten“, außerdem „hochsensible Informationen über Zeugen“. Sollte ein Gericht die Veröffentlichung des Dokuments anordnen, müssten so viele Passagen geschwärzt werden, dass der Text keinen bedeutungsvollen Inhalt mehr aufweisen würde, erklärte das Justizministerium.

Der inhaftierte Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ist nach eigenen Angaben wegen geringfügiger Verstöße gegen Gefängnisregeln für drei Tage in eine Strafzelle gekommen. Über seine Anwälte teilte er gestern auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass er bestraft worden sei, weil er regelmäßig den obersten Knopf seiner Gefängnisuniform nicht zuknöpft habe. Zudem habe er versucht, Mitgefangene zur Gründung einer Gewerkschaft zu bewegen.

„Die Einzelhaftzelle ist ein 2,5 mal drei Meter großer Betonzwinger. Die meiste Zeit ist es dort drinnen unerträglich, weil es kalt und feucht ist. Auf dem Boden steht Wasser“, schrieb der Gegner von Präsident Wladimir Putin und ergänzte ironisch: „Ich habe die Strandversion – dort ist es sehr heiß, und es geht fast kein Luftzug.“

Das Fenster sei winzig, es gebe keine Belüftung. „Nachts liegst du da und fühlst dich wie ein Fisch auf dem Trockenem. Um 5.00 Uhr morgens nehmen sie dir deine Matratze und dein Kissen weg (…) und heben deine Koje hoch. Um 21.00 Uhr wird die Pritsche wieder heruntergelassen und die Matratze zurückgebracht. Es gibt einen eisernen Tisch, eine eiserne Bank, ein Waschbecken, ein Loch im Boden und zwei Kameras an der Decke.“

Berichten zufolge sitzt Nawalny in der Strafkolonie IK-6 in Melechowo, etwa 250 km östlich von Moskau, seine Strafe wegen Verstößen gegen Bewährungsauflagen sowie wegen Betrugs und Missachtung des Gerichts ab.

Ukraine-Krieg

Angesichts anhaltender Vorwürfe wegen der Verzögerung einer internationalen Expertenmission zum ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja haben die Vereinten Nationen russischen Vorwürfen widersprochen. Die UNO hätte eine Operation der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) anders als von Moskau dargestellt weder verhindert noch blockiert. „Das UNO-Sekretariat ist nicht befugt, Aktivitäten der IAEA zu blockieren oder abzubrechen“, so Sprecher Stephane Dujarric gestern.

Die IAEA handle unabhängig, fügte er in New York hinzu. Dujarric betonte, dass die Ukraine den Schutz einer entsprechenden Mission von ukrainisch kontrolliertem Gebiet aus gewährleisten könne. „Aber es muss eine Einigung zwischen Russland und der Ukraine geben“ – schließlich befinde sich das Kraftwerk derzeit auf russisch kontrolliertem Territorium.

Zuletzt hatte es Unstimmigkeiten darüber gegeben, wie ein Reiseweg der IAEA-Experten aussehen könnte. Die Ukraine würde eine Mission ausschließlich durch von Russland besetztes Gebiet – etwa über die Krim oder auf anderem Wege über die russisch-ukrainische Grenze – nicht erlauben. Die Ukraine und Russland werfen sich seit Wochen gegenseitig vor, Europas größtes Kernkraftwerk zu beschießen und damit eine atomare Katastrophe heraufzubeschwören.

Um das von russischen Truppen besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja sind nach Behördenangaben Explosionen zu hören. Das Gebiet des Kernkraftwerks, das in der Stadt Enerhodar liegt, und Wohnviertel seien 25-mal mit schwerer Artillerie beschossen worden, teilte der Besatzungsvertreter Wladimir Rogow gestern auf Telegram mit. Demzufolge schlugen dort Granaten ein. Dem aus Enerhodar geflohenen ukrainischen Bürgermeister Dmytro Orlow zufolge sind in der Kraftwerksstadt Explosionen zu hören gewesen.

Die Ukraine wirft Russland vor, mit dem Beschuss „atomaren Terror“ zu betreiben. Besatzungsvertreter Rogow wiederum hatte mitgeteilt, ukrainische „Terroristen“ würden die Schüsse abfeuern. Er hatte zuvor auch eine Feuerpause vorgeschlagen. Die Ukraine forderte den Abzug russischer Truppen aus dem größten europäischen Kraftwerk. Russland lehnt eine Übergabe des Kernkraftwerks ab.

Die Ukraine beschuldigt die russischen Truppen, das AKW als Festung zu nutzen, um von dort auf die am anderen Ufer des Dnipro-Stausees liegenden Kleinstädte Nikopol und Marhanez zu schießen. Russland hingegen behauptet, die Ukraine beschieße die Anlage mit Drohnen, schwerer Artillerie und Raketenwerfern. In den meisten Fällen fange die russische Luftwehr die Geschosse ab, hieß es. Dennoch sei bereits Infrastruktur auch im Bereich des dortigen Atommülllagers getroffen worden. Eine erhöhte Radioaktivität wurde nach Angaben von Experten bisher nicht registriert.

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sind von dort mehr als 700.000 Menschen in das Nachbarland Slowakei gekommen. Das geht aus Zahlen des Innenministeriums in Bratislava hervor, die die staatliche Nachrichtenagentur TASR gestern veröffentlichte. Zuletzt waren jeden Tag zwischen drei- und viertausend Menschen dazugekommen.

Die nur 5,5 Millionen Einwohner zählende Slowakei ist damit jenes EU-Land, das gemessen an der Bevölkerungszahl die meisten Ukraine-Flüchtlinge zumindest vorübergehend aufgenommen hat. Nach Polen kamen zwar im selben Zeitraum 3,7 Millionen Menschen, also mehr als fünfmal so viele wie in die Slowakei. Allerdings leben in Polen mit 38 Millionen Menschen etwa siebenmal so viele Einwohner wie in der Slowakei.

Ähnlich wie aus Polen kehrten auch aus der Slowakei zuletzt mehr Menschen in die Ukraine zurück, als von dort neu ins Land kamen. Bis gestern zählten die slowakischen Behörden rund 500.000 Rückkehrer, die die slowakisch-ukrainische Grenze nach Osten überquerten.

Inland

Während sich quer durch Europa kommende Katastrophenszenarien immer klarer abzeichnen, wird dem Katastrophenwarnsystem „EU-Alert“ in Österreich offenbar keine Priorität eingeräumt. Zwei Monate nach Ablauf der Umsetzungsfrist für die EU-Richtlinie hat das mittlerweile zuständige Staatssekretariat für Digitalisierung noch nicht einmal einen Entwurf vorgelegt.

Am Beispiel Deutschlands zeigt sich, dass die eigentlichen Probleme erst bei der Umsetzung auftauchen. Laut einer Analyse des Thinktanks AG Kritis sind in Deutschland beim derzeitigen Stand nicht einmal die Hälfte aller Mobiltelefone durch einen solchen Alarm erreichbar.

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Umwelt & Klima

Fachleute haben vor der Entstehung eines „Extremhitzegürtels“ mit gefühlten Temperaturen von rund 52 Grad Celsius oder mehr in den USA gewarnt. Die Nichtregierungsorganisation First Street Foundation legte heute eine Studie vor, wonach im Jahr 2053 mehr als 100 Millionen Menschen in den USA in Gebieten leben könnten, in denen an mindestens einem Tag im Jahr solche Temperaturen erreicht werden.

Im kommenden Jahr dürften laut der NGO 8,1 Millionen Menschen in entsprechenden Gebieten leben. 30 Jahre später könnte die Zahl auf 107 Millionen Menschen steigen. Die von der First Street Foundation als „Extremhitzegürtel“ bezeichnete Region erstreckt sich vom Norden des Bundesstaates Texas und Louisiana über Illinois und Indiana bis nach Wisconsin. Es handelt sich um Regionen fernab der Küsten, wo das Meer für ausgeglichenere Temperaturen sorgt.

Die Bezeichnung „Extremhitzegürtel“ orientiert sich an der höchsten Hitzekategorie des nationalen Wetterdienstes der USA, der bei gefühlten Temperaturen von mehr als 125 Grad Fahrenheit (51,7 Grad Celsius) von „extremer Gefahr“ spricht.

Der deutsche Gewässerexperte Sascha Maier schätzt die Menge der in den vergangenen Tagen verendeten Fische in der Oder auf bis zu 100 Tonnen. Das sei eine Hochrechnung auf Grundlage der Meldungen über einzelne Sammelaktionen, sagte der Experte der Umweltorganisation BUND gestern.

Tote Fische im Fluss Oder
Reuters/Cezary Aszkielowicz/Agencja Wyborcza

Die Umweltkatastrophe betreffe die Oder auf etwa 500 Kilometer Länge. Seit Freitag hätten Feuerwehrleute rund 80 Tonnen tote Fische geborgen, sagte ein Sprecher der polnischen Berufsfeuerwehr.

Vergleichbar mit Sandoz-Katastrophe

Die Dimension sei vergleichbar mit der Sandoz-Katastrophe von 1986, sagte Maier. Damals war beim Chemiekonzern Sandoz (heute Novartis) ein Brand in einem Schweizer Lager ausgebrochen. Große Mengen verunreinigten Löschwassers gelangten in den Rhein und verursachten ein großes Fischsterben. Das Unglück damals sei Anlass für internationale Alarm- und Meldepläne von Flussanrainern gewesen – und genau diese seien jetzt an der Oder nicht eingehalten worden, sagte Maier.

Deutschland und Polen wollen das Fischsterben in der Oder nach den Versäumnissen der vergangenen Tage gemeinsam aufklären, rätseln aber weiter über die Ursache. Bei Laboruntersuchungen von verendeten Fischen aus dem Fluss sind nach Angaben von Polens Regierung bisher keine toxischen Substanzen entdeckt worden. Die Fische seien auf Quecksilber und andere Schwermetalle untersucht worden, sagte Polens Umweltministerin Anna Moskwa in Stettin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne).

Der frühere Umweltminister des Karibik-Inselstaates Grenada, Simon Stiell, wird neuer UNO-Klimachef. Wie das Büro von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres gestern in New York mitteilte, wurde Stiell zum Nachfolger der Mexikanerin Patricia Espinosa ernannt, die von Juli 20216 bis zum 16. Juli dieses Jahres das Amt innehatte. Das UNO-Klimasekretariat hat seinen Sitz im nordrhein-westfälischen Bonn.

Die nächste UNO-Klimakonferenz findet im November im ägyptischen Scharm al-Scheich statt. Verbreitete Hitzewellen und Dürren in Europa und anderen Erdregionen machen derzeit die Dringlichkeit des Kampfes gegen die Erderwärmung deutlich.

Das Walross Freya bewegt in Norwegen auch nach seinem Tod noch die Gemüter. Nach Angaben des norwegischen Senders TV 2 hat ein Norweger eine private Spendenaktion gestartet, um eine Statue für das Tier zu finanzieren. Bis gestern Nachmittag waren dabei schon knapp 60.000 Kronen (rund 6.070 Euro) zusammengekommen.

Walross Freya
APA/AFP/NTB/Tor Erik Schrøder

Die Fischereidirektion hatte das Tier „aus Sicherheitsgründen“ einschläfern lassen. Daraufhin bekamen der Fischereidirektor und seine Frau nach eigenen Angaben Morddrohungen.

Das knapp 600 Kilogramm schwere Walross war in den vergangenen Wochen immer wieder vor Oslo aufgetaucht, hatte sich auf vor Anker liegende Boote gelegt und zur Sommerattraktion entwickelt. Allerdings waren Schaulustige trotz mehrfacher Warnungen der Behörden zu dem Tier ins Wasser gesprungen bzw. ihm mit Kindern am Ufer sehr nahe gekommen, um Fotos zu machen. Zuletzt schätzte die Fischereidirektion das Sicherheitsrisiko als zu groß ein.

COV Inland

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 436,8 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 3.008 registrierte Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 3.008 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab. Aufgrund verminderter Testmöglichkeiten und -bereitschaft vermuten Expertinnen und Experten eine höhere Dunkelziffer.

19.277 Menschen verstarben bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 1.238 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 68 auf Intensivstationen. Eine Unterscheidung in Haupt- und Nebendiagnose ist bundesweit nicht möglich.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Wirtschaft

Lediglich 29 Prozent der Unternehmen im Wiener Börse Index (WBI) haben mindestens eine Frau im Vorstand. Vier Unternehmen (7,1 Prozent) werden von einer Frau geführt. Das zeigt der Mixed Leadership Barometer des Beratungsunternehmens EY.

Insgesamt erreichte der Frauenanteil in den Vorstandsetagen damit allerdings einen neuen Höchstwert. In Unternehmen aus dem WBI-Index sitzen insgesamt 17 Frauen in Vorständen, eine mehr als zu Beginn des Jahres. Aktuell arbeiten fünf Frauen als Finanzvorstand und vier als CEO. Jeweils zwei Frauen sind als COO (Chief Operating Officer) oder CCO (Chief Customer Officer) tätig.

In der Immobilienbranche ist der Anteil weiblicher Vorstandsmitglieder mit 20 Prozent am größten. An zweiter Stelle liegt der Bereich Konsumgüter mit einem Anteil von 19 Prozent. In der Industrie beträgt der Frauenanteil im Vorstand 9,5 Prozent.

Aufsichtsräte zu einem Drittel weiblich besetzt

Besser sieht es in den Aufsichtsgremien aus: Von den 539 Aufsichtsratsposten sind 163 von Frauen besetzt – immerhin 30,2 Prozent. Bei 89 Prozent der Unternehmen sitzt zumindest eine Frau im Aufsichtsrat.

Am höchsten ist der Anteil weiblicher Aufsichtsratsmitglieder mit 37 Prozent in der Transport- und Logistik-Branche, gefolgt von der Energiebranche mit 34,9 Prozent und der Telekommunikation mit 33,3 Prozent.

Der weltgrößte Einzelhändler Walmart wird Insidern zufolge den Streamingdienst Paramount+ anbieten. Der Dienst konkurriert mit Amazons Prime, das kostenlosen Versand sowie Video- und Musikstreamingdienste bietet und mehr als 200 Millionen Abonnenten hat. Eine Amazon-Prime-Mitgliedschaft kostet 14,99 Dollar pro Monat bzw. 139 Dollar pro Jahr. Die Mitgliedschaft bei Walmart+ kostet dagegen 12,95 Dollar pro Monat bzw. 98 Dollar pro Jahr.

Außerdem beinhaltet Walmart+ einen kostenlosen Versand bei Bestellungen und Rabatte auf Treibstoff sowie ein kostenloses sechsmonatiges Abonnement des Premium-Musikdienstes von Spotify. Der 2020 gestartete Aboservice von Walmart hat nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen elf und 32 Millionen Mitglieder. Walmart selbst macht keine Angaben zu den Abonnentenzahlen von Walmart+, und Paramount reagierte zunächst nicht auf eine Reuters-Anfrage nach eine Stellungnahme.

Sport

Mit einem feinen Freistoßtor hat David Alaba am Sonntagabend die Saisoneröffnung von Real Madrid in der spanischen La Liga gerettet. Dabei war der ÖFB-Teamstar erst Momente zuvor eingewechselt worden und ursprünglich gar nicht für die Ausführung des Standards vorgesehen gewesen. Umso mehr freute sich Alaba über das Traumtor, das einen mühsamen Abend bei Aufsteiger Almeria nach Rückstand doch noch mit einem 2:1-Sieg enden ließ.

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Sofia Polcanova und Robert Gardos haben im Rahmen der European Championships in München ihre erste gemeinsame Medaille geholt. Das im Hinblick auf Olympia 2024 in Paris neu formierte Mixed-Doppel musste sich gestern im EM-Halbfinale zwar Bernadette Szöcs und Ovidiu Ionescu aus Rumänien geschlagen geben, mit dem Einzug unter die Top Vier hatten Polcanova/Gardos Bronze aber bereits in der Tasche.

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Anna-Maria und Eirini-Marina Alexandri haben bei der Schwimm-EM in Rom erneut zugeschlagen. Die beiden Schwestern gewannen gestern wie zuvor schon in der Freien Kür der Synchronschwimmerinnen Silber im Technischen Finale. Es war bereits die vierte österreichische Medaille bei den Titelkämpfen in der italienischen Hauptstadt.

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Chronik

Eineinhalb Monate nach der Verurteilung von R. Kelly in einem New Yorker Missbrauchsprozess zu 30 Jahren Haft steht der frühere R&B-Star wegen weiterer Vergehen in Chicago erneut vor Gericht. In Kellys Geburtsort begann gestern die Auswahl der Geschworenen.

In dem Chicagoer Verfahren wird dem 55-Jährigen sowie zwei früheren Mitarbeitern Kellys vorgeworfen, einen Kinderpornografie-Prozess gegen den Musiker im Jahr 2008 manipuliert zu haben. Ein minderjähriges mutmaßliches Missbrauchsopfer soll damals wegen Drohungen und Schmiergeldern nicht gegen Kelly ausgesagt haben. Der umstrittene Prozess endete mit einem Freispruch des Sängers. In dem nun begonnenen Prozess in Chicago will das mutmaßliche Opfer nun doch aussagen.

Die Anklage gegen Kelly lautet Behinderung der Justiz, Herstellung von Kinderpornografie und illegale sexuelle Handlungen mit einer Minderjährigen. Mit ihm stehen sein früherer Manager Derrel McDavid und sein früherer Mitarbeiter Milton „June“ Brown vor Gericht. Der Prozess soll etwa vier Wochen dauern.

In Pakistan ist die Zahl der Todesopfer nach den Rekordfluten auf 618 gestiegen. Nach Angaben der Katastrophenbehörde des Landes von gestern hatten die Wassermassen außerdem fast 70.000 Häuser zerstört. Seit Beginn der Regenzeit im Juni leidet Pakistan unter ungewöhnlich starkem Monsunregen. Millionen von Menschen seien nun von Infektionskrankheiten bedroht, die sich im Wasser ausbreiten, so die Behörde. Meteorologen warnten vor weiterem Regen in den kommenden Tagen.

Naturkatastrophen wie Fluten, Dürren und Hitzewellen haben in Pakistan zugenommen. Experten machen den Klimawandel für das Phänomen verantwortlich. Pakistan gehört zu den Ländern, die am stärksten von der Erderhitzung betroffen sind.

In Japan hat ein betrunkener Polizist eine Tasche mit Ermittlungsakten mit persönlichen Daten von rund 400 Menschen verloren. Die Dokumente enthielten Namen und Adressen, darunter auch Daten eines mutmaßlichen Straftäters, teilte die japanische Polizei gestern mit. Der Beamte habe die Tasche in der Nacht auf vergangenen Samstag verloren.

Der 49-Jährige war japanischen Medienberichten zufolge mit Kollegen in der Präfektur Hyogo im Südwesten des Landes etwas trinken gegangen und eingeschlafen, als er mit der Tasche nach Hause ging. Als der Mann später aufwachte, konnte er die Tasche nicht mehr finden.

Bereits im Juni war es in der japanischen Stadt Amagasaki zu einem ähnlichen Fall gekommen. Damals hatte ein Unternehmer eine Tasche verloren, in der sich ein USB-Stick mit persönlichen Daten aller 460.000 Einwohner und Einwohnerinnen der Stadt befunden hatte.

Der Unternehmer hatte zuvor etwas getrunken und war auf dem Weg nach Hause eingeschlafen. In diesem Fall wurde der Stick einen Tag nach Bekanntwerden seines Verschwindens wiedergefunden.

Gestern ist es zu einem folgenschweren Zusammenstoß zweier Fahrzeuge auf der Umfahrung der Ennstal-Straße (B320) bei Schladming in der Steiermark gekommen. Drei Personen kamen dabei ums Leben, weitere wurden verletzt.

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Panorama

Kultur

Svika Pick, einer der bekanntesten Musiker Israels und zugleich Schwiegervater des Hollywood-Filmemachers Quentin Tarantino, ist am Sonntag im Alter von 72 Jahren in seinem Haus verstorben. Der Singer-Songwriter war auch unter seinem Spitznamen „Maestro“ bekannt. Seinen wahrscheinlich größten Erfolg feierte er 1998, als Dana International mit dem von ihm geschrieben Song „Diva“ den Song Contest gewann.

Pick wurde 1949 in Polen geboren und wanderte mit seinen Eltern nach Israel aus, als er acht Jahre alt war. Seine ersten Schritte in der Musikwelt machte der Sänger Mitte der 1960er Jahre als Sänger mehrerer lokaler Bands. Bekanntheit erlangte er durch seine Hauptrolle in der hebräischen Version des Musicals „Hair“ Anfang der 1970er Jahre.

Würdigungen der Politik

Auch gemeinsam mit seiner Frau Mirit Schem-Or feierte er musikalische Erfolge. Seine Tochter Daniella, neben ihrer Modelkarriere ebenfalls Sängerin, heiratete 2018 Tarantino. Die beiden leben mit ihren gemeinsamen Kindern in Tel Aviv.

Der israelische Musiker Zvika Pick mit seiner Frau Miri Shem Or 1986
Sharir-Efi/cc by 4.0

Auch die israelische Politik würdigte Pick: „Svika war ein revolutionärer Künstler seiner Generation, eine der Säulen des israelischen Pop“, sagte Premierminister Jair Lapid. „Svika ist heute verstorben, aber die Lieder und Melodien, die er hinterlassen hat, werden noch viele Jahre lang zu hören sein.“ Staatspräsident Isaac Herzog sagte, Pick habe „der israelischen Kulturlandschaft neues Leben eingehaucht und einen revolutionären Wandel herbeigeführt. Seine Musik drang in unsere Herzen ein und wurde zu einem festen Bestandteil des Soundtracks unseres Lebens.“

Der Autor des Erfolgsromans „Der Pferdeflüsterer“, Nicholas Evans, ist tot. Das gab die Agentur United Agents in London gestern bekannt. In einer Mitteilung hieß es, der Brite sei bereits am Dienstag überraschend an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Er wurde 72 Jahre alt. Sein 1995 erschienener Debütroman „Der Pferdeflüsterer“ („The Horse Whisperer“) wurde in 40 Sprachen übersetzt und landete in 20 Ländern auf Platz eins der Bestsellerliste.

Der britische Autor Nicholas Evans im September 2005
AP/Tina Fineberg

Insgesamt wurden 15 Millionen Exemplare davon verkauft. Das Buch war zudem Grundlage für den gleichnamigen Film mit US-Schauspieler und Regisseur Robert Redford in der Hauptrolle.

Der in der englischen Grafschaft Worcestershire geborene Evans hatte vor seiner Karriere als Schriftsteller als Journalist gearbeitet. Auch mit seinen vier weiteren Romanen hatte er Erfolg. Einen Schicksalsschlag mussten er und seine Frau Charlotte verkraften, als sie 2008 eine schwere Pilzvergiftung erlitten. Beide benötigten daraufhin eine Nierentransplantation. Evans hinterlässt neben seiner Frau auch die vier gemeinsamen Kinder.

Die Oscar-Akademie hat sich nach fast 50 Jahren bei der Ureinwohnerin Sacheen Littlefeather entschuldigt, die bei einer Oscar-Verleihung ausgebuht worden war. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences machte nun einen Brief an Littlefeather öffentlich, die 1973 im Namen von Marlon Brando den Oscar zurückgewiesen, den der Schauspielstar für seine Rolle im Mafiaepos „Der Pate“ gewann.

Die Schauspielerin und Angehörige des Stammes der Apachen sagte damals auf der Bühne, Brando könne „diesen sehr großzügigen Preis leider nicht annehmen“. Er wolle damit gegen den Umgang Hollywoods mit amerikanischen Ureinwohnerinnen und Ureinwohnern protestieren. Das Publikum reagierte teilweise mit Applaus, teilweise aber mit Buhrufen.

„Entschuldigen uns zutiefst“

Littlefeather sagte später, Western-Star John Wayne habe sie körperlich angreifen wollen, sechs Sicherheitsleute hätten ihn zurückhalten müssen. „Die Beschimpfungen, die Sie wegen dieser Erklärung erlitten haben, waren unvertretbar und unberechtigt“, schrieb der Präsident der Oscar-Akademie, David Rubin, im Vorjahr an Littlefeather.

„Die emotionale Last, die Sie durchlebt haben, und die Kosten für Ihre Karriere in unserer Industrie sind irreparabel.“ Viel zu lange sei auch Littlefeathers „Mut“ nicht anerkannt worden. „Dafür entschuldigen wir uns zutiefst und sprechen Ihnen zugleich unsere ehrliche Bewundern aus.“

Der Brief wurde nun anlässlich einer Einladung Littlefeathers zu einer Rede im Oscar-Museum in Los Angeles veröffentlicht. Littlefeather reagierte mit Humor auf den Entschuldigungsbrief. „Wir Indigene sind sehr geduldige Menschen – es ist erst 50 Jahre her!“ Man habe gelernt, mit Humor auf Widrigkeiten zu reagieren. „Das ist unsere Überlebensmethode.“

Leute

Fußballikone Hans Krankl ist am Sonntag im Anschluss an das Bundesliga-Spiel zwischen LASK und Rapid (2:1) vorübergehend von der Polizei festgenommen worden. Einen diesbezüglichen Bericht der „Kronen Zeitung“ bestätigte die Polizei der APA. Demzufolge soll Krankl auf dem VIP-Parkplatz des Paschinger Stadions mit seinem Auto auf einen Polizisten losgefahren sein. Der „Goleador“ war zuvor als TV-Experte des Senders Sky im Einsatz gewesen.

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